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Daniel-Kofi Kyereh – der Unterschiedsspieler des FC St. Pauli

Daniel-Kofi Kyereh – der Unterschiedsspieler des FC St. Pauli

Er gilt wohl als einer der besten Offensivspieler in der laufenden Spielzeit der 2. Bundesliga. Mit dem FC St. Pauli mischt er aktuell die Liga auf und ist mittendrin im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga. Die Rede ist von Daniel-Kofi Kyereh. (Foto: IMAGO / Philipp Szyza)

Doch all dies musste sich Kyereh hart erarbeiten und besonders zu Beginn seiner Karriere den ein oder anderen Umweg nehmen, um den Traum von der Profikarriere am Leben zu erhalten.

Doch wie kam es zu dieser Entwicklung des Daniel-Kofi Kyereh? Und wie sieht seine sportliche Zukunft aus? Wir werfen einen genaueren Blick auf die Karriere des Offensivspielers und wagen schon mal einen vorsichtigen Blick in die Zukunft.

TSV Havelse als Sprungbrett

Mit Blick auf den Beginn seiner Karriere hätte es wohl niemanden großartig überrascht, wenn es mit Profikarriere nicht geklappt hätte. Schließlich durchlief Kyereh zwar die Jugendmannschaften von Eintracht Braunschweig und dem VFL Wolfsburg, jedoch ohne dabei besonders in Erscheinung zu treten. Vor allem in Wolfsburg kam er über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinaus, sodass er sich im Sommer 2014 für einen Wechsel in die U19-Mannschaft der TSV Havelse entschloss.

Was viele für einen Rückschritt hielten, sollte sich für Kyereh als goldrichtig erweisen. Es benötigte zwar besonders zu Beginn ein wenig Zeit, bis sich der damals 18-jährige Kyereh an das neue Umfeld gewohnt hatte. Jedoch fand sich der Offensivspieler mit der Zeit immer besser zurecht. Nach soliden Spielzeiten sollte dem Ghanaer in der Spielzeit 2017/18 der endgültige Durchbruch in Havelse gelingen.

Diese Leistungen sollten auch bei höherklassigen Vereinen nicht unbemerkt bleiben und so kam es, dass der Drittligist SV Wehen Wiesbaden den Angreifer im Sommer 2018 unter Vertrag nahm.

Positive Entwicklung in Wiesbaden

In der Fußballbranche merkt man bei Transfers relativ schnell, ob ein Trainer den Spieler unbedingt haben möchte und ihn perfekt in die Spielphilosophie einbauen kann. Genau dies galt wohl auch für den damaligen Wiesbaden Trainer Rüdiger Rehm, welcher sofort wusste, wie er die Stärken Kyerehs nutzen kann.

So kam es, dass sich der pfeilschnelle Angreifer ohne Probleme an die Mannschaft der Wiesbadener gewöhnen und sich als Stammspieler etablieren konnte. In seiner ersten Spielzeit bei den Hessen nahm er sofort eine Führungsposition ein und hatte mit fünfzehn Toren und fünf Vorlagen einen entscheidenden Anteil daran, dass Wehen die Aufstiegsrelegation erreichen und schlussendlich den Aufstieg in die 2. Bundesliga feiern konnten.

Im folgenden Jahr lief es jedoch für die Hessen weniger erfolgreich, sodass man den Gang in die 3. Liga wieder antreten musste. Jedoch konnten auch zahlreiche Akteure trotz sportlicher Misere überzeugen, zu denen auch Daniel-Kofi Kyereh gehörte.

Durch die offensive Spielphilosophie gelang es dem Offensivspieler seine Stärken am Ball, seinen Torriecher und auch das Auge für seine Mitspieler unter Beweis zu stellen. Hierbei gilt es besonders zu erwähnen, dass sich Kyereh nicht mehr in seiner einstigen Rolle des Stürmers wiederfand, sondern in der 2. Bundesliga mehr im offensiven Mittelfeld agierte.

Aufgrund seiner Leistungen dürfte es wohl niemanden überrascht haben, als sich Kyereh im Sommer 2020 dem FC St. Pauli anschloss und somit der 2. Bundesliga erhalten blieb.

Keine Anlaufschwierigkeiten bei St. Pauli

Wer nun dachte, dass es Kyereh bei seinem neuen Arbeitgeber schwer haben werde an Spielzeit zu kommen, sollte sich getäuscht haben. Der damalige neue Cheftrainer Timo Schultz legte den Fokus auf das Spielerische und wollte genau dieses im Spiel der Kiezkicker verbessern. Nach einer eher enttäuschend verlaufenen Hinrunde, drehte das Trainerteam an den notwendigen Schrauben, sodass man eine phänomenale Rückrunde spielte und die Saison auf einem zehnten Tabellenplatz beendete.

An dieser Aufholjagd hatte auch Kyereh einen bedeutenden Anteil, da er über die gesamte Spielzeit im offensiven Mittelfeld der Kiezkicker gesetzt war und zudem stolze neun Tore selbst erzielen und weitere zehn Treffer vorbereiten konnte. Diese Leistungen sollten auch in seinem Heimatland Ghana bemerkt werden, sodass Kyereh sein Nationalmannschaftsdebüt feiern und sogar beim Afrika-Cup mitwirken konnte.

So manch einer dürfte sich wohl gefragt haben nach der Saison 2020/21, ob Kyereh diese Leistungen auch in der folgenden Spielzeit zeigen kann. Diejenigen dürften wohl, mit Blick auf die laufende Spielzeit, eine klare Antwort erhalten haben. Der Ghanaer blüht in der aktuellen Saison regelrecht auf und begeistert die Fans regelmäßig mit seinem Spielwitz, seiner Technik, seinem Torriecher und seinem Spielverständnis. Auch die Statistiken lassen daran keinen Zweifel. Der Mittelfeldspieler konnte in der laufenden Spielzeit bereits neun Tore erzielen und weitere zehn Treffer vorbereiten.

Wie gehts ab Sommer für Kyereh weiter?

Die Beantwortung dieser Frage dürfte wohl nach aktuellen Geschehen noch nicht möglich sein. Jedoch lassen sich über die Zukunft des Mittelfeldspielers schon gewisse Tendenzen erkennen. Zum einen dürfte es wohl auf der Hand liegen, dass ein Verbleib auf St. Pauli nur mit einem Aufstieg in die Bundesliga möglich sein wird.

In mehreren Interviews gab der Ghanaar bereits öffentlich zu, dass die Bundesliga ein großer Traum von ihm sei, welchen er unbedingt eines Tages verwirklichen möchte. Sollte der FC St. Pauli den Aufstieg allerdings nicht schaffen, müsste man Kyereh wohl auch wegen der Laufzeit seines Vertrages (30.6.2023) im Sommer ziehen lassen, um noch eine angemessene Ablöse generieren zu können.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim eine äußerst knifflige Aufgabe auf die Kiezkicker. Jedoch darf man FCH aufgrund seiner anhaltenden Auswärtsschwäche keinesfalls unterschätzen.

Denn schließlich verfügt die Mannschaft von Cheftrainer Frank Schmidt über genug individuelle Qualität, wie man zuletzt auch beim Heimsieg gegen den SV Werder Bremen (2:1) sehen konnte.

Alles in allem dürfen sich die Fans wohl auf eine äußerst spannende und intensive Begegnung freuen. Es wird spannend zu beobachten sein, ob die Kiezkicker mit einem Heimsieg auch weiterhin in der Spitzengruppe der Liga bleiben können oder ob der FCH seinen ersten Auswärtssieg im Kalenderjahr 2022 einfahren und in der Tabelle den Rückstand auf St. Pauli verkürzen kann.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten des FC St. Pauli.

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