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Christian Eichner - der Guardiola des Karlsruher SC

Christian Eichner - der Guardiola des Karlsruher SC

Er kam, sah und siegte. Diese berühmten Worte dürften wohl die Erfolgsgeschichte von Christian Eichner beim Karlsruher SC beschreiben. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Schließlich formte Eichner einen einstigen Abstiegskandidaten zu einem gestanden Verein der 2.Bundesliga, welcher in der Spielzeit 2020/21 sogar Chancen im Aufstiegsrennen hatte und am Ende einen souveränen sechsten Tabellenplatz erreichen konnte.

Doch was ist das Erfolgsrezept von Christian Eichner beim Karlsruher SC?

Erst Interims- und dann Dauerlösung für Trainerposten

Die Spielzeit 2019/20 in der 2.Bundesliga sollte für den Karlsruher SC eine äußerst nervenaufreibende werden und mit der permanenten Abstiegsangst verbunden sein. Unter ihrem damaligen Aufstiegstrainer Alois Schwartz fand der KSC nicht richtig in die Spur und befand sich nach dem 20.Spieltag auf einem direkten Abstiegsplatz.

Die Verantwortlichen zogen daraufhin die Reißleine und trennten sich von Schwartz. Als zunächst vorübergehende Interimslösung sollte der einstige Fußballprofi Christian Eichner übernehmen. Die Meisten glaubten nicht an eine sportliche Wende unter Eichner. Doch diese Kritiker sollte Eichner eines Besseren belehren.

Er machte seinen Job so gut, sodass er am Ende den Klassenerhalt mit dem Team schaffte und zur Belohnung den Posten des Cheftrainers angeboten bekam.

Eichner gibt klare Linie vor

Wenn man den Fußball beschreiben würde, welchen Christian Eichner von seinem Team sehen will, kommt man wohl um das Wort Disziplin keinesfalls drumherum. Denn genau diese will der 39-jährige Fußballlehrer stets von seinem Team sehen.

Natürlich gilt es hierbei auch zu erwähnen, dass der KSC keinen Zauberfußball spielt und jeden Gegner wortwörtlich an die Wand spielt. Aber dies erwartet nun auch keiner von den Karlsruhern. Die Mannschaft scheint die Spielidee von Trainer Eichner jedoch sehr gut verstanden zu haben und kann diese gut in den Spielen

Ebenfalls zu betonen gilt das Verhalten des KSC bei gegnerischen Ballbesitz. Die Badener versuchen es dem Gegner so schwer wie möglich zu machen sie zu bespielen und wollen stets eklig bei der Arbeit gegen den Ball agieren.

Zudem spielt die Leidenschaft und die Mentalität eine wichtige Rolle unter Eichner. Dieser zeigte diese Eigenschaften schon zu Zeiten seiner Spielerkarriere und lebt diese Einstellung auch jetzt an der Seitenlinie seinen Spielern vor. Hierbei dürfte klar sein, dass Spieler, welche nur halbherzig auf dem Spielfeld agieren, unter Eichner einen schweren Stand haben.

Nimmt kein Blatt vor den Mund

Seine Authentizität dürfte wohl zu den ganz großen Stärken des Christian Eichner gehören. Schließlich analysiert der Fußballlehrer die Dinge so wie sind und versucht dabei absolut nichts zu verschönigen, wo es nicht zu verschönigen gibt. Durch diese absolut realistische Sicht und diese offene Art sammelt Eichner in der Öffentlichkeit regelmäßig Sympathiepunkte.

Denn es gilt hierbei zu erwähnen, dass solche “echten” Typen in der Fußball-Branche relativ rar sind, da die Akteure deutlich sensibler gegenüber öffentlicher bzw. allgemeiner Kritik geworden sind. Doch in Karlsruhe scheinen die Akteure und besonders die Spieler diese offene Art sehr zu begrüßen. Ansonsten würde es beim KSC nicht so harmonisch und ruhig hinsichtlich des Umgangs von Eichner mit seinen Spielern ausschauen.

Eichner gibt Talenten eine Chance

Das große Ziel von Christian Eichner beim Karlsruher SC dürfte jedem bekannt sein. Es gilt den Verein auf lange Sicht als stabilen Zweitligisten zu integrieren. Um dieses Ziel erreichen zu können, hat man sich beim KSC das Ziel gesetzt, die eigenen Talente aus dem Nachwuchsbereich zu fördern.

Die beiden Spieler Malik Batmaz und Tim Breithaupt dürften wohl zwei sehr gute Beispiele sein, für diesen vom Klub eingeschlagenen Weg. Denn schließlich kommen beide Spieler aus dem eigenen Nachwuchsbereich, durchliefen die Jugendmannschaften des KSC und gaben ihr Zweitliga-Debüt unter der Leitung von Christian Eichner.

Das Alter eines Spielers scheint für Eichner keine entscheidende Rolle zu spielen, wie der Übungsleiter schon des Öfteren in der Öffentlichkeit mitteilte. Es geht für Eichner vielmehr darum, dass Spieler ihre Leistung bringen, sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen und die vorgegebene Spielidee verstehen und umsetzen können.

Dementsprechend kann es durchaus auch zu Situationen kommen, in denen jüngere und unerfahrene Spieler den Vorzug gegenüber erfahrenen Leistungsträgern bekommen.

Gibt ausschließlich Eichner-Befürworter in Karlsruhe

Das Thema Wertschätzung dürfte in Karlsruhe offenbar eine wichtige Bedeutung haben. Denn diese scheint Christian Eichner für seine Arbeit und für seine Person täglich zu erhalten. Die Fans lieben ihn. Die Bosse vertrauen ihm und die Spieler glauben an eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihm.

Dass die Spieler an den eingeschlagenen Weg unter Christian Eichner glauben, sieht man daran, dass in den vergangenen Jahren auch stark umworbene Spieler des KSC dem Verein die Treue gehalten haben. Das beste Beispiel hierfür dürfte wohl Mittelfeldstratege Marvin Wanitzek sein, der schon in der Vergangenheit des Öfteren das Interesse höherklassiger Klubs erweckte und dennoch in Karlsruhe blieb.

Dass die Verantwortlichen an Christian Eichner und sein Trainerteam glauben, erkennt man an der langfristigen Vertragsverlängerung des Trainerteams. Christian Eichner und sein Co-Trainer Zlatan Bajramovic verlängerten ihre Verträge bis 2025 und sollen den weiteren Weg des Vereins damit auch weiterhin prägen.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg eine besonders knifflige Aufgabe auf den KSC. Jedoch darf man den FCN aufgrund der jüngsten Misserfolge keinesfalls unterschätzen.

Denn schließlich gehören die Nürnberger unter ihrem Trainer Robert Klauß zu den Topteams der Liga. Auch die zuletzt erlittene deutliche Niederlage gegen den FC Ingolstadt (0:5) dürfte die Nürnberger wohl zusätzlich motivieren, sodass sie darauf aus sein werden Wiedergutmachung zu betreiben, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr brisante Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob der KSC mit einem Sieg in der Tabelle weiter nach oben klettern kann oder ob sich der FCN gefestigt zeigt und sich mit einem Sieg zurück im Aufstiegsrennen meldet.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern knapp auf Seiten des Karlsruher SC.

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