Der VfL Osnabrück hat zum achten Mal den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt gemacht, nachdem man eine äußerst souveräne Saison 2025/26 in der 3. Liga absolviert hat. Die Niedersachsen sicherten sich die Meisterschaft und beendeten die Spielzeit mit acht Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten aus Cottbus. Ausschlaggebend für den Erfolg waren vor allem die Defensive, die in 38 Spielen lediglich 34 Gegentore zuließ, sowie die bemerkenswerte Konstanz, die das Team über die gesamte Saison hinweg an den Tag legte. (Bild: IMAGO / HMB-Media)
Entsprechend groß ist die Euphorie rund um den Verein, zumal Trainer Timo Schultz auch menschlich in Osnabrück angekommen ist. Gleichzeitig war den Verantwortlichen in der Sommerpause bewusst, dass der Kader verstärkt werden muss, um realistische Chancen auf den Klassenerhalt zu besitzen und den neunten Abstieg aus der 2. Bundesliga zu verhindern. Allerdings haben bereits wichtige Spieler den Verein verlassen, weshalb nun kreative Lösungen gefragt sind.
Doch wie hat sich der Kader bislang verändert und stehen die Chancen auf den Klassenerhalt? Wir machen den Check.
Die Abgänge
Der Abgang von Lars Kehl stellt sicherlich den größten Verlust dar. Schließlich war der 24-Jährige einer der Erfolgsgaranten für den Aufstieg und maßgeblich für die Kreativität sowie die Standards der Lila-Weißen verantwortlich. Darüber hinaus zeichnete sich Kehl durch seine Spielintelligenz und präzise Steilpässe im Umschaltspiel aus. Seine Torgefahr spiegelt sich auch in den Statistiken wider, da er in 36 Spielen acht Tore erzielte und zwölf weitere Treffer vorbereitet hat.
🚨 Der SV 98 kann vor seinem Trainingsauftakt am Sonntag einen weiteren Neuzugang vermelden. Lars Kehl wechselt mit Vertragsende ablösefrei vom VfL Osnabrück zu den Lilien.#svdnews #sv98 pic.twitter.com/I9Ax0rmMaJ
— SVD News (@SVDNews_) June 26, 2026
Des Weiteren verlieren die Niedersachsen mit Kevin Wiethaup einen weiteren Leistungsträger. Der 20-Jährige überzeugte im zentralen Mittelfeld und spielte sich in den Fokus höherklassiger Klubs. Die Niedersachsen hätten den Vertrag mit dem Eigengewächs gerne verlängert, doch Wiethaup entschied sich für einen Wechsel zum Karlsruher SC.
Die Verantwortlichen mussten zudem den Abgang von Frederik Christensen bekanntgeben. Der 24-Jährige war in der vergangenen Spielzeit als linker Schienenspieler gesetzt und verlieh der Defensive Stabilität. Darüber hinaus überzeugte der Däne mit seinem Offensivdrang, da er drei Tore erzielte und fünf weitere Treffer vorbereitet hat.
Die Niedersachsen hätten Christensen sicherlich gerne in ihren Reihen behalten, allerdings war der 24-Jährige lediglich ausgeliehen. In den Verhandlungen mit seinem Stammklub IF Brommapojkarna konnte keine Einigung über die Ablösesumme erzielt werden. Die Forderungen des schwedischen Erstligisten sollten jedoch für den MSV Duisburg kein Hindernis darstellen, sodass Christensen auch in der kommenden Saison in der 3. Liga spielt.
Welcome Frederik Christensen! 🇩🇰
— MSV Duisburg English (@MSVDuisburgENG) July 1, 2026
The Danish defender officially joins Duisburg having won the 3. Liga with VfL Osnabrück last season 🤝
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Die Neuzugänge
Die Verantwortlichen wollten den Konkurrenzkampf auf der Torhüterposition erhöhen und hielten Ausschau nach potenziellen Verstärkungen. Auf dieser Suche wurde man fündig und gab die Verpflichtung von Jonas Krumrey auf Leihbasis bekannt. Der 22-Jährige kommt von der KSV Holstein Kiel und gilt als vielversprechendes Talent, das Stammtorhüter Lukas Jonsson herausfordern soll. Allerdings gilt es auch zu erwähnen, dass Krumrey in der vergangenen Saison seinen Stammplatz in Kiel verloren hat. Zuvor konnte er einer verunsicherten Mannschaft im Abstiegskampf nicht die nötige Sicherheit geben.
Jonas Krumrey hat seinen Vertrag bei unserer KSV um ein Jahr verlängert. Gleichzeitig wird der Keeper für die Saison 2026/27 an den VfL Osnabrück verliehen. ✍🏼
— Holstein Kiel (@Holstein_Kiel) June 16, 2026
Mehr dazu ⏩ https://t.co/aKWEtIIuB5
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Auch in der Offensive konnten die Verantwortlichen mehrere Neuzugänge vermelden. Mit Leonhard Münst (vom FC Viktoria Köln), Jonathan Wensing (vom SV Meppen) und Leihgabe Leon Opitz (vom SV Werder Bremen) schließen sich drei Offensivspieler den Lila-Weißen an. Sie sollen die Lücke schließen, die der Abgang von Lars Kehl hinterlassen hat.
Bei Leonhard Münst und Jonathan Wensing gilt es zu erwähnen, dass beide bei ihren vorherigen Vereinen ihre Torgefahr und Spielintelligenz unter Beweis stellen konnten. Dennoch bleibt abzuwarten, wie schnell sich die beiden Neuzugänge in Osnabrück einfinden und ob ihnen der Sprung in die 2. Bundesliga gelingt oder sich als zu groß erweist.
Anders stellt sich die Situation bei Leihgabe Leon Opitz dar. Der 21-Jährige sammelte bereits in der vergangenen Saison beim Karlsruher SC Erfahrungen in der 2. Bundesliga. Allerdings konnte er bei seinen Einsätzen lediglich mit seinen Ansätzen und seinem Engagement überzeugen, da ihm in 13 Spielen lediglich eine Torvorlage gelang und er über die Rolle des Ergänzungsspielers nicht hinauskam.
Leon Opitz wird erneut verliehen
— Werder Updates @ BlueSky (@WerderUpdates) June 26, 2026
Leon #Opitz wird in der Saison 2026/27 für den VfL Osnabrück auflaufen. Der Mittelfeldakteuer wechselt auf Leihbasis vom SV Werder Bremen zum Zweitliga-Aufsteiger.
Zur Meldung 👉 https://t.co/ZdRqUCY4gz#Werder pic.twitter.com/8wrvemoTjW
Fazit
Der VfL Osnabrück hat bislang sinnvolle Transfers getätigt, die zudem im Rahmen der wirtschaftlichen Möglichkeiten liegen. Dennoch dürfte sich der Aufsteiger im Abstiegskampf wiederfinden, sodass der 16. Tabellenplatz als realistisches Ziel erscheint.
Es erscheint unrealistisch, dass die Lila-Weißen erneut ein Abwehrbollwerk stellen und zu den stärksten Defensivreihen der 2. Bundesliga gehören werden. Die Mannschaft von Timo Schultz muss sich schließlich auf eine deutlich höhere Qualität und Intensität einstellen.
Auch die Offensive könnte zum Problem werden. Schließlich hat der VfL mit Lars Kehl seinen Ideengeber verloren und Mittelstürmer Robin Meißner überzeugte zwar in der 3. Liga, konnte sich in der 2. Bundesliga bislang jedoch nicht etablieren und blieb dort weitgehend blass. Hierbei gilt es auf eine Schwäche im Kader der Niedersachsen hinzuweisen, da aktuell ein echter Konkurrent für Meißner fehlt.
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