Florian

Streikt sich nun auch Neymar zum FC Barcelona?

In den letzten Jahren sind immer häufiger Verhaltensmuster zu erkennen, die man so lange Zeit nicht für möglich gehalten hat. Früher hatte ein Vertrag noch eine für alle vertretenen Parteien bindende Wirkung und letztendlich konnte der Verein über einen Kauf oder Verkauf eines Spielers frei entscheiden. Doch der Fußball ist immer mehr zum puren Geschäft geworden, richtige und vor allem echte Emotionen von Spielern bezüglich ihres Vereines sind wahrlich selten geworden. Das Geld ist nun die primäre Motivation eines Profifußballers, nur noch wenige betreiben diesen so beliebten Sport aus reiner Freude am Fußball.

Dabei ist vielen Sportlern auch die an sich bindende Wirkung eines Vertrages mittlerweile völlig gleichgültig. Verträge bedeuten trotz ihrer Laufzeit so gut wie gar nichts mehr und umstrittene Berater beeinflussen die heutige Spielergeneration immens. Besonders Spieler, die für einen von ihnen angestrebten Wechsel gar in Streik treten, machen den Sport immer mehr kaputt und werfen einen großen Schatten auf den Fußball. Zum wiederholten Mal könnte nun der FC Barcelona Profit von solchen Spielerstreiks schlagen. Alles nur Zufall oder skrupellose Transfertaktik?

Auf Dembélé folgte Coutinho

Selbst den Sympathisanten der Katalanen dürfte die Art und Weise aufstoßen, mit welcher die ganz großen Deals im dreistelligen Millionenbereich abgelaufen sind. Begonnen hat derweil alles mit dem Wechseltheater um Ousmane Dembélé. Der Franzose war im Sommer 2017 fester Bestandteil des Kaders von Borussia Dortmund. Der Bundesligist wollte sein Top-Talent nicht abgeben und auch der Offensivspieler selbst dementierte jegliche Abschiedsgedanken. Doch seine Meinung änderte sich offensichtlich ziemlich schnell, denn so trat der damals erst 20-Jährige in Streik und kam nicht mehr zum Training. Die Verantwortlichen des BVB waren zum Handeln gezwungen, stimmten einem Transfer nach Wochen der intensiven Verhandlungen am Ende zu. Nur wenige Tage später äußerte sich Dembélé zu seinem Vorgehen und rechtfertigte sich, von Reue war nichts zu hören. Ein erstes negatives Signal an die Vereine, denn die Macht schien sich so langsam in die Richtung der Spieler zu drehen, von Moral konnte fortan keine Rede mehr sein.

Doch Dembélé sollte keine Ausnahme bleiben, denn auch Philippe Coutinho versuchte seinen Wechsel wenig später zu erzwingen. Erneuter Nutznießer dieser Situation, der FC Barcelona. Nachdem ein Transfer vom FC Liverpool zu den Katalanen im Sommer 2017 noch nicht zustande kam, war der Deal im Januar 2018 dann in trockenen Tüchern. Erneut trat ein Spieler in Streik, täuschte offensichtlich Verletzungen und Krankheiten vor und bekam am Ende seinen Willen. Innenverteidiger Gerard Pique bestätigte sogar öffentlich, dass Coutinho für einen Wechsel zu seinem Klub streikt. Konsequenzen sollten die Transfers von Dembélé und Coutinho allerdings keine haben.

Auch Griezmann und Neymar streiken

Nun könnten sich mit Antoine Griezmann und Neymar erneut zwei Stars zum FC Barcelona streiken und so würde sich Geschichte wiederholen. Der französische Nationalspieler Griezmann soll sich bereits seit März mit Barca einig sein, die Verhandlungen wurden im Februar gestartet. Zu diesem Zeitpunkt war sowohl im Kampf um die spanische Meisterschaft als auch um die Champions League noch alles offen, weswegen Atletico Madrid über die Enthüllungen dessen alles andere als glücklich ist. Zudem weigerte sich Griezmann zuletzt am Training in Madrid teilzunehmen. Die emotionale Belastung soll laut seines Anwalts zu hoch für ihn sein. Dieses Verhalten will man bei Atletico zwar nicht tolerieren und lehnt die vom FC Barcelona angebotene Ratenzahlung bei der Ablösesumme ab, doch welche Chance auf einen Verbleib bleibt den Madrilenen überhaupt? Mittlerweile soll der Angreifer sogar bereit sein, seine Ausstiegsklausel selbst zu zahlen, wodurch er auch nicht mehr am Training teilnehmen müsse und der Transfer damit zu gut wie perfekt wäre. Auch dieses Mal holt der FC Barcelona wohl einen Spieler unter äußerst umstrittenen Umständen.

Doch neben Griezmann soll mit Neymar noch ein Spieler den Weg nach Barcelona finden. So strebt der Brasilianer mit aller Macht einer Rückkehr zu seinem alten Arbeitgeber entgegen und hat sich Medienberichten zufolge schon vor Wochen mit den Verantwortlichen auf die Rahmenbedingungen seines neuen Vertrages geeinigt, obwohl sein aktueller Arbeitgeber ihn nicht verkaufen will. Die Verantwortlichen von Paris Saint-Germain betonten ein ums andere Mal, dass Neymar definitiv nicht zum Verkauf steht und man fest mit ihm plant. Dies sieht der Offensivstar wahrlich anders, will dem Verein unbedingt den Rücken kehren und schwänzte nun auch den Trainingsauftakt bei den Franzosen. Sein Vater nahm ihn nach der aufkommenden Kritik direkt in Schutz, der neue sportliche Leiter von PSG Leonardo sprach wenig später jedoch von Konsequenzen. Die Ausrede waren derweil Termine, die in keinster Art und Weise mit seinem Klub vereinbart worden waren. Gleichzeitig stellte Leonardo klar, dass Neymar den Verein bei einem passenden Angebot dann doch verlassen kann und es auch losen Kontakt zum FC Barcelona gab. Doch auch hier droht ein Streik von der Spielerseite aus, bis der Transfer finalisiert ist, und erneut profitieren die Katalanen davon.

Die Katalanen schaufeln sich ihr eigenes Grab!

Vielen Beobachtern und Fans des heutigen Fußballs ist nach den neusten Entwicklungen beim FC Barcelona bereits aufgefallen, dass hierbei längst nicht mehr von puren Zufällen gesprochen werden kann, denn dafür wiederholen sich diese Streiks dann doch in einer gewissen Regelmäßigkeit. Klar ist aber auch, dass nicht ausschließlich der FC Barcelona von Spielerstreiks profitiert, denn auch bei anderen Klubs kam es schon zu eben solchen. Jedoch finden die Streiks bei Transferzielen des spanischen Meisters nicht nur regelmäßig statt, die gehandelten Ablösesummen befinden sich zudem in enormen Höhen. Die Klubs der Spieler werden durch das Streiken immens unter Druck gesetzt, müssen deswegen handeln und sind fast schon zu Verkäufen gezwungen. Diese finden dann am Ende nicht selten unter der eingangs vorgestellten Ablöseforderung statt.

Die Katalanen werden aber früher oder später wahrscheinlich feststellen müssen, dass sie sich mit ihren Praktiken bei ihren Top-Transfers keinen Gefallen tun. Die zum Verkauf ihrer Stars gezwungenen Teams werden die Art und Weise des FC Barcelona mit großer Wahrscheinlichkeit nicht allzu schnell vergessen und künftige Verhandlungen daher schwieriger gestalten. Mit einem großen Entgegenkommen darf man also nicht mehr unbedingt rechnen, denn dafür zerstört man nicht nur das eigene Ansehen, sondern im schlimmsten Fall halt ebenso seine Beziehungen zu anderem Verantwortlichen. Die Praktiken des FC Barcelona, mit denen der Weltklub auch nachhaltigen den Fußball noch weiter zerstört, dürften langfristig gesehen dann also doch mit deutlichen Konsequenzen enden. Ein Ende dieses Vorgehens ist aber wahrscheinlich so lange nicht in Sicht, bis klare Regelungen eingeführt werden, die Vereine in solchen Situationen wie bei eben solchen Streiks unterstützen. Gewinner gibt es bei solchen Abläufen jedoch keine, großer Verlierer ist dabei der Fußball an sich. Die schwindende Moral und der verloren gegangene Anstand vieler Beteiligter in diesem Geschäft sorgen dabei für eine nachhaltige Zerstörung des Rufs im Profifußball.

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Florian

Überangebot in der Innenverteidigung - Die Situation beim BVB

Nach der Rückkehr von Mats Hummels zu Borussia Dortmund hat sich die Situation in der Abwehrzentrale des Vizemeisters grundlegend geändert. Plötzlich ist mit Hummels eine absolute Führungspersönlichkeit da, die vorher in der Defensive noch gefehlt hat. Doch dies hat nicht nur positive Auswirkungen, denn damit dürfte die Einsatzzeit für so manch anderen Profi künftig dürftiger ausfallen. Besonders für die jüngeren Akteure ist dies natürlich alles andere als optimal, weswegen diese sich Gedanken um ihre sportliche Perspektive machen sollen. Was aber ist tatsächlich dran an den Spekulationen der letzten Tage?

Hummels soll Abwehr stabilisieren

Der Transfer von Mats Hummels kam zwar durchaus überraschend, macht für den BVB allerdings in vielerlei Hinsicht absolut Sinn. Vor allem in der Rückrunde der vergangenen Saison merkt man, dass in der Dortmunder Hintermannschaft ein Spieler fehlt, der vorangeht und die Defensive ordnet. Auch deswegen machte sich das ein oder andere Mal Unordnung breit, viele Gegentore waren die Folge dessen. Genau dafür holte man nun Hummels zurück, der in München eine starke Rückrunde spielte und in Dortmund auch mit seiner Erfahrung helfen soll.

Seine Rückkehr sorgt allerdings erstmal für ein Überangebot an Innenverteidigern, denn aktuell stehen ganze sechs Akteure für voraussichtlich zwei Plätze in der Startelf parat, zudem zeigte auch Julian Weigl zuletzt ansprechende Leistungen auf dieser Position. Stellt man also nicht das System auf einer Dreierkette um, so wird es vermutlich noch Abgänge geben müssen. Vor allem Dan-Axel Zagadou und Abdou Diallo wurden zuletzt mit einem eben solchen in Verbindung gebracht.

Gerüchte um Zagadou & Diallo

Aktuell gehen viele Experten davon aus, dass Manuel Akanji und Mats Hummels voraussichtlich das Innenverteidigerduo bilden dürften. Dahinter stehen aktuell mit Dan-Axel Zagadou, Abdou Diallo, Leonardo Balerdi und Ömer Toprak noch vier weitere gelernte Innenverteidiger zur Verfügung. Als Verkaufskandidat Nummer eins wurde immer wieder der Türke Toprak genannt. Dieser sagte jedoch vor kurzem, dass er sich trotz des Hummels-Wechsels beim BVB durchsetzen will und um seine Chance kämpfen wird. Findet sich hier also kein geeigneter Abnehmer, der Toprak ein gutes Angebot macht, so wird er vermutlich bleiben.

Dagegen sollen sich Zagadou und Diallo zuletzt intensiv Gedanken um ihre Zukunft und einen Wechsel gemacht haben. Beim 20-jährigen Zagadou gab es Gerüchte, wonach sein Berater auf der Suche nach einem neuen Klub sein soll und der FC Arsenal London Interesse an einem Transfer habe. Ein Transfer ist aber wohl nahezu ausgeschlossen, denn in Dortmund hält man große Stücke auf seinen Abwehrrecken, zumal er immer noch sehr jung ist. Sein Vertrag läuft ohnehin noch bis 2022, auf eine hohe Ablösesumme ist man ohnehin nicht unbedingt angewiesen.

Bei Diallo sah die Lage zuletzt durchaus anders aus. Diverse Medienberichte besagten, dass der Franzose Dortmund schon nach einem Jahr wieder verlassen wollen würde, da er nicht vollends zufrieden sei und weniger Spielzeit befürchten würde. Immer wieder wurde Paris Saint-Germain als Interessent genannt, auch Olympique Lyon soll erneut an ihm dran sein. Doch nun stellte Diallo selbst klar, dass er keinen Wechselwunsch habe. Er wolle Gespräche mit den Verantwortlichen des BVB führen und wenn die Vision noch die gleiche ist wie zuvor, so scheint ein Wechsel für Diallo keine Option darzustellen.

Ist Balerdi schon bereit?

Der letzte im Bunde ist der Argentinier Leonardo Balerdi. Im Winter kam der erst 20-Jährige von den Boca Juniors aus seiner Heimat als Vorgriff auf den Sommer. Man gab ihm also in Ruhe Zeit zur Akklimatisierung und hofft nun auf ein Eingreifen seinerseits in den Konkurrenzkampf. Trainer Lucien Favre muss jetzt beurteilen, ob Balerdi schon bereit ist oder ihm vielleicht ein Leihgeschäft guttun würde. Fest wird man das Abwehrtalent jedoch auf keinen Fall abgeben.

Abschließend ist es wohl weiterhin am wahrscheinlichsten, dass nach einem Abnehmer für Ömer Toprak geschaut wird und man ihn trotz seiner Kampfansage noch verkaufen will. Darüber hinaus könnte auch Balerdi noch ausgeliehen werden, wobei dies von der Einschätzung des Trainerteams abhängen dürfte. Die restlichen vier Spieler sollten aller Voraussicht nach beim Meisterschaftskandidaten bleiben und den Konkurrenzkampf annehmen, die Möglichkeit der Rotation ohne allzu großem Qualitätsverlust könnte dabei auch einen positiven Einfluss auf das Erreichen der gesteckten Ziele haben. Geht man am Ende dann mit Akanji, Hummels, Diallo und Zagadou in die Saison, so hat man in der Breite auf jeden Fall eine große Qualität, die in der Bundesliga nur von wenigen Teams übertroffen werden kann.

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Florian

U21-EM - Neuauflage des Endspiels von 2017

Die diesjährige Europameisterschaft der U21-Junioren neigt sich so langsam dem Ende zu und so dürfen die Zuschauer sich nun auf den Höhepunkt des Turniers freuen. Nach zwei hochklassigen Partien im Halbfinale stehen die beiden verdienten Finalisten nun fest, es kommt zur Neuauflage des Endspiels von 2017 zwischen Deutschland und Spanien. Damals gewann die deutsche Auswahl durch einen Treffer von Mitchell Weiser knapp mit 1:0. Doch wer kann sich diesmal am Ende durchsetzen? Wir werfen einen Blick auf die beiden Begegnungen im Halbfinale.

Deutschland mit Problemen – Rumänien der erwartet schwere Gegner

Die Elf von Stefan Kuntz hatte es in ihrem Aufeinandertreffen mit den Rumänen alles andere als leicht. Die Temperaturen von knapp 40 Grad Celsius machten beiden Teams noch zusätzlich das Leben überaus schwer und sollten noch eine entscheidende Rolle spielen. Zunächst einmal startete das deutsche Team sehr konzentriert in die Partie, wenngleich die Rumänen stark dagegenhielten. Nach knapp 20 Minuten startete Nadiem Amiri dann einen beeindruckenden Lauf in die gegnerische Hälfte, ließ mehrere Gegenspieler einfach stehen und tunnelte bei seinem Abschluss noch einen Verteidiger. Der Ball schlug flach im Gehäuse von Keeper Ionut Radu ein, welcher wegen eines zuvor getätigten Schrittes in die andere Richtung keine Chance mehr hatte.

Doch die Rumänen waren keinesfalls geschockt, sondern übernahmen von nun an die Spielkontrolle und investierten viel, den Deutschen blieb nur wenig Entlastung. In Folge dessen foulte Timo Baumgartl ungeschickt Ianis Hagi im eigenen Strafraum, den fälligen Elfmeter verwandelte George Puscas. Dieser war dann auch noch ein zweites Mal zur Stelle, als die Rumänen nach einem viel zu leichten Ballverlust der Deutschen im Mittelfeld schnell umschalteten, Andrei Ivan eine maßgenaue Flanke auf Puscas schlug und dieser absolut unhaltbar für Alexander Nübel einköpfte. Die völlig verdiente Führung, welche auch höher ausgefallen wäre, wenn Nübel nicht in der Nachspielzeit einen weiteren Kopfball von Puscas sensationell gehalten hätte.

Im zweiten Spielabschnitt sollte sich das zuvor gezeigte Bild allerdings verändern. So hatten die Rumänen durch ihre intensive Spielweise deutlich Kräfte gelassen, weswegen Deutschland nun wieder viel besser im Spiel war. Nach einem unnötigen Trikotziehen auf der Strafraumlinie in Folge eines Eckballs gab es dann auch zurecht Elfmeter für die Deutschen, welchen Luca Waldschmidt verwandelte. Zwar versuchten die Rumänen weiterhin dagegen zu halten, doch die Deutschen konnten dem Spiel fortan immer mehr ihren Stempel aufdrücken. Dabei vergab man etliche gute Möglichkeiten, bis dann in der 90. Spielminute erneut Waldschmidt zur Stelle war und einen Freistoß flach mit Hilfe des Innenpfostens zum 3:2 ins Netz setzte. Nun ergaben sich noch weitere Räume, die man aus dem Spiel heraus jedoch nicht in die Entscheidung ummünzen konnte. Diese fiel letztendlich durch einen weiteren Freistoßtreffer, dieses Mal durch den Hoffenheimer Amiri, der wie Waldschmidt seinen zweiten Treffer erzielte. Am Ende stand somit ein insgesamt verdienter 4:2 Erfolg Deutschlands und der erneute Finaleinzug auf der Mission Titelverteidigung.

Frankreich kein Stolperstein für die Spanier

Im zweiten Halbfinale trafen dann zwei große Turnierfavoriten direkt aufeinander, was bereits einen Finalcharakter aufwies. Die Franzosen waren als bester Gruppenzweiter weitergekommen, währenddessen die Spanier die Gruppe A vor den Italienern als Gruppenerster abschlossen. Viele hatten sich im Vorfeld eine spannende Partie dieser beiden Teams gewünscht, doch diese Hoffnungen konnten am Ende nicht erfüllt werden, was an sehr starken Spaniern lag. Schon in der Anfangsphase zeigten die Spanier in beeindruckender Art und Weise ihre Spielstärke und hätten nach einem ziemlich eindeutigen Handspiel der Franzosen im eigenen Strafraum auch einen Elfmeter bekommen müssen, der Pfiff des Schiedsrichters blieb aber überraschend aus und auch der VAR meldete sich nicht zu Wort. Auf der anderen Seite gab es dann aber einen Strafstoß für Frankreich, und zwar vollkommen zurecht nach einem unüberlegten Foul an Jeff Reine-Adélaïde. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Mainzer Jean-Philippe Mateta in souveräner Manier, die Führung der nun kurze Zeit überlegenen Franzosen. Im Anschluss hatte nämlich erneut Mateta einen Treffer auf dem Fuß, scheiterte aber am spanischen Schlussmann Abtonio Sivera. Das war es dann aber auch schon wieder mit der französischen Dominanz, von nun an spielte fast nur noch Spanien. So erzielte der defensive Mittelfeldspieler Marc Roca nach einem Eckball im zweiten Versuch den hochverdienten Ausgleich, nachdem der starke französische Schlussmann Paul Bernardoni den ersten Versuch sowie etliche andere vorausgegangene Chancen noch stark vereitelt hatte. Kurz vor dem Halbzeitpfiff gab es dann nach einem ungeschickten Zweikampf am Rand des französischen Strafraums den nächsten Elfmeter, nun aber für die spanische Auswahl. Offensivstar Mikel Oyarzabal verwandelte souverän, Spanien nun also absolut verdient in Front. So ging es dann auch in die Halbzeitpause.

Die zweite Halbzeit brachte keine große Veränderung des Spielgeschehens, im Gegenteil. Schon in der 47. Spielminute erhöhte Dani Olmo auf 3:1 und sorgte gemessen an der Überlegenheit der Spanier schon für die vermeintliche Vorentscheidung. In der Folge erspielte man sich eine Chance nach der anderen, bis letztendlich der eingewechselte Borja Mayoral auf 4:1 stellte. Spätestens jetzt war die Entscheidung gefallen, Spanien verwaltete nun mehr das Ergebnis, die Franzosen kamen zu keinen allzu großen Chancen mehr. Letztendlich ein hochverdienter Erfolg, der sogar noch höher hätte ausfallen können. So erwartet uns nun ein hochklassiges Finale zwischen Deutschland und Spanien am morgigen Sonntagabend.

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Florian

U21-EM - Das Halbfinale steht vor der Tür

Die Gruppenphase der U21-Europameisterschaft ist nun vorüber und es gab auch die eine oder andere Überraschung. Trotzdem stehen die spielerisch wohl besten Teams des Turniers im Halbfinale und spielen nun um den Triumph bei dieser qualitativ stark besetzten Europameisterschaft. Wir werfen einen kurzen Blick zurück auf den letzten Spieltag und liefern einen Vorausblick auf die Begegnungen im Halbfinale.

Spanien triumphal – Deutschland mit etwas Glück

In der Gruppe A hat sich die Tabelle am dritten Spieltag der Gruppenphase nochmal nahezu komplett verändert. Die Belgier verloren auch ihre letzte Partie gegen Gastgeber Italien, waren aber ohnehin schon vor dieser Partie ausgeschieden und beendeten ihr enttäuschendes Turnier auf dem vierten Platz. Die Italiener dagegen hofften im Vorfeld noch auf den ersten Platz in dieser Gruppe und machten auch ihre Hausaufgaben, wurden aber in dieser Hinsicht enttäuscht. Gleichzeitig deklassierten die so spielstarken Spanier nämlich den bisherigen Tabellenführer aus Polen und gewannen am Ende mit 5:0. Dieser beeindruckende Erfolg sorgte am Ende auch für Platz eins in der Gruppe und das damit verbundene direkte Erreichen des Halbfinales. Die Italiener schoben sich derweil noch auf den zweiten Platz vor und durften deswegen wenigstens auf das Weiterkommen als bester Gruppenzweiter hoffen, während die Polen am Ende trotz zweier Siege die Heimreise antreten mussten.

Während sich in Gruppe A am Ende noch einiges veränderte, blieb in Gruppe B fast alles beim Alten. Schon vor dem Spiel gegen Österreich war klar, dass den Deutschen ein Unentschieden zum Einzug ins Halbfinale reichen würde, und genau so kam es auch. Die beiden Nachbarn trennten sich letztendlich mit einem 1:1 voneinander, aus deutscher Sicht jedoch ein eher glückliches Ergebnis, da die Österreicher alles in allem das bessere Team mit den größeren Chancen waren. Doch der deutschen Auswahl wird dies herzlich egal sein, da es lediglich um das Vermeiden einer Niederlage ging. Im anderen Spiel siegten die Dänen zum Schluss nochmal souverän mit 2:0 gegen Serbien, das nach einem sehr schwachen Turnier als Gruppenletzter nach Hause fährt. Die Dänen sicherten sich durch den Erfolg zum Schluss noch den zweiten Platz hinter Deutschland, mit einem erzielten Treffer mehr hätte man sogar schon die Hoffnungen der Italiener aufs Weiterkommen begraben können, doch dazu kam es nicht mehr.

Remis reicht für Frankreich und Rumänien

Somit entschied sich in der Gruppe C nicht nur das Duell um den Gruppensieg, sondern auch das Schicksal der Italiener. Schon mit einem Unentschieden zwischen Rumänien und Frankreich würde dies das gleichzeitige Aus des Gastgebers bedeuten. Im Vorfeld wurden seitens der italienischen Medien bereits üble Unterstellungen laut, wonach sich die beiden Teams mit Sicherheit vorher absprechen würden, um das Aus Italiens sicherzustellen. Doch davon konnte im Spiel keine Rede sein, denn beide Teams spielten um den Sieg und hielten sich keinesfalls zurück. Am Ende kam es trotzdem nur zu einem torlosen Remis, da beide Teams sich nur wenige hochkarätige Möglichkeiten erspielen konnten, von einer möglichen Absprache sah man jedoch bei weitem nichts.

Dank dieser Punkteteilung konnten nach dem Abpfiff beide Teams erstmal das Weiterkommen feiern und ihrer Freude vorläufig freien Lauf lassen. Gleichzeitig war dann aber auch das Aus des Gastgebers aus Italien endgültig besiegelt. Im anderen Aufeinandertreffen zwischen Kroatien und England gab es dagegen Tore satt, mit dem Abpfiff stand ein spektakuläres 3:3 auf der Anzeigetafel. Auch wegen der geringen Bedeutung dieser Partie rotierten beide Teams in Sachen Personal und spielten unbekümmert nach vorne, was in diesem für den Zuschauer super anzuschauenden Spiel endete und den Engländern wenigstens den dritten Platz sicherte.

Zwei enge Halbfinals warten auf die Zuschauer

Am Donnerstag finden dann abends die beiden Begegnungen im Halbfinale statt. In der ersten Partie trifft Deutschland auf die sich sehr stark präsentierenden Rumänen. Dabei geht zwar die Auswahl von Stefan Kuntz als leichter Favorit ins Spiel, unterschätzen darf man Rumänien nach dieser überzeugenden Vorrunde jedoch keinesfalls. Mit dem ersten Platz konnte das Team von Trainer Mirel Radoi wahrlich überraschen und ein wahres Ausrufezeichen setzen, besonders weil im Vorfeld des Turniers England und Frankreich als absolute Favoriten galten und man letztendlich beide hinter sich lassen konnte. Dabei überzeugte man nicht nur mit einer insgesamt gut geordneten Defensive und kollektivem Defensivverhalten, sondern auch mit einem feinen und sehenswerten Offensivspiel. Ein Gegner, der den Deutschen definitiv einiges abverlangen dürfte. Ein enges und sehr ausgeglichenes Spiel dürfte somit die Zuschauer erwarten, man darf gespannt sein.

Im zweiten Halbfinale erwartet uns zwischen Spanien und Frankreich ein echter Knaller. Beide gingen als Favoriten ins Turnier und wurden dem auch bislang absolut gerecht. Für die so spiel- und offensivstarken Spanier dürfte es nun aber schwer werden, den Defensivriegel der Franzosen zu brechen. Diese kassierten bisher nämlich erst einen einzigen Gegentreffer im ersten Spiel gegen England und blieben ansonsten gegentorlos. Zudem können die Franzosen gegen die Spanier wohl von ihrer großen Konterstärke Gebrauch machen und werden die Nachlässigkeiten der Spanier mit ihrer großen Geschwindigkeit in der Offensive direkt bestrafen wollen. Hier wird sich sehr wahrscheinlich ebenfalls ein hochklassiges Spiel entwickeln mit einem definitiv offenen Ausgang. Wenn man so will, stellt diese Partie eine Art vorgezogenes Finale dar.

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Florian

U21-EM - Die Ausgangslage vor dem 3.Spieltag

Die Zeit vergeht bekanntlich schnell und so sind bei der diesjährigen Europameisterschaft der U21-Teams schon wieder zwei Spieltage vorüber. So manche Überraschung hat es bereits im Turnier gegeben und manche Nationalteams sind sich ihrer Heimreise nach dem letzten Spieltag der Gruppenphase auch bereits bewusst. Wer aber hat noch Chancen auf das Halbfinale? Wir beleuchten die Ausgangslage vor dem abschließenden Spieltag der Gruppenphase.

Italien braucht Sieg für Chance aufs Halbfinale

In der Gruppe A wird es für den Gastgeber aus Italien sehr eng werden. Nach der bitteren Niederlage gegen Polen, bei der man zahlreiche Chancen liegen ließ und eigentlich das bessere der beiden Teams war, muss nun im letzten Spiel gegen das punktlose Belgien dringend ein Sieg her, wenn man noch möglichst direkt ins Halbfinale vordringen will. In der eigenen Hand hat man dieses Unterfangen allerdings nicht mehr, schon bei einem Remis von Polen gegen die Spanier wäre das Team von Czeslaw Michniewicz durchaus überraschend als Gruppenerster sicher im Halbfinale vertreten. Die Spanier müssen allerdings ähnlich wie die Italiener ebenfalls ihr letztes Spiel gewinnen, um noch Chancen aufs Weiterkommen zu haben. Somit erwartet uns am heutigen Abend ein spannender Dreikampf um Platz eins und zwei in der Gruppe A. Belgien dagegen wird nach bislang zwei Pleiten aus den ersten beiden Begegnungen nach dem Aufeinandertreffen mit den Italienern die Heimreise antreten müssen.

Deutschland reicht Unentschieden für Gruppensieg

Für die deutsche U21-Nationalmannschaft läuft in Gruppe B unterdessen alles nach Plan. Die ersten beiden Partien wurden in überzeugender Manier gewonnen und so steht man mit aktuell sechs Punkten auf Rang eins. Doch Vorsicht, mit einem Sieg der Nachbarn aus Österreich über die Deutschen könnte die Auswahl von Stefan Kuntz am letzten Spieltag der Gruppenphase doch noch von diesen aufgrund des direkten Vergleichs überholt werden. In Sicherheit darf man sich also noch nicht wiegen, ein Remis reicht allerdings für die sichere Qualifikation für das Halbfinale. Für die Österreicher ist dagegen ein Sieg absolute Pflicht, denn ansonsten hat man überhaupt keine Chance mehr auf ein Weiterkommen, auch nicht als bester Gruppenzweiter. Die Dänen brauchen im Spiel gegen die bereits sicher ausgeschiedenen und insgesamt enttäuschend auftretenden Serben ebenfalls einen Sieg, um ihre eigenen Chancen zu wahren. In Gruppe B ist also ebenfalls noch viel drin, Spannung bis zur letzten Sekunde könnte uns Zuschauer erwarten.

Entscheidendes Duell um den Gruppensieg

Die Gruppe C ist im Gegensatz zu den anderen Gruppen weitestgehend entschieden. Sowohl die als Mitfavorit gestarteten Engländer als auch die enttäuschenden Kroaten sind schon vor den abschließenden Partien ausgeschieden. Beide Teams haben ihre ersten beiden Begegnungen verloren und spielen nun im direkten Aufeinandertreffen den dritten Platz aus, der allerdings keine allzu große Bedeutung mehr hat. Somit dürften auch Akteure zum Einsatz kommen, die vorher eher wenig Spielzeit erhalten haben. Ganz anders stehen die Vorzeichen beim Spiel von Rumänien gegen Frankreich. Beide Teams gewannen ihre bisherigen Spiele und bieten sich nun die Stirn bezüglich des Gruppensieges. Ein Spiel auf hohem Niveau dürfte uns wohl erwarten, denn die Rumänen überzeugten mit gutem Offensivfußball und die Franzosen mit ihrer zweifellos vorhandenen individuellen Klasse. Bei einer Punkteteilung wären beide Teams sicher im Halbfinale und auch bei einem knappen Sieg Frankreichs dürften es wahrscheinliche ebenso beide schaffen. Sollte allerdings Rumänien den dritten Sieg einfahren und die Konkurrenz Frankreichs aus den anderen Gruppen nicht im Vorfeld mitspielen, so würden die Franzosen trotz des zweiten Platzes ausscheiden, da sie dann nicht mehr der beste Gruppenzweite aus allen Gruppen wären. Also ist auch hier in wenigstens einem Spiel wahrscheinlich noch gehörig Spannung zu erwarten.

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Florian

Deutschland und Italien mit Siegen zum Auftakt

Das lange Warten hatte am vergangenen Sonntag nun endlich ein Ende und die diesjährige U21-Europameisterschaft in Italien konnte erfolgreich gestartet werden. Die ersten Partien des Turniers hatten es auch direkt in sich. So kam es am späten Samstagabend bereits zum Duell der Turnierfavoriten Italien und Spanien, einen Tag später war dann auch die deutsche Auswahl gegen Dänemark gefordert. Doch auch die anderen Spiele machten den Zuschauern Lust auf mehr.

Polen überzeugt gegen Geheimfavorit Belgien

Das Auftaktspiel des Turniers bestritten am Sonntagabend die Teams aus Polen und Belgien. Besonders auf die Belgier sollte man ein Auge haben, galt die Auswahl von Trainer Johan Walem im Vorfeld doch als Geheimfavorit. Dieser Rolle wurde das Team auch direkt gerecht und spielte vom Start weg einen überzeugenden Ballbesitzfußball, durch den man die Polen weit in die eigene Hälfte zurückdrängte. Folgerichtig fiel auch der Führungstreffer durch Aaron Leya Iseka nach starker Vorarbeit von Isaac Mbenza. In der Folgezeit boten sich gleich mehrere gute Chancen, durch welche die Führung hätte ausgebaut werden können, doch stattdessen viel der Ausgleich. Szymon Zurkowski fasste sich ein Herz und zog aus der Distanz ab, Belgiens Schlussmann Nordin Jackers sah unglücklich aus und der Ball schlug flach im Netz ein. Bis dahin war von den Polen wahrlich nicht viel zu sehen gewesen, der Ausgleich kam quasi aus dem Nichts. Von nun an kippte das Spiel jedoch zugunsten des Teams von Czeslaw Michniewicz, von den Belgiern sah man nun bis zum Pausenpfiff nur noch wenig.

In der zweiten Halbzeit sollte sich der Trend direkt fortsetzen und so gelang den nun überlegenen Polen durch einen Kopfballtreffer von Innenverteidiger Krystian Bielik der verdiente Führungstreffer zum 2:1. Die belgische Auswahl war nun wieder bemüht, Antworten und ins Spiel zurück zu finden, allerdings musste man den nächsten Gegentreffer hinnehmen. Sebastian Szymanski erhöhte auf 3:1, die Vorentscheidung durch den Offensivspieler von Legia Warschau. Zwar konnte Belgien in Person von Dion Cools nach einer Ecke nochmal verkürzen und man konnte für die letzten Minuten Druck aufbauen, am Ende blieb es jedoch beim durchaus verdienten Erfolg der Polen.

Italien siegt zum Auftakt in hitziger Atmosphäre

Im zweiten Spiel der Gruppe A kam es direkt zum Aufeinandertreffen zweier Turnierfavoriten. Sowohl beim Gastgeber Italien als auch den spielstarken Spaniern fanden sich etliche Akteure in der Startaufstellung, die bereits in den großen Ligen Europas als Stammspieler aktiv sind. Man versprach sich somit viel von der Partie und sie sollte einiges für die Fans bereithalten.

Die wohl leicht favorisierten Spanier legten direkt gut los und zogen unmittelbar nach dem Anpfiff das bekannte Kurzpass- und Ballbesitzspiel auf, die Italiener waren dabei in den ersten Minuten zum Zuschauen gezwungen. Dadurch wurde die Hintermannschaft einen Tick zu passiv, was Dani Ceballos auf Seiten der Spanier mit einem absoluten Traumtor zu bestrafen wusste. Ein absoluter Geniestreich des Mittelfeldspielers von Real Madrid, den er allerdings noch bezahlen sollte. In der Folge verschärften die Italiener deutlich ihre Gangart und gingen ziemlich rüde zu Werke. Viele harte Fouls und mehrere einfach unfaire Aktionen waren die Folge, oftmals auch gegen den Torschützen Ceballos. Mit dem wohl ersten guten Angriff glich der Gastgeber dann sehr überraschend aus. Flügelstürmer Federico Chiesa setzte sich gegen Rechtsverteidiger Martin Aguirregabiria durch und traf aus spitzem Winkel gegen den spanischen Keeper Unai Simon ins kurze Eck, der bei diesem Treffer alles andere als gut aussah und in der Folge verunsichert wirkte.

In Halbzeit zwei kam von den Spaniern insgesamt deutlich zu wenig. Man hatte den Eindruck, dass sich das Team von Trainer Luis de la Fuente von der Stimmung im Stadion und der überharten Gangart der Italiener ein wenig einschüchtern ließ. Zudem musste Führungsspieler Fabián Ruiz zur Halbzeitpause verletzt ausgewechselt werden. Die Italiener waren nun auch spielerisch das bessere der beiden Teams und gingen verdient durch den zweiten Treffer von Chiesa in Führung. In der Folgezeit ließen die Spanier mehrere Chancen ungenutzt, im Gegenzug gab es nach einem unnötigen Foul an Lorenzo Pellegrini einen berechtigten Elfmeter, den der Gefoulte am Ende noch souverän verwandelte. Spätestens dann war die Entscheidung gefallen und der Gastgeber fuhr einen verdienten Auftaktsieg ein. Erwähnen muss man trotzdem die eher schwache Leistung des niederländischen Schiedsrichters Serdar Gözübüyük, der in vielen Situationen keinen souveränen Eindruck machte und nicht richtig durchgriff. Dadurch kam zum einen eine hitzige Stimmung auf dem Platz zustande, zum anderen merkten insbesondere die Italiener, dass ihre oft überharten Einsteigen nicht bestraft wurden und machten so mit ihrer Art und Weise munter weiter. Mit einer besseren Schiedsrichterleistung wäre das Spiel wohlmöglich anders verlaufen, so steht am Ende ein auch in der Höhe verdienter Erfolg der Italiener.

Schwere Verletzung überschattet Österreichs Sieg

Gestern fiel dann auch der Startschuss in der Gruppe B, in der unter anderem die deutsche Auswahl mit von der Partie ist. Die erste Begegnung fand aber zwischen Serbien und Österreich statt. Die Serben um die beiden Stars Luka Jovic und Nikola Milenkovic galten ähnlich wie die Belgier aus der Gruppe A als Geheimfavorit, denn zuvor in der EM-Qualifikation hatten sie die Zuschauer wahrlich überzeugen können. Doch alles kam ganz anders, denn die serbische Auswahl schien gar nicht so richtig auf dem Platz zu sein. Zu Beginn war alles noch relativ ausgeglichen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr spielten jedoch die Österreicher nach vorne und gingen verdient mit Hilfe des Videobeweises mit 1:0 durch den baldigen Leipziger Hannes Wolf in Führung. Weitere Chancen blieben ungenutzt, die Serben kamen kaum zur Entfaltung und ließen ihre wenigen Gelegenheiten ebenso liegen.

Nach der Pause war das Team von Goran Djorovic durchaus bemüht, mehr nach vorne zu spielen, und hatte auch durch den baldigen Madrilenen Luka Jovic die große Chance auf den Ausgleich, doch der Angreifer traf mit seinem Kopfball nur die Latte. Allerdings fehlte den Serben durch die Intensivierung des Offensivspiels nahezu komplett die Balance in ihrem Spiel, den Österreichern boten sich Räume ohne Ende. Mehrere tausendprozentige Chancen konnte man nicht zum zweiten Treffer nutzen und dann folgte der Schreckmoment. Mit Hannes Wolf verletzte sich der wohl beste Spieler der Österreicher in Folge eines Fouls schwer, Diagnose Knöchelbruch. Aufgrund der Härte des Fouls sah der Serbe Vukasin Jovanovic vollkommen berechtigt die rote Karte, für Österreich allerdings ein schwacher Trost angesichts dieser schweren Verletzung. Den anschließenden Freistoß zirkelte der in Dresden unter Vertrag stehenden Sascha Horvath dann zum 2:0 Endstand flach ins Eck. Insgesamt eine starke Leistung Österreichs und eine enttäuschende Darbietung der Serben, überschattet von der schweren Verletzung von Hannes Wolf.

Erfolgreicher Start des Titelverteidigers

Im Anschluss an den gelungenen Auftakt der Österreicher war dann auch die deutsche Elf gefordert. Die Partie begann sehr ausgeglichen, denn sowohl die Deutschen als auch die Dänen taten sich schwer, Chancen gegen die gutstehenden Defensiven des Gegners herauszuspielen. Deswegen war so mancher Distanzschuss die Folge, eine wirkliche Gefahr für das gegnerische Tor strahlte dabei aber niemand aus. Je länger die Partie dauerte, desto besser kam die deutsche Auswahl ins Spiel und ging nach einem gut vorgetragenen Angriff dann auch durchaus verdient mit 1:0 in Führung. Ein bisschen Glück kam auch dazu, denn der Schuss von Marco Richter wurde noch leicht und dadurch unhaltbar abgefälscht. Mit dieser Führung im Rücken spielte das Team von Stefan Kuntz befreiter auf und kam zu weiteren Gelegenheiten, doch die Dänen hielten weiterhin gut dagegen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit merkte man den Dänen deutlich an, dass sie mehr wollten. Der Ausgleich war natürlich das Ziel und man spürte seine Chance. Nach einer Ecke der Dänen spielte Linksverteidiger Mads Pedersen dann allerdings von der Mittellinie aus einen Rückpass zum Torhüter deutlich zu kurz, Linksaußen Marco Richter sprintete dazwischen, schnappte sich den Ball und versenkte den Ball im kurzen Eck, nachdem er einen zurückgeeilten Dänen stehen gelassen hatte. Von nun an zeigte die die deutsche Mannschaft eine immense Spielfreude und belohnte sich nach einem Konter noch mit dem dritten Treffer. Die Vorentscheidung angesichts der starken Defensivleistung rund um Kapitän Jonathan Tah. Nach einem unglücklichen Handspiel von Innenverteidiger Timo Baumgartl gab es schließlich noch einen Handelfmeter, den der beste Däne Robert Skov souverän verwandeln konnte. Nach einem weiteren Handspiel, diesmal von Tah, infolge eines Freistoßes hätte es erneut einen Handelfmeter geben können, doch diesmal blieb der Pfiff aus und auch der Videoschiedsrichter griff nicht ein. Am Ende stand somit ein so gut wie nie gefährdeter und souveräner Erfolg des deutschen Teams, dass sich auf Mission Titelverteidigung befindet und den ersten Schritt dafür gemacht hat.

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