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Fabian Holland - der Dauerbrenner des SV Darmstadt 98

Fabian Holland - der Dauerbrenner des SV Darmstadt 98

Er gehört zu den dienstältesten Spielern des SV Darmstadt 98. Er trägt nun seit stolzen acht Jahren die Lilie auf der Brust und war dabei stets Leistungsträger. Die Rede ist von Fabian Holland. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Jedoch musste der gebürtiger Berliner für den Traum von der Profikarriere hart arbeiten und sich besonders zu Karrierebeginn immer wieder nach gesundheitlichen Problemen zurückkämpfen.

Doch was genau zeichnet den 32-Jährigen aus? Wir stellen euch den Kapitän des SV Darmstadt 98 vor.

Ausgebildet bei Hertha BSC

Bei Fabian Holland lässt sich durchaus sagen, dass er bei seinem Heimatverein die ersten Schritte in den Profibereich gemacht hat. Schließlich ist er ein gebürtiger Berliner und durchlief den Großteil der Nachwuchsmannschaften von Hertha BSC.

Die Hoffnungen in Fabian Holland sollten relativ groß sein, da er u.a. auch ein Spiel für die U-20-Nationalmannschaft Deutschlands unter Trainer Ralf Minge aufweisen konnte. Dieses Potenzial sollte im Jahr 2012 auch der damalige Hertha-Trainer Otto Rehhagel erkennen und verhalf Holland zu seinem ersten Bundesligaspiel.

Aufgrund des darauffolgenden Abstiegs, musste sich der Linksverteidiger nun unter dem neuen Cheftrainer Jos Luhukay und in einer neuen Liga beweisen. Zunächst gelang es Holland, sich einen Stammplatz zu erspielen. Jedoch sollte er im weiteren Verlauf der Spielzeit 2012/13 seinen Stammplatz verlieren und nicht mehr über die Reservistenrolle hinauskommen.

Gesundheitliche Probleme

Natürlich lässt es sich sagen, dass Verletzungen zum Fußball dazugehören. Bei Fabian Holland waren es jedoch ganz andere gesundheitliche Probleme, die sein Leben und seine Karriere sehr stark belastet haben.

Es gilt zu erwähnen, dass Holland an dem Wolff-Parkinson-White-Syndrom leidet, welches man als eine leichte Herzrhythmus-Störung beschreiben kann. Aufgrund dieses Syndroms musste er sich bereits zu Beginn seiner Profikarriere und im Jahr 2017 einer Operation unterziehen.

Jedoch sollten die Herzrhythmus-Störungen nicht die einzige ernstzunehmende Thematik bei dem Berliner bleiben. Im Jahr 2011 unterzog er sich einer Operation am Schienbein, bei der es jedoch zu Komplikationen kam und anschließend sogar eine Beinamputation drohte.

Jedoch zeigte hierbei Holland sein Kämpferherz und tat alles dafür, um wieder auf dem Platz stehen zu können. Er kämpfte sich nach den gesundheitlichen Problemen zurück und war Bestandteil der Profimannschaft und der Reserve von Hertha BSC. Aber das Kapitel Hertha BSC sollte zu Beginn der Spielzeit 2014/15 für Holland zu Ende sein und er wurde an den Zweitligisten SV Darmstadt 98 verliehen.

Wechselt 2014 nach Darmstadt

Dass diese Leihe der Beginn einer langjährigen Erfolgsgeschichte werden würde, dürfte im Jahr 2014 niemand geahnt haben. Schließlich holten die frisch aufgestiegenen Lilien Holland, um den Druck auf Linksverteidiger Michael Stegmayer aufrecht zu erhalten.

Jedoch sollte es keiner ahnen, dass sich Holland bereits nach wenigen Spieltagen an Stegmayer vorbei in die Startelf spielen sollte und somit einen Publikumsliebling auf die Reservebank verdrängen konnte.

Die Leihgabe Holland sollte im weiteren Saisonverlauf eine wichtige Stütze des Teams werden und man konnte am Ende der Spielzeit sogar den sensationellen Aufstieg in die Bundesliga feiern.

Die Verantwortlichen der Lilien erkannten, dass der Linksverteidiger mit seiner Spielweise und seiner Emotionalität zu den Werten des Vereins passte und verpflichten Holland für eine Ablöse von 500 Tausend Euro.

Sportlich und Menschlich in Darmstadt angekommen

Auf seinen festen Wechsel sollten bis heute sieben weitere Jahre folgen, in denen der Linksverteidiger auf 228 Einsätze im Dress der Südhessen kommt. In diesen sieben Jahren hat Holland vom Aufstieg in die Bundesliga bis hin zum Abstieg in die 2. Bundesliga oder gar bis zum Abstiegskampf in der 2. Bundesliga alles mitgemacht.

Jedoch sollte sich an seinem Stellenwert nichts großartig ändern, sodass Holland unter jedem Lilien-Trainer geschätzt wurde und auf seine Einsätze kam. Auch bei den Fans genießt der sympathische Berliner eine hohe Wertschätzung, was offenbar auch auf Gegenseitigkeit beruht. Denn schließlich hat der Linksverteidiger seinen Lilien bisher in guten wie in schlechten Zeiten stets die Treue gehalten und hat immer Verantwortung übernommen.

Hierbei dürfte ein gutes Beispiel das Heimspiel in der laufenden Spielzeit gegen Arminia Bielefeld sein, indem Fabian Holland aufgrund einer Gelbsperre nicht mitwirken konnte. Jedoch entschied sich Holland dazu, dass er das Spiel zusammen mit Mitspieler Emir Karic und den Fans von der Südtribüne aus verfolgen wollte. Diese Aktion zeigt einmal mehr, wie bodenständig der Linksverteidiger ist und wie wohl er sich in Darmstadt fühlt, wenn er Seite an Seite mit ganz normalen Fans seine Mannschaft lautstark unterstützte.

Für jeden Lilien-Trainer unersetzlich

Jedoch gilt es neben den menschlichen Eigenschaften auch die sportlichen Aspekte zu erwähnen. Hierbei hat es der Linksverteidiger durchaus geschafft, dass er in seiner Zeit in Darmstadt, bisher bei fast allen Lilien-Trainern unumstritten war. Dies liegt ganz besonders an der Herangehensweise des Linksverteidigers, da er in jedem Spiel stets vollen Einsatz zeigt.

Besonders seine Körpersprache und seine Führungsqualitäten dürften zu seinen großen Stärken gehören, durch die er nun ununterbrochen seit 2019 die Lilien als Kapitän aufs Feld führt.

Flexibilität als großer Vorteil

Im Fußball spielt das Thema “Flexibilität” grundsätzlich eine nicht unbedeutende Rolle. Der eine Spieler ist lediglich auf einer Position einsetzbar und der andere Spieler ist auf mehreren Positionen einsetzbar. Bei Fabian Holland trifft definitiv das Letztere zu. Schließlich kann der 32-Jährige flexibel als Linksverteidiger, im linken Mittelfeld oder im zentralen Mittelfeld eingesetzt werden.

Diese Flexibilität macht Holland für seinen aktuellen Trainer Torsten Lieberknecht ungemein wertvoll, da dieser weiß, was er von seinem Kapitän erwarten kann. Schließlich ist Holland nicht von seiner Position abhängig und kann dem Team stets weiterhelfen mit seiner robusten Arbeit gegen den Ball und seiner Emotionalität. Jedoch darf man auch seine offensiven Stärken nicht vergessen, da der 32-Jährige stets für gefährliche Flanken und Standards bekannt ist, mit welchen er seine Mitspieler gut in Szene setzen kann.

Ein gutes Beispiel für seine Flexibilität und seinen Wert dürfte das Pokalspiel gegen Borussia Mönchengladbach sein. Hierbei agierte Holland neben Tobias Kempe im zentralen Mittelfeld und wusste durchaus mit seiner giftigen Arbeit gegen den Ball und mit seinem Auge am Ball zu überzeugen. Besonders sein Einsatz dürfte aber überragt haben, da Holland auch dahin ging, wo es bekanntlich weh tut. Diese gute Leistung des Lilien-Kapitäns sollte nicht unbemerkt bleiben, sodass er nach dem Spiel als "Man of the Match" ausgezeichnet wurde.

Jedoch zeigte sich bei dieser Verleihung wieder einmal die Bodenständigkeit und der Wohlfühlfaktor von Fabian Holland, als er dem restlichen Team und den Zuschauern den Preis widmete.

SV Darmstadt 98 ohne Fabian Holland schwer vorstellbar

Besonders für die kleinen Fans dürfte es wohl sehr schwer sein, wenn sie sich ihre Lilien ohne Fabian Holland vorstellen sollen. Schließlich beackert der 32-Jährige nun seit bereits acht stolzen Jahren die linke Abwehrseite der Südhessen und hat sich auch menschlich einen Stammplatz bei den Fans erspielt.

Aber hier gilt es grundsätzlich die Fans ein wenig zu besänftigen, da der aktuelle Vertrag des Kapitäns noch bis zum Jahr 2024 geht. Nach Ende des aktuellen Vertrages wäre Fabian Holland zwar bereits 34 Jahre alt, jedoch wäre eine erneute Vertragsverlängerung jedenfalls nicht unmöglich, wenn es sportlich und gesundheitlich passt.

Vorschau auf kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel beim FC St. Pauli eine durchaus brisante Aufgabe auf den SV Darmstadt 98.

Denn schließlich darf die Mannschaft von Timo Schultz keineswegs aufgrund ihres aktuellen Tabellenplatzes unterschätzt werden. Die Kiezkicker sind bislang im heimischen Stadion noch ungeschlagen und konnten sogar vor Kurzem das Stadtderby gegen den Hamburger SV (3:0) für sich entscheiden.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr umkämpfte Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob der FC St. Pauli auch weiterhin zuhause ungeschlagen bleiben kann oder ob die Darmstädter etwas Zählbares aus Hamburg mitnehmen und die Tabellenführung verteidigen können.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern minimal auf Seiten des FC St. Pauli.

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