Köln möchte in ruhige Gewässer kommen

Köln möchte in ruhige Gewässer kommen

Die Verantwortlichen und die Fans des 1. FC Köln waren sich aufgrund des Spielplans bewusst, dass es einen ganz holprigen Start zur Saison 2019/20 geben könnte. An den ersten fünf Spieltagen warteten der Branchenprimus aus München und der BVB. Dazu gab es das rheinische Derby gegen Borussia Mönchengladbach und die unangenehme Aufgabe beim VfL Wolfsburg. Einzig das Duell gegen den SC Freiburg war eine eher leichtere Aufgabe.

Nun haben sich die Befürchtungen der Rheinländer bestätigt. Lediglich drei Punkte stehen auf der Habenseite, bei vier selbst erzielten Toren, doch nun warten in den kommenden Partien machbarere Gegner. Nach dem Heimspiel gegen die Hertha am Sonntag müssen die Kölner zu Schalke 04. Danach kommt es zu den Aufeinandertreffen mit Paderborn, Mainz und Düsseldorf. Nach diesen Begegnungen wird man dann einschätzen können, wohin die Reise des FC in dieser Saison geht.

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Armin Veh erhöht den Druck

Nach dem Betriebsunfall des Abstiegs 2018 haben die Kölner den sofortigen Wiederaufstieg geschafft. Nach dieser Pflichtaufgabe war klar, dass die Geißböcke nicht als gewöhnlicher Aufsteiger in diese Spielzeit gehen. So erklärte auch Trainer Achim Beierlorzer, dass der Klassenerhalt kein Ziel sei. Eher ginge es darum, einen Platz im gesicherten Mittelfeld zu erreichen.

Sportchef Armin Veh bließ ins gleiche Horn: „Wir sind kein normaler Aufsteiger. Den Klassenerhalt verspreche ich.“

Tatsächlich haben die Rheinländer einen Kader, der normalerweise nicht in Abstiegsgefahr geraten sollte. Besonders der Sturm mit Anthony Modeste, Jhon Cordoba und Simon Terodde kann sich sehen lassen. Dazu bringen die Dauerbrenner und Identifikationsfiguren Timo Horn und Jonas Hector Woche für Woche vollsten Einsatz auf den Platz. Neuzugänge wie Kingsley Ehizibue, Sebastian Bornauw oder Ellyes Skhiri sind zudem äußerst vielversprechend.

Doch nun muss der FC liefern. Das weiß auch Armin Veh. Zwar betont der 58-Jährige, dass es keinen Grund zur Hektik gebe. Doch die Bundesliga sei auch Ergebnissport.

So erhöhte der Sportchef in dieser Woche in der „Bild“ den Druck: „Ja, wir brauchen Ergebnisse.“ Dennoch mahnt Armin Veh zu Gelassenheit: „Schlüsselspiel? Druck? Wir dürfen Berlin jetzt nicht höher hängen, als wir müssen. Es macht keinen Sinn, zu sagen: 'Das ist jetzt das entscheidende Spiel.' Berlin ist wichtig – wie alle Spiele.“

Trotzdem seien nun auch Leidenschaft und Emotionen entscheidend: „Ich verlange ein Auftreten, wie beim ersten Heimspiel gegen Dortmund. Zu Hause müssen wir diese Einstellung haben. Nur so kann es ein Zusammenspiel mit den Fans geben. Gegen Gladbach waren wir zu passiv – wie sollte da Stimmung aufkommen? Wir müssen aggressiver sein, unser Passspiel verbessern und die Torgefahr steigern!“

Der frühere Trainer sah in den ersten Spielen aber auch positive Ansätze: „Wir müssen den Spagat hinbekommen. Bis auf die erste Halbzeit gegen Gladbach war das alles okay. Wir hätten auch gegen diese Gegner punkten können.“

Und auch FC-Trainer Achim Beierlorzer ist sich bewusst, dass man nur in ruhige Gewässer kommt, wenn man punktet. Nach dem in Köln ungeliebten Markus Anfang steht der 51-Jährige in der Domstadt noch außerhalb jeder Kritik. Der aus Regensburg gekommenen Achim Beierlorzer ist in den nächsten Partien jedoch fast schon zum Punkten verdammt, sonst könnte es für ihn auch unruhiger werden

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Jhon Cordoba

Wer schießt die Tore?

Der 1. FC Köln hat drei Stürmer in seinen Reihen, die ihre Treffsicherheit schon sehr oft nachgewiesen haben. So wurde Simon Terodde bereits dreimal Torschützenkönig der 2. Bundesliga. In der letzten Saison erzielte er für den FC im Unterhaus 29 Tore und trug somit wesentlich zum Aufstieg der Rheinländer bei. Jhon Cordoba bringt es 2018/19 auf 20 Treffer und Anthony Modeste hat vor seinem China-Abenteuer mal in einer Spielzeit 26 Tore für die Kölner erzielt.

Doch an diesen Statistiken gibt es auch einige Haken. Jhon Cordoba hat beispielsweise für den FC noch keinen Treffer in der Bundesliga erzielen können, was aber auch daran liegt, dass er sich nach seinem Wechsel 2017 ernsthaft verletzte. Simon Terodde muss immer wieder damit leben, dass ihm vorgeworfen wird, lediglich im Unterhaus regelmäßig zu treffen und bei Anthony Modeste muss man abwarten, wie fit er wieder sein kann.

Doch in Bestform können alle drei Spieler wichtige Tore erzielen. Die braucht es auch in den kommenden Wochen, damit sich der 1. FC Köln in der Tabelle nach oben arbeiten kann.

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