
(IMAGO / christ media)
Unter dem Radar - Liam Omore: Würzburger gegen Messi

Diese Partie, bei der Omore über die volle Spielzeit auf dem Feld stand, dürfte das Highlight der noch jungen Karriere gewesen sein. Eine Karriere, die sich über die vergangenen Monate steil entwickelt hat. Noch in der vergangenen Spielzeit kam er als Neuzugang aus Illertissen für Würzburg in der eher schwachen Regionalliga Bayern auf nur 900 Minuten Spielzeit. Trotzdem debütierte er für die Nationalmannschaft Benin. Nach dem Aufstieg in die 3. Liga entwickelte er sich als Schienenspieler in einer 5er-Kette sofort zum Leistungsträger, verpasste bisher noch keine Sekunde.
🚨🗣️ Liam Omore, joueur du FC Würzburger Kickers 🇩🇪, en 3. Liga, la D3 allemande (il jouait en D4 la saison dernière) : « Ça a toujours été un rêve pour moi de voir Messi jouer en direct dans un stade. Mais jusqu’à présent, je n’en avais jamais eu l’occasion. Je n’aurais jamais imaginé qu’un jour, je pourrais même jouer contre lui. » 🥹🇧🇯 Ces surprises totalement inattendues que le football peut parfois réserver… 😄⚽️
— Joueurs Béninois 🇧🇯 (@JoueursBJ) October 2, 2026
Die außergewöhnliche Kombination aus hohem Tempo, im Pokalspiel gegen den FC Köln erreichte Omore 34,93 km/h, und einer Körpergröße von 1,86 Metern verleiht ihm dabei einen erheblichen Vorteil. Er ist in der Lage, über 90 Minuten die komplette Außenbahn zu bearbeiten. Dabei glänzt er mit späten Läufen in die Box, die er durch sein exzellentes Timing in der Luft vollenden kann. Zudem schlägt er mit seinem rechten Fuß präzise Flanken, gerne auf den knapp 2 Meter großen Tarsis Bonga. Auf dem Papier zeugen je 2 Tore und Vorlagen in den ersten zwei Ligaspielen von einem herausragenden Saisonstart des 23 Jahre alten Omore.
Was bringt die Zukunft?
Als gelernter Offensivspieler leistet sich Omore defensiv noch den ein oder anderen Fauxpas, muss noch an seiner Zweikampfführung arbeiten. Doch als Schienenspieler scheint er seine passende Rolle gefunden zu haben, steht dabei jedoch noch am Anfang seiner Entwicklung. Sollte diese so weitergehen wie bisher, könnte ihn sein Weg schnell nach oben führen. Eine ähnliche Entwicklung wie bei Oualid Mhamdi, den es im Sommer aus Verl zu Bundesliga-Absteiger Heidenheim zog, ist im Bereich des möglichen. Dabei dürfte er in Zukunft für jeden Zweitligisten interessant werden, der mit einer 5er-Kette aufläuft. In Kaiserslautern stand Paul Joly bereits im Sommer kurz vor einem Abschied nach Italien, sollte sich hier eine Vakanz ergeben wäre Omore definitiv eine Option für den Konkurrenzkampf mit Simon Asta. Auch Hannover 96 würde eine spielstarke Alternative zu Maurice Neubauer gut zu Gesicht stehen, auch beim VfL Osnabrück dürfte er ins Anforderungsprofil passen.
Nach dem Karrierehighlight vor 85.000 Zuschauern geht es für Omore im heimischen Würzburg gegen Hansa Rostock, erwartet werden um die 4.000 Leute. Doch sollte der Flügelflitzer seine aktuelle Form halten können, dürfte er in nicht allzu ferner Zukunft wieder in deutlich größeren Stadien auflaufen.

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.
