
(IMAGO / Laci Perenyi)
Bambasé Conté für Deutschland - Warum nominiert ihn Klopp?

Am längsten gelacht hat Bamba Conté. Da habe ich nur Jürgen Klopp gesagt und er hat zwei Minuten gelacht.
- Bundestrainer Jürgen Klopp
Verwunderlich ist die Überraschung über diese Nominierung nicht, hat Conté in seiner Karriere doch gerade einmal 200 Minuten Bundesliga-Fußball gespielt. Zum Vergleich, der gleichaltrige Florian Wirtz hat allein in der Bundesliga 10.000 Minuten mehr auf dem Buckel, spielt zudem seit einem Jahr in der Premier League. Selbst der fünf Jahre jüngere Lennart Karl kann bereits die siebenfache Einsatzzeit aufweisen. Die Konkurrenz im Offensivbereich ist Conté in diesen Belangen um Meilen voraus, entsprechend stößt seine Nominierung für die DFB-Elf in den sozialen Medien schnell auf Kritik.
Es ist ja gut von Klopp, dass er sich möglichst viele Spieler anschauen möchte, aber irgendwann sollte es auch gut sein...
— 𝗦𝗽𝗶𝗲𝗹𝗲𝗿𝘁𝗿𝗮𝗶𝗻𝗲𝗿 (@spielertrainer_) September 17, 2026
Aber warum ist Conté dabei?
Zuerst ist wichtig zu erwähnen, dass es sich hierbei nicht um die Nominierung eines WM-Kaders handelt. Wie oft erwähnt will sich Neu-Bundestrainer Klopp möglichst viele Spieler anschauen, folgerichtig stehen nicht weniger als 44 Spieler im Kader. Unter die ersten 23 würde Conté heute wohl noch nicht fallen. Doch Klopp scheint etwas in ihm erkannt zu haben, was auch der TSG Hoffenheim nicht verborgen blieb. Nach einer einjährigen Leihe nach Karlsruhe, wo Conté erst gegen Saisonende sein Können aufblitzen ließ, strebte der KSC eine weitere Leihe mit Kaufoption an - Hoffenheim verwehrte ihnen diesen Wunsch jedoch. Stattdessen ging es ohne Option nach Elversberg, wo sich Conté laut kicker zum notenbesten Feldspieler der 2. Bundesliga aufschwang.
🇩🇪 Bambasé Conté | 22 | CM | SV Elversberg Role Archetype: Advanced #8/CAM Conté is a forward-thinking & creator who combines chance creation with ball-carrying and attacking output. He creates advantages through movement, progression & involvement in the final third. https://t.co/CbSBUMiH70
— The Scout Metrics 📈 (@TheScoutMetrics) June 5, 2026
Als Spielmacher hinter der Spitze konnte der variabel einsetzbare Linksfuß dabei seine Kreativität als eine seiner großen Waffen ins Spiel bringen. Technisch exzellent und mit einem feinen Auge für den Mitspieler hatte er großen Anteil am Aufstieg der Elv. Während es in Karlsruhe oft noch an der Entscheidungsfindung im letzten Drittel haperte, konnte er sich diesbezüglich in Elversberg klar steigern.
In der noch jungen Saison 26/27 stand Conté in einer stark besetzten Hoffenheimer Offensive bei jeder Partie auf dem Platz, konnte dabei bereits drei Vorlagen beisteuern. Zudem ist er zu diesem frühen Zeitpunkt der meistgefoulte Spieler der Bundesliga. Außerdem fällt hier wieder die Variabilität des gebürtigen Saarländers auf. Am ersten Spieltag in Köln lief der gelernte Zehner als zweite Spitze auf, in den beiden folgenden Spielen auf dem rechten Flügel. Eine solche Polyvalenz ist im heutigen Fußball ein nicht zu unterschätzendes Ass. Nichtsdestotrotz liegt ein weiter Weg vor Bambasé Conté, will er sich als fester Teil der deutschen Nationalmannschaft etablieren. Vor allem körperlich und im Abschluss hat er noch viel Luft nach oben.
Doch mit seinen bisherigen Leistungen hat er sich den Vertrauensvorschuss Klopps durchaus verdient. Und wer weiß, vor fünf Jahren debütierte schon einmal ein Hoffenheimer, frisch aus der zweiten Liga kommend, nach nur drei Bundesliga-Einsätzen. Am Ende der Saison spielte David Raum seine erste Weltmeisterschaft, auch heute steht er wieder im DFB-Kader. Vielleicht lacht am Ende der am besten, der am längsten lachte.
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22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.
