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I Am Zlatan – der neue Kinofilm über Zlatan Ibrahimovic

I Am Zlatan – der neue Kinofilm über Zlatan Ibrahimovic

In der kommenden Woche ist es so weit, der Film I Am Zlatan wird dann in den deutschen Kinos erscheinen. Doch schon vorab war es uns möglich, einen Blick in den Coming-Age-Film über die Anfänge der schwedischen Fußball-Legende Zlatan Ibrahimović zu werfen. (Foto: IMAGO / Bildbyran)

Der Film beginnt mit den Anfängen des jungen Zlatan, der in einer aus dem Balkan nach Schweden ausgewanderten Familie aufwächst. Es wird recht früh klar, dass Zlatan in einem toxischen Umfeld lebt und dieses keinen guten Einfluss auf ihn hat. Seine Eltern leben getrennt, seine Schwester und er bei der Mutter. Sie kümmert sich zwar um die Kinder, verliert sie allerdings im Laufe des Films aufgrund von krimineller Machenschaften ihres Partners.

Im Gegensatz dazu wirkt Zlatans Vater zunächst sehr sympathisch, sorgt sich aber immer weniger um seine Kinder, sondern gibt sich immer mehr den Geschehnissen rund um des Balkans in den Nachrichten hin. Kein Wunder, dass die Tochter wenig später wieder zur Mutter zieht und Zlatan zwischen den beiden Eltern mehr oder weniger pendelt. Doch wieso ist sein Umfeld nun toxisch? Zlatan lernt in seiner Kindheit nicht, sich an Regeln zu halten und zieht oftmals sein eigenes Ding durch. Dabei begeht er, auch wegen seinen Freunden, in der Folgezeit sogar leichtere Straftaten, doch alles der Reihe nach.

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Der junge Zlatan (Dominic Andersson Bajraktati) betritt zum ersten Mal das Stadion des Malmö FF. (© BR•F 2021, All rights reserved.)

Interessante Persönlichkeitsentwicklung

Besonders die frühe Kindheit wird über einen großen Teil des Film, in dem es auch immer wieder Wechsel in die Gegenwart gibt, gezeigt. Es soll eben darstellen, wie Zlatan zum heutigen Star geworden ist. Sein Umfeld hat ihn dabei geprägt. Gleichzeitig wird aber auch immer wieder klar, auf welch schmalem Grad Zlatan schon früher gewandelt ist. Seine Entscheidungen waren bei weitem nicht immer richtig, auch in Bezug auf einen Eklat in der U19-Mannschaft von Malmö FF nicht, als er im Training einen Mitspieler per Kopfstoß niederstreckt und in der Folge nur noch selten eingesetzt wird.

Im Laufe des Films macht der Schwede allerdings eine interessante Entwicklung durch und wird zu einer echten Persönlichkeit auf und neben dem Platz. Während er besonders in der Kindheit sowie als Teenager noch einige Flausen bis hin zu eben jenen leichteren Straftaten im Kopf hatte, stellt er das irgendwann ab. Spätestens zu dem Zeitpunkt, als er realisiert, dass ihm eine große Karriere bevorstehen könnte.

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Zlatan (Granit Rushiti) trainiert mit seinem Team für die U19-Meisterschaft. (© BR•F 2021, All rights reserved.)

Alte Probleme kehren wieder

Jedoch schwankt die Verfilmung, basierend auf der Autobiografie des Fußballers, eben zwischen seiner Kindheit, den Teenager-Jahren sowie seiner Zeit als junger Erwachsener. Nachdem er es bei Malmö FF in die erste Mannschaft geschafft hatte und auch dort seine Torgefahr unter Beweis stellte, wechselte er schon bald in die Niederlande zu Ajax Amsterdam. Genau an dieser Stelle befindet sich Zlatan zu Beginn des Films, aber in einer schwierigen Situation.

Zu diesem Zeitpunkt gilt Zlatan nämlich als gescheitert, hängt sich nicht mehr richtig rein und wirkt zu sehr von sich selbst eingenommen, auch dargestellt durch eine Brise Extravaganz. Er agiert schlicht und ergreifend erneut nicht als Teamplayer, wird als Flop abgestempelt. Hier zeigen sich erneut die Schattenseiten des Schweden, welche im Laufe des Filmes in seiner Jugendzeit dargestellt werden und nun wieder da sind. Doch dann folgte eine schicksalhafte Begegnung.

Mino Raiola wäscht ihm den Kopf

Ibrahimović ist auf der Suche nach einem neuen Berater, der seine Karriere wieder in Schwung und ihn auf die richtige Bahn bringen kann. Vor allem will er von Ajax Amsterdam weg, wo er sich nicht mehr wohl fühlt. Er träumt von einem größeren Verein und trifft daher den Agenten Mino Raiola. Dieser zeigt mit seinem Auftritt auf den ersten Blick, dass er einer der Exoten und ein besonderer Mensch in diesem Business ist.

In der Folgezeit wäscht er ihm den Kopf, treibt ihn zu Höchstleistungen an. Zwar gibt es sowohl zwischen Zlatan und Raiola als auch Zlatan und Ajax-Coach Ronald Koeman immer wieder Spannungen, doch letztendlich gelingt ihm der Turnaround, als er vom Interesse von Juventus Turin hört. Zwar gelingt der Transfer nicht mit dem ersten gemeinsamen Treffen, bei dem die Vertreter Turins äußert arrogant auftreten, doch nach einem Gala-Auftritt von Ibrahimović kommt der Wechsel am Ende doch zustande. Rückblickend betrachtet allerdings nur eine der zahlreichen Stationen in der Karriere des mittlerweile 40-jährigen Nationalspielers.

Fazit:

In meinen Augen ist der Film äußerst gelungen. Er zeigt detailliert auf, wie Zlatan Ibrahimović zu einer absoluten Legende des Weltfußballs geworden ist. Besonders seine Persönlichkeitsentwicklung im Laufe des Films ist anschaulich dargestellt und durchaus spannend. Zwar gab es auf seinem Weg immer wieder Rückschläge, doch am Ende ging er immer seinen Weg. Dabei wird immer wieder verdeutlicht, dass Zlatan zwar gute Ratschläge entgegennimmt, sich aber grundsätzlich nie verbiegen lässt. Daran muss er allerdings immer mal wieder von außen erinnert werden, auch von Mino Raiola.

Besonders die enge Beziehung zwischen Mino Raiola und Ibrahimović wird deutlich. Zwar gab es auch hier immer mal wieder Streitigkeiten, doch am Ende arbeiteten beide überaus gerne zusammen, schätzten sich sehr und Ibrahimovic hat dem Italiener viel zu verdanken. Die Auftritte von Raiola im Film hinterlassen aufgrund seines kürzlichen Todes jedoch immer einen traurigen Beigeschmack. Insgesamt kann man diese Verfilmung ohne zu zögern durchaus weiterempfehlen, lasst euch I Am Zlatan also nicht entgehen.

RIP Mino Raiola!

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