Was macht eigentlich Karl-Heinz Riedle?

Sicherlich haben die meisten dem in Weiler im Allgäu geborenen Karl-Heinz „Kalle“ Riedle seine Weltkarriere, die er zweifellos hingelegt hat, nicht unbedingt zugetraut. Er kam in einem WM-Halbfinale zum Einsatz, er wurde 1990 Weltmeister und dreimal deutscher Meister. Zudem avancierte er im Champions-League-Finale 1997 zum entscheidenden Spieler, als er mit zwei Toren die 2:0-Führung seines BVB über Juventus Turin besorgte.

In seiner Karriere spielte er unter anderem für Werder Bremen, Lazio Rom, Borussia Dortmund und den FC Liverpool. Der BVB war es auch, der 1993 die damalige Rekordablösesumme von neun Millionen Mark für ihn bezahlte. Diese sehr hohe Summe belastete den bodenständigen Allgäuer, wie er schon damals zugab. So wurde auch die WM 1994 nicht seine Weltmeisterschaft, wie es eigentlich geplant war. Auch in Dortmund blieb der Stürmer oft hinter den Erwartungen zurück.

Trotzdem stehen für ihn 72 Tore in 207 Bundesligaspielen auf der Habenseite. In Erinnerung ist er aber auch als sympathischer und bescheidener Fußballer geblieben, dessen ausgezeichnetes Kopfballspiel ihm den Spitznamen „Air Riedle“ einbrachte, in Anlehnung an den berühmten Basketballer Michael „Air“ Jordan.

Markenbotschafter, Hotelbesitzer und eigenes Fußball-Camp

2001, im Alter von 36 Jahren, beendete Karl-Heinz Riedle seine Karriere. Bis auf ein kurzes Intermezzo als Sportchef bei den Grashoppers Zürich zog er sich aus der aktiven Fußballszene zurück.

Untätig ist er trotzdem nicht und immer, wenn er hin und wieder als TV-Experte auftritt, sieht man einen ausgeglichenen und entspannten Karl-Heinz Riedle.

In seiner Heimat betreibt der heute 54-Jährige ein Sporthotel und er veranstaltet das „Karl-Heinz Riedle Fußball Camp“. Hier können Kinder und Jugendliche im Alter zwischen sechs und 15 Jahren unter Anleitung eines ehemaligen Weltklassespielers trainieren.

Diese Tätigkeit macht ihm sichtlich Freude und auch als Besitzer des „Hotel evviva“ blüht der Allgäuer auf.

In Vergessenheit geraten ist Karl-Heinz Riedle trotzdem nicht. Beim BVB erinnert man sich noch gerne an ihn, nicht zuletzt wegen seiner beiden Tore im Champions-League-Endspiel 1997 im Münchner Olympiastadion. Und so ist er seit 2014 Markenbotschafter der Schwarz-Gelben.

In dieser Funktion repräsentiert er Borussia Dortmund und ist auch bei vielen internationalen Reisen dabei. Hin und wieder äußert sich der 54-Jährige zum aktuellen Fußballgeschehen, aber bei Weitem nicht so provokant wie ein Stefan Effenberg oder ein Mario Basler.

Das hat Karl-Heinz Riedle nicht nötig. Privat scheint er ohnehin glücklich zu sein. Er ist immer noch mit seiner Jugendliebe Gabriele zusammen. Beide haben drei Kinder. Sein Sohn Alessandro wurde sogar selbst Fußballer, allerdings in unterklassigen Ligen. Heute kickt Alessandro Riedle beim Schweizer Drittligisten SC Brühl.

Sein Vater erlebte hingegen die große weite Fußballwelt. Ein Highlight ist sicherlich sein verwandelter Elfmeter im WM-Halbfinale 1990 gegen England. Auch an den Olympischen Spielen nahm Karl-Heinz Riedle teil. 1988 in Seoul sprang sogar die Bronzemedaille heraus. Und er erledigte einmal die Bayern fast im Alleingang, als er im entscheidenden Spiel der Saison 1987/88 zum Matchwinner wurde. Werder Bremen wurde daraufhin deutscher Meister, nachdem dieses Ziel oft knapp verpasst wurde.

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