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Kickfieber Max Unter dem Radar - Rouven Tarnutzer ist Freiburgs nächstes Juwel
Rouven Tarnutzer vom SC Freiburg im Oktober 2026

(IMAGO / STEINSIEK.CH)

Unter dem Radar - Rouven Tarnutzer ist Freiburgs nächstes Juwel

Als ich Freiburgs Verteidiger Anthony Jung im Kickfieber-Interview nach einem Spieler fragte, der es aus der Zweitvertretung des SC in die Bundesliga schaffen wird, fiel ein Name wie aus der Pistole geschossen: Rouven Tarnutzer. Trotzdem fliegt der 19 Jahre junge Schweizer noch unter dem Radar. Doch das könnte sich bald ändern.
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Geschrieben von Max Wagenhan
Veröffentlicht: 5 Oktober 2026, 15:33

Wie schon bei Rekordverkauf Johan Manzambi und Verteidiger Bruno Ogbus nutzen die Freiburger im Fall Tarnutzers die geographische Nähe zur Schweiz, um sich ein vielversprechendes Talent der Eidgenossen schon im Juniorenbereich zu sichern. Der Abschied aus seinem Geburtsort Schaffhausen sollte für den jungen Mittelfeldmann alles andere als ein Reinfall werden. Schon im Nachwuchsbereich überzeugte er mit seiner beeindruckenden Ballsicherheit. Vorzugsweise auf einer Doppel-Sechs kann er dabei sowohl zwischen die Innenverteidiger abkippen, als auch mit Ball am Fuß durch das Mittelfeld marschieren oder linienbrechende Bälle spielen.

Schnell entwuchs der Schweizer der U19 Bundesliga und durfte sich in der Regionalliga erstmals im Herrenfußball beweisen. 20 Einsätze mit jeweils 2 Toren und Vorbereitungen konnte er in der vergangenen Spielzeit als eigentlich A-Jugendlicher beitragen. Eine Leistung, die auch Profi-Trainer Julian Schuster nicht verborgen blieb. Am 31. Spieltag belohnte er Tarnutzer mit seinem Profi-Debüt in Dortmund - vor über 80.000 Zuschauern. In die Partie kam er damals für Nicolas Höfler. Das Freiburger Eigengewächs und Urgestein steht nach Ende seiner professionellen Laufbahn in der laufenden Saison in der Regionalliga an der Seite des 17 Jahre jüngeren Tarnutzer auf dem Platz.

Er spielt aktuell unten, weil der Kader im Profiteam sehr stark besetzt ist und jeder fit ist, wird aber auf lange Sicht den Schritt nach oben machen.

- Anthony Jung im Kickfieber-Interview 

Das macht Tarnutzer so stark:

Im Sommer folgte der nächste Schritt, Tarnutzer wurde zum festen Bestandteil des Freiburger Profikaders ernannt, absolvierte die komplette Vorbereitung des Bundesliga-Teams. Einzig die überragende Form der Doppelsechs Eggestein und Engelhardt verhindert wohl die regelmäßige Berufung in den Spieltagskader. Stattdessen sammelt er weiterhin in der Regionalliga die in seinem jungen Alter wichtige Spielzeit, zählt dabei zu den Stützen seines Teams. Als Taktgeber im Mittelfeld wird er von seinen Mitspielen gesucht, verteilt klug die Bälle. 

Immer öfter spielt er diese auch in die Spitze, im Schnitt spielt er als defensiver Mittelfeldspieler pro Spiel 8,77 Pässe ins letzte Drittel 2,44 Bälle davon in den gegnerischen Strafraum. Dadurch konnte er mit bisher 3 Assists nach nur 7 Spielen seine Ausbeute aus der Vorsaison übertrumpfen. Auch in der Defensivarbeit zeigt er sich frühreif, seinen Körper setzt er im Zweikampf oft klug ein. Durch seine starke Antizipation kann er zudem regelmäßig ohne Zweikampf den Ball erobern. 

Sein Spiel ist nicht besonders spektakulär, eher von Souveränität geprägt. Doch schaut man sich seine Vorlage zum 1:1 gegen die SG Barockstadt an, wird sofort klar: Der SC Freiburg hat ein weiteres Juwel in seinen Reihen. Lange dürfte es nicht mehr dauern, bis zu Tarnutzers 6 Minuten Bundesliga-Fußball noch mehr dazu kommen. Aktuell dürfte er in Abwesenheit des mal wieder verletzten Patrick Osterhage der erste Anwärter sein, sollte ein Teil der bisher so glänzenden Zentrale Freiburgs ausfallen.

Eine Saison mit Dreifach-Belastung ist lang. Und die Saison 26/27 könnte noch die des Rouven Vuk Tarnutzer werden.

Max
Max

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.

Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!

In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.

Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.