
(IMAGO / STEINSIEK.CH)
Unter dem Radar - Niklas Swider: Spielt Gladbachs bester Sechser in Köln?

In der laufenden Saison ist die Defensive der Borussen aus Mönchengladbach wahrlich eine Schießbude. 6 Heimtore in den ersten beiden Spielen stehen 0 Punkte gegenüber - beide Male lautete das Ergebnis 3:4. Kein Wunder also, dass als neuer Cheftrainer der Defensivkönner Blessin verpflichtet wurde. Bei seinen bisherigen Stationen in Belgien, Genua und beim FC St. Pauli setzte der aus der RB Schule stammende Übungsleiter meist auf eine klassische Doppel-Sechs. Bei den beiden Testspiel-Auftritten gegen Siegen und Ex-Club St. Pauli schickte er sein Team in der 3-4-3 Formation aufs Feld, das Mittelfeldzentrum besetzten dabei die spielerisch veranlagten Neuhaus, Stöger und Nguefack. Philipp Sander, der am ehesten defensiv orientierte Mittelfeldspieler im Kader, bekleidete derweil die zentrale Position in der Innenverteidigung. Ein Spielertyp wie Jackson Irvine, unter Blessin bei St. Pauli essenziell, fehlt dabei im Kader.
Bis Mittwoch soll Alexander Blessin offiziell als neuer Gladbach-Trainer vorgestellt werden. 🗞️[RP] https://t.co/KdyBRdBIfh
— Torben | 《B》- News (@TorbenBMG) September 20, 2026
Hoffnung machen könnte dabei das Debüt von Zento Uno, der jedoch trotz aller Zweikampfstärke die von Blessin so geschätzte physische Komponente vermissen lässt. Fraglich ist, ob die Borussen mit dieser Mittelfeldbesetzung die unsichere Defensive nachhaltig stabilisieren können. Dabei wandert der Blick zwangsläufig in die Stadt des Derbyrivalen, Köln. Dort überzeugt seit dem Sommer ein echtes Fohlen, seit 2014 schon im Verein. Ein fast 1,90 Meter großer Sechser, zweikampfstark, mit Lufthoheit und einem beeindruckend sicheren Aufbauspiel - Niklas Swider. Im Sommer noch erschien der Leihtransfer des Eigengewächs wie ein logischer Schritt. Swider sammelte Erfahrung im Regionalligateam Gladbachs, entwuchs der Liga in seinem ersten Jahr im Herrenfußball schnell.
Niklas trainiert schon seit Längerem bei den Profis, doch leider ist es aus unterschiedlichen Gründen noch nicht zu seinem Bundesligadebüt gekommen. [...] Wir hoffen auf eine erfolgreiche Leihe, damit er sich anschließend dem starken Konkurrenzkampf bei der Borussia stellen kann.
- Sportchef Rouven Schröder
Heute würde den Gladbachern ein Spieler mit den Qualitäten Swiders gut zu Gesicht stehen. Mit seinen 1,88 Metern gewinnt er in der 3. Liga über 70% aller Luftzweikämpfe. Auch am Boden zeigt er sich sehr zweikampfstark. Mit dem Ball weist Swider eine beeindruckende Passquote von über 90% auf, mit bisher 446 erfolgreichen Pässen in 7 Spielen liegt er auf Platz 1 seiner Positionskollegen. Mit seiner Ballsicherheit und Zweikampfstärke hält er der potenten Offensive der Viktoria den Rücken frei, eine Absicherung, die man in Gladbach schmerzlich vermisst.
In Kombination mit den spielstarken Neuhaus und Stöger oder den Laufwundern Nguefack, Castrop oder auch Sander könnte Swider schon heute eine wichtige Rolle im Mittelfeld der Rheinländer spielen. Zudem kann er auch die aktuelle Sander-Rolle als zentraler Innenverteidiger mit seinen Fähigkeiten beinahe perfekt ausfüllen. Nach aktuellem Stand wird sich Swider im kommenden Sommer fest in den Profikader integrieren. Ein Fohlen Duo gemeinsam mit Nguefack kann die neuerdings wenig erfolgsverwöhnten Fans der Borussia mal wieder zum Träumen bringen.
Ich persönlich halte es derweil für nicht ausgeschlossen, dass Swider schon im Winter wieder auf dem Radar der Verantwortlichen Gladbachs auftaucht. Eine frühzeitige Rückkehr dürfte zwar in Köln auf wenig Gegenliebe stoßen, für den Kader Gladbachs wäre er jedoch eine passende und günstige Ergänzung mit dem Prädikat Sofortlösung.

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.
