Am vergangenen Wochenende hat Union beim SC Freiburg gewonnen und sich vorerst ärgsten Abstiegssorgen entledigt. So beträgt nun der Vorsprung auf den Relegationsplatz sieben Punkte. Bei noch acht ausstehenden Partien. (Bild: IMAGO / STEINSIEK.CH)
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Berliner in diesem Kalenderjahr lediglich zehn Zähler aus elf Begegnungen geholt haben und dabei fünf Niederlagen kassiert haben. Die beiden Siege gegen Leverkusen und Freiburg stammen dagegen gegen Teams, die sich jeweils zwischen zwei Europapokalspielen befanden.
Trotz zum Teil schwachen Leistungen sind die 31 Punkte nach 26 Spieltagen respektabel, die Steffen Baumgart mit seinem Team geholt hat. Momentan reicht das zu Tabellenplatz 9, aber mehr oder weniger treten die Köpenicker unter dem 54-Jährigen auf der Stelle.
Denn Steffen Baumgart holte zum Beispiel in seinen ersten 25 Partien als Union-Trainer ebenfalls 31 Zähler. Dieser Punkteschnitt würde immer für den Klassenerhalt reichen, aber die Hauptstädter bewegen sich unter dem gebürtigen Rostocker gefährlich nah an den Abstiegsrängen, was zwar die finanziellen Möglichkeiten und das Standing innerhalb der Liga widerspiegeln, aber was auch mal schieflaufen kann, wenn etwa das Auswärtsspiel in Freiburg, welches durch eine Einzelleistung eines Unioners entschieden wurde, nicht gewonnen worden wäre.
💬 Steffen #Baumgart über die aktuelle Situation ...
— 1. FC Union Berlin (@fcunion) March 13, 2026
"Natürlich ist eine gewisse Anspannung da. Die gehört auch dazu. Das größte Plus ist jedoch, wenn man an seinem Job Spaß hat.
Wir wissen, dass die Ergebnisse nicht gut waren. Bei einem Verein wie Union gehören derartige… pic.twitter.com/R01yPcngQR
In der letzten Saison verhinderte ein Lauf von zehn Punkten aus vier Begegnungen ein Abrutschen in der Tabelle und mögliche Abstiegssorgen.
Doch es bleibt auch festzuhalten, dass Steffen Baumgart als Ex-Union-Spieler die pure Identifikation mit den Eisernen verkörpert. Zudem ist er wie viele Unioner in der DDR sozialisiert. In dieser Hinsicht könnten sich die Berliner kaum einen besseren Trainer wünschen, der zudem nach seinem momentanen Punkteschnitt in einer Saison 42 Zähler holen würde.
Man darf davon ausgehen, dass Steffen Baumgart mit seinem Wirken Union Berlin in diesen Sphären weiterbewegen wird, aber Ausreißer nach oben sind derzeit schwer vorstellbar. Natürlich wissen die Berliner Fans, wo sie herkommen und dass jedes Jahr Bundesliga ein großer Erfolg ist, was viel Anstrengungen im Verein hervorrufen muss. Aber es gab eben in der Union-Bundesligazeit auch Jahre, wo man Abstiegssorgen relativ früh entfernt hat.



