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1. FC Saarbrücken -  Im Sommer muss der Umbruch her

1. FC Saarbrücken - Im Sommer muss der Umbruch her

Der 1. FC Saarbrücken ist mit großen Ambitionen in die Spielzeit 2025/26 der 3. Liga gestartet. Schließlich verpassten die Saarbrücker in der vorherigen Saison den Aufstieg nur knapp, als sie sich in der Relegation Eintracht Braunschweig geschlagen geben mussten. (Bild: IMAGO / Fussball-News Saarland)

Diese Ambitionen schienen auch berechtigt, da der FCS von vielen Experten zu den Aufstiegsfavoriten gezählt wurde. Doch die Saison sollte anders verlaufen und sich zu einer Alptraum-Spielzeit entwickeln. Schließlich steht der 1. FC Saarbrücken aktuell auf dem 16. Tabellenplatz und hat den Klassenerhalt noch nicht endgültig gesichert.

Doch was lief in der aktuellen Spielzeit schief und wie sollte es beim FCS weitergehen, um künftig wieder zur Spitzengruppe der 3. Liga zu gehören? Wir machen den Check.

Bereits seit Jahren erkennt man keine Spielphilosophie

In den vergangenen Spielzeiten befand sich der FCS regelmäßig in der Spitzengruppe der 3. Liga. Diese Erfolge beruhten jedoch häufig eher auf der individuellen Qualität einzelner Spieler sowie der Mentalität der Mannschaft als auf einer klar erkennbaren Spielphilosophie.

Letztmals war eine solche unter Lukas Kwasniok zu erkennen, der den Verein 2021 verlassen hat. Seitdem lässt sich beim FCS kaum eine spielerische Weiterentwicklung feststellen.

Am Ende der Spielzeit 2024/25 gab der Verein die Verpflichtung von Alois Schwartz als neuen Cheftrainer bekannt und setzte dabei gewissermaßen die „Brechstange" an, um den lang ersehnten Aufstieg zu schaffen. Dieses Ziel sollten die Saarbrücker jedoch verpassen und trieben mit der Weiterbeschäftigung von Alois Schwartz eine negative Entwicklung weiter voran.

Schließlich konnte man bereits bei den vorherigen Stationen des 59-Jährigen erkennen, dass er seinen Teams keine klare Spielphilosophie vermitteln konnte. Stattdessen ließ sich häufig ein eher rustikaler „Rumpelfußball" mit wenig spielerischen Lösungen beobachten.

Diese Problematik zeigte sich auch beim 1. FC Saarbrücken in der laufenden Spielzeit. Die ausbleibenden Ergebnisse führten dazu, dass der Verein in die untere Tabellenhälfte abrutschte. Nach dem 15. Spieltag zog der FCS schließlich die Konsequenzen und trennte sich von Schwartz, woraufhin Jürgen Luginger als neuer Trainer vorgestellt wurde.

Zwar zeigte die Mannschaft unter dem 58-Jährigen verbesserte Leistungen, blieb jedoch in acht Spielen sieglos. In der Folge musste auch Luginger seinen Posten räumen. Als neuer Cheftrainer wurde Argirios Giannikis vorgestellt, der das Team zumindest ergebnistechnisch wieder etwas stabilisieren konnte.

Die großen Schwächen

Ein großes Problem der Saarbrücker zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. Dabei handelt es sich nicht um das Erspielen von Torchancen, da der FCS besonders in den Heimspielen stets zahlreiche Torchancen aufweisen konnte.

Allerdings sollten diese Chancen oftmals ungenutzt bleiben, da die Saarbrücker die notwendige Konsequenz vermissen ließen. Diese Abschlussschwäche spiegelt sich in der Anzahl der erzielten Tore wider, da der FCS in 34 Spielen lediglich 42 Tore erzielen konnte und somit über die drittschlechteste Offensive der 3. Liga verfügt.

Der beste Torschütze bei den Saarländern ist Flügelspieler Florian Pick mit 13 Saisontoren. Allerdings ließ auch er im Saisonverlauf zahlreiche hochkarätige Chancen liegen und hätte bei besserer Verwertung bei rund 20 Saisontoren stehen können.

Ein weiteres großes Problem ist die Auswärtsschwäche. Der FCS belegt in der reinen Auswärtstabelle lediglich den 18. Tabellenplatz und konnte in 17 Auswärtsspielen bislang nur einen Sieg holen. Dieser Sieg gelang am fünften Spieltag bei der U21-Mannschaft des VfB Stuttgart.

Hinzu kommen sieben Unentschieden und neun Niederlagen, was die insgesamt schwache Auswärtsbilanz unterstreicht. Besonders ernüchternd ist dabei, dass es der Mannschaft häufig an der nötigen Mentalität fehlte, was bei den mitgereisten Fans für Enttäuschung und Wut sorgte.

Es wird Zeit für eine Neuausrichtung

Der 1. FC Saarbrücken wird aller Voraussicht nach den Klassenerhalt schaffen. Schließlich beträgt der Vorsprung auf den SSV Ulm derzeit sechs Punkte, wobei die Ulmer ein schweres Restprogramm vor sich haben.

Diese Saison sollte für alle Verantwortlichen jedoch ein Warnsignal sein, um viele Entscheidungen kritisch zu hinterfragen. Es zeigt sich deutlich, dass es innerhalb der Mannschaft sowie im gesamten Verein frische Impulse benötigt.

Grundsätzlich wäre der FCS gut beraten, wenn ab dem Sommer eine klare Spielphilosophie entwickelt wird und man sich nicht mehr überwiegend auf die individuelle Qualität der einzelnen Spieler verlässt, wie man es die letzten Jahre getan hat. Auch wenn dies nicht bei allen Anhängern auf Zustimmung stoßen dürfte, zeigt die SV 07 Elversberg eindrucksvoll, wie eine klare Struktur zum Erfolg führen kann.

Zudem könnte es dem Verein helfen, die Erwartungshaltung vorübergehend anzupassen. Statt den sofortigen Aufstieg in die 2. Bundesliga als Saisonziel zu formulieren, sollte zunächst die Entwicklung der Mannschaft und einer klaren Spielphilosophie im Vordergrund stehen. Auch bei einem weiteren Jahr in der 3. Liga könnte dies bei erfolgreicher Umsetzung die Grundlage bilden, um sich künftig nachhaltig als potenzieller Zweitligist zu etablieren.

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