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Roggerio Nyakossi - Diesen Innenverteidiger jagt die Bundesliga

Roggerio Nyakossi - Diesen Innenverteidiger jagt die Bundesliga

Roggerio Nyakossi ist in diesem Sommer ein begehrter Mann. Gleich fünf Bundesligisten - Bayer Leverkusen, der VfB Stuttgart, die TSG Hoffenheim sowie Werder Bremen und der FC Augsburg - sollen den Kapitän der Schweizer U21 Nationalmannschaft auf dem Radar haben. Was macht den 1,95 Meter Riesen im Dienste von OH Leuven so begehrt? (Bild:
IMAGO / Geisser
)

Im Januar 2025 für 800.000€ aus Marseille gekommen, tat sich der Innenverteidiger Nyakossi zuerst schwer, kam kaum zum Einsatz. Erst nach dem Trainerwechsel auf Felice Mazzù im Oktober rückte er in die Stammformation und war seither aus dieser kaum mehr wegzudenken. Dabei glänzte er nicht nur als defensiver Anker des belgischen Erstligisten, der Defensivmann ist zudem zweitbester Torschütze seines Teams. Vor beiden Toren profitiert der in Genf geborene Nyakossi von seinem nicht nur großen, sondern auch wuchtigen Körper. Er gilt als aggressiver Zweikämpfer, der kein direktes Duell scheut und dabei seinen Körper intelligent einzusetzen weiß.

Doch es wäre ein Fehler, Nyakossi als reinen Defensivbrecher abzutun. Neben seiner Zweikampfstärke zeichnet er sich durch eine starke Antizipation aus, fängt oft Flanken und lange Bälle ab, ohne ins direkte Duell gehen zu müssen. Zudem zeigt er sich als moderner Innenverteidiger, der das Aufbauspiel Leuvens als zentraler Mann einer 3er-Kette dirigiert. Seine Passgenauigkeit liegt dabei bei über 90%, ein überragender Wert, der nicht nur durch Sicherheitspässe in der Kette zustande kommt. Gerade bei langen Bällen, die er gerne diagonal auf die Außenspieler spielt, ist Nyakossi beeindruckend effizient, bringt 60% davon an den Mann - ein ähnlicher Wert wie Nico Schlotterbeck, einer der fußballerisch besten Innenverteidiger im Weltfußball. Einzige wirklich auffällige Schwäche in seinem Spiel ist wohl das fehlende Tempo, im Laufduell gegen flinke Spieler zieht er häufig den Kürzeren.

Auch Leaderfähigkeiten zeigt der Schweizer mit togolesischen Wurzeln, mit seinen gerade mal 22 Jahren hat er sich in Windeseile als Abwehrchef etabliert, die U21 Nationalmannschaft der Eidgenossen führt er als Kapitän auf den Platz. Durchaus beeindruckend für einen Spieler, der bisher wenig Erfahrung in der höchsten Spielklasse vorzuweisen hat. Nachdem er mit 17 Jahren für seinen Jugendclub Servette Genf in der Schweizer Super League debütierte, folgte nach nur fünf Spielen der 2 Millionen Euro Transfer zu Olympique Marseille, wo er jedoch in zwei Jahren nur in der Youth League sowie bei der in der Fünftklassigkeit aktiven Zweitvertretung eingesetzt wurde. Der nächste Einsatz in einer ersten Liga folgte dann erst in Belgien. Nun steht für Nyakossi schon der Wechsel in eine europäische Topliga an.

Neben den deutschen Clubs sollen sich weitere europäische Schwergewichte wie Straßburg, Lyon, Everton oder Feyenoord Rotterdam nach dem Verteidiger erkundigt haben. Auch Inter Mailand, Chelsea und Liverpool wird nachgesagt, sich schon lose mit ihm beschäftigt zu haben. Das Heft des Handelns hat jedoch zuerst einmal Marseille in der Hand, das sich im Zuge des Transfers nach Leuven eine Rückkaufoption in Höhe von 6 Millionen Euro sicherte. Gut möglich, dass hier auch ein direkter, gewinnbringender Weiterverkauf in Frage kommt, dann sicherlich nicht zur direkten Konkurrenz in der Ligue 1 - ein Vorteil für die Interessenten aus der Bundesliga.

Welcher Bundesligist wird zuschlagen?

Dabei kann es sehr schnell um Summen gehen, die für die klammen Bremer zu einem Problem werden können. Eine Transfersumme von näherungsweise 10 Millionen Euro wäre wohl nur bei einem lukrativen Transfer des begehrten Karim Coulibaly zu stemmen, dessen Position in der Innenverteidigung er direkt übernehmen könnte. Auch in Augsburg könnte mit Chrislain Matsima ein Innenverteidiger für eine ganze Stange Geld gehen, die Fuggerstädter sind allerdings in der Defensivzentrale deutlich besser und breiter aufgestellt als beispielsweise Bremen, dort wird man eher auf das eigene Tafelsilber, namentlich Noahkai Banks, setzen. Bayer Leverkusen hingegen wird, sollte einer der gesetzten Edmond Tapsoba und Jarell Quansah den Verein verlassen, auf einen etablierteren Spieler setzen, für die Backup-Rollen dürften die bereits unter Vertrag stehenden Oermann, Tapé und Belocian vorgesehen sein.

Bleiben also die TSG Hoffenheim und der VfB Stuttgart. Beide sind in der Innenverteidigung hochklassig besetzt, haben aber eine Saison mit Dreifachbelastung vor der Brust und sind finanziell problemlos in der Lage, eine beachtliche Summe für einen Spieler wie Nyakossi zu entrichten. In Stuttgart, das zuletzt wieder häufiger mit drei Innenverteidigern auflief, könnte er durch seine Beidfüßigkeit gleich alle drei Positionen als Backup ausfüllen und so auf wichtige Spielzeit kommen. Die Schwaben können zudem mit der Chance auf Champions League Fußball locken. In Hoffenheim, wo Trainer Christian Ilzer die Viererkette vorzieht, stehen für die kommende Saison nur drei nennenswerte Innenverteidiger unter Vertrag, dazu der noch verletzte Koki Machida.

Dort sehe ich für Nyakossi den besten Fit, da er in Hoffenheim auf die für seine weitere Entwicklung essenzielle Spielzeit kommen und sich gleichzeitig auf höchstem Niveau präsentieren kann. Gemeinsam mit Ozan Kabak könnte die TSG dabei Duo auf den Platz stellen, das bei jeder Standardsituation mehr Torgefahr ausstrahlt als manch ein Stürmer in 90 Minuten.

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