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Max

Martin Adeline - Spielmacher im Fokus von Köln und HSV

Torgefahr, Spielmacherqualitäten, Laufstärke, Defensivarbeit - die Anforderungen an einen modernen Mittelfeldspieler sind enorm. Gleichzeitig lesen sie sich wie ein Profil des 22 Jahre jungen Martin Adeline, der mit ESTAC Troyes kürzlich den Aufstieg in die Ligue 1 feiern durfte. Kein Wunder also, dass mit dem Hamburger SV und dem 1. FC Köln zwei deutsche Traditionsvereine um den Franzosen buhlen. (Bild: IMAGO / Icon Sport)

Gerade mal 16 Jahre alt war Adeline, da lag bereits ein Profivertrag bei Meister Paris Saint Germain auf dem Tisch. Zwei Jahre lang spielte er zuvor in den Jugendmannschaften des Hauptstadtclubs, war davor schon in Trainingscamps der Pariser aktiv. Doch das Talent, das den Schritt in die erste Mannschaft von PSG weiterhin als Karriereziel bezeichnete, lehnte ab. Stattdessen ging er nach Reims, um wieder näher bei seiner damals kranken, alleinerziehenden Mutter zu sein. Es folgten Höhen und Tiefen in der noch jungen Karriere. Sein Profidebüt feierte er noch gemeinsam mit Hugo Ekitiké, doch während sich der Stürmer Adelines Traum von PSG erfüllte und schließlich über Frankfurt für 95 Millionen Euro beim FC Liverpool landete, ging es für Adeline in die Ligue 2.

Eine Leihe zu Rodez, wo er als kleiner Junge das Kicken lernte, danach eine Saison bei Annecy. Keine schlechte Leistungen, aber auch keine Konstanz, die Ligue 1 immer weiter entfernt. Für 600.000 € folgte der Wechsel zu ESTAC Troyes. Auch an die Seine, doch eben nicht Paris. Doch für Adeline ging es seitdem bergauf, nach einer noch durchwachsenen Vorsaison folgte in der abgelaufenen Runde nun der Durchbruch. 32 Spiele, 10 Tore und 11 Vorlagen sprechen Bände. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Tawfik Bentayeb, der vor einem Wechsel zum FC Schalke 04 stehen soll, führt der Mittelfeldspieler die Scorerliste an, dazu kommt der verdiente Meistertitel und somit Aufstieg in die Ligue 1.

Noch beeindruckender wirken die Werte, wenn man bedenkt, dass Adeline bei Troyes keinesfalls den klassischen Zehner gibt. Vielmehr taucht er an beiden Enden des Platzes regelmäßig auf, zeigt sich somit als Verkörperung des Box to Box Spielers. Glanzpunkte setzt er dabei vor allem als Spielmacher, dessen Bewegungen von einer beeindruckenden Eleganz geprägt sind und der ein fantastisches Auge für seine Mitspieler hat. Zum Abschluss der oft selbst eingeleiteten Angriffe findet er regelmäßig den Weg in den Strafraum, in dem er alle seine zehn Ligatore erzielen konnte. Das spiegelt sich auch in der Statistik der meisten Angriffsläufe wider, wo er in den Top 5 der Liga steht - gemeinsam mit ausschließlich reinen Offensivspielern. Auch seine Arbeit im Pressing ist erwähnenswert, mehr als sechs mal pro Spiel gewinnt er im Durchschnitt den Ball in der gegnerischen Hälfte. In Troyes wird Adeline meist auf der linken Acht eingesetzt, auch eine zentralere Position ist ihm zuzutrauen.

Wohin zieht es Adeline?

Ohne Zweifel wird Martin Adeline in der kommenden Saison in einer ersten Liga antreten. Ob Troyes, dem sowieso der Ausverkauf seines Tafelsilbers droht, den ambitionierten Spielmacher halten kann, ist ungewiss. Mit dem RC Lens lockt der Vorjahres-Zweite der Ligue 1, doch auch der Wechsel in die Bundesliga ist denkbar. In Köln, das sein Werben in den vergangenen Tagen intensiviert haben soll, könnte er in Konkurrenz zum selten überzeugenden Isak Johannesson treten. Doch in Köln, das mit Eric Martel seinen defensiven Anker verliert, dürfte der Fokus eher auf einem klassischen Sechser liegen.

In Hamburg hingegen wird der Schlüsselspieler der vergangenen Saison den Club verlassen - Fabio Vieira. Ein fester Transfer dürfte an den hohen Ablöseforderungen seines Stammvereins, dem englischen Meister Arsenal London, scheitern. Vieira ist ein lauf- und spielstarker Achter/Zehner, der sowohl selbst Torgefahr ausstrahlen als auch Chancen für seine Kollegen kreieren kann. Ein Profil, in das auch Martin Adeline perfekt passt. Auch er dürfte kein Schnäppchen sein, sein Zweitliga-Gehalt lässt jedoch ein deutlich günstigeres Gesamtpaket zu, als bei Premier League Veteran Vieira. Zudem bietet er mit seinen 22 Jahren eine Menge Entwicklungs- und dadurch auch Wiederverkaufspotenzial. Als Zehner hinter zwei Spitzen oder auf der Halbposition könnte er in Hamburg seine offensiven Qualitäten voll zur Geltung bringen, auch sein Fleiß im Spiel gegen den Ball kommt dem Fußball von Trainer Merlin Polzin sehr entgegen. Mit seinen Stärken im Pressing könnte er der Elf aus Hamburg zudem helfen, im Jahr 2 nach dem Wiederaufstieg das gesamte Spiel weiter in die gegnerische Hälfte zu verlagern.

Wie unschwer zu erkennen ist, sehe ich den HSV als die geeignete nächste Station in der jetzt schon bewegten Karriere des Martin Adeline. Ihm traue ich zu, ohne große Anlaufschwierigkeiten das Spiel des HSV zu bereichern. Und wer weiß, vielleicht lebt dann der Traum von Paris wieder auf. Er wäre nicht der Erste, der den Sprung aus der Bundesliga in die Stadt der Liebe schafft.

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Max

Roggerio Nyakossi - Diesen Innenverteidiger jagt die Bundesliga

Roggerio Nyakossi ist in diesem Sommer ein begehrter Mann. Gleich fünf Bundesligisten - Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim sowie Werder Bremen und der FC Augsburg - sollen den Kapitän der Schweizer U21 Nationalmannschaft auf dem Radar haben. Was macht den 1,95 Meter Riesen im Dienste von OH Leuven so begehrt? (Bild:
IMAGO / Geisser
)

Im Januar 2025 für 800.000€ aus Marseille gekommen, tat sich der Innenverteidiger Nyakossi zuerst schwer, kam kaum zum Einsatz. Erst nach dem Trainerwechsel auf Felice Mazzù im Oktober rückte er in die Stammformation und war seither aus dieser kaum mehr wegzudenken. Dabei glänzte er nicht nur als defensiver Anker des belgischen Erstligisten, der Defensivmann ist zudem zweitbester Torschütze seines Teams. Vor beiden Toren profitiert der in Genf geborene Nyakossi von seinem nicht nur großen, sondern auch wuchtigen Körper. Er gilt als aggressiver Zweikämpfer, der kein direktes Duell scheut und dabei seinen Körper intelligent einzusetzen weiß.

Doch es wäre ein Fehler, Nyakossi als reinen Defensivbrecher abzutun. Neben seiner Zweikampfstärke zeichnet er sich durch eine starke Antizipation aus, fängt oft Flanken und lange Bälle ab, ohne ins direkte Duell gehen zu müssen. Zudem zeigt er sich als moderner Innenverteidiger, der das Aufbauspiel Leuvens als zentraler Mann einer 3er-Kette dirigiert. Seine Passgenauigkeit liegt dabei bei über 90%, ein überragender Wert, der nicht nur durch Sicherheitspässe in der Kette zustande kommt. Gerade bei langen Bällen, die er gerne diagonal auf die Außenspieler spielt, ist Nyakossi beeindruckend effizient, bringt 60% davon an den Mann - ein ähnlicher Wert wie Nico Schlotterbeck, einer der fußballerisch besten Innenverteidiger im Weltfußball. Einzige wirklich auffällige Schwäche in seinem Spiel ist wohl das fehlende Tempo, im Laufduell gegen flinke Spieler zieht er häufig den Kürzeren.

Auch Leaderfähigkeiten zeigt der Schweizer mit togolesischen Wurzeln, mit seinen gerade mal 22 Jahren hat er sich in Windeseile als Abwehrchef etabliert, die U21 Nationalmannschaft der Eidgenossen führt er als Kapitän auf den Platz. Durchaus beeindruckend für einen Spieler, der bisher wenig Erfahrung in der höchsten Spielklasse vorzuweisen hat. Nachdem er mit 17 Jahren für seinen Jugendclub Servette Genf in der Schweizer Super League debütierte, folgte nach nur fünf Spielen der 2 Millionen Euro Transfer zu Olympique Marseille, wo er jedoch in zwei Jahren nur in der Youth League sowie bei der in der Fünftklassigkeit aktiven Zweitvertretung eingesetzt wurde. Der nächste Einsatz in einer ersten Liga folgte dann erst in Belgien. Nun steht für Nyakossi schon der Wechsel in eine europäische Topliga an.

Neben den deutschen Clubs sollen sich weitere europäische Schwergewichte wie Straßburg, Lyon, Everton oder Feyenoord Rotterdam nach dem Verteidiger erkundigt haben. Auch Inter Mailand, Chelsea und Liverpool wird nachgesagt, sich schon lose mit ihm beschäftigt zu haben. Das Heft des Handelns hat jedoch zuerst einmal Marseille in der Hand, das sich im Zuge des Transfers nach Leuven eine Rückkaufoption in Höhe von 6 Millionen Euro sicherte. Gut möglich, dass hier auch ein direkter, gewinnbringender Weiterverkauf in Frage kommt, dann sicherlich nicht zur direkten Konkurrenz in der Ligue 1 - ein Vorteil für die Interessenten aus der Bundesliga.

Welcher Bundesligist wird zuschlagen?

Dabei kann es sehr schnell um Summen gehen, die für die klammen Bremer zu einem Problem werden können. Eine Transfersumme von näherungsweise 10 Millionen Euro wäre wohl nur bei einem lukrativen Transfer des begehrten Karim Coulibaly zu stemmen, dessen Position in der Innenverteidigung er direkt übernehmen könnte. Auch in Augsburg könnte mit Chrislain Matsima ein Innenverteidiger für eine ganze Stange Geld gehen, die Fuggerstädter sind allerdings in der Defensivzentrale deutlich besser und breiter aufgestellt als beispielsweise Bremen, dort wird man eher auf das eigene Tafelsilber, namentlich Noahkai Banks, setzen. Bayer Leverkusen hingegen wird, sollte einer der gesetzten Edmond Tapsoba und Jarell Quansah den Verein verlassen, auf einen etablierteren Spieler setzen, für die Backup-Rollen dürften die bereits unter Vertrag stehenden Oermann, Tapé und Belocian vorgesehen sein.

Bleiben also die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart. Beide sind in der Innenverteidigung hochklassig besetzt, haben aber eine Saison mit Dreifachbelastung vor der Brust und sind finanziell problemlos in der Lage, eine beachtliche Summe für einen Spieler wie Nyakossi zu entrichten. In Stuttgart, das zuletzt wieder häufiger mit drei Innenverteidigern auflief, könnte er durch seine Beidfüßigkeit gleich alle drei Positionen als Backup ausfüllen und so auf wichtige Spielzeit kommen. Die Schwaben können zudem mit der Chance auf Champions League Fußball locken. In Hoffenheim, wo Trainer Christian Ilzer die Viererkette vorzieht, stehen für die kommende Saison nur drei nennenswerte Innenverteidiger unter Vertrag, dazu der noch verletzte Koki Machida.

Dort sehe ich für Nyakossi den besten Fit, da er in Hoffenheim auf die für seine weitere Entwicklung essenzielle Spielzeit kommen und sich gleichzeitig auf höchstem Niveau präsentieren kann. Gemeinsam mit Ozan Kabak könnte die TSG dabei Duo auf den Platz stellen, das bei jeder Standardsituation mehr Torgefahr ausstrahlt als manch ein Stürmer in 90 Minuten.

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Max

Lennart Moser im Kickfieber-Interview

Lennart Moser blickt mit seinen 26 Jahren schon auf eine bewegte Karriere zurück. Union Berlin, Energie Cottbus, dazu Stationen in Belgien, Österreich und Dänemark stehen in seiner Vita. Im Kickfieber Interview spricht er über seinen bisherigen Weg, die aktuelle Station bei Fagiano Okayama in der japanischen J1 League, seine ehemaligen Trainer Pele Wollitz und Urs Fischer sowie seine Zukunft. (Bild: IMAGO / Gonzales Photo)

Lennart, du bist im Winter vom dänischen Zweitligisten Kolding IF nach Japan gewechselt. Wie gefällt es dir bisher?

Japan ist ein tolles Land und die Japaner sind ein unheimlich herzliches Volk. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass nicht nur die Kultur im täglichen Leben eine völlig andere ist, sondern auch das Verständnis von Fußball. Sowohl das Training als auch der Spielansatz sind mit Europa nicht zu vergleichen. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen und klarkommen. Deswegen würde ich lügen, wenn ich sagen würde, es wäre alles perfekt. Vielleicht erinnerst Du Dich an Philipp Max, der nach zwei Monaten in Japan seinen Vertrag aufgelöst hat. Es gibt schon Gründe, warum Europäer sich hier schwertun und nach kurzer Zeit wieder zurückkehren.

Was waren die größten fußballerischen Umstellungen für dich?

Das, was hier von einem Torwart verlangt wird, ist sehr viel einfacher als die Anforderungen in Europa. In Japan wird risikoarmer Fußball gespielt. Ich schlage einen langen Ball und dann gehen wir auf die zweiten Bälle. Das ist eigentlich der größte Unterschied. In Europa ist es viel komplexer. Du analysierst den Gegner und versuchst, den Ball hinten rauszuspielen, um Ballbesitz zu haben und Aktionen zu kreieren. In Japan ist das komplett anders.

Du bist im Kader von Okayama der einzige Europäer. Drei Brasilianer, ein Bolivianer und sonst nur Japaner. Wie läuft das mit der Kommunikation?

Als einziger Europäer war es für mich am Anfang sehr schwierig und kleinere Probleme gibt es nach wie vor. Fußball lebt von der Kommunikation und dafür muss ich Japanisch lernen. Auf dem Feld sprechen wir eigentlich nur Japanisch. Demzufolge musste ich die fußballspezifischen Vokabeln verinnerlichen. Auch zwischenmenschlich gibt es natürlich Hürden, da ich keine normale Unterhaltung mit irgendeinem Spieler führen kann, weil kein Englisch gesprochen wird. Ich habe einen Übersetzer, der für mich auf Englisch übersetzt. Und die Brasilianer haben einen brasilianischen Übersetzer, der dann dementsprechend auf Portugiesisch übersetzt.

Bist du eigentlich allein in Japan?

Nein, meine Freundin ist bei mir und darüber bin ich auch sehr froh.

J1 100 Year Vision League

Die japanischen Profiligen befinden sich gerade im Übergang von der Saison im Kalenderjahr auf das europäische System. Daher findet von Februar bis Juni 2026 die einmalige „J1 100 Year Vision League“ statt. Dabei werden die 20 Teams in zwei regionale Gruppen aufgeteilt, jede Mannschaft bestreitet 18 Spiele. Bei einem Unentschieden geht es sofort ins Elfmeterschießen. Einen Absteiger gibt es dabei nicht. Die beiden Gruppensieger spielen im Finale den Startplatz für die asiatische Champions League aus.

Wie stehst du zum aktuellen Spielsystem in der J1 League, gerade als Torwart mit Bezug auf das Elfmeterschießen?

Ich finde das mittlerweile eigentlich eher nervig. Du machst teilweise ein richtig gutes Spiel oder die andere Mannschaft war sehr viel besser und du spielst gerade so unentschieden, weil du in der letzten Minute noch ein Tor machst. Normalerweise nimmst du diesen Punkt sehr gerne mit und freust dich. Aber dann gibt es jetzt das Elfmeterschießen, wo du Hoffnung hast und trotzdem verlierst. Danach ist die Stimmung irgendwie gedrückt. Ich bin kein Fan von diesem Elfmeterschießen. Am Anfang war es wirklich ganz cool, aber mittlerweile ist es einfach zu viel. Ich glaube alle freuen sich, wenn es den normalen Rhythmus wieder gibt.

Ein kleiner Zeitsprung: Du warst ja zwei Jahre in Dänemark, davor warst du ein halbes Jahr vereinslos. Wie geht man vor allem als junger Profi mit so einer Situation um?

Dass ich vereinslos war, war damals eine bewusste Entscheidung von mir. Ich war in Belgien in der ersten Liga bei Eupen und Stammspieler. Dann wurde das System in Eupen umgestellt. Der Verein hat einen neuen Investor bzw. Sponsor bekommen. Dadurch kam ein neuer Trainer. Ich wurde von der Nummer eins zur Nummer drei degradiert. Deswegen habe ich keine Perspektive gesehen und den Vertrag aufgelöst. Leider hat es etwas länger gedauert, einen Verein zu finden, aber das war mir bewusst und kalkuliertes Risiko.

Das Problem war, dass wir den Vertrag aufgelöst haben, als das Transferfenster schon geschlossen war. Ich wusste, dass ich erstmal eine gewisse Zeit vereinslos sein werde. Natürlich habe ich in der Zeit gemerkt, in welchem Business ich mich bewege. Niemanden interessiert es, wer jetzt irgendwo spielt. Du wirst einfach schnell vergessen. Und dementsprechend ist es auch schwierig, wieder einen neuen Verein zu finden, wenn du vereinslos bist. Diese Zeit war sehr wertvoll, um zu lernen, was es eigentlich bedeutet, Fußballprofi zu sein. Wie schnelllebig das Geschäft ist und was alles passieren kann. Ich habe in der Phase sehr viel gelernt und deswegen war es eine gute Zeit.

Gab es in der Zeit viele Anfragen oder war Kolding der erste Verein, der ernsthaft auf dich zukam?

Ehrlicherweise gab es größere und klangvollere Namen als Kolding. Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt mit kleineren Blessuren zu kämpfen und war froh über das Angebot von Kolding und den Schritt nach Dänemark. Ich habe einen ganz neuen Fußball erfahren, da ich einen spanischen Trainer hatte. Ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln und bewerte die Zeit als positiv. Im ersten Moment dachte ich, es sei ein Rückschritt, doch wir haben in der dänischen 2. Liga einen deutlich besseren Fußball gespielt als in der 1. belgischen Liga.

Du bist bei der Berateragentur Siebert & Backs Fußballmanagement GmbH, die sich speziell auf Torhüter und Trainer spezialisiert hat. Inwiefern habt ihr Torhüter ganz andere Bedürfnisse, dass so was nötig wird und wie hilft dir das weiter?

Die Torwartposition ist eine ganz spezielle Position und mit einem Feldspieler überhaupt nicht zu vergleichen. Wir brauchen ganz anderes Training und müssen mental ganz anders fit sein. Dementsprechend ist eine Torwartagentur sehr hilfreich, weil sie weiß, was ein Torwart benötigt und was ein Verein leisten muss. Mein Berater Nico Pellatz war selber Profi-Torhüter und hat einen sehr guten Draht zu den Torwarttrainern der Vereine. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich Teil der Agentur bin. Nach meinem Gefühl hat sich die Agentur in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt und wird auch kontinuierlich weiterwachsen.

Leihstationen

Von Union Berlin wurde Lennart Moser 2019 nach Cottbus, 2020 zu Cercle Brügge sowie ebenfalls 2020 an Austria Klagenfurt verliehen.

Du kommst ja aus der Jugend von Union Berlin, hattest dann von Union aus drei Leih-Stationen und seitdem auch eher kurze Stationen. Wie schwierig ist es, sich da immer wieder neu zu orientieren?

Mir fällt es nicht schwer, mich häufiger umzustellen und es macht mir grundsätzlich Spaß, Neues zu erleben. Ich bin wissbegierig und lerne gerne andere Kulturen kennen. Vor diesem Hintergrund habe ich mich für Japan entschieden. Bei meinen Leihstationen konnte ich es mir häufig nicht immer aussuchen. Ich war für ein Jahr ausgeliehen und bin zu meinem Stammverein zurückgekehrt. Natürlich gibt es immer Situationen, in denen du dich einfach nicht wohlfühlst. Meine längste Station in Kolding hat mir sehr gut gefallen und ich wäre gerne länger geblieben, aber es war dann der richtige Zeitpunkt für Veränderungen.

Du warst auch bei Energie Cottbus, die jetzt in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind. Damals hast du schon unter Pele Wollitz gespielt. Wie ist es eigentlich unter einem Trainer und Menschen wie Pele Wollitz zu kicken?

Es hat sehr großen Spaß gemacht. Ich habe nur positive Erinnerungen an meine Zeit in Cottbus. Energie war der Verein, bei dem ich als junger Spieler das erste Mal Männerfußball gespielt habe. Wollitz ist ein erstklassiger Trainer, der einfach für den Verein brennt. Er stellt sich immer vor die Mannschaft und gibt 100 Prozent. Manchmal ist es vielleicht ein bisschen zu viel an der Außenlinie und in der Coachingzone, aber menschlich und charakterlich ein super Trainer, der die ganze Mannschaft mitnimmt und weiß, wie man seine Spieler motiviert. Pele hat Cottbus im Blut. Er passt super und das merkt man. Es hat sich ausgezahlt und ich gönne es dem Verein.

Bei Union hattest du Urs Fischer, der ist dann natürlich ein ganz anderer Typ Mensch und Trainer, oder?

Ganz anders, ja. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, die das deutlich gemacht hat, was Urs Fischer für ein Typ ist. Wenn Du bei Union aus der Jugend gekommen bist, hattest Du eigentlich keine Chance. Das war damals bei Lennard Maloney so und bei mir ebenfalls. In einem Gespräch mit Urs hat er mir gesagt, dass ich einen super Job mache und er sich nicht beklagen könnte. Doch für ihn ist ein guter Torwart einer, der alt und erfahren ist. Da wusste ich, dass ich nicht spielen werde, so lange Urs Fischer bei Union ist. Deswegen wurde ich dreimal ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln.

Du bist aus Berlin, bei Union dann in der Jugend gewesen und zum Profi geworden. War Union immer dein Herzensverein?

Ich bin ehrlich. Ich bin ein relativer Freigeist. Egal, für welchem Verein ich spiele, ich werde alles geben. Union war einfach der nächste Verein. Wir haben in Treptow-Köpenick gewohnt. Das liegt in der Nähe von Union Berlin und somit war Union der nächste Verein. Deswegen habe ich meine ganze Jugend bei Union gespielt. Ich hätte mir natürlich gewünscht, auch mal als Profi für Union zu spielen, aber man weiß ja nie, was noch passiert in der Karriere.

Das wäre jetzt tatsächlich meine nächste Frage, liebäugelst du insgeheim mit einer Rückkehr zu Union?

Im Moment nicht, weil mein Karriereweg aktuell in eine andere Richtung verläuft, als dass ich für Union interessant wäre. Aber sicherlich wird mein nächster Karriereschritt zurück nach Europa oder vielleicht in die MLS sein. Ich denke, wenn ich in einer ersten Liga in Europa oder in der MLS spiele, kann der Weg in die zweite Liga als Stammtorhüter oder auch vielleicht als Nummer zwei bei einem Bundesligisten möglich sein.

Du hast also auch einen klaren Karriereplan im Kopf?

Ich muss realistisch sein und schauen, welche Ziele in meinem Alter noch erreichbar sind.

In der näheren Zukunft steht nächste Saison schon die J League auf dem Plan, oder?

Das ist schwierig zu sagen. Fußball ist sehr schnelllebig. Ich muss schauen, wie alles zusammenpasst, da ich ja auch mit meiner Freundin hier bin. Wenn irgendwas kommt, was für mich und meinen Verein lukrativ ist, würde ich definitiv nicht ablehnen. Im Moment habe ich noch einen Vertrag für zwei Jahre und den will ich erfüllen. Meine Priorität ist Japan.

Hast du von Japan selbst schon viel gesehen und mitbekommen, trotz Fußballeralltag?

Ich habe schon einige Ausflüge gemacht. Ich nehme alles mit, was geht. Wenn wir frei haben, unternehmen wir immer etwas. Okayama selbst ist nicht so attraktiv, aber man fährt maximal 45 Minuten mit dem Zug und ist in einer schönen Stadt.

Okayama

Okayama liegt im Westen Japans am Seto-Binnenmeer und ist für sein mildes und sonnenreiches Klima bekannt. Mit dem Shinkansen-Schnellzug ist die Millionen-Metropole Osaka in unter einer Stunde erreichbar.

Zum Abschluss habe ich noch die zwei klassischen Kinderfragen. Als erstes, wer war dein bester Mitspieler?

Das ist interessant. Möchtest du jetzt wissen, wer mein bester Mitspieler war, mit dem ich aber selber nicht gespielt habe, oder ein bester Mitspieler, mit dem ich selber aktiv auf dem Feld gestanden habe?

Gerne beides.

Mein bester Mitspieler war wahrscheinlich Max Kruse zu seiner besten Zeit. Der war schon wirklich gut. Aber ich habe selber nicht mit ihm aktiv gespielt. Und wenn es rein ums aktive Spielen geht? (Überlegt lange) Ich würde tatsächlich sagen, einer in meinem aktuellen Team. Ataru Esaka ist echt ein Wahnsinnskicker. Der ist schon ein bisschen älter, aber er hätte 100 % La Liga und so spielen können. Der ist wirklich richtig gut.

Und dann noch dein bester Gegenspieler?

Da kommen viele in Frage, vor allen Dingen in Belgien. Doku, Nainggolan, Alderweireld, Vertonghen, Kompany. Mit Cottbus haben wir damals im DFB-Pokal gegen Bayern gespielt, da wurde ich Man of the Match. Das war eines meiner besten Spiele. Da könnte ich es mir einfach machen und Lewandowski, Kimmich oder Neuer sagen.

Wenn man gegen Lewandowski, Kimmich und Neuer gekickt hat, ist das schon eine Sache, die man erwähnen darf.

Wahrscheinlich schon. Von daher nehmen wir das. Kompany war auch nicht schlecht. Ich habe gegen ihn gespielt, da ist er gerade neu zu Anderlecht gekommen und hat seine ersten Spiele gespielt. Ich stand im Tor. Aber die letzten Saisonspiele war er schon Trainer. Ich war sozusagen in einem seiner letzten Karrierespiele im Tor gewesen. Jetzt sieht es sogar so aus, als ob er vielleicht eine noch erfolgreichere Karriere als Trainer haben wird. Gegen Salzburg habe ich auch gespielt und dort waren ebenfalls sehr gute Spieler wie Adeyemi und Sesko, der es zu Manchester United geschafft hat.

An dieser Stelle vielen Dank an Lennart Moser für dieses Interview, wir werden seine weitere Karriere mit großem Interesse verfolgen!

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Max

Elias Havel vor Wechsel zum FC Köln?

Einem Bericht des Express zufolge verhandelt der FC Köln über einen Transfer des österreichischen Stürmers Elias Havel. Der 23 Jahre alte Angreifer im Dienste des TSV Hartberg kommt in der laufenden Saison auf 13 Ligatore und könnte dem schwach besetzten Kölner Sturm eine bisher nicht vorhandene Dimension verleihen. (Bild: IMAGO / Yigit Örme)

Havel entstammt wie so viele Talente der vergangenen Jahre der Nachwuchsakademie von RB Salzburg. Dort wurde er unter anderem von Matthias Jaissle, heute Chefcoach von Al Alhi, trainiert, über den er sagt „Ich weiß noch genau, wie Matthias mich trotz eines Sieges und zweier Tore zurechtgewiesen hat, weil ihm meine Form des Pressings nicht gefallen hat. Diese Perfektion, die er haben wollte, habe ich irgendwann verinnerlicht.“ Nach einem schweren Übergang in den Profibereich landete er schließlich beim Linzer ASK, wo er jedoch am heutigen Berliner Marin Ljubicic nicht vorbei kam. Im Sommer ging es dann leihweise zum TSV Hartberg, so er sich gleich am 3. Spieltag einen Riss des Syndesmosebands zuzog. Eine niederschmetternde Diagnose für den jungen Profi, der sich erinnert: „Nach der Diagnose war ich komplett durch den Wind. Nach den Gesprächen mit den Ärzten und meinen Physiotherapeuten sowie eigener Reflektion wandelte sich die Traurigkeit aber in Motivation und positive Energie.“

Wieder genesen kam er in der Rückrunde regelmäßig als Joker ins Spiel, kam jedoch langsam wieder in Fahrt. In der laufenden Saison, erneut leihweise in Hartberg, startete er dann sofort als Stammspieler und sorgt seitdem für Furore. Mit seinem Tempo, er selbst gibt an, in jeder seiner Mannschaften bisher der schnellste Spieler gewesen zu sein, und seinen Tiefenläufen hebelt er die Defensiven der österreichischen Bundesliga aus. Auch vor dem Tor zeigt er seine Qualitäten, trifft dabei vor allem mit seinem starken rechten Fuß auch aus dem Lauf zuverlässig in die Maschen. Außerdem fallen statistisch seine progressiven Läufe mit Ball auf, durchschnittlich zwei pro 90 Minuten. Mit seinen Antritten mit Ball am Fuß sorgt er regelmäßig für erheblichen Raumgewinn.

Heute weißt Havel, der in Hartberg vom ehemaligen Kölner Manfred Hartmann trainiert wird, laut transfermarkt.de einen Marktwert von 2 Millionen Euro aus. Für Hartberg Grund genug, seinen Torjäger für die im Sommer vereinbarte Kaufoption in Höhe von lediglich 300.000 Euro fest zu verpflichten. Wenn man den Gerüchten des im Kölner Umfeld gut vernetzten Express glauben schenkt, dürfte es sich dabei allerdings um eine reine Investition handeln. In Köln könnte der österreichische WM-Kandidat eine temporeiche Alternative zum kopfballstarken Ragnar Ache darstellen oder diesen im Doppelsturm ergänzen. In einem Sturm mit dem aktuell formschwachen Marius Bülter, Dauerjoker Luca Waldschmidt und Talent Fynn Schenten sehe ich für Havel sehr große Chancen, einen Stammplatz zu ergattern.

Die Kölner, die mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch gegen den Abstieg spielen, müssten tief in die Tasche greifen, um den Stürmer ans Geisbockheim zu lotsen. Eine hohe siebenstellige Summe sollen die Steirer verlangen. Ein Betrag, den Köln wohl nur bei einem, zugegebenermaßen wahrscheinlichen, Abgang von Said El Mala stemmen könnte. Mit dem entsprechenden Transfererlös auf der Bank könnte das durchaus eine lohnenswerte Investition sein, für die man einen schnellen, torgefährlichen und entwicklungsfähigen Stürmer bekommt.

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Max

Rayane Bounida - Ajax-Juwel in die Bundesliga?

Den spanischen Giganten Real Madrid und FC Barcelona wurde bereits Interesse an ihm nachgesagt, schon mit 16 Jahren buhlten Manchester City, PSG und Ajax Amsterdam um ihn. Nun soll Rayane Bounida (20) bei einigen Bundesligisten wie Borussia Mönchengladbach auf dem Wunschzettel stehen. Wir stellen den Techniker vor, der schon bald in der Bundesliga für Aufsehen sorgen könnte. (Bild: IMAGO / Orange Pictures)

Schon als Kind in der Jugend von RSC Anderlecht war Bounidas Weg vorbestimmt, mit seiner überragenden Technik trat er früh in viralen Videos auf. Zu seinem 15. Geburtstag wollte ihn Anderlecht schon mit einem Profivertrag belohnen und sein Juwel fest an sich binden. Doch Bounida und seine Familie zögerten, stellten eine exorbitante Gehaltsforderung von 700.000 € jährlich in den Raum. Zu viel für Anderlecht, das selbst gestandenen Profis teilweise weniger zahlt. So buhlten schon in jungen Jahren die europäischen Topclubs um das Talent. Damals nur knapp über 1,60 m groß und Überlieferungen zufolge nur 48 kg leicht zog es den Offensivmann nach Amsterdam, wo er seinen ersten Profivertrag erhielt. „In sechszehn Jahren Jugendakademie habe ich ein solches Phänomen noch nicht gesehen,“ sagte damals Jean Kindermans, der immerhin Anderlechts renommierte Nachwuchsabteilung leitet.

Für ein so besungenes Talent brauchte Bouani in einer Zeit, in der immer mehr Spieler bereits mit 16 Jahren hochklassig debütieren, danach vergleichsweise lange. Zuerst in der U17 eingesetzt entwickelte er sich jedoch stetig weiter, vor allem auch körperlich, und feierte in der vergangenen Saison nach guten Leistungen für die Zweitvertretung Jong Ajax sein Debüt in der Eredivisie. Zu Beginn der laufenden Saison gehörte er wieder primär zum Kader des Zweitligisten, etablierte sich aber immer mehr in Kader der Amsterdamer. In Abwesenheit des verletzten Veteranen Steven Berghuijs bekleidete er dabei die rechte Flügelposition im klassischen 4-3-3 von Ajax. Nach dessen Genesung rückte Bounida allerdings wieder ins zweite Glied. Durchaus auffällig ist, dass auf der Gegenseite sein Altersgenosse Mika Godts seit nun zwei Jahren gesetzt ist, während "Phänomen" Bounida immer noch dabei ist, sich zu etablieren.

Grund dafür dürfte durchaus sein, dass der technisch überragende Bounida körperlich eher ein Spätentwickler ist und sich noch an den körperlich anspruchsvolleren Profibereich gewöhnen musste und muss. Das gelingt ihm mit mittlerweile fast 1,80 Metern immer besser und so weiß er auch in der niederländischen Beletage immer mehr zu überzeugen. Der gebürtige Belgier, der sich erst kürzlich für die marokkanische Nationalmannschaft entschied, glänzt dabei als ausgewiesener Zocker. Seine Ballführung ist überragend, im Dribbling ist der trickreiche Offensivspieler kaum vom Ball zu trennen. Zusätzlich beweist er eine starke Übersicht, setzt seine Mitspieler auch mit überlegten Seitenwechseln und Steckpässen oft in Szene. Dazu kommt eine eindrucksvolle Beidfüßigkeit, die jeden Verteidiger vor Räsel stellt. Dadurch ist er in der Lage, beide Flügel zu besetzen, wobei seine Stärken als zentraler Spielmacher noch besser zur Geltung kommen könnten. Dafür müsste er allerdings in der Defensivarbeit noch etwas zulegen, auch was den Fleiß angeht.

Über der Zukunft Bounidas schweben aktuell einige Fragezeichen. Bei Ajax steht er noch bis 2028 unter Vertrag, durch den wahrscheinlichen Abgang des mit mehreren internationalen Topclubs in Verbindung gebrachten Godts dürfte eine Planstelle in der Offensive im Sommer frei werden. Ein Verbleib wäre ein logischer Schritt. Doch im Umfeld des Jungstars scheint mal wieder Ungeduld zu herrschen, was jetzt die Bundesligisten auf den Plan rufen soll. Bei der Gladbacher Borussia steht Franck Honorat vor dem Absprung, ein Nachfolger soll gesucht werden. Auf einer der beiden Halbpositionen wäre Bounida definitiv eine Verstärkung, da besteht kein Zweifel. Zentraler als in Amsterdam und mit mehr Freiheiten ausgestattet könnte er auch seine Abschlussstärke und Spielmacherqualitäten zur Geltung bringen. Zusammen mit Hugo Bolin und dem ebenfalls hochveranlagten Wahid Mohya wäre man auf diesen Positionen qualitativ stark besetzt. Für einen festen Transfer dürften den Borussen jedoch die Mittel fehlen, bei einem Abgang von Mika Godts halte ich eine Leihe ebenfalls für unwahrscheinlich. Daher dürfte Bounida eher für finanziell und sportlich andere Kaliber interessant werden.

Gut zu Gesicht stehen würde Bounida auch dem VfB Stuttgart. Dort wird man erneut international spielen, benötigt daher einen relativ breiten Kader. Mit seiner Polyvalenz könnte er im offensiven Mittelfeld der Schwaben sämtliche Positionen bekleiden und den eventuell scheidenden Jamie Leweling ersetzen. Auch in Dortmund wird durch den Abgang von Julian Brandt ein Kaderplatz frei, den ein Spieler wie Rayane Bounida kostengünstiger und mit viel Potenzial ausfüllen kann. Zusammen mit Samuele Inacio könnte er die kreative Zukunft der Borussen prägen.

Aktuell ist zwar von einem Verbleib in Amsterdam auszugehen. Sollte sich der Marokkaner trotzdem für einen Wechsel in die Bundesliga entscheiden, können wir uns auf einen spektakulären Spielmacher freuen, der uns Fans Woche für Woche von den Sitzen reißt.

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Max

Tawfik Bentayeb - Schalkes Stürmer für die Bundesliga?

Der FC Schalke 04 steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Die Kaderplanung für die neue Saison läuft währenddessen schon auf Hochtouren. Ganz besonders im Fokus soll Berichten zufolge Stürmer Tawfik Bentayeb (24) von ESTAC Troyes stehen. (Bild: IMAGO / PsnewZ)

Unter Coach Miron Muslic ist auf Schalke ganz klar die Defensive Trumpf. Doch rein nominell kann sich auch der Sturm sehen lassen. Neben Kapitän Kenan Karaman und Winterzugang Edin Dzeko sorgt in dessen Abwesenheit auch der fast schon verkaufte Moussa Sylla für Aufsehen. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass neben dem gesetzten Karaman, der eher aus der Tiefe als hängende Spitze und Spielmacher agiert, eine Lücke zu entstehen droht. Mit seinen mittlerweile 40 Jahren denkt Edin Dzeko wohl sehr intensiv über sein Karriereende nach, die er mit einem Erfolg beenden wollte. Moussa Sylla, im Sommer und Winter bereits kurz vor einem Transfer stehend, wird sich auch diesen Sommer wieder mit Angeboten auseinandersetzen. Grund genug für Schalke, auf dem Transfermarkt tätig zu werden.

Dabei scheinen die Verantwortlichen um Frank Baumann einem lieb gewonnenen Muster folgen zu wollen. Wie schon Sylla soll auch dessen potenzieller Nachfolger aus der französische Ligue 2 kommen - Tawfik Bentayeb. Der 24 Jahre alte Marokkaner kommt in der laufenden Saison auf 18 Ligatreffer, steht damit auf Platz 1 der Torjägerliste. Stärker wirken die Zahlen dadurch, dass Bentayeb erst ab dem 5. Spieltag eingreifen konnte. Denn erst Ende August konnte sich Troyes mit Bentayebs Stammverein, dem marokkanischen Erstligisten Union Touarga, auf eine einjährige Leihe für eine Gebühr um die Viertel Million Euro einigen. Das Vertrauen zahlte der Linksfuß sofort zurück- gleich bei seinem Debüt traf er doppelt.

Überraschend war die kurze Akklimatisierungszeit jedoch nicht, bereits die vergangene Saison verbrachte Bentayeb leihweise in der Ligue 2, konnte dort für Rodez immerhin 10 Treffer erzielen. Dabei sticht vor allem seine Reaktionsschnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit im Strafraum heraus. Im Strafraum ist auch ganz klar seine Heimat, von dort erzielte er 16 seiner 17 Treffer. Die meisten davon, 12, mit seinem starken linken Fuß.

Technisch weiß der Angreifer durchaus zu überzeugen, besticht durch eine erstklassige Mitnahme und weicht zeitweise auch auf den Flügel aus. Schnelle Tiefenläufe oder eine körperliche Präsenz der Marke Dzeko hingegen vermisst man in seinem Spiel. Und genau da sehe ich das Problem bei einer potenziellen Verpflichtung. Das Schalke Miron Muslics kommt primär über eine solide Defensive, in der Bundesliga wird sich dieser Fokus nur noch verstärken. Zu Torgelegenheiten kommt man dabei meist durch schnelle Konter, bei denen der Stürmer entweder den Ball mit Rücken zum Tor halten oder selbst einen schnellen Lauf starten muss. Beides kann Bentayeb nicht in einer Qualität bieten, die der Bundesliga gerecht wird. Er glänzt eher bei Teams, die ihm regelmäßig Chancen im und um den Strafraum bieten können, die er dann mit ein bis zwei Kontakten zu Toren ummünzen kann.

Daher sehe ich in Bentayeb zwar einen starken Stürmer, allerdings keinen Fit für den Schalker Kader. Bei einer namhaften Konkurrenz um den wahrscheinlichen Champions League Teilnehmer Villareal sehe ich es zudem als unwahrscheinlich an, dass der Marokkaner in Gelsenkirchen landet.

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