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Robert Klauß - der Stabilisator des 1.FC Nürnberg

Robert Klauß - der Stabilisator des 1.FC Nürnberg

Platz Sieben nach 15 Spieltagen. Torverhältnis von 21:15. Bislang bereits 24 Punkte geholt. Mit dem bisherigen Saisonverlauf in der Spielzeit 2021/22 der 2.Bundesliga kann man wohl beim 1.FC Nürnberg zufrieden sein. (Foto: IMAGO / Zink)

Denn schließlich haben die Nürnberger unter Cheftrainer Robert Klauß aktuell nichts mit den Abstiegsrängen zu tun und sind sogar lediglich vier Punkte vom dritten Tabellenplatz entfernt.

Doch selbstverständlich ist dieser momentane Erfolg aufgrund der schwierigen letzten Jahre keinesfalls. Auch Robert Klauß hatte in seiner ersten Spielzeit an der Seitenlinie des Klubs mit einigen Widerständen zu kämpfen. Doch was hat Klauß in Nürnberg verändert, um den Klub wieder in ruhiges Fahrwasser und seine Kritiker zum Schweigen zu bringen?

Wird nach Horror-Saison verpflichtet

Die Spielzeit 2019/20 der 2.Bundesliga dürfte den Fans des Clubs wohl noch lange im Gedächtnis bleiben. Der FCN musste nach einer katastrophalen Saison den Gang in die Abstiegsrelegation antreten und konnte sich in dieser nur ganz knapp durch einen Treffer von Fabian Schleusener in allerletzter Sekunde retten.

Die Verantwortlichen des Klubs waren sich nach dem mit großer Mühe geschafften Klassenerhalt einig, dass der Klub dringend einen Umbruch benötige, um zukünftig solche Szenarien wie die Abstiegsrelegation zu verhindern. Jedoch dürfte es wohl viele überrascht haben, als sich die Verantwortlichen rund um Sportvorstand Dieter Hecking für den noch relativ unerfahren Robert Klauß als neuen Cheftrainer entschieden haben.

Mit der Verpflichtung von Klauß, der zuvor zahlreiche Jugendmannschaften von RB Leipzig trainiert hatte, wollten die Verantwortlichen des FCN neue Impulse setzen und die Weichen für einen Neuanfang stellen. Der 37-jährige Fußballlehrer genoß schon damals ein hohes Ansehen in der Branche und man durfte gespannt sein, wie sich das Trainer-Talent Klauß in Nürnberg schlagen werde.

Debüt-Saison endet im gesicherten Tabellenmittelfeld

Die Spielzeit 2020/21 der 2.Bundesliga war geprägt von Höhen und Tiefen für den 1.FC Nürnberg. Jedoch erreichte man trotz so einiger Leistungsschwankungen dennoch das angestrebte Saisonziel, nämlich den Klassenerhalt.

Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass der FCN durchaus die Möglichkeit hatte, um in der Tabelle weiter oben zu stehen. Doch aufgrund fahrlässiger Chancenverwertung und teils desaströsen Abwehrverhalten verspielte das Team leichtsinnig viele Punkte.

Jedoch gab es in der Spielzeit 2020/21 auch gewisse Phasen, wo der Club und besonders Trainer Klauß so manche Kritik einstecken musste. Bei Klauß kritisierten viele, dass er ein zu kompliziertes Fachchinesisch sprechen würde und zweifelten zugleich, ob die Spieler dies überhaupt verstehen würden.

Am Ende der Saison konnte Klauß trotz Formschwankungen und anhaltender Kritik den elften Tabellenplatz erreichen. Die Club-Verantwortlichen konnten sich in ihrer Entscheidung bestätigt sehen, dass man mit Robert Klauß einen jungen Trainer geholt hat, der dem Verein eine klare Linie gegeben hat, um den benötigten Schritt in der Entwicklung zu gehen.

Klauß setzt auf Mix aus Erfahrung und Talent

Nach seiner erfolgreichen Debüt-Saison beim FCN, veränderte Klauß den Kader des Klubs im vergangenen Sommer auf so einigen Positionen. Es wurden teils erfahrenen Routiniers geholt, wie Christopher Schindler, die in dem jungen Team als Führungsspieler vorangehen sollen.

Trotz der zahlreicher Veränderungen im Kader, blieb Klauß seiner Spielidee treu. Die Nürnberger zeichnen sich sich über 4-3-1-2 System aus, indem es keine richtigen Flügelspieler gibt. Man kann hierbei schon behaupten, dass Klauß ein wenig RB-DNA mit nach Nürnberg gebracht und installiert hat.

Besonders auffallend ist, dass der FCN stets darum bemüht ist, einen gepflegten Fußball zu spielen. Hierbei gilt es zu erwähnen, dass Klauß täglich am Selbstvertrauen der Spieler arbeitet und ihnen vorgibt, dass sie sich vor keinem Gegner verstecken und stets Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten haben sollen.

Klauß fördert Angreifer Shuranov

Neben den erfahrenen Führungsspielern gehen jedoch auch junge Spieler mit guten Leistungen voran. Einer dieser jungen Wilden ist Erik Shuranov. Der 19-jährige Mittelstürmer, der aus der eigenen Jugend kommt, könnte wohl als größter Gewinner unter Trainer Klauß bezeichnet werden.

Denn schließlich gelang Shuranov unter Klauß der Durchbruch im Profibereich. Bereits in der vergangenen Saison bekam Shuranov in der 2.Bundesliga Einsätze und wusste durchaus zu überzeugen. Ihm gelangen fünf Tore in 14 Einsätzen und man konnte sich in Nürnberg darauf freuen, was dieses Talent zukünftig schaffen wird.

Der junge Mittelstürmer scheint die Spielidee von Klauß perfekt zu verstehen, sodass er auch in der aktuellen Spielzeit schon wieder glänzen konnte. Seine starken Leistungen blieben jedoch keinesfalls unbemerkt und so kam es, dass Shuranov erstmals für die deutsche U-21 Nationalmannschaft nominiert wurde.

Doch von all dem lässt sich der 19-Jährige nicht blenden und vergisst seine Förderer nicht. Dies zeigt auch seine kürzliche Vertragsverlängerung. Der Stürmer zeigt sich dankbar für das in ihn gesetzte Vertrauen und will laut eigener Aussage noch so manches mit dem Klub erreichen. Shuranov scheint vom dem unter Klauß eingeschlagenen Weg komplett überzeugt zu sein, um die nächsten Schritte in seiner Karriere zu machen.

Bodenständigkeit trotz Erfolges

Jedoch auch Robert Klauß scheint seine Wurzeln nicht vergessen zu haben. Schließlich nutzte der 37-Jährige die vergangene Länderspielpause, um bei seinem ehemaligen Verein, dem SSV Markranstädt vorbeizuschauen. Doch lediglich vorbeischauen, wäre wohl zu einfach gewesen.

Der Club Trainer erklärte sich dazu bereit, um im Spiel des Sachsen Pokals wieder als Spieler mitzuwirken. Er wurde zwar erst in der Schlussphase des Spiels eingewechselt und musste am Ende eine Niederlage einstecken, jedoch zeigt diese Angelegenheit, wie bodenständig Klauß trotz Erfolges geblieben ist.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Heimspiel gegen die KSV Holstein Kiel eine äußerst knifflige Aufgabe auf die Franken. Jedoch darf man die Kieler trotz einer aktuell eher enttäuschenden Saison keinesfalls unterschätzen.

Denn die Kieler scheinen sich unter ihrem neuen Cheftrainer Marcel Rapp gefangen zu haben und befinden sich aktuell wieder auf dem Weg aus dem Tabellenkeller der 2.Bundesliga.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine intensive Begegnung freuen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob der FCN wieder in die Erfolgsspur zurückfinden kann oder ob es den Kielern gelingt auch in Nürnberg etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten vom 1.FC Nürnberg.

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