Das wurde aus den Europameistern von 1996

Das wurde aus den Europameistern von 1996

25 Jahre ist es her, dass die deutsche Nationalmannschaft eine Fußballeuropameisterschaft gewinnen konnte. Danach, 2000 und 2004, kam das Aus in der Vorrunde, 2008 gab es wenigstens den Finaleinzug und 2012 und 2016 war jeweils im Halbfinale Endstation.

Überhaupt konnte das DFB-Team nach dem EM-Titel 1996 nur noch ein großes Turnier gewinnen. Das war die Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien.

Die Europameisterschaft in England 18 Jahre zuvor stand ganz im Zeichen des Mottos „Football is coming home“. Der damalige Bundestrainer Berti Vogts hatte dagegen den Slogan „Der Star ist die Mannschaft“ ausgegeben. Das lag auch an Lothar Matthäus, der für die EM nicht nominiert wurde. Dessen Intimfeind Jürgen Klinsmann führte das DFB-Team als Kapitän nach einem Elfmeter-Krimi gegen England im Halbfinale und dem Finalsieg über Tschechien schließlich zum EM-Titel. Doch was machen die Europameister von 1996 heute?

Andreas Köpke

Der heutige Bundestorwarttrainer erhielt damals den Vorzug gegenüber Oliver Kahn. „Andy“ Köpke dankte dies mit sehr guten Leistungen und so durfte der Keeper auch bei der WM 1998 im Tor stehen. Das Amt des Bundestorwarttrainers übt der inzwischen 59-Jährige seit 2004 aus.

Jürgen Kohler

Der Abwehrspieler verletzte sich im ersten Gruppenspiel und fiel für den Rest des Turnieres aus. Nach seiner Spielerlaufbahn schlug Jürgen Kohler eine Trainerkarriere ein, die ihn unter anderem zurück zum DFB führte. In den letzten Jahren coachte er jedoch vornehmlich in unteren Ligen, unter anderem in der Rheinlandliga und der Mittelrheinliga.

Markus Babbel

Auch Markus Babbel wurde nach seiner Spielerzeit Trainer. In der Bundesliga war er für den VfB Stuttgart, Hertha BSC und die TSG Hoffenheim tätig. Zuletzt gab es ein Engagement bei den Western Sydney Wanderers.

Thomas Helmer

Die damalige „Nummer 5“ der deutschen Nationalmannschaft wurde Experte beim DSF, was später zu Sport 1 wurde. In dieser Funktion berichtete er unter anderem von der EM 2004. Viele Jahre moderierte Thomas Helmer den „Doppelpass“. Die Leitung des Fußball-Talks gibt er jedoch nach dem Ende dieser Saison auf.

Matthias Sammer

Der EM-Titel brachte Matthias Sammer die Auszeichnung des Fußballers Europas 1996 ein. Doch der heute 53-Jährige hatte in seiner Karriere mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen, sodass er früh als Fußballer aufhören musste. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, in zahlreichen Funktionen beim DFB, dem FC Bayern München und Borussia Dortmund erfolgreich zu arbeiten und Titel zu holen. Hin und wieder arbeitete Matthias Sammer auch als Experte für das Fernsehen.

Mehmet Scholl

„Scholli“ wurde im EM-Finale für Oliver Bierhoff ausgewechselt, was viele Beobachter und auch er selbst sinnbildlich für seine Karriere halten. Auch Mehmet Scholl wurde Fußballexperte. Für die ARD. In dieser Funktion berichtete er auch von der WM 2014, was ihm den Deutschen Fernsehpreis einbrachte. Nach einem Zerwürfnis mit der ARD beim Confed-Cup 2017 gab Mehmet Scholl diese Tätigkeit jedoch auf. Trotzdem sorgt der achtmalige Deutsche Meister immer noch für Aufsehen, etwa wenn er sich kritisch über die aktuelle Trainergeneration äußert.

Thomas Häßler

Der Mittelfeldspieler wurde 1990 Weltmeister und 1996 Europameister. Doch die große Fußballbühne hat Thomas Häßler inzwischen verlassen. So gab es Engagements bei Padideh Maschad in der Iranian Pro League und beim Berliner Landesligisten BFC Preussen. Dafür nahm „Icke“ an den RTL-Shows „Let’s Dance“ und „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“ teil. Der Wettanbieter Sky Bet hat sich jedoch Thomas Häßler als Werbefigur gesichert.

Christian Ziege

Der langjährige Bayernspieler gab im EM-Finale die Vorlage zum Ausgleichstreffer durch Oliver Bierhoff. Auch bei dem Linksverteidiger wurde es nach dem Karriereende exotisch. So trainierte Christian Ziege nach verschiedenen U-Mannschaften des DFB den thailändischen Klub Ratchaburi Mitr Phol und den spanischen Drittligisten Atlético Baleareas. Heute coacht der Europameister von 1996 den österreichischen Regionalligisten FC Pinzgau, wo auch sein Sohn Alessandro spielt.

Thomas Strunz

Dem allgemeinen Fußballfan ist Thomas Strunz weniger wegen seines EM-Titels 1996 bekannt, sondern für den Ausspruch „Was erlaube Strunz?“ von Giovanni Trapattoni bei dessen Wutrede auf einer Pressekonferenz 1998. Das war jedoch kein Hindernis, um später als Manager des VfL Wolfsburg und Rot-Weiss Essen und als Experte für den „Doppelpass“ zu arbeiten. Diese Tätigkeit gab er jedoch 2018 auf und widmet sich heute seinem Job als Spielerberater.

Dieter Eilts

Als Abräumer vor der Abwehr war Dieter Eilts ein Garant für den deutschen EM-Triumph 1996. Nach mehr oder weniger erfolglosen Trainerjobs beim DFB und Hansa Rostock arbeitete der ehemalige Spieler von Werder Bremen im Nachwuchsbereich des VfL Oldenburg und seines Heimatklubs. Heute unterstützt er in einer Kindertagesbetreuung Schüler bei ihren Hausaufgaben und lebt in Bremen.

Stefan Kuntz

Der Stürmer schoss im Halbfinale gegen England den wichtigen 1:1-Ausgleichstreffer. Der zweimalige Bundesligatorschützenkönig (1986 und 1994) war lange Jahre als Vorstandsvorsitzender des 1. FC Kaiserslautern tätig. Seit 2016 betreut er beim DFB die U21, mit der er 2017 Europameister wurde. Zuletzt war er als Bundestrainer im Gespräch.

Jürgen Klinsmann

Der 108-fache Nationalspieler verlegte nach der Karriere seinen Lebensmittelpunkt in die USA. 2004 brauchte der DFB einen Bundestrainer. Jürgen Klinsmann folgte dem Ruf des Verbandes und betreute die deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2006. Sein Trainerjob beim FC Bayern München blieb glücklos. Ebenso sein kurzes Intermezzo bei der Hertha. Dafür qualifizierte er sich mit den USA für die WM 2014.

Oliver Bierhoff

Er war der Schütze des „Golden Goal“, das Deutschland zum Europameister machte. Seit 2004 ist der ehemalige Stürmer für den DFB tätig. Unter anderem als Manager der Nationalmannschaft und als Direktor der Nachwuchsakademie.

Berti Vogts

Nach dem enttäuschenden Viertelfinalaus bei der WM 1994 stand Berti Vogts schon kurz vor der Demission. Nach dem strahlenden EM-Sieg 1996 folgte bei der WM 1998 mit der Viertelfinalniederlage gegen Kroatien der nächste Nackenschlag. Berti Vogts war daraufhin als Bundestrainer nicht mehr zu halten und so arbeitete der ehemalige Weltklasseverteidiger unter anderem als Nationaltrainer von Kuwait, Schottland, Nigeria und Aserbaidschan. Zudem unterstützte der heute 74-Jährige in verschiedenen Funktionen die US-Nationalmannschaft.

Weiterhin im Kader des Endspiels standen Marco Bode, Oliver Kahn, Oliver Reck und René Schneider, der nachnominiert wurde. Man darf gespannt sein, wann ein DFB-Team wieder eine Europameisterschaft feiern kann. Für die EURO 2021 gehört die deutsche Mannschaft zu den Mitfavoriten. So beträgt die Quote auf einen EM-Sieg bei Sky Bet 9,00. Nur die Chancen von Frankreich (6,00), England (6,00), Belgien (7,50) und Portugal (8,50) werden höher eingeschätzt.

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