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Schafft der FC Ingolstadt 04 den Klassenerhalt?

Schafft der FC Ingolstadt 04 den Klassenerhalt?

Platz Achtzehn nach Neunzehn Spieltagen. Torverhältnis von 15:39. Bislang lediglich zehn Punkte geholt. Die Rückkehr in das Unterhaus der Bundesliga hätte man sich in den Reihen der Schanzer sicherlich anders vorgestellt. (Foto: IMAGO / Picture Point LE)

Nach dem Aufstieg im vergangenen Sommer fand in Ingolstadt der große Umbruch statt. Mit Cheftrainer Tomas Oral und Sportdirektor Michael Henke verließen den Klub gleich zwei Akteure, welche die Vergangenheit der Schanzer sehr geprägt haben. Mit dem zum Cheftrainer beförderten Roberto Pätzold und dem neuen Manager Malte Metzelder sollte der Umbruch in den Führungspositionen des Klubs stattfinden.

Doch die Amtszeit von Trainer Pätzold sollte nur von kurzer Dauer sein. Nach Pätzold probierte sich ebenfalls Andre Schubert als Cheftrainer der Schanzer und scheiterte jedoch kläglich. Nun ist mit Rüdiger Rehm bereits der dritte Trainer in der laufenden Saison im Amt. Sein Start bei den Schanzer verlief jedoch etwas holprig.

Doch kann der FC Ingolstadt die Wende schaffen und am Ende der Saison den Klassenerhalt feiern?

Pätzold übernimmt Traineramt im Sommer 2021

Es dürfte wohl die meisten überrascht haben, als die Verantwortlichen des FCI bekanntgaben, dass der bisherige U19-Trainer Roberto Pätzold die Nachfolge von Tomas Oral antreten wird. Die Verantwortlichen waren überzeugt von den Fähigkeiten Pätzolds und waren sich sicher, dass er die Mannschaft vor allem spielerisch weiterentwickeln werde.

Jedoch konnte Pätzold die in ihn gesetzten Hoffnungen nur in ganz wenigen Spielen erfüllen. Die Schanzer wirkten unter seiner Leitung über weite Strecken der Spiele planlos und schienen mit der neuen Herausforderung zweite Bundesliga maßlos überfordert zu sein.

Besonders erschreckend zu beobachten dürfte es wohl gewesen sein, dass die Mannschaft die Grundtugenden und ursprünglichen Stärken der Schanzer komplett vermissen ließen. Die Mannschaft trat nicht als eine geschlossene Einheit auf, puschte sich nicht gegenseitig nach gewonnenen Zweikämpfen und agierte nicht eklig und hartnäckig gegen den Ball.

Und so kam es wie es kommen musste, sodass Roberto Pätzold nach lediglich neun Pflichtspielen als Cheftrainer seinen Hut nehmen musste.

Rüdiger Rehm kommt und soll es richten

Nach Roberto Pätzold verpflichteten die Verantwortlichen Andre Schubert als neuen Übungsleiter. Jedoch war die Zeit des 50-jährigen Fußballlehrers ebenfalls nicht von Erfolg geprägt. Nach neun Spielen ohne einen einzigen Sieg, musste auch er seinen Posten als Cheftrainer der Schanzer wieder räumen.

Als dritten Trainer in der laufenden Saison präsentierte der FCI Rüdiger Rehm. Der 43-jährige ist unter anderem durch seine Explosivität und seinen Ehrgeiz bekannt, welche er bei seinen vorherigen Stationen stets an den Tag legte.

Die Verantwortlichen dürften mit der Personalie Rehm genau den Trainer geholt haben, welcher durch seine kämpferische Einstellung und seine Idee spielen zu lassen möglicherweise die dringend benötigten Impulse setzen kann.

Kader wird in Winterpause verstärkt

Den Verantwortlichen dürfte wohl zu Beginn der Winterpause klar gewesen sein, dass die Mannschaft an einigen Stellen dringend Verstärkungen benötigt, um das Ziel Klassenerhalt erreichen zu können.

Die Schanzer konnten in der Winterpause erfolgreich auf dem Transfermarkt zuschlagen und unter anderem mit Offensivspieler Florian Pick, Innenverteidiger Nikola Stevanovic und Torhüter Dejan Stojanovic neue Spieler für sich gewinnen.

Besonders die Verpflichtung von Torhüter Dejan Stojanovic gilt es zu erwähnen. Der 28-jährige Schlussmann, welcher auf Leihbasis inklusive Kaufoption vom FC Middlesbrough kommt, kennt die 2.Bundesliga bereits bestens aus seiner Zeit beim Ligakonkurrenten FC. St.Pauli.

Dieser Transfer dürfte für die Verantwortlichen wohl von höchster Priorität gewesen sein, da der bisherige Stammtorhüter Fabijan Buntic nicht als sicherer Rückhalt agieren konnte und zu großen Teilen unsicher wirkte.

Kutschke - Hoffnungsträger oder Problem?

Die Personalie Stefan Kutschke dürfte wohl auch für Rüdiger Rehm zu einer ganz besonderen Aufgabe werden. Denn immerhin befindet sich der einstige Hoffnungsträger und aktueller Mannschaftskapitän in einem schon länger anhaltenden Formtief.

Der einstige Torgarant kommt in der laufenden Spielzeit lediglich auf zwei erzielte Tore und bereite zudem einen weiteren Treffer vor. Auch die Leistungen von Kutschke waren nicht mehr so gut wie in der Vergangenheit und man könnte meinen, dass er aufgrund seines fortgeschrittenen Alters und seiner Tempodefizite nicht mehr bzw. nur mit großer Mühe in der 2.Bundesliga mithalten kann.

Und warum sollte Rüdiger Rehm dann trotzdem noch auf ihn setzen? Ganz einfach. Denn Kutschke ist immer noch ein unersetzlicher Führungsspieler in den Reihen der Schanzer, der stets versucht sein Team anzutreiben und zu motivieren. Besonders in Zweikämpfen gibt der 33-jährige Routinier oftmals die Linie vor, wenn er konsequent dazwischen geht, zu einem Foul greift und dem Gegner damit klar die Grenzen aufzeigt.

Es dürfte also für Rehm eine große Bedeutung haben, dass er weiterhin auf den Mittelstürmer baut, da Kutschke die dringend benötigte Mentalität und Aggressivität in das Team bringt und dies auch von seinen Mitspielern fordert. Auch die Erfahrung des Routiniers und seine ursprünglichen Torjäger-Qualitäten werden für den Abstiegskampf noch eine wichtige Rolle spielen.

Chance auf Klassenerhalt unter bestimmten Voraussetzungen

Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt aktuell bereits zehn Punkte und auch auf den Relegationsplatz sind es stolze sieben Punkte Rückstand. Jedoch gilt es hier auch zu erwähnen, dass gerade einmal 19 Spieltage gespielt sind und noch sehr viele Punkte geholt werden können.

Deswegen wäre man in den Reihen der Schanzer gut damit beraten, wenn man jetzt noch nicht den Kopf in den Sand steckt und ganz im Gegenteil nun eine “Jetzt-erst-recht-Mentalität” entwickelt. Schließlich haben die Ingolstädter noch alles in der eigenen Hand.

Jedoch muss man dringend wieder zu den alten Stärken Ingolstadts wieder finden, welche den Verein in seiner Vergangenheit so enorm geprägt haben. Das Team sollte den Abstiegskampf nun endgültig angenommen haben und dies auch in den Spielen zeigen, indem man als eine Einheit um jeden einzelnen Punkt kämpft.

Besonders das Zweikampfverhalten dürfte für die Schanzer eine große Rolle spielen. Hierbei gilt es, dass das Team wieder eklig zu bespielen werden muss und es auch nicht davor zurückschreckt ein Foul zu ziehen bzw. konsequent zur Sache zu gehen.

Zudem muss Trainer Rehm wohl speziell am Abschlussverhalten seiner Akteure arbeiten. Schließlich muss dies einfach effektiver werden, da man aktuell die schlechteste Offensive der 2.Bundesliga besitzt. Vor allem muss die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor wieder zurückkehren, da man nicht erwarten kann, dass sich der FCI in den verbleibenden Spielen jeweils ein klares Chancenplus an guten Torchancen erspielen wird.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 eine äußerst schwierige Aufgabe auf die Schanzer.

Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht gilt wohl neben Tabellenführer St.Pauli als das Überraschungsteam der 2.Bundesliga und zeichnet sich besonders durch seine Torgier und Offensivstärke aus. Besonders durch das Hinspiel dürfte man in Ingolstadt vor der kommenden Aufgabe gewarnt sein, da sich in der Hinrunde Darmstadt im direkten Duell deutlich durchsetzen konnte (6:1).

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr hitzige und brisante Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob der FCI die dringend benötigten Punkte im Abstiegskampf gegen den Tabellenzweiten holen kann oder ob die Südhessen ihrer Favoritenrolle gerecht werden und die drei Zähler aus Ingolstadt mitnehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten des SV Darmstadt 98.

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