Der Bundesliga-Wahnsinn geht weiter

Der Bundesliga-Wahnsinn geht weiter

Zehn Spieltage sind in der bisherigen Bundesligasaison absolviert und Fußballfans dürfen sich neben einem engen Meisterschaftskampf auch über allerlei Geschichten und überraschende Wendungen freuen.

So war es auch wieder am 10. Spieltag. Da kassieren die Bayern mit dem 1:5 in Frankfurt die höchste Niederlage seit zehn Jahren, in deren Folge Niko Kovac entlassen wurde. Die Gladbacher grüßen wie in ihren glorreichen Zeiten in den 70ern von der Tabellenspitze. In Leipzig kommt es zu einem 8:0, was auch nicht aller Tage vorkommt und das Berliner Derby hielt die Hauptstadt ein ganzes Wochenende in Atem.

Die vor wenigen Tagen noch angeschlagenen Dortmunder haben sich durch zwei Pflichtspielsiege in Folge vorerst wieder in die Erfolgsspur zurückgebracht. Die Schalker Fans dürfen weiter von einer erfolgreichen Saison träumen und Freiburg, Hoffenheim, Wolfsburg und Frankfurt mischen nach wie vor an der Tabellenspitze mit.

Da verkommt der in den letzten Jahren oft zum Teil spektakuläre Abstiegskampf fast zur Nebensache. Doch auch dieser ist spannend, weil es zwischen Platz elf und Rang 17 nur vier Punkte Abstand sind.

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Wie geht es weiter?

Bayerns Uli Hoeneß prognostiziert, dass sich die Langeweile in der Liga bald genug einstellen wird. Doch davon ist zumindest bis zur Winterpause nicht auszugehen. Es sei denn, irgendein Team legt eine Siegesserie bis zum Hinrundenende hin.

Den Münchnern ist so etwas immer zuzutrauen, aber auch die Leipziger oder Dortmunder könnten dafür in Frage kommen. Bisher hatte jedoch auch keiner die starken Gladbacher auf dem Zettel, die momentan die Tabelle mit drei Punkten Vorsprung anführen.

Bei soviel Dramatik werden sicherlich nicht wenige Menschen in der Republik nach dem nächsten Wochenende aufstöhnen. Denn erneut steht eine Länderspielpause an. Dafür ist es aber die letzte bis März und die Vereine können sich vorerst wieder auf ihr Tagesgeschäft konzentrieren.

Dafür hält der 11. Spieltag das deutsche Clásico bereit. Es geht in der Partie zwischen den Bayern und dem BVB zwar nur um drei Punkte, doch genug Brisanz steckt seit jeher in diesem Duell. Diesmal kommt die Komponente dazu, dass der Rekordmeister derzeit strauchelt und man darf gespannt sein, wie sich die Bayernstars präsentieren werden. Auch Dortmunds Trainer Lucien Favre ist noch nicht ganz aus der Schusslinie und ein Dreier wären für ihn und seine Mannschaft genauso wichtig. Bei den Wettanbietern sind die Bayern aber noch Favorit. Bei Interwetten steht die Quote auf einen Sieg der Münchner bei 1,70. Ein BVB-Sieg brächte eine Quote von 4,70. Auch in der Frage des Deutschen Meisters werden den Bayern nach wie vor die besten Quoten eingeräumt. Interwetten listet die Chancen derzeit wie folgt: Bayern (1,60), Dortmund (3,00), Leipzig (7,50), Gladbach (25,00. Ein Schalker Titeltriumph brächte bei 10 Euro Einsatz 2000 Euro Gewinn.

Fast ein Derby ist das Spiel zwischen der Hertha und Leipzig, weil die Entfernung zwischen Berlin und der sächsischen Stadt nicht besonders groß ist. Zudem sind es neben Union Berlin die beiden einzigen Vereine in der 1. Bundesliga, die sich im Nordosten der Republik befinden. Spannung verspricht auch die Partie zwischen den Gladbachern und den Bremern.

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Die Lage eskaliert immer mehr

Das Berliner Derby am vergangenen Wochenende hat gezeigt, dass sich der Fußball in Deutschland derzeit auf einem schmalen Grat befindet. Ein Trend ist erkennbar, dass kleine radikale Gruppen die Macht in den Fanblöcken an sich reißen. Weiterhin ist zu beobachten, dass die Gewalthemmschwelle immer mehr sinkt und der Hass auf gegnerische Fans zunimmt.

Da feuern Hertha-Anhänger mehrmals in der Alten Försterei Leuchtraketen auf Spieler und in die Zuschauerbereiche. Nicht zum ersten Mal wurden Fans am letzten Wochenende während einer Zugfahrt attackiert. Diesmal gab es die Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Fangruppen von Darmstadt 98 und Eintracht Frankfurt. Vor dem Rheinderby mussten drei abgetrennte Ziegenköpfe aus dem Stadion entfernt werden. In dieser Saison wurden schon gegnerische Fanblocks unter Buttersäure gesetzt. Das Klauen und Abbrennen von Fanfahnen des Gegners gehört da fast schon zur Tagesordnung, wie das laute Gebrüll „Scheiß DFB“, und auch die massive Präsenz von Polizei und Ordnungskräften bei vielen Spielen ist Normalität geworden. Der Respekt untereinander schwindet immer mehr. Das mussten Schiedsrichter in unteren Ligen bereits vermehrt erfahren.

Dabei stimmt das Produkt „Bundesliga“, das es seit 1963 gibt. Diese Saison hat das erneut bewiesen.

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