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Stephan Ambrosius – über den Karlsruher SC zur WM in Katar?

Stephan Ambrosius – über den Karlsruher SC zur WM in Katar?

Der Karlsruher SC hat nach anfänglichen Startproblemen die Kurve bekommen in der 2. Bundesliga. Das Team von Christian Eichner überzeugt als eine geschlossene Einheit und konnte in der Tabelle auf den achten Tabellenplatz klettern. An diesem Formhoch der Badener hat auch Stephan Ambrosius seinen Anteil. (Bild: IMAGO / Christian Schroedter)

Der 23-Jährige wechselte zu Beginn der Spielzeit leihweise vom Hamburger SV zu den Karlsruhern und sollte die Probleme in der Innenverteidigung lösen. Dies gelang Ambrosius bisher und nun träumt er sogar von einer Teilnahme an der kommenden Weltmeisterschaft mit der Nationalmannschaft Ghanas.

Doch wie stehen seine Chance auf eine endgültige Nominierung in den WM-Kader? Wir machen den Check über seine bisherige Karriere und geben zudem eine Prognose über seine weitere sportliche Zukunft ab.

Karrierebeginn geprägt von Verletzungen

Der Fußball schreibt seine eigenen Geschichten. Manche Talente schaffen früh den Durchbruch im Herrenbereich und starten eine große Karriere. Jedoch ist dies leider nicht bei allen Talenten der Fall. Bei Stephan Ambrosius legten ihm in der Vergangenheit stets schwerwiegende Verletzungen Steine in den Weg.

Sein Bundesligadebüt gab er bereits im Alter von 20 Jahren im Jahr 2018 gegen den VfB Stuttgart. Der Hamburger SV war stolz auf sein Eigengewächs und es wurde Stephan Ambrosius bereits eine große Zukunft vorhergesagt. Jedoch sollte der einstige Bundesliga-Dino im Jahr 2018 in die 2. Bundesliga absteigen und für Ambrosius sollte es sogar noch schlimmer kommen.

Der Youngster zog sich einen Kreuzbandriss zu und fiel für Monate aus. Nach dieser Verletzung brauchte Ambrosius eine lange Zeit bis er sich wieder herankämpfen konnte. Jedoch sollte es ihm in der Saison 2020/21 unter Daniel Thioune gelingen, sich einen Stammplatz zu erspielen. Doch dies sollte kein Dauerzustand bleiben und so kam es, dass sich der Innenverteidiger im Jahr 2021 zum zweiten Mal einen Kreuzbandriss zuzog und lange ausfiel.

Beim Hamburger SV ohne Chance auf Spielzeit

Es dürfte wohl jedem klar sein, dass ein Kreuzbandriss für einen Sportler eine große Herausforderung ist. Schließlich gilt es hierbei nicht nur körperlich wieder fit zu werden, sondern vor allem auch mental fit und positiv zu bleiben. Besonders bei Ambrosius dürften wohl viele aufmunternde Gespräche nötig gewesen. Immerhin hatte der Innenverteidiger im Alter von 23 Jahren bereits zwei schwerwiegende Verletzungen und musste sich in der Reha zurückkämpfen.

Jedoch sollte sich in seiner Abwesenheit auch Vieles ändern beim Hamburger SV. Schließlich schafften die Rothosen den Aufstieg in die Bundesliga nicht, sodass Daniel Thioune am Ende der Saison 2020/21 seinen Hut nehmen musste und mit Tim Walter ein neuer Cheftrainer inklusive neuen Spielsystem kam. Dies dürfte für Stephan Ambrosius besonders bitter gewesen, da er sich nicht dem neuen Trainer zeigen konnte und zudem seinen Stammplatz an Mario Vuskovic und Sebastian Schonlau verloren hatte.

Jedoch sollte sich Ambrosius auch nach dem zweiten Kreuzbandriss wieder zurückkämpfen, musste dann jedoch feststellen, dass Tim Walter für ihn keine Verwendung hatte und lieber auf die eingespielte Innenverteidigung setzte. Diese Situation sollte sich auch zur Spielzeit 2022/23 nicht ändern, sodass Stephan Ambrosius bis zum Saisonende an den Karlsruher SC verliehen wurde.

Leihe nach Karlsruhe bisher erfolgreich

Es dürfte wohl viele Fragezeichen gegeben haben im Lager des Karlsruher SC. Schließlich holte der KSC zwar einen hochtalentierten Innenverteidiger, jedoch besaß Ambrosius zu diesem Zeitpunkt keinen Spielrhythmus und seine Fitness dürfte wohl auch ein Thema gewesen sein. Aber die Kritikern und Zweifler des Leihgeschäfts sollten schnell eines Besseren belehrt werden.

Denn schließlich konnte sich der Innenverteidiger ohne große Probleme direkt in die neue Mannschaft einfügen und konnte der bis dahin wackelnden Defensive die nötige Stabilität verleihen. In seinem ersten Spiel für den KSC wirkte Ambrosius so, als ob er schon jahrelang im Dress der Badener spielen würde, harmonierte in der Innenverteidigung im Zusammenspiel mit Marcel Franke und konnte sich am Ende über die ersten drei Punkte beim neuen Arbeitgeber freuen.

Auch in den darauffolgenden Spielen sollte sich Ambrosius einen Stammplatz unter Christian Eichner erspielen und konnte bislang überzeugen. Besonders sein Zweikampfverhalten und seine Mentalität dürften dem restlichen Team gut tun und den nötigen Rückhalt geben.

Wie geht's ab nächster Saison für ihn weiter?

Natürlich lässt es sich zum aktuellen Zeitpunkt noch schwer sagen, wo Stephan Ambrosius in der kommenden Spielzeit spielen wird. Schließlich gilt es zunächst erstmal abzuwarten, wie es mit seinen Leistungen und besonders seiner körperlichen Fitness weitergeht.

Jedoch dürfte man wohl eine Rückkehr zum Hamburger SV ausschließen. Schließlich spielte der Innenverteidiger bereits in der Vergangenheit keine Rolle in den Planungen von Tim Walter. Hierbei gilt es einfach zu erwähnen, dass Walter von seinen Innenverteidigern ein Aufbauspiel mit einer flexiblen Positionierung und feiner Technik erwartet.

Ein weiterer Verbleib in Karlsruhe dürfte wohl aufgrund der Vertragslänge bis 2024 schwierig werden. Denn sollte der Hamburger SV nicht mit Ambrosius planen, dürfte der Klub wohl nur an einem Verkauf interessiert sein. Dies könnte jedoch für finanziell eingeschränkte Karlsruher zum Problem werden.

Weltmeisterschaft in Katar im Bereich des Möglichen

Jedoch könnte bereits im kommenden Winter ein großer Traum für Ambrosius in Erfüllung gehen. Der Innenverteidiger hat sich nämlich dazu entschlossen, für die Nationalmannschaft von Ghana zu spielen.

Hierbei könnte es Ambrosius und allen anderen in Deutschland spielenden Akteuren mit der ghanaischen Staatsangehörigkeit zum Vorteil werden, dass die Nationalmannschaft nun von Otto Addo trainiert wird. Addo, der nach der Weltmeisterschaft wieder als Talent-Manager von Borussia Dortmund arbeiten wird, nominierte bereits zu den vergangenen Länderspielen einige Akteure von deutschen Vereinen.

Auch Stephan Ambrosius befand sich im Kader der Nationalmannschaft, jedoch blieb er ohne Einsatz. Die WM-Teilnahme ist für den 23-Jährigen sicherlich im Bereich des Möglichen. Aber es gilt hier auch zu erwähnen, dass Ambrosius seine zuletzt guten Leistungen konstant bis zur WM halten und zudem fit bleiben muss, um eine realistische Chance auf eine Nominierung zu haben.

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