Mit Minimalistenfußball zum Erfolg?

Bei dieser Fußballeuropameisterschaft haben einige Nationen enttäuscht. Zu ihnen gehört sicherlich England. Aber auch die Franzosen haben bislang wenig überzeugende Auftritte hingelegt. Trotzdem steht der zweimalige Europameister im Viertelfinale und trifft dort auf die Portugiesen, die in ihrem Achtelfinale erst nach Elfmeterschießen gegen Slowenien weiterkamen. (Bild: IMAGO / ZUMA Press Wire)
Dabei sehen die Buchmacher bei diesem Duell keinen klaren Favoriten. Daher ist es gut möglich, dass die Partie zwischen Frankreich und Portugal in die Verlängerung geht.
Und obwohl Frankreich gerade in der Offensive oft harmlos war, ist die Kehrseite der Medaille, dass das Team von Nationaltrainer Didier Deschamps in der Defensive wenig zugelassen hat. So stand gegen Belgien am Ende eben auch die Null und nur durch einen Elfmeter konnte Frankreichs Hintermannschaft bisher bei diesem Turnier bezwungen werden.
Gerade diese Stabilität soll auch das Erfolgsrezept gegen Portugal sein.
Cristiano Ronaldo überstrahlt alles
Der Europameister von 2016 wiederum rechnet sich bei dieser EURO einige Chancen aus. Kein Wunder, sind die Portugiesen personell hochkarätig und ausgeglichen besetzt.
Doch über allem steht die Strahlkraft von Superstar Cristiano Ronaldo, der Portugal erneut zum Titel führen soll. Aber nicht wenige Experten sind der Meinung, dass Cristiano Ronaldo das Spiel seiner Mannschaft hemmt. „CR7“ ist jedoch immer in der Lage, mit einer Aktion ein Spiel zu entscheiden.
So darf man gespannt sein, wer in der Neuauflage des EM-Endspiels von 2016 die Nase vorn hat. Der neutrale Zuschauer hofft hingegen auf ein spannendes und abwechslungsreiches Spiel.
FRA- BEL: Gibt es endlich das erhoffte Feuerwerk?

Bei dieser Europameisterschaft haben einige der Top-Favoriten nicht immer überzeugt. So etwa die Engländer, aber auch Frankreich. Ebenso die Belgier, die vor dem Turnier zum erweiterten Favoritenkreis gehörten. (Bild: IMAGO / MIS)
Nun trifft das Team um die Superstars Romelu Lukaku und Kevin De Bruyne auf die Franzosen, die bei den letzten Großereignissen fast immer das Endspiel erreichten.
Zweifellos ist diese Paarung eine der namhaftesten im Achtelfinale. Das bedeutet auch, dass ein Team mit großen Ambitionen nach Hause fahren muss.
Die Buchmacher sehen den Weltmeister von 2018 in einer leichten Favoritenposition, doch es ist nicht ausgeschlossen, dass die Entscheidung erst in der Verlängerung oder im Elfmeterschießen fällt.
Denn Frankreich hat bislang kein Gegentor aus dem Spiel heraus kassiert. Selbst aber auch nur durch ein Eigentor des Gegners und durch einen Elfmeter getroffen.
Das ist insofern erstaunlich, da die Franzosen über eine Ansammlung von hochtalentierten Fußballern verfügt. Zudem ist die Mannschaft von Nationaltrainer Didier Deschamps seit vielen Jahren eingespielt, was auch bei dieser EURO zum Erfolg führen soll.
Wundertüte Belgien
Der Geheimfavorit der letzten Turniere spielt eine durchwachsene EM. Aber die Belgier sind auf jeden Fall dazu imstande, auch ein Team wie die Franzosen zu schlagen.
Besonders in der Offensive tummeln sich hochveranlagte Spieler, die jederzeit ein Tor erzielen können. Zudem sind zahlreiche belgische Spieler sehr erfahren und durch viele Champions-League-Spiele international gestählt.
So hofft der neutrale Zuschauer, dass diese Partie hochklassigen Fußball bietet. Oder enttäuschen Frankreich und Belgien erneut?
Gelingen Lukaku bei dieser EM doch noch Tore und startet Belgien durch?

Die Belgier sind verhalten in die Europameisterschaft gestartet und stehen vor dem 3. Spieltag der Gruppe E unter Druck.
Doch den belgischen Fans dürfte der jüngste Sieg über Rumänien Mut machen. Auch in der ersten Gruppenpartie erspielte sich das Team von Trainer Domenico Tedesco zahlreiche Chancen. Die Begegnung gegen die Slowakei ging jedoch 0:1 verloren.
(Bild: IMAGO / Sportsphoto)
Dabei avanciert Belgiens Stürmerstar Romelu Lukaku immer mehr zum Pechvogel. Denn der Angreifer erzielte bei dieser EURO schon drei Treffer, die aber alle durch den VAR einkassiert wurden.
Favorite SOG Prop
— TED (@BETTED_) June 26, 2024
Romelu Lukaku OVER 1.5 SOG
+110 #Draftkings
Already has 2 and 3 SOG in his first two games
…But that doesn’t include the THREE SOG’s that were called back by VAR
That means he could easily have eight SOG’s in the first two games.
Ukraine allowed five… pic.twitter.com/98W0KVIsAW
Dazu kommen zahlreiche hochkarätige Chancen des Torschützenkönigs der EM-Qualifikation. Hier netzte der 31-Jährige in acht Spielen 14-mal ein und untermauerte seinen Ruf als einer der weltbesten Torjäger.
Belgien braucht bei dieser EM dessen Tore, um möglichst weit im Turnier zu kommen und so soll Romelu Lukaku gegen die Ukraine endlich treffen.
Unterdessen droht Belgien eine Absprache zwischen Rumänien und der Slowakei. Denn beide Teams würden sich bei einem Unentschieden für das Achtelfinale qualifizieren.
Aber Belgien hat es selbst in der Hand, eine Runde weiterzukommen. Ab dann ist für die Westeuropäer einiges möglich, da auch vermeintliche Spitzenteams wie Frankreich oder England nicht so recht ins Rollen kommen wollen. Zudem besitzt die belgische Nationalmannschaft einiges an Erfahrung und so könnte es für die sogenannte Goldene Generation der Belgier doch noch eine erfolgreiche EURO geben.
Doch erst einmal geht es gegen einen starken Gegner, der zwar sein erstes Gruppenspiel gegen Rumänien verloren hat, in den letzten zwei Jahren aber durch gute Ergebnisse gegen namhafte Gegner hat aufhorchen lassen. Und so konnte die Ukraine ihre zweite Begegnung auch recht locker gegen die Slowakei 2:1 gewinnen.
Man darf gespannt sein, ob die Belgier die Belastungsprobe gegen die Ukraine bestehen kann. Viel wird auf Romelu Lukaku ankommen, der endlich etwas mehr Spielglück haben möchte.
Gruppe E: Überraschungen am 1. Spieltag

Eigentlich schienen die Rollen in der Gruppe E klar verteilt. Belgien galt als klarer Favorit auf den Gruppensieg. Dahinter sollten sich die Ukraine, Rumänien und die Slowakei um die verbliebenen Tickets für das Achtelfinale streiten, wobei die Ukrainer von vielen Experten als das stärkste dieser drei Teams eingeschätzt wurde. (Bild: IMAGO / HMB-Media)
Doch dies ist nach dem 1. Spieltag alles Makulatur. Denn die Belgier verloren am Mittwoch völlig überraschend gegen die Slowakei.
Zuvor hatten entfesselt aufspielende Rumänen die Ukraine 3:0 bezwungen.
AAAAAAAALTER! Und dann: DAS! Ukraines Schlussmann Lunin leistet sich einen ganz üblen Bock im Aufbauspiel, und dann kommt Nicolai Stanciu, bzw.: Nicola Distanciuss, bzw.: Nicolas Stanciiiiuuuuuu und nagelt das Ding oben in den Winkel.
— 11FREUNDE_de (@11Freunde_de) June 17, 2024
Zum Ticker:https://t.co/kU9viunOqL
Vor allen Dingen die Höhe dieses Ergebnisses hat überrascht. Doch dem EM-Gastgeber von 2012 war der schier unmenschliche Druck aufgrund der politischen Ereignisseim eigenen Land anzumerken und so hatte die Ukraine merklich Probleme, in das Spiel zu finden.
Die Rumänen wiederum wurden von ihren eigenen Fans frenetisch angefeuert und immer wieder nach vorne gepeitscht. So kam letztlich das klare Ergebnis zustande.
Für die Ukraine ist die EURO jedoch noch nicht vorbei. Am Freitag müssen die Osteuropäer gegen die Slowakei antreten und hoffen dann auf den ersten Sieg.
Ist die Zeit der Belgier nun endgültig vorbei?
Die Slowaken galten gegen Belgien als krasser Außenseiter. Doch dank einer starken kämpferischen Leistung hatte die Slowakei das bessere Ende für sich. Auch weil der VAR zwei Tore von Romelu Lukaku zurücknahm. Zurecht übrigens.
Aber unter dem Strich bleibt eben auch festzuhalten, dass in der Offensive zu wenig von den Belgiern kam.
Missed big chances - 3
— Football Tweet ⚽ (@Football__Tweet) June 17, 2024
Disallowed goals - 2
Romelu Lukaku is not having a good day. #EURO2024 pic.twitter.com/SIbwLyYzH6
Damit setzt sich ein Trend fort, der schon bei der letzten WM zu beobachten war, als Belgien bereits in der Vorrunde ausschied. Zuvor galt die Mannschaft um den Superstar Kevin De Bruyne immer als Mitfavorit bei großen Turnieren, doch nun droht ein ähnliches Szenario wie in Katar.
Dementsprechend steht Belgien am Samstag gegen Rumänien gehörig unter Druck. Diese können nach ihrem Auftakterfolg über die Ukraine befreit aufspielen und werden sicherlich wieder von ihren eigenen Landsleuten begeisternd unterstützt.
Gruppe E: Wer verschafft sich eine gute Ausgangsposition?

Die Rollen in der Gruppe E sind klar verteilt. Der Gruppensieg geht höchstwahrscheinlich nur über die Belgier, die immer noch eine starke Mannschaft bilden. Dahinter kämpfen die Ukraine, Rumänien und die Slowakei um ein bzw. zwei Tickets für das Achtelfinale, da sich auch vier Gruppendritte für die nächste Runde qualifizieren. (Bild: IMAGO / pepphoto)
Dabei ist von diesen drei Teams wohl die Ukraine am stärksten einzuschätzen. Die Osteuropäer haben in der letzten Zeit gute Ergebnisse gegen namhafte Teams eingefahren und befanden sich in der EM-Qualifikation auf Augenhöhe mit Italien.
Remis gegen Ukraine: England gibt erstmals Punkte abBreslau (dpa) - Die Fußball-Nationalmannschaft Englands hat in der Qualifikation für die Europameisterschaft 2024 in Deutschland erstmals Punkte abgegeben.https://t.co/XMUDYXsiHc pic.twitter.com/BC2eN3K8s9
— Hans-Jörg Reuter (@ballexperten) September 9, 2023
Im Kader der Ukrainer stehen einige Spieler, die bei renommierten europäischen Clubs unter Vertrag sind. Wie zum Beispiel Real Madrids Andriy Lunin, Arsenals Oleksandr Zinchenko oder Chelseas Mykhaylo Mudryk. Daher ist der Ukraine zuzutrauen, dass es durchaus etwas weiter im Turnier geht. Auch weil die ukrainischen Spieler ihr gebeuteltes Land gut vertreten wollen.
Die erste Partie bei dieser EURO muss der Weltranglisten-22. gegen Rumänien bestreiten (Montag, 17.6., live bei RTL und MagentaSport). Dabei sehen die Wettanbieter die Ukraine in einer leichten Favoritenposition.
Bei den Rumänen fehlen die ganz großen Stars. So kommen die Südosteuropäer über das Kollektiv und den Teamgedanken. Die Mannschaft der Rumänen ist eingespielt und hält zusammen, was das Erfolgsrezept bei dieser EURO werden soll.
Zumindest gelang das in der EM-Qualifikation, in der die Rumänen die eigentlich höher eingeschätzten Schweizer hinter sich lassen konnten.
Doch dem Weltranglisten-46. fehlt beispielsweise ein guter Stürmer, der Tore garantiert. Deshalb wird das rumänische Team in seinen Spielen wohl meist sehr kompakt stehen und verteidigen und versuchen, über schnelle Gegenstöße zum Erfolg zu kommen.
Dass hinten die Null möglichst oft steht, soll Rumäniens teuerster Spieler der Historie helfen. Radu Dragusin kostete bei seinem Wechsel zu Tottenham 25 Millionen Euro und wird schon bei der Partie gegen die Ukraine in der Münchner Allianz Arena ganz wichtig sein.
So darf man gespannt sein, welches Team sich in dieser Begegnung durchsetzen kann, bevor es für beide gegen den Gruppenfavoriten Belgien geht.
The GOAT of the EURO – Cristiano Ronaldo vor seiner sechsten EM

Zugegebenermaßen ist die Geschichte der Europameisterschaft nicht so spektakulär und legendär wie die der Weltmeisterschaften. Auch weil es die EM erst seit 1960 gibt und lange nur acht, oder sogar nur vier, Nationen an ihr teilgenommen haben. So wurde erst 1996 mit 16 Teilnehmern gespielt. (Bild: IMAGO / NurPhoto)
Dementsprechend kommen frühere europäische Legenden nicht auf die Anzahl von EM-Toren oder EM-Partien wie es spätere Generationen geschafft haben.
Trotzdem ragt bei den Statistiken ein Spieler besonders heraus. Denn Cristiano Ronaldo steht beispielsweise vor seiner sechsten EM-Teilnahme.
🇵🇹 Cristiano Ronaldo, altıncı kez Avrupa Şampiyonası'nda boy gösterecek! #beINSPORTS
— beIN SPORTS Türkiye (@beINSPORTS_TR) June 10, 2024
⚽ EURO 2004
⚽ EURO 2008
⚽ EURO 2012
⚽ EURO 2016 🏆
⚽ EURO 2020
⚽ EURO 2024 🔜 pic.twitter.com/RHjNN6qbok
Vor 20 Jahren ging sein internationaler Stern bei Portugals Heim-EM auf. Der damals 19-Jährige brillierte auf der Flügelposition und verpasste mit seinen Portugiesen nur knapp den EM-Titel.
Diesen gewann er schließlich 2016. Auch durch ihn konnte Portugal somit erstmals ein großes Turnier gewinnen.
Doch Cristiano Ronaldo hält zudem noch einige Bestmarken für Fußballeuropameisterschaften.
Meiste Spiele und Tore
So ist der 39-Jährige Rekordhalter, was die meisten Spiele und Tore anbetrifft, die je ein Spieler bei EM-Endrunden erreicht hat.
Cristiano Ronaldo kommt auf 25 EM-Spiele. Mit einigem Abstand folgen seine Landsleute Pepe und Joao Moutinho mit jeweils 19 Partien dahinter. Bastian Schweinsteiger hat übrigens 18 EM-Begegnungen bestritten, was in diesem Ranking für Platz 4 reicht.
Auch bei der Anzahl der EM-Tore liegt der Portugiese weit vorne. 14-mal traf der Offensivspieler bei Europameisterschaften. Da können Michel Platini, Alan Shearer und Antoine Griezmann, die 9 bzw. 7 Tore erzielt haben, nicht mitkommen.
Cristiano Ronaldo Euro 2021 at the age 36.
— MH (@Kryptonxn) February 4, 2024
Vs Hungary 🇭🇺 (8.14) MOTM
Vs Germany 🇩🇪 (8.71) MOTM
Vs France 🇫🇷 (8.00)
Vs Belgium 🇧🇪 (7.51)
Avg Rating (8.09)
4 games, 5 goals (4.88 xG), 1 assist.
People talking about pens is funny, he literally won 2/3 penalties by himself. pic.twitter.com/qYCgSpaKj3
Man darf jedoch gespannt sein, wie sich Cristiano Ronaldo bei der diesjährigen EURO gegen die besten europäischen Verteidiger schlägt. Immerhin ist der portugiesische Superstar auch schon 39 Jahre alt und spielt seit zwei Jahren in Saudi-Arabien gegen allenfalls zweitklassige Gegner.
Doch in Portugals Länderspielen blitzt die Klasse von Cristiano Ronaldo immer wieder auf. Ohnehin hat er im Nationaltrikot 128 Tore geschossen, was ein Weltrekord für Länderspiele bedeutet. Die FIFA führt Cristiano Ronaldo darüber hinaus als den Spieler mit den meisten Länderspielen (206).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Cristiano Ronaldo vielleicht nicht DER beste Spieler aller Zeiten, aber wohl auf jeden Fall einer der besten, die jemals Fußball gespielt haben. Und vielleicht gelingt dem 39-Jährigen mit den stark besetzten Portugiesen noch einmal ein Coup wie 2016.

Christian
Enthusiast, Romantiker und leidenschaftlicher Anhänger des Fußballs
Seine erste Fußballweltmeisterschaft erlebte Christian 1986. Seitdem ist Fußball seine Leidenschaft. Speziell die Fußballbundesliga und die europäischen Klubwettbewerbe haben es ihm angetan. Natürlich sieht er manche aktuelle Entwicklungen im Profifußball kritisch, aber Christian liebt den Fußball und so erträgt er auch eine Klub-WM und eine überladene Weltmeisterschaft mit 48 Teams.






