Leverkusens Schattenkader - Flop oder Zukunft?

Nach den namhaften Abgängen im Sommer wurde der sogenannte Schattenkader von Bayer Leverkusen, eine Mannschaft hinter der Mannschaft, medial stark aufgebauscht. Diese Gruppe hochtalentierter Spieler, teils leihweise bei anderen Vereinen untergebracht, soll langfristig in die erste Mannschaft rutschen und diese über Jahre hinweg prägen. Ist dieser hoch angepriesene Weg die Zukunft oder erweist er sich als großer Flop? (Bild: IMAGO / Sportfoto Rudel)
Ein Spieler hat diesen Schritt bereits nachhaltig geschafft. Christian Kofane, im Sommer für 5 Millionen Euro mit der Erfahrung von nur 20 Zweitligaspielen aus Spanien verpflichtet, ist aus der Mannschaft von Kaspar Hjulmand nicht mehr weg zu denken. 15 Scorerpunkte in 39 Spielen trotz der namhaften Konkurrenz durch Patrick Schick sprechen eine eindeutige Sprache. Mit seinen erst 19 Jahren vereint er die für den modernen Stürmer wichtigen Attribute aus Tempo und Körperlichkeit mit seiner Größe von knapp 1,90 m mit einer beachtlichen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Kofane ist längst aus dem Schatten getreten, ihm gehört die Zukunft im Leverkusener Sturmzentrum.
Ibrahim Maza (20) x Christian Kofane (19) for Bayer Leverkusen! pic.twitter.com/fKuBe7apXo
— EuroFoot (@eurofootcom) March 5, 2026
Vor der Saison hatten ihn die wenigsten Beobachter auf dem Schirm, in den vergangenen Wochen gehört jedoch ein junger Mann regelmäßig zum Stammpersonal: Montrell Culbreath. Der 18-Jährige aus dem eigenen Nachwuchs füllt gemeinsam mit Ernest Poku die Lücke, die die verletzten Vasquez und Arthur auf der rechten Seite hinterlassen. Im variablen System Hjulmands tritt er somit sowohl offensiv als auch als Außenverteidiger an. Mit seinem hohen Tempo, gegen den FC Bayern war er mit über 33 km/h schnellster Leverkusener, und starken Flankenbällen sorgt der DFB-Junior vor allem offensiv für Akzente, zeigt sich dabei aber auch defensiv bemüht. Nach seinem Debüt in Leipzig, bei dem er sich als Torschütze auf Platz 4 der jüngsten Leverkusener Torschützen hinter die durchaus namhaften Wirtz, Brandt und Havertz einreihen konnte, war noch der Plan, ihn im Sommer für Spielpraxis zu verleihen. Aktuell ist realistischer, dass Culbreath schon einen festen Kaderplatz ergattern wird.
Montrell Culbreath so impressive on just his second start in the Bundesliga yesterday.
— Bence Bocsák (@BenBocsak) March 15, 2026
Won the most duels (10) and tackles (7) vs Bayern Munich.
Typically an attacker at youth level but the 18-year-old has been playing as a wing-back in Leverkusen’s system and it suits… pic.twitter.com/zZQ8CyJWr6
Für Axel Tapé (18) hingegen könnte eine Leihe im Sommer eine Möglichkeit sein, auf wertvolle Spielzeit zu kommen. Seit seinem ablösefreien Wechsel von Ausbildungsclub PSG im Sommer kam der variabel einsetzbare Defensivspieler erst auf knapp über 200 Bundesligaminuten, wurde für Spielpraxis bereits drei mal in der U19 Bundesliga eingesetzt. Sein Potenzial konnte der französische U19 Nationalspieler durchaus unter Beweis stellen, mit seinem Tempo von über 34 km/h ist er prädestiniert für die rechte Seite einer Dreierkette. Im Sommer sehe ich ihn beispielsweise in der niederländischen Erendivisie.
Dort spielt aktuell Artem Stepanov. Seine bullige Statur und seine langen blonden Haare, aber auch seine beeindruckende Torquote in der Jugend Leverkusens brachten dem Stürmer schon sehr schnell Vergleiche zu Erling Haaland ein. Große Fußstapfen für einen 18 Jährigen, die er bei seiner ersten Leihstation in der abgelaufenen Hinrunde nicht annähernd füllen konnte. In einer formschwachen Nürnberger Mannschaft konnte der Ukrainer in 13 Zweitliga-Einsätzen keinen Scorer beisteuern. Aufgrund dieser Erfolglosigkeit wurde das Leihverhältnis beendet, Stepanov zog direkt weiter zum niederländischen Erstligisten Utrecht. Dort zeigt er aktuell in Abwesenheit des ehemaligen Dortmunders Sebastien Haller, warum man in Leverkusen so große Stücke auf ihn hält: In der Rückrunde gelangen ihm bereits drei Treffer, zwei davon in den vergangenen zwei Partien. Beim Blick auf diesen wunderschönen Treffer ist klar: auch von Stepanov werden wir noch viel zu sehen bekommen.
Artem Stepanov maakt na een heerlijke actie de 2-0 voor FC Utrecht! #utrgae pic.twitter.com/EKnh4vhpfX
— ESPN NL (@ESPNnl) March 22, 2026
Im Gegensatz zu Stepanov wusste ein weiterer 18 Jähriger in der 2. Bundesliga zu überzeugen. Ohne große Anlaufzeit wusste Francis Onyeka beim VfL Bochum zu überzeugen, spielte sich auf der 10 des Revierclubs fest. Dort ist er, neben einem bundesligaerfahrenen Sturmtank namens Philipp Hofmann, mit 8 Treffern Toptorschütze. Mit einer exzellenten Technik, starken Abschlüssen und einer für einen Zehner ungewöhnlichen Größe von 1,86 m erinnert der Linksfuß stark an ein früheres Talent des Werksclubs: Kai Havertz. Ob sich Onyeka in der Zukunft wie Havertz zum Stürmer entwickelt, Spielmacher bleibt oder die bei seiner Laufstärke und Physis auch passende Rolle des Box to Box Spielers füllt steht in den Sternen. Dass er trotz namhaftem Interesse aus dem Ausland ein Teil des Leverkusener Kaders der neuen Saison sein wird gilt als wahrscheinlich. Wichtig wird, dass er im quantitativ und qualitativ stark besetzten Mittelfeld Leverkusens auf die in jungen Jahren so wichtige Spielzeit kommt.
🤩🌪️ Francis Onyeka (18) with a great goal for Bochum in Bundesliga 2! 🇩🇪/🇳🇬 pic.twitter.com/zQNtOsQPIU
— EuroFoot (@eurofootcom) October 22, 2025
Dabei trifft er auf den letzten Teenager unserer Liste, den ebenfalls 18 Jahre alten Kerim Alajbegovic. Der bosnische Nationalspieler, der mit seinem verwandelten Elfmeter gegen Wales die WM Hoffnung seines Landes am Leben hielt, schnürt diese Saison bei RB Salzburg die Schuhe. Dorthin verkaufte ihn Bayer im vergangenen Sommer für 2 Millionen Euro, jedoch nicht ohne sich eine Rückkaufoption zu sichern. Diese haben die Verantwortlichen um Simon Rolfes in der vergangenen Woche bereits gezogen. Sieben Treffer in der Liga sowie überzeugende Auftritte in der Euro League machten den Transfer über 8 Millionen Euro zu einem No Brainer für Leverkusen. Schließlich hätte Salzburg auf dem freien Markt bereits einen zweistelligen Millionenbetrag erzielen können. Der schussgewaltige Rechtsfuß, der am liebsten über den linken Flügel kommt, zählt zu den aufregendsten Spieler seines Jahrgangs und könnte diese Summe, sollte er sich an die Qualität der Bundesliga schnell gewöhnen können, bald vervielfachen können.
Insane strike from 18-year-old Alajbegović #UEL | @RedBullSalzburg pic.twitter.com/CtMc3ubEuz
— UEFA Europa League (@EuropaLeague) January 24, 2026
Neben den genannten stehen auch die Zugänge der Stürmer Aleksa Damjanovic (17) und Ndjicoura Bomba (18) fest. Bei beiden gilt abzuwarten, ob sie einen Kaderplatz bekommen oder sich wie Onyeka, Stepanov und Alajbegovic an anderer Stelle beweisen müssen.
Beim Blick auf diese Talente, alle noch keine 20 Jahre alt, sieht die Zukunft von Bayer Leverkusen rosig aus. Doch wichtig ist nun, diesen jungen Talenten auch nachhaltig das Vertrauen zu schenken. Der durch die Rückkehr der Leihspieler zusätzlich aufgeblähte Kader Leverkusens muss dringend verschlankt werden, kostspielige externe Zugänge wie Eliesse Ben Seghir, Martin Terrier oder Equi Fernandez sollten den Verein zugunsten der eigenen hochveranlagter Talente verlassen. Nur so kann diese Strategie auf Dauer Erfolg haben, nur so kann man Talente auch zukünftig von Leverkusener Weg überzeugen, nur so kann der Schattenkader ins Licht treten und die Zukunft unterm Bayerkreuz prägen.
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David Herold - Gladbachs neuer Linksverteidiger?

Nach dem Winterabgang von Luca Netz ist die linke Abwehrseite der Borussia aus Mönchengladbach auf Kante genäht. Lukas Ulrich geht auf der Schiene in der 5er-Kette von Eugen Polanski bisher unter, kann kaum offensiven Output generieren. Ersatzmann Jens Castrop, eigentlich zentraler Mittelfeldmann, glänzte zwar im Derby gegen Köln mit zwei Toren, spätestens nach dem Sommerabgang von Mittelfeldmotor Rocco Reitz wird er wohl wieder auf seiner Stammposition benötigt werden. Ein Neuzugang bahnt sich an und Gerüchten zufolge soll es sich dabei um David Herold (23) vom Karlsruher SC handeln. (Bild: IMAGO / DeFodi Images)
Nach drei Jahren in blau-weiß deutet aktuell alles darauf hin, dass der beim FC Bayern ausgebildete Herold bereit für den nächsten Schritt ins deutsche Oberhaus ist. Dabei helfen wird ihm auch eine vertraglich festgelegte Klausel, die im Bereich von 3,5 bis 4,5 Millionen Euro liegen soll. Für die klammen Gladbacher eine saftige Summe, die nur ausgegeben werden sollte, wenn der gebürtige Mindelheimer auf Dauer die Problematik auf der linken Schiene lösen kann. Und wenn man sich seine bisherige Entwicklung anschaut, könnte genau das der Fall sein.
Nach exklusiven Sky Sport Informationen ist im anstehenden Sommer ein Wechsel von David Herold geplant. Der 23-jährige Linksverteidiger spielt beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga eine überaus starke Saison - kommt in 26 Einsätzen auf fünf Vorlagen. Borussia Mönchengladbach… pic.twitter.com/SXsPcb2A1E
— Sky Sport (@SkySportDE) March 23, 2026
Nach einer starken Halbserie beim FC Bayern II zog es den der Regionalliga entwachsenen Herold im Winter 2023 leihweise nach Österreich zum SCR Altach. Nach einer überzeugenden Rückrunde sicherte sich der KSC den damals 20 Jahre alten Linksverteidiger inklusive Kaufoption als Backup für Philipp Heise. Den Premier League erfahrenen Heise, einen Zweitliga Veteran mit über 200 Spielen auf dem Buckel, verdrängte Herold in der Rückrunde auf die Bank. Vor allem sein physisch intensiver Spielstil und seine rigorose Zweikampfführung zeichneten ihn gegenüber dem eher offensiv ausgerichteten Heise aus.
Nachdem Coach Christian Eichner in der vergangenen Saison auf eine 5er-Kette umstellte, erhöhte sich auch Herolds offensiver Output. Vor allem im Kombinationsspiel mit Marvin Wanitzek, mit dem er ein kongeniales Duo auf Karlsruhes linker Seite bildet, kann der Modellathlet glänzen. Auch seine anfangs noch unpräzisen Flanken verbessern sich stetig, in der laufenden Saison stehen immerhin fünf Vorlagen zu Buche, wobei es hier auch Karlsruhes schwache Strafraumbesetzung zu erwähnen gilt. Ein Sturm bestehend aus Tim Kleindienst und Haris Tabakovic dürfte hier ein deutlich dankbarerer Abnehmer für seine Hereingaben darstellen.
Herausstechen kann Herold in der laufenden Saison auch durch seine Laufstärke. Nur drei Akteure in der 2. Bundesliga haben in dieser Spielzeit mehr Meter gemacht, ganze 12,3 Kilometer spult Herold pro 90 Minuten ab. Trotz dieser auf der Schiene wichtigen Laufstärke lässt er zuweilen die Balance zwischen Defensive und Offensive vermissen, zu oft zeigt er sich noch anfällig für schnelle Gegenstöße. Auch im eins gegen eins auf der Außenbahn muss er sich noch verbessern, um in der Bundesliga vermehrt offensive Akzente setzen zu können.
Für die Fohlen wäre Herold eine starke Ergänzung, um das intensive Spiel von Trainer Polanski zu ergänzen. Anfängliche Anlaufschwierigkeiten dürften nicht ausbleiben, doch in seiner bisherigen Karriere zeigte Herold, dass er in der Lage ist, sich schnell an ein höheres Niveau anzupassen und sich stetig weiter zu entwickeln. Mit seinem Paket aus Physis, Mentalität und einer sichtbar guten fußballerischen Ausbildung ist er als 23 Jahre alter, deutscher Linksverteidiger für unter 5 Millionen ein No Brainer für die Elf vom Niederrhein.
Deutschland bekommt (doch) kein Torwart-Problem

Vor etwa einem Jahr habe ich hier die Frage aufgeworfen: Bekommt Deutschland ein Torwartproblem? Das damalige Fazit: Wir haben bereits eines. Nicht personell, genug Talent ist in den Mannschaften und den Akademien definitiv vorhanden, sondern strukturell. Es ist an den Vereinen, die Kette zu durchbrechen und ihren jungen Torhütern das Vertrauen zu schenken. Heute, nur 15 Monate später, zeichnet sich eine positive Entwicklung ab.
Schon damals war absehbar, dass Noah Atubolu den Patz des wechselwilligen Mark Flekken im Tor des SC Freiburg übernehmen wird. So kam es dann im Sommer tatsächlich, der erst 21 Jahre junge Keeper kann mittlerweile auf eine Saison als Stammtorhüter im Oberhaus inklusive Euro League zurückblicken. Dabei zeigte der U21 Nationalspieler Licht und Schatten, geriet wegen einigen Patzern häufiger in Kritik. Bei einem blutjungen Torhüter ist das jedoch kein Grund zur Sorge, zumal man ihm in Freiburg das uneingeschränkte Vertrauen schenkt. Auf seine weitere Entwicklung darf man durchaus gespannt sein.
„Es ist mir viel zu unruhig mit ihm. Wir sind der SC Freiburg und haben einen 21 Jahre alten Torwart, der 40 Spiele gemacht und neunmal in der Liga zu null gespielt hat“ – Christian Streich
In der 2. Bundesliga sorgen derweil auch zwei junge deutsche Torhüter für Aufsehen. Vor allem Jonas Urbig (20), vom FC Köln an Greuther Fürth verliehen, beeindruckt. Nach Kickernoten ist er in der laufenden Saison bester Torhüter der Liga. Im Sommer geht es für ihn dann zurück zum Effzeh, wo beim bevorstehenden Abstieg die Nummer 1 Marvin Schwäbe wohl kaum zu halten sein wird. Wie einst Timo Horn soll sich mit Urbig das nächste Kölner Eigengewächs im Unterhaus im Kölner Kasten etablieren, ehe er sich nach dem sicherlich angestrebten Aufstieg zu einem Top-Keeper der Bundesliga mausert.
Überhaupt nicht als Stammspieler eingeplant war Tjark Ernst (21) der Berliner Hertha. Doch nach dem Prügel-Skandal um den als Nummer 1 aus Karlsruhe verpflichteten Marius Gersbeck war es der damals erst 20 Jahre alte Ernst, in Bochum ausgebildet und als Teenager nach Berlin gekommen, dem Pal Dardai das Vertrauen schenkte. In einer schwierigen Saison für den Absteiger war er einer der größten Lichtblicke und konnte sich wohl auch über die laufende Saison als Stammspieler etablieren.
Wir haben mit Jonas #Urbig gesprochen! 💬
— SPVGG GREUTHER FÜRTH (@kleeblattfuerth) October 11, 2023
Gerade ist der junge Keeper mit der U21 der @DFB_Junioren unterwegs. Davor hat er mit uns auf seine noch junge Karriere, in der er doch schon einiges erlebt hat, zurückgeblickt.
👀👉https://t.co/3bAm5qk6dY#Kleeblatt pic.twitter.com/LUaTNzljCf
Auch in den Niederlanden sammeln deutsche Nachwuchstorhüter wichtige Einsätze auf hohem Niveau. Als der Topclub Ajax Amsterdam im Sommer kolportierte 5 Millionen Ablöse für Ersatzkeeper Diant Ramaj nach Frankfurt überwies, war die Verwunderung groß, konnte der damals 21 Jahre alte Ramaj doch nur auf zwei Bundesliga-Einsätze zurückblicken. Anfangs noch auf der Bank, wurde der 1,89 m Mann beim kriselnden Giganten ins kalte Wasser geworfen und half mit starken Leistungen, Ajax zu stabilisieren. Aktuell fällt Ramaj, der auch noch für die Nationalmannschaft des Kosovo spielen könnte, mit einer Ellenbogenverletzung aus. 22 Ligaeinsätze sowie 8 im internationalen Wettbewerb sind dabei trotzdem eine Empfehlung für einen Stammplatz in der kommenden Saison – oder auch bald für höhere Aufgaben.
"Es ist geplant, dass ich im Sommer zurückkehre. Und dann ist es natürlich auch mein Ziel, irgendwann die Nummer eins zu werden. [...] Ich will im Sommer jedenfalls so weit sein, dass ich mit einer breiten Brust nach Bremen komme und in jedem Training zeige, was ich drauf habe." - Mio Backhaus
Weniger Strahlkraft als Ajax besitzt derweil der FC Volendam, trotzdem gibt es aus deutscher Sicht eine spannende Personalie im Tor des Abstiegskandidaten. Vor wenigen Tagen feierte Mio Backhaus seinen 20. Geburtstag, Stammspieler in der Eredivisie war er schon vorher, absolvierte in der laufenden Saison jedes Ligaspiel über die volle Spielzeit. Trotz 74 Gegentoren wusste er dabei beim Underdog aus der Küstenstadt über weite Strecken zu überzeugen. Im Sommer geht es für den in Japan aufgewachsenen Torhüter zurück zu seinem Stammclub Werder Bremen, wo er nach dem bevorstehenden Abgang von Jiri Pavlenka vorerst als Nummer 2 hinter Michael Zetterer eingeplant ist. Dem Vernehmen nach soll sich Backhaus vorerst mit dem Bankplatz zufriedengeben, ist jedoch intern als klarer Herausforderer von Zetterer eingeplant. Denkbar also, dass wir nächstes Jahr über den Bundesliga-Stammspieler Mio Backhaus reden.
Innerhalb eines Jahres haben also fünf junge, deutsche Torhüter den Schritt zu einem Stammplatz im bezahlten Fußball geschafft, sammeln Spielzeit auf hohem Niveau. Damit hat sich auch mein Blick auf die Zukunft der Torwartposition im deutschen Fußball etwas verändert. Zwar steht noch in den Sternen, ob einer der genannten Spieler das Niveau der Ausnahmespieler Neuer und ter Stegen auch nur annähernd erreichen kann, die Chancen auf eine positive Entwicklung stehen aktuell jedoch besser als in den vergangenen Jahren. Mit Spielern wie Dennis Seimen (VfB) oder Max Weiß (KSC) warten derweil weitere Ausnahmetalente in zweiter Reihe auf ihre Chance. Wir werden auch Ihre Entwicklung weiter im Blick behalten.
Paul Nebel: Bereit für die Bundesliga?

Aus dem Mainzer Nachwuchs kommend galt Paul Nebel als großes Versprechen für die Zukunft, auf Anhieb durchsetzen konnte er sich im Bundesliga-Kader der 05er jedoch nicht. Eineinhalb Leihjahre beim Zweitligisten Karlsruhe später stellen wir die Frage: Ist Nebel, heute 21 Jahre alt, bereit für die Bundesliga? (Bild: IMAGO / Lobeca)
In den Jugendmannschaften war der nur 1,69m große Nebel noch Flügelspieler, glänzte in der Junioren-Bundesliga vor allem mit vielen Scorerpunkten. Nach zwei Saisons in der Regionalliga und auf der Bank der Profis ging es im Sommer 2022 dann leihweise zum KSC, wo dringend nach einem Flügelflitzer gesucht wurde. Als dann Trainer Christian Eichner nach wenigen Spielen auf eine Formation ohne Flügel umstellte schien alles gegen den jungen Außenspieler zu laufen - doch es hätte kaum besser kommen können. Fortan lief Nebel zentral hinter einem Doppelsturm auf und wusste durchaus zu beeindrucken.
Bitte einmal die Flügkünste von Paul Nebel bewerten! 😍#KSCmeineHeimat #Neukirchen22 pic.twitter.com/kdXQt6jXFY
— Karlsruher SC (@KarlsruherSC) June 30, 2022
Mit seinem niedrigen Körperschwerpunkt und der herausragenden Technik blühte er in den engen Räumen vor der Abwehrkette auf. Vor allem in der Rückrunde konnte er mit 8 Torbeteiligungen auf sich aufmerksam machen. Persönliches Saisonhighlight war dabei der 4:2 Sieg gegen den HSV, zu dem er jeweils ein Tor und eine Vorlage beisteuern konnte, vom Kicker wurde er zum Spieler des Spieltages ausgezeichnet. Trotz dieser starken Saison war mal in Mainz wohl noch nicht von der Bundesligatauglichkeit des Junioren-Nationalspielers überzeugt, somit wurde der Vertrag verlängert und Nebel ein weiteres Jahr nach Karlsruhe verliehen. Sein angestammter Platz auf der 10 wurde jedoch vom heimgekehrten Ex-Nationalspieler Lars Stindl belegt und so ging es für den einstigen Flügelflitzer auf die rechte Seite einer engen Mittelfeldraute.
😍 Die erfolgreiche Zusammenarbeit geht weiter 🤝
— Karlsruher SC (@KarlsruherSC) May 26, 2023
Paul Nebel spielt auch nächste Saison in Blau-Weiß! 💙🤍
Alle Infos ➡️ https://t.co/r2ktT2irSW#KSCmeineHeimat pic.twitter.com/TR4l4WkTfk
Hier zeigt Nebel, was er bereits als Jugendspieler andeuten konnte. Der klein gewachsenen Edeltechniker verfügt über eine gleichermaßen überraschende und beeindruckende Bissigkeit im Defensivzweikampf, womit er sich im Karlsruher Wildpark schnell in die Herzen der Fans spielte. Zudem gehört er in der laufenden Saison zu den fünf laufstärksten Spielern der Liga, läuft regelmäßig 12 Kilometer in einem Spiel. An der Seite der erfahrenen Stindl, Wanitzek und Gondorf entwickelt sich der junge Nebel exzellent, trifft immer häufiger die richtige Entscheidung und wurde schon längst zu einem Schlüsselspieler im Kader der Karlsruher. Auch wenn man ihn selbstverständlich gerne länger in der Fächerstadt halten würde, nach dieser Saison führt der Weg wohl zwangsläufig zurück nach Mainz.
Nach zehn Sekunden erzielte Paul Nebel das zweitschnellste Tor in der Geschichte der 2. Bundesliga!
— Karlsruher SC (@KarlsruherSC) November 28, 2023
Sein Treffer ist die Szene des Spiels aus dem Spiel gegen Nürnberg. 💙 🤍
Die Höhepunkte der Partie findet ihr bei KSC Drei60 ➡️ https://t.co/KOVNTcfjFJ#KSCmeineHeimat #KSCFCN pic.twitter.com/O2WbWCz9WW
Welche Situation er dort vorfindet steht aktuell noch in den Sternen. Die Mainzer kämpfen aktuell gegen den Abstieg, ob Interimstrainer Jan Siewert zur neuen Saison noch auf der Trainerbank sitzen wird ist ungewiss. Doch eins ist in Mainz gewiss, es soll wieder vermehrt auf die Talente aus dem eigenen Nachwuchs gesetzt werden. Mit Brajan Gruda und Nelson Weiper sowie dem schon erfahreneren Leandro Barreiro und dem genesenen Jonathan Burkardt steht hier schon eine starke Achse, in die sich Paul Nebel optimal einfügen könnte. Dabei kommt ihn seine neu gewonnene Variabilität zu Gute. Egal in welcher Formation der FSV zukünftig auflaufen sollte, Nebel ist auf jeweils mehreren Positionen bundesligareif. Die Mischung aus seinen offensiven Fertigkeiten, die der U21 Nationalspieler stetig verbessert, und den Stärken in der Rückwärtsbewegung ergeben dabei ein selbst auf höchstem Niveau seltenes Profil. Vor allem in einem auf Pressing auselegten Spiel kann er dabei Gold wert sein.
Für die Entwicklung des Talents zu einem gestandenen Spieler mit Erfahrung auf gehobenem Zweitliga-Niveau war die Leihe nach Karlsruhe schon ein halbes Jahr vor ihrem Ende ein voller Erfolg. Sollte der als harter Arbeiter bekannte Nebel sich weiter wie bisher entwickeln, wird er auch im Oberhaus auf sich aufmerksam machen.
Dortmunder Transferziel - wer ist Ferdi Kadıoğlu?

Nachdem sich der Sommer-Transfer von Linksverteidiger Rami Bensebaini bisher als Missverständnis herausgestellt hat, ist man Berichten zufolge in Dortmund auf der Suche nach einer Verstärkung für die Position des Linksverteidigers. In den Fokus gerückt ist dabei der türkische Nationalspieler Ferdi Kadıoğlu (24) von Fenerbahce Istanbul - eine unkonventionelle, aber spannende Option. (Bild: IMAGO / Seskim Photo TR)
Als rechtsfüßigen Rechtsaußen, der auch über das Skillset eines solchen verfügt und der jetzt als linker Verteidiger spielt, beschreibt Marius Fischer, Head of Scouting and Analysis beim dänischen Erstligisten Viborg FF und Interviewpartner bei Kickfieber, den Türken. Tatsächlich wurde der im niederländischen Arnhem, keine zwei Autostunden von Dortmund entfernt, geborene Kadıoğlu im Nachwuchs des NEC Nijmengen als offensiver Mittelfeldspieler ausgebildet.
Mit gerade mal 17 Jahren debütierte er in der Eredivisie und konnte sich als Spielmacher oder auf der rechten Außenbahn direkt einen Stammplatz erarbeiten. Nach dem Abstieg glänzte er in der zweiten niederländischen Liga mit 19 Torbeteiligungen, auch für die U19 und U21 der Niederlande kam er mehrfach zum Einsatz. Danach ging er den Schritt in die Türkei zum Istanbuler Topclub Fenerbahce.
Cody Gakpo
— Dutch Football 🇳🇱 (@FootballOranje_) March 16, 2021
Javairo Dilrosun
Justin Kluivert
Ferdi Kadioglu
Noa Lang
Myron Boadu
Brian Brobbey
The Netherlands U21 attack for the European Championships is 🔥🔥🔥🔥🔥 pic.twitter.com/wWRSI4AeIz
Nach einer enttäuschenden ersten Saison, die er vor allem in der Zweitvertretung verbrachte, erkämpfte sich Kadıoğlu bei Fener immer mehr Spielzeit, zuerst noch auf den offensiven Außenbahnen wo er mit Tempo, Technik und Kreativität zu glänzen wusste. Trainer Vitor Pereira war es dann, der den Offensivspieler dann als erstes auf die linke Schiene vor einer Dreierkette stellte, nach einem erneuten Trainerwechsel fand er sich plötzlich als Außenverteidiger in einer Viererkette wieder. Seitdem entwickelte sich Kadıoğlu, mittlerweile für die Türkei international aktiv, stetig weiter. So wurde aus dem einstigen Kreativspieler mit heute 24 Jahren ein Außenverteidiger von internationalem Format, an dem neben Dortmund auch Arsenal London und der FC Porto interessiert sein sollen.
Seine Stärken liegen dabei nach wie vor im Offensivspiel, in das er sich mit Vorliebe einschaltet. Während er letzte Saison vornehmlich über die rechte Seite kam und auf der Außenbahn Richtung Grundlinie zog, kommt Kadıoğlu mittlerweile meistens über links. Hier agiert er oft als inverser Außenverteidiger, der seine exzellente Ballbehandlung und die früh als Zehner erlernte Kombinationsstärke in den engen Räumen vor dem gegnerischen Strafraum optimal zur Geltung bringen kann.
Besonders auffällig ist er, wenn er von der Außenbahn mit Tempo in die Mitte dribbelt und mit seinem starken rechten Fuß entweder auf das Tor schießt oder eine Flanke auf den langen Pfosten schlägt. Selten habe ich einen Außenverteidiger gesehen, der für so viele offensive Glanzmomente sorgt und mit seiner unkonventionellen Spielweise die gegnerische Defensive vor große Probleme stellt.
🚀 Ferdi Kadıoğlu’ndan olağanüstü bir gol! #SporTotoSüperLig #KAYvFB pic.twitter.com/XSqrVBmikx
— beIN SPORTS Türkiye (@beINSPORTS_TR) March 4, 2023
Wie bei einem so offensivstarken Verteidiger zu erwarten, ist die Defensivarbeit auch bei Kadıoğlu eher als Schwachpunkt zu betrachten. Vor allem in der ersten Zeit nach seiner Versetzung in die Abwehr prägten eklatante Stellungsfehler sein Spiel. Doch zuletzt zeigte er sich hier stark verbessert, auch im Zweikampfverhalten gleicht er immer mehr einem gelernten Verteidiger.
So konnte er im Länderspiel seiner Türken gegen die DFB-Auswahl den aktuell so formstarken Leroy Sané weitestgehend in Schach halten, nebenbei war er auch selbst mit einem Treffer erfolgreich. Und so trau ich ihm auch auf höchstem nationalem und internationalem Niveau zu, seine Seite dicht zu halten.
Bring Ferdi Kadıoğlu to Dortmund please.pic.twitter.com/7I90KvHeHR
— Loocas (@LoocasTweets) November 20, 2023
Die Dortmunder Borussia würde einen Spielertyp bekommen, der so im Kader noch nicht zu finden ist. Dem diese Saison oft eindimensional wirkenden Offensivspiel könnte er eine neue Note verleihen. Vor allem das Zusammenspiel mit Julian Brandt und dem immer stärker werdenden Jamie Bynoe-Gittens stelle ich mir spektakulär und brand(t)gefährlich vor.
Allerdings bedarf es zum Ausgleich dieser offensiven linken Außenbahn einer defensiven Absicherung, vorzugsweise im zentralen Mittelfeld. Während Kapitän Emre Can diese Saison auf ganzer Linie enttäuscht, war Salih Özcan, Nationalmannschafts-Kollege von Kadıoğlu, bisher ein Lichtblick. Nichtsdestotrotz ist hier in naher Zukunft ein Upgrade fällig. Im Winter scheint allerdings nur einer dieser Transfers möglich, für Ferdi Kadıoğlu soll Fenerbahce eine Summe von über 20 Millionen Euro fordern.
Trotz der happigen Summe und einiger Fragezeichen könnte Kadıoğlu ein Spieler sein, der hilft, der bisher farblos auftretenden Dortmunder Mannschaft ein neues Gesicht zu verleihen. Nachdem zuletzt ohne Erfolg auf Bundesliga-Transfers gesetzt wurde, konnten Sebastian Kehl und Co. eine neue Facette in der Transferstrategie zeigen.
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Grischa Prömel: Neu-Nationalspieler im Porträt

Am heutigen Montag wurde bekannt, dass Grischa Prömel (28) von der TSG Hoffenheim zum ersten Mal in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde. Der Mittelfeldspieler ist somit der sechste Neuling unter der Führung von Julian Nagelsmann. Die Nominierung ist der logische nächste Schritt auf einem Karriereweg, der ihn langsam aber stetig bis in die DFB-Elf führte. (Bild: IMAGO / USA TODAY Network)
In Stuttgart geboren führte sein Weg zu unserem stolzen Kickfieber-Partner, den Stuttgarter Kickers. In der Jugendabteilung des aktuellen Tabellenführers der Regionalliga Südwest startete er als zentraler Mittelfeldspieler, im Laufe der Jahre ging sein Weg dann immer weiter nach hinten. In seinem ersten Jahr als A-Jugendlicher fand sich der früh körperlich starke Prömel dann in der Innenverteidigung wieder. Nach einer überzeugenden ersten Saison in der A-Jugend Bundesliga wurde dann die TSG Hoffenheim mit Trainer Julian Nagelsmann auf ihn aufmerksam, wohl auch weil er beim 2:2 der Kickers gegen die TSG beide Treffer vorbereitete.
"Damals war ich noch U-19-Spieler bei den Stuttgarter Kickers. Da hat Julian mir damals auch erst eine WhatsApp geschickt und mich daraufhin dann angerufen, um mich von einem Wechsel in die Akademie der TSG Hoffenheim zu überzeugen." - Grischa Prömel
Zur Saison 13/14 wechselte er somit ins Kraichgau, wo er fortan vor allem im Mittelfeld auflief und die deutsche A-Jugend Meisterschaft gewinnen konnte. Nachdem er in der Saison 14/15 in der Regionalliga Mannschaft der TSG auflief und aus dem defensiven Mittelfeld mit fünf Toren glänzen konnte, wurde er mit einer Nominierung für die U20-Nationalmannschaft belohnt. Zusammen mit dem heutigen Gladbacher Julian Weigl bildete er dort die Doppelsechs und drang mit der deutschen Auswahl bis ins Viertelfinale der Weltmeisterschaft vor. Bei der TSG sah er jedoch keine Perspektive für die Zukunft und so ging er im Sommer ablösefrei und mit Rückkaufoption zum Karlsruher SC, der gerade denkbar knapp am Aufstieg in die Bundesliga vorbei geschrammt war.
Seine ersten drei Profispiele absolvierte er für die Karlsruher als rechter Verteidiger, bald war er dann im zentralen Mittelfeld gesetzt. Von dort konnte er im Derby gegen Kaiserslautern mit einem sehenswerten Distanzschuss seinen ersten Treffer erzielen. Im Sommer 2016 folgte dann das Highlight seiner bisherigen Karriere, als Teil des deutschen Olympia-Teams drang er bis ins Finale vor, konnte sich mit Spielern wie Neymar, Marquinhos und Gabriel Jesus messen und am Ende die Silbermedaille mit nach Hause nehmen. In Karlsruhe lief es dagegen weniger gut, am Ende seiner zweiten Saison stand der Abstieg in Liga 3. Prömel jedoch blieb zweitklassig, für ihn ging es in die Hauptstadt zu Union Berlin. In seiner zweiten Saison mit den Eisernen trug er, mittlerweile immer offensiver eingesetzt, sieben Treffer zum sensationellen erste Bundesligaaufstieg der Berliner bei.
Four-midable! 💥💥💥💥
— Unique Sports Group (@UniqueSG) April 11, 2022
Grischa Prömel was on the scoresheet as Union Berlin ran out 4-1 winners over city rivals Hertha Berlin #BeUnique pic.twitter.com/4To4VEFkkd
Nahtlos konnte er, nur unterbrochen von Verletzungspausen, seine Qualitäten auch in Liga 1 unter Beweis stellen, war einer der Erfolgsgaranten des Überraschungsteams der letzten Jahre. Im Sommer 2022 ging es dann zurück zu den Wurzeln zur TSG Hoffenheim, wo er sich sofort als einer der Stützen des Teams etablierte und auch im Seniorenbereich auf das Radar des DFB geriet. Ein Knöchelbruch machte ihm damals noch einen Strich durch die Rechnung. Nach einem überragenden Start in die laufende Spielzeit, in der er aus dem zentralen Mittelfeld bereits fünf Torbeteiligungen vorweisen kann, war die Nominierung durch seinen Jugendcoach Nagelsmann nur folgerichtig.
"Ich bin einfach unglaublich stolz und unendlich dankbar, zum ersten Mal dabei sein zu dürfen. Es ist für mich eine absolute Ehre, denn was kann es Größeres geben, als sein Land vertreten zu dürfen?" - Grischa Prömel
Obwohl technisch gut ausgebildet, ist Prömel kein filigraner Spieler, der mit Tricks oder enge Dribblings glänzt. Dafür ist er ein harter Arbeiter, der mit durchschnittlich 13 Kilometern pro 90 Minuten eine enorme Laufleistung zeigt, eben ein klassischer Box-to-Box Spieler. Tatsächlich taucht er in beiden Strafräumen regelmäßig auf, führt trotz eher offensiver Ausrichtung auch im und um den eigenen Strafraum Zweikämpfe. Besonders auffällig ist er jedoch im gegnerischen Strafraum, in den er immer wieder mit Wucht vordringt. Vor dem Tor bleibt er dabei eiskalt und profitiert auch von seinem exzellenten Kopfballspiel. Zu erwähnen ist auch sein gutes Raumgefühl in der Box, weshalb er oft die zweiten Bälle erreicht. Die Nationalmannschaft gewinnt mir Prömel einen Spielertyp, der am ehesten mit Leon Goretzka zu vergleichen ist und der in den Testspielen gegen Österreich und die Türkei darauf brennen wird, sich für zukünftige Nominierungen zu empfehlen.
Union führt durch Grischa Prömel, für mich sowieso der geilste Bundesligaspieler, seitdem ich erfahren habe, dass er seit fünf Jahren den alten Fiesta von seiner Omma fährt. pic.twitter.com/O3n0x9iMHZ
— Wayne Schlegel (@WayneSchlegel_) February 20, 2021
Zudem gilt Prömel als ein angenehmer Charakter, der mit seiner positiven Aggressivität durchaus Führungsaufgaben wahrnehmen kann. Bezeichnend für seine angenehme Bodenständigkeit ist die Tatsache, dass er bis tief in seine Bundesligakarriere mit dem alten Ford Fiesta seiner Oma auf den Trainingsplatz kam.
Zugegebenermaßen steht der schon 28 Jahre alte Prömel nicht für die große Zukunft des deutschen Fußballs und wird im Nationaltrikot vermutlich keine Wunderdinge vollbringen. Doch ist diese Nominierung die Belohnung für eine herausragende Entwicklung und zeigt, dass unter Neu-Nationaltrainer Nagelsmann, im Gegensatz zur Vergangenheit, das Leistungsprinzip gilt.
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Max
22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.






