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SpVgg Greuther Fürth – wird Patrick Glöckner der neue Cheftrainer?

SpVgg Greuther Fürth – wird Patrick Glöckner der neue Cheftrainer?

Nun herrscht endlich Klarheit. Cheftrainer Stefan Leitl wird den Bundesliga-Absteiger SpVgg Greuther Fürth nach drei Jahren verlassen und schließt sich dem Zweitligisten Hannover 96 an. Dieser Wechsel wurde schlussendlich realisiert durch eine Ausstiegsklausel im Vertrag des 44-jährigen Fußballlehrers, sodass das Kleeblatt immerhin noch eine Ablöse für seinen einstigen Aufstiegstrainer erhält. (Foto: IMAGO / Picture Point)

Die Fürther können so jedoch die Planungen für die kommende Saison mit Klarheit fortsetzen und den Neuaufbau im Unterhaus der Bundesliga planen. In der Öffentlichkeit sind bislang noch keine Kandidaten auf den Trainerposten genannt worden, die das schwere Erbe von Stefan Leitl antreten könnten.

Eine mögliche Option für den Posten könnte Patrick Glöckner sein. Der 45-Jährige wird nach Ende der Saison den Drittligisten SV Waldhof Mannheim verlassen und wäre dementsprechend ablösefrei zu haben.

Doch könnte Glöckner eine ernsthafte Option für den Bundesliga-Absteiger sein? Wir machen den Check.

Einstiger Aufstiegscoach bei Viktoria Köln

Was viele vielleicht noch nicht gewusst haben, ist, dass einst Patrick Glöckner den FC Viktoria Köln als Cheftrainer in die 3. Liga geführt hat. Denn schließlich waren die Kölner 2018 seine erste Station als Cheftrainer im deutschen Fußballgeschäft. Der Fußball-Lehrer konnte einen Punkteschnitt von 1,89 Punkte in der Regionalliga West aufweisen und war mit seinem Team auf Aufstiegskurs in die 3. Liga.

Doch den Aufstieg miterleben sollte Glöckner nicht mehr. Die Verantwortlichen bekamen aufgrund schwankender Leistungen in der Rückrunde ihre Zweifel, ob man den Aufstieg schaffen werde, sodass man sich kurz vor dem letzten Saisonspiel doch noch von seinem Cheftrainer Patrick Glöckner trennte. Am Ende der Saison schaffte Viktoria Köln den Aufstieg und Patrick Glöckner hatte in dieser Spielzeit gezeigt, dass er durchaus das Zeug zum Cheftrainer besitzt.

Station bei Chemnitz mit tragischem Ende

Nach seinem Engagement in Köln dauerte es ein Jahr, bis Glöckner den nächsten Posten als Cheftrainer annahm. Der 45-Jährige heuerte beim damaligen Drittligisten Chemnitzer FC an und trat die Nachfolge des zuvor entlassenen David Bergner an.

Hierbei gilt es jedoch zu erwähnen, dass sich der CFC damals in einer sportlich als auch finanziell schwierigen Situation befand und somit eine sehr anspruchsvolle Aufgabe für Glöckner war, für den es die erste Station im Profifußball war.

Doch diese Umstände sollten für den Fußballlehrer kein Problem sein und er konnte während seiner Amtszeit durchaus überzeugen. Schließlich hauchte er der Mannschaft neues Leben ein und konnte am Ende der Spielzeit einen Punkteschnitt von 1,52 Punkten aufweisen.

Jedoch sollte all dies nichts daran ändern, dass der CFC am Ende der Spielzeit 2019/20 den Abstieg in die Regionalliga Nordost hinnehmen musste. Das besonders Bittere hierbei dürfte gewesen sein, dass dem CFC, auf Tabellenplatz 17, nur ein Punkt gefehlt hat, um die Klasse doch noch zu halten.

Die gute und hingebungsvolle Arbeit von Patrick Glöckner sollte jedoch nicht unbemerkt bleiben und so kam es, dass er sich nach dem Saisonende dem Drittligisten SV Waldhof Mannheim anschloss.

Übernimmt schweres Erbe beim Waldhof

Besonders die Bedingungen am Anfang seiner Amtszeit in Mannheim dürften für Glöckner wohl sehr speziell gewesen sein. Schließlich trat er in die Fußstapfen des einstigen Mannheimer Aufstiegstrainer Bernhard Trares. Zusätzlich dürften wohl auch die sportlichen Ambitionen des Klubs reizvoll für Glöckner gewesen sein, da der Verein auf langfristige Sicht wieder in der 2. Bundesliga spielen möchte. Das Ziel dürfte für Glöckner also von Tag eins an bekannt gewesen sein, nämlich die Mannschaft weiterzuentwickeln und den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen.

Doch das angepeilte Ziel 2. Bundesliga sollte Glöckner mit dem Waldhof nicht erreichen. In seinen beiden Amtszeiten holte der Fußballtrainer zwar einen Punkteschnitt von stolzen 1,65 Punkten, aber konnte dennoch den Aufstieg nicht realisieren.

In der Spielzeit 2020/21 beendete er mit dem Waldhof die Saison auf einem ordentlichen achten Tabellenplatz. Wohingegen er die aktuelle Spielzeit schlechtestenfalls auf dem sechsten Tabellenplatz und bestenfalls noch auf dem vierten Tabellenplatz beenden kann.

Jedoch wird die Zeit von Glöckner beim Waldhof nach der laufenden Spielzeit enden. Beide Seiten einigten sich darauf, den auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern.

Das zeichnet den Trainer Patrick Glöckner aus

Hierbei dürfte wohl besonders seine offensive Spielphilosophie zu erwähnen sein. Denn schließlich gehörte der Waldhof unter Glöckner zu den offensiv gefährlichsten Teams der 3. Liga. Ein weiterer Punkt dürfte wohl das Passspiel sein. Glöckner bevorzugt ein gepflegtes Passspiel, in dem er nur ungern den langen Ball sehen will und es zudem von all seinen Spielern fordert, dass jeder den Ball auch wirklich haben und mit diesem was erreichen will.

Zudem gilt es auch die Körpersprache der Spieler zu erwähnen. Glöckner will von seinen Spielern die nötige Gier und den nötigen Biss sehen, um den Gegner klar seine Grenzen aufzuweisen. Diese Attribute lebt der 45-Jährige auch selbst an der Seitenlinie vor.

Die vermeintlichen Schwächen des Patrick Glöckner

Wenn man auf die Schwächen der Mannschaften von Patrick Glöckner schaut, lassen sich durch manche Verbesserungspunkte erkennen.

Einer dieser Punkte dürfte wohl das teils sehr wacklige Defensiv-Verhalten sein. Aufgrund der offensiv ausgerichteten Spielphilosophie scheint Glöckner noch kein so richtiges Gleichgewicht zwischen Angriff und Abwehr gefunden zu haben.

Ein weiterer Punkt, der besonders während seiner Amtszeit in Mannheim aufgefallen sein dürfte, ist die fehlende Konstanz. Denn schließlich konnte man den Waldhof vor seinen Spielen nie so richtig einschätzen. An guten Tagen konnte man gegen absolut jede Mannschaft gewinnen. Jedoch hatte man zwischendurch auch Spiele dazwischen, in denen man nicht mal ansatzweise das Potential abrufen und auch gegen wirklich jeden verlieren konnte.

Eine weitere Schwäche könnte wohl die fehlende Flexibilität bzw. der kaum vorhandene “Plan B” sein. Denn schließlich scheint gerade dies Glöckner, während seiner Amtszeit in Köln, schon zum Problem geworden zu sein.

Fazit

Patrick Glöckner könnte durchaus eine ernsthafte Option für die SpVgg Greuther Fürth im kommenden Sommer werden. Schließlich ist der Fußballtrainer dafür bekannt, dass er Fußball spielen lassen will, was durchaus zu der Spielphilosophie der Fürther passen würde.

Ein weiterer Pluspunkt wäre, dass Glöckner bereits gezeigt hat, wie er mit jungen Spielern arbeiten kann, was speziell beim Neuaufbau der Mittelfranken eine wichtige Rolle spielen dürfte.

Jedoch gilt es auch zu erwähnen, dass Glöckner als Cheftrainer keinerlei Erfahrung in der 2. Bundesliga besitzt. Genau dieser Punkt könnte sehr gefährlich für die Fürther werden, da man den Neuaufbau vollziehen und zugleich darauf achten muss, dass man nicht durchgereicht wird und in den Abstiegskampf der 2. Bundesliga gerät.

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