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Hannover 96 – ein Saisonstart mit viel Luft nach oben

Hannover 96 – ein Saisonstart mit viel Luft nach oben

Platz Zwölf nach Vier Spieltagen. Torverhältnis von 6:8. Mit dem Saisonstart in die Spielzeit 2022/23 können sowohl die Verantwortlichen als auch die Fans von Hannover 96 nur bedingt zufrieden sein. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

In der Sommervorbereitung holten die Niedersachsen mit Stefan Leitl einen neuen Cheftrainer, der in Hannover etwas Langfristiges aufbauen und ein Spielsystem installieren soll. Zusammen mit Sportdirektor Marcus Mann verpasste Leitl dem Kader der Niedersachsen ein neues Gesicht und brachte frische Impulse rein.

Wir machen den ausführlichen Check über Hannover 96, schauen uns die bisherigen Pflichtspiele im Detail an und geben eine Prognose für die laufende Spielzeit ab.

Einführung eines aktiven Spielsystems

Der Wunsch der Verantwortlichen und der Fans dürfte wohl nach der abgelaufenen Spielzeit klar gewesen sein. Es sollte ein Trainer verpflichtet werden, der ein klares Spielsystem mitbringt und etwas Langfristiges aufbaut. Schließlich spielte der Traditionsklub in den vergangenen Spielzeiten nie um den Aufstieg in die Bundesliga, sondern ausschließlich um den Klassenerhalt.

Mit Stefan Leitl scheint man nun den passenden Trainer für diese anspruchsvolle Aufgabe gefunden zu haben. Schließlich konnte man innerhalb der ersten fünf Pflichtspielen schon viele Veränderungen im Vergleich zur letzten Spielzeit erkennen.

Die Veränderungen beginnen bereits bei dem Spielsystem. Schließlich spielen die Niedersachsen nun in einem 4-3-1-2 System. Hierbei dürfte besonders auffallen, dass Trainer Leitl sein einstiges Erfolgssystem aus Fürth mitgebracht hat. Zudem gilt es zu erwähnen, dass die Rothemden in ihrem Spielsystem auf keine richtigen Flügelspieler setzen. Dementsprechend herrscht im Mittelfeld eine enorme Flexibilität, sodass auch zentrale Mittelfeldspieler des Öfteren auf den Flügel ausweichen.

Ein weitere Veränderung dürfte wohl die aktive Herangehensweise der Mannschaft sein. Denn schließlich war Leitl noch nie für abwartenden und passiven “Angsthasen-Fußball” bekannt und dies hat er auch bei Hannover 96 nicht vor. Die Niedersachsen wollen den Ball in den eigenen Reihen haben und im Spielgeschehen aktiv sein. Dies dürfte besonders die Fans freuen, da ihre Mannschaft nun endlich wieder aktiven Fußball spielen und nicht mehr ausschließlich gegen den Ball kämpfen will.

Die Hoffnungsträger

Eines der neuen und hoffnungsvollen Gesichter der Niedersachsen dürfte Außenverteidiger Derrick Köhn sein. Der 23-jährige Linksverteidiger kam im Sommer vom Willem II Tilburg für eine Ablösesumme von 0,5 Millionen Euro. Auch angesichts dieser Ablösesumme dürften die Erwartungen wohl bereits vor seinem ersten Tag in Hannover hoch gewesen sein.

Jedoch sollte man bereits nach kurzer Zeit feststellen, dass sich Köhn als guter und sinnvoller Transfer herausgestellt hat. Köhn agiert im ballbesitzorientierten Spiel von Trainer Leitl als pausenloser Antreiber auf seiner linken Seite und hat zudem stets den Kopf oben, um seine Mitspieler in Szene setzen zu können. Jedoch verfügt Köhn auch selbst über einen guten Abschluss, mit welchem er schon das ein oder andere Mal die gegnerischen Torhüter vor große Probleme stellte.

Ein weiterer Hoffnungsträger dürfte wohl Angreifer Havard Nielsen sein. Der Mittelstürmer kam im Sommer ablösefrei von Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth und soll nun den Sturm der Niedersachsen beleben und für frische Impulse sorgen. Es dürfte für Nielsen von Vorteil sein, dass er bereits erfolgreich mit Stefan Leitl zusammengearbeitet hat und das Spielsystem bestens kennt. In seinen bisherigen fünf Einsätzen konnte Nielsen bisher bereits zwei Tore erzielen und in vereinzelten Situationen sein Können unter Beweis stellen.

Die bisherigen Enttäuschungen

Zu einer der bisher größten Enttäuschungen dürfte wohl Neuzugang Max Besuschkow gehören. Der zentrale Mittelfeldspieler kam im vergangenen Sommer ablösefrei von Zweitligist SSV Jahn Regensburg und sollte das Mittelfeld der Hannoveraner stärken.

Doch an die Leistungen aus Regensburg konnte Besuschkow bisher noch nicht anknüpfen. Es wirkt so, als ob der 25-Jährige noch Anpassungsprobleme an das Spielsystem von Leitl und an das neue Umfeld hat. Schließlich ist von den einstigen Stärken des Mittelfeldspielers aktuell recht wenig zu sehen. Der Mittelfeldspieler zeichnete sich einst aus mit seiner Spielintelligenz und seinem Auge für die Mitspieler, welche er mit Pässen in die Schnittstellen gut in Szene setzen konnte.

Von diesen Stärken konnte man bisher jedoch nur sehr wenig sehen und man kann nur hoffen, dass Besuschkow zu seinen Stärken zurückfindet und sich an das Spielsystem der Hannoveraner gewöhnen kann.

Die Schwachstellen von Hannover 96

Natürlich ist die aktuelle Spielzeit noch sehr jung und Hannover 96 hat einen Umbruch inklusive Trainerwechsel hinter sich. Jedoch darf man vor den aktuellen Schwächen der Niedersachsen nicht die Augen verschließen.

Denn schließlich fiel des Öfteren auf, dass die Niedersachsen teils große Probleme im Passspiel haben, was besonders in dem ballbesitzorientierten System unter Stefan Leitl eine große Schwachstelle ist. Ein gutes Beispiel dürfte hierbei das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gewesen sein, indem die Niedersachsen aktiv agieren wollten, aber sich das Leben durch eine miserable Passquote selbst schwer machten.

Eine weitere Schwäche dürfte wohl die bisher teils fehlende Kreativität und das fehlende Tempo im Spiel der Hannoveraner sein. Schließlich merkt man es den Niedersachsen im letzten Drittel an, dass sie keine Flügelspieler mit Tempo im Spiel haben, sodass oftmals Außenverteidiger Köhn der einzige Antreiber und zugleich auch einziger Ideengeber bisher gewesen ist.

Offensive als Sorgenkind

Die Offensive gehörte in der abgelaufenen Spielzeit zu den ganz großen Problemen der Hannoveraner. Man wirkte offensiv des Öfteren ohne Plan und vergab die wenigen Torchancen kläglich. Umso überraschender dürfte es für die Fans von Hannover 96 wohl gewesen sein, dass man bis auf Havard Nielsen keine weiteren Stürmer holte.

Der Grund hierfür ist relativ simpel. Denn Stefan Leitl wollte nach Nielsen grundsätzlich keinen weiteren Stürmer verpflichten und lieber auf das vorhandene Personal im Sturm setzen. Grundsätzlich fordert Leitl hierbei von jedem Spieler die berühmte “Torgeilheit” und will nicht nur einen oder zwei Spieler in der Mannschaft haben, die Tore schießen können. Die Mannschaft soll als kollektiv agieren und sich nicht über Einzelspieler auszeichnen.

Prognose für die laufende Spielzeit

Natürlich lässt es sich zu Beginn einer neuen Spielzeit nur relativ schwer sagen, wo eine Mannschaft tabellarisch am Ende der Saison stehen wird. Schließlich kann eine Vielzahl von Faktoren hierbei Einfluss haben, z.B. Verletzungen.

Es wäre zum jetzigen Zeitpunkt fatal, wenn man den Niedersachsen Aufstiegschancen einräumen würde. Natürlich sehnt sich die Stadt nach der Bundesliga und zudem sind die Ansprüche des Klubs auch höherklassig. Jedoch greifen aktuell noch nicht alle Automatismen im Spiel der Hannoveraner, was eine Rückkehr in die Bundesliga in weite Ferne rückt.

Insgesamt sollte eine Platzierung zwischen den Plätzen sieben und zehn ein durchaus realistisches Ziel sein.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel beim 1. FC Magdeburg eine äußerst spannende und zugleich unangenehme Aufgabe auf Hannover 96.

Die Mannschaft von Trainer Christian Titz befindet sich zwar aktuell auf Platz Sechzehn der Tabelle, aber darf dennoch keinesfalls unterschätzt werden. Der FCM zeichnet sich über seine aktive Spielweise aus und dürfte besonders durch die phänomenale Unterstützung seiner Fans, ein ziemlich unangenehmer Gegner werden.

🏆 Bwin Quoten für 1. FC Magdeburg vs. Hannover 96

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr hitzige Begegnung freuen, in der beide Teams den Sieg einfahren wollen, um in der Tabelle weiter nach oben zu klettern und den unteren Tabellenbereich zu verlassen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern minimal auf Seiten von Hannover 96.

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