Seit über einem Jahrzehnt beherrscht der FC Bayern die Bundesliga. Auch weil auf dem Transfermarkt zahlreiche gute Entscheidungen getroffen wurden. Joshua Kimmich, Harry Kane oder Michael Olise sind da gute Beispiele. Doch nicht jeder Spieler, den die Münchner geholt haben, war ein Volltreffer, obwohl so mancher mit hohen Erwartungen kam.
Renato Sanches etwa, der als 18-Jähriger für die stattliche Ablösesumme von 35 Millionen Euro aus Lissabon gewechselt war. In jenem Sommer 2016 war der Portugiese eine der tragenden Säulen seiner Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft und führte im Mittelfeld in beeindruckender Weise Regie und half so mit, dass die Portugiesen den Titel holten.
Renato Sanches Euro 2016 🇵🇹
— 🇵🇹 (@85SanchesR) June 16, 2024
La street n’oubliera jamais ❤️ pic.twitter.com/lDIDOq4kEB
In Bayerns Mittelfeld gab es aber zu jener Zeit mit Xabi Alonso, Thiago, Javi Martinez und Arturo Vidal Platzhirsche auf seiner Position. Vom Chilenen ist bekannt, dass er Renato Sanches in dessen ersten Trainingseinheiten hart rannahm und ihn nicht nur einmal regelrecht weggegrätscht hat. Einen Stammplatz eroberte sich das hoffnungsvolle Talent jedenfalls nicht, was auch damit zu tun hatte, dass er als sehr junger Mensch im Ausland zurechtkommen musste.
So ging es nach einem Jahr per Leihe nach Wales zu Swansea City. Es folgte ein Jahr später die Rückkehr nach München, wo der Mittelfeldspieler jedoch immer wieder mit Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte. Schließlich gab der FC Bayern Renato Sanches zur Saison 2019/20 nach Lille ab.
Seit 2022 steht der mittlerweile 28-Jährige bei Paris St. Germain unter Vertrag. Spielen tut er für den französischen Spitzenklub jedoch nicht. Stattdessen gab es Leihen zum AS Rom und zu seinem Jugendklub Benfica Lissabon. Aktuell läuft der Portugiese für Panathinaikos Athen auf.
Renato Sanches und auch die Bayern hatten sich 2016 sicherlich einen anderen Verlauf der Karriere des damaligen 35-Millionen-Mannes gewünscht.
Ein Weltmeister, der in München nie wirklich einschlug
Ein Jahr nach dem Transfer von Renato Sanches verpflichtete der deutsche Rekordmeister Corentin Tolisso. Für die damalige Bundesliga-Rekordablösesumme von 41,5 Millionen Euro.
Der Franzose legte gut los und erzielte in der Hinrunde der Spielzeit 2017/18 fünf Pflichtspieltreffer und bereitete weitere vier Tore vor.
Le champion du monde 2018 Corentin Tolisso fête ses 26 ans ! 🇫🇷
— MoreZanFootball (@MoreZanFootball) August 3, 2020
Le joueur français formé à l’Olympique Lyonnais où il a laissé de très beaux souvenirs, vit une période plus compliquée au Bayern suite à sa grave blessure au genou..
Espérons qu’il reprenne vite des couleurs ! pic.twitter.com/aFyuebZDmB
Doch dann riss ihm im September 2018 das Kreuzband, was eine Ausfallzeit von einem halben Jahr bedeutete. Es folgten unzählige Verletzungen. Auch Operationen und so kam der Weltmeister von 2018 während seiner fünfjährigen Bayernzeit nie wirklich an sein wahres Leistungsvermögen heran.
Inzwischen spielt Corentin Tolisso wieder für seinen Jugendklub Olympique Lyon, wo er Kapitän ist, dort aber auch immer wieder mit Verletzungen zu tun hat.
Wie bei Renato Sanches haben sich die Münchner bei Corentin Tolisso auch viel mehr versprochen. Erst recht, wenn man die hohen Ablösesummen betrachtet. Ebenfalls nicht mehr als ein Ergänzungsspieler war Joao Palhinha, der 2024 für viel Geld aus der Premier League kam. Er konnte sich in der Mittelfeldzentrale ebenfalls nicht durchsetzen und wurde vom Münchner Eigengewächs Aleksandar Pavlovic verdrängt. So hat sich der FC Bayern in den letzten Jahren, wie andere Klubs auch, einige teure Flops geleistet. Nicht nur im Mittelfeld, auch auf der Rechtsverteidigerposition.



