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Dinge, die den Fußball noch attraktiver machen könnten

Die aktuelle Bundesligasaison ist spannend wie selten zuvor. Es gibt viele packende Spiele, Stars drücken der Liga ihren Stempel auf und auch die Champions League hielt schon einige Highlights bereit. Das wird sicherlich in der Rückrunde so weitergehen, und im Sommer steht ja als Bonbon die Europameisterschaft an.

Fußball ist weltweit die Nummer eins, doch es gibt Dinge, die immer wieder ein großes Ärgernis sind und die dem Fußball ein Stück weit seine Faszination rauben. Ein Blick auf andere Sportarten lohnt sich hier, beispielsweise beim Videobeweis und der Unsitte, jede Entscheidung des Schiedsrichters wild gestikulierend aufzunehmen und den Referee permanent anzugehen.

Es ist inzwischen in der Bundesliga an der Tagesordnung, dass selbst bei einem gegebenen Einwurf Auswechselspieler aufspringen und wild gestikulieren. Auf dem Platz vollzieht sich diese Unsitte genauso. Schiedsrichter werden permanent bedrängt, wenn einmal eine Entscheidung zu Ungunsten der eigenen Mannschaft getroffen wurde. Oftmals bildet sich eine ganze Spielertraube um den Unparteiischen. Zudem werden häufig Gelbe Karten für den Gegner gefordert, was ebenso eine Unsitte ist, wie den Ball nach einer Unterbrechung wegzuschlagen.

Das hat sich inzwischen eingebürgert und ist einfach nur unfair der angreifenden Mannschaft gegenüber. Im Handball zum Beispiel ist das undenkbar. Bei einem Ballverlust lässt das jeweilige Team den Ball einfach liegen. Tut sie das nicht, wird eine Strafe fällig. Im Fußball werden jedoch die Bälle noch berührt oder weggeschlagen, oft zwar nur wenige Meter, aber die sind am Ende entscheidend, damit sich die abwehrende Mannschaft wieder ordnen kann.

Der Videobeweis

Lange hieß es, dass das deutsche Schiedsrichterwesen das beste der Welt ist. Diese These darf man mit gutem Grund hinterfragen, wenn man sich die Umsetzung des Videobeweises anschaut. Dass der VAR funktionieren kann, hat man bei der letzten Weltmeisterschaft gesehen. Völlig unaufgeregt wurden hier Schiedsrichterentscheidungen überprüft und gegebenenfalls korrigiert.

In der Bundesliga herrscht dagegen nach wie vor viel Chaos. Wie man jedoch moderne technische Hilfsmittel nutzen kann, zeigt die NFL seit vielen Jahren.

In den USA wird nach Footballspielen so gut wie nie über Schiedsrichterentscheidungen diskutiert. Das mag zwar langweilig sein, aber es geht im American Football gerecht zu, weil der Videobeweis dort perfekt strukturiert ist. So werden zum Beispiel auch strittige Szenen an der Stadionleinwand und im Fernsehen gezeigt. Der Head-Schiedsrichter genießt zudem eine Autorität, die nicht angezweifelt wird. Von Trainern oder Spielern bedrängt wird er schon gar nicht.

Komplizierte Abo-Modelle

Bei einem anderen Aspekt lohnt sich ebenfalls ein Blick in die USA. In den vier großen Profiligen werden die wichtigsten Partien im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt, so zum Beispiel die Playoffs, aber auch viele Begegnungen der Regular Season. Speziell in der NFL werden trotzdem Milliarden umgesetzt, durch Fernsehspots oder Merchandising etwa.

Hierzulande läuft selbst das Finale der Champions League im Pay-TV und wahrscheinlich wird auch die EURO 2024 nur gegen Gebühren zu sehen sein.

Dazu werden die Übertragungsrechte immer mehr gestückelt verteilt. So braucht der Fan mehrere Abos, um alles sehen zu können. Jüngst hat sich DAZN zusammen mit Amazon die Rechte für die Champions League ab 2021 gesichert. Konsequent, und im Sinne der Fußballfans, wäre es nun, dass die DFL auch die Bundesligarechte ab 2021, die im Frühjahr verhandelt werden, an DAZN und Amazon vergibt.

Das ist jedoch nur Wunschdenken. Im Gegenteil, die Bundesligaklubs hoffen auf das große Geld, und Sky, das jetzt einige Millionen übrig haben sollte, um teure Bundesligarechte zu kaufen.

Die Blase der deutschen Nationalmannschaft ist schon geplatzt

Dazu gibt es die alten Ärgernisse um Schwalben und dass die Torhüter bei Strafstößen oft nicht auf der Torlinie bleiben. Dass eine Mannschaft den Mauerabstand nicht korrekt einhält, wurde hingegen durch die Einführung des Freistoßsprays behoben.

Aber da gibt es noch die extrem hohen Spielergehälter, die exorbitanten Ablösesummen, die WM 2022 in Katar, die Nations League und eine scheinbar immer noch korrupte FIFA, die Weltmeisterschaften ab 2026 mit 48 Teams veranstalten lässt.

Dass eine Blase auch einmal platzen kann, sieht man aktuell an der deutschen Nationalmannschaft, oder „Die Mannschaft“, wie sie jetzt heißt. Die Begeisterung, wie sie noch vor einigen Jahren um das DFB-Team herrschte, ist geschwunden. Übertriebenes Marketing, ein sich von der Basis entfernter DFB, lustlose und dauertwitternde Nationalspieler bei der letzten Weltmeisterschaft und ein selbstherrlicher Bundestrainer haben sicherlich dazu beigetragen.

So gibt es seit einiger Zeit eben keine Stimmung mehr bei Spielen von „La Mannschaft“, die Ultras der Vereine bleiben weg, wie auch mancher Eventfan, die der DFB lange umgarnt hat, aber in schwereren Zeiten eben wegbleiben.

Man darf gespannt sein, wohin sich der Fußball entwickeln wird. Diskutiert wird über ihn aber wohl immer.

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