
(IMAGO / Eibner)
Unter dem Radar - Ben Nink: Nationalspieler und echter Verteidiger

Ein ereignisreicher Sommer
Schon mit 17 Jahren debütierte Nink in der dritten Liga, seitdem kam der Schüler immer wieder zu Kurzeinsätzen im schwarzroten Trikot. Im Frühsommer dieses Jahres konnte er parallel zum Profialltag sein Abitur erlangen und fokussiert sich nun voll auf den Fußball. Während seine Klassenkameraden das Ende der Schulzeit feierten, reiste Nink mit der deutschen U19 Nationalmannschaft zur EM nach Wales. Dort konnte er auf der eigentlich fremden Position des Linksverteidigers auf ganzer Linie überzeugen, erst im Finale fand die deutsche Elf in Spanien ihren Meister. Nach einer sehr kurzen Sommerpause startete der selbst ernannte Bayern Fan gleich mit einer Partie gegen den Rekordmeister in die Vorbereitung. Heute, nach elf Spieltagen in Liga drei, kann sich der gebürtige Hesse mit Fug und Recht Stammspieler im Profifußball nennen. Für Ben Nink war der Sommer 2026 ein denkwürdiger.
Zweikampf und Physis
Viele junge Außenverteidiger im heutigen Fußball kommen über die technischen Attribute, vernachlässigen dadurch jedoch die Defensivarbeit. Nink hingegen ist Verteidiger durch und durch. Mit einer Zweikampfquote von über 70 Prozent liegt er in der laufenden Drittligasaison im absoluten Elitebereich. Zudem gewinnt er mit seinen 1,86 Metern fast 80 Prozent seiner Luftzweikämpfe. Neben seiner auffällig starken Physis profitiert er dabei von mittlerweile vier Jahren Erfahrung im Profitraining, schon seit dem zarten Alter von 15 Jahren durfte er sich Woche für Woche mit erfahrenen Haudegen messen.
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— SV Wehen Wiesbaden (@SVWW_official) April 2, 2024
Im Offensivspiel hält er diszipliniert die Außenbahn, regelmäßig trägt er dabei den Ball weit über die Mittellinie. Drei Vorlagen konnte er in der laufenden Saison bereits beisteuern. Besonders auffällig ist außerdem seine Erfolgsquote bei langen Bällen: Mit mehr als 50 Prozent kommen diese riskanten Zuspiele bei seinen Mitspielern an.
Positionswechsel ins Glück?
Beim wiedererstarkten SVWW ist Nink auf der rechten Seite einer Viererkette gesetzt. Für einen Spieler seines Talents ist der Drittligist jedoch nicht das Ende der Fahnenstange, das Ziel dürfte ganz klar die Bundesliga sein. Dort allerdings sehe ich seine Qualitäten am besten in der rechten Innenverteidigung einer Dreierkette eingesetzt. Schon im Nachwuchsbereich verteidigte Nink zentraler, bringt also durchaus Erfahrung mit, die nötige Physis hat er sowieso. Mit seiner exzellenten Zweikampfführung, einer Stärke in der Luft und einer guten Spieleröffnung ist er geradezu prädestiniert dazu, auf dieser Position den nächsten Schritt zu machen.
Wo liegt der nächste Schritt?

Für den passenden Partner für dieses Projekt müsste Nink nicht mal umziehen: Auf der anderen Rheinseite, beim FSV Mainz 05, wird eine solche Defensivformation gespielt. Der aktuelle Platzhirsch Danny da Costa, ein umgeschulter Rechtsverteidiger, befindet sich mit 33 Jahren im Herbst seiner Karriere und wäre ein idealer Lehrmeister für den talentierten Nachfolger. Auch in Augsburg steht ein defensiver Umbruch bevor, Trainer Manuel Baum präferiert ebenfalls das Spiel mit drei Innenverteidigern. In beiden Vereinen hätte Ben Nink die Voraussetzungen, in einer ruhigen Umgebung auf den erhofften Durchbruch hinzuarbeiten.

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.
