Einem Bericht des Express zufolge verhandelt der FC Köln über einen Transfer des österreichischen Stürmers Elias Havel. Der 23 Jahre alte Angreifer im Dienste des TSV Hartberg kommt in der laufenden Saison auf 13 Ligatore und könnte dem schwach besetzten Kölner Sturm eine bisher nicht vorhandene Dimension verleihen. (Bild: IMAGO / Yigit Örme)
Havel entstammt wie so viele Talente der vergangenen Jahre der Nachwuchsakademie von RB Salzburg. Dort wurde er unter anderem von Matthias Jaissle, heute Chefcoach von Al Alhi, trainiert, über den er sagt „Ich weiß noch genau, wie Matthias mich trotz eines Sieges und zweier Tore zurechtgewiesen hat, weil ihm meine Form des Pressings nicht gefallen hat. Diese Perfektion, die er haben wollte, habe ich irgendwann verinnerlicht.“ Nach einem schweren Übergang in den Profibereich landete er schließlich beim Linzer ASK, wo er jedoch am heutigen Berliner Marin Ljubicic nicht vorbei kam. Im Sommer ging es dann leihweise zum TSV Hartberg, so er sich gleich am 3. Spieltag einen Riss des Syndesmosebands zuzog. Eine niederschmetternde Diagnose für den jungen Profi, der sich erinnert: „Nach der Diagnose war ich komplett durch den Wind. Nach den Gesprächen mit den Ärzten und meinen Physiotherapeuten sowie eigener Reflektion wandelte sich die Traurigkeit aber in Motivation und positive Energie.“
Wieder genesen kam er in der Rückrunde regelmäßig als Joker ins Spiel, kam jedoch langsam wieder in Fahrt. In der laufenden Saison, erneut leihweise in Hartberg, startete er dann sofort als Stammspieler und sorgt seitdem für Furore. Mit seinem Tempo, er selbst gibt an, in jeder seiner Mannschaften bisher der schnellste Spieler gewesen zu sein, und seinen Tiefenläufen hebelt er die Defensiven der österreichischen Bundesliga aus. Auch vor dem Tor zeigt er seine Qualitäten, trifft dabei vor allem mit seinem starken rechten Fuß auch aus dem Lauf zuverlässig in die Maschen. Außerdem fallen statistisch seine progressiven Läufe mit Ball auf, durchschnittlich zwei pro 90 Minuten. Mit seinen Antritten mit Ball am Fuß sorgt er regelmäßig für erheblichen Raumgewinn.
Heute weißt Havel, der in Hartberg vom ehemaligen Kölner Manfred Hartmann trainiert wird, laut transfermarkt.de einen Marktwert von 2 Millionen Euro aus. Für Hartberg Grund genug, seinen Torjäger für die im Sommer vereinbarte Kaufoption in Höhe von lediglich 300.000 Euro fest zu verpflichten. Wenn man den Gerüchten des im Kölner Umfeld gut vernetzten Express glauben schenkt, dürfte es sich dabei allerdings um eine reine Investition handeln. In Köln könnte der österreichische WM-Kandidat eine temporeiche Alternative zum kopfballstarken Ragnar Ache darstellen oder diesen im Doppelsturm ergänzen. In einem Sturm mit dem aktuell formschwachen Marius Bülter, Dauerjoker Luca Waldschmidt und Talent Fynn Schenten sehe ich für Havel sehr große Chancen, einen Stammplatz zu ergattern.
ℹ️ Sommer-Abgang rückt näher! Mehrere deutsche Bundesligisten im Rennen um Shootingstar Elias #Havel (23) @tsv_hartberg. Bundesliga D 🇩🇪 gilt als Ziel des pfeilschnellen Stürmers. Durchbruchsaison 2025/26: 15 Tore & 4 Assists in 31 Spielen. @SkySportAustria @SkySportDE #TUAustria pic.twitter.com/fc1AjxuJXd
— Eric Niederseer (@Sky_EricN) April 23, 2026
Die Kölner, die mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch gegen den Abstieg spielen, müssten tief in die Tasche greifen, um den Stürmer ans Geisbockheim zu lotsen. Eine hohe siebenstellige Summe sollen die Steirer verlangen. Ein Betrag, den Köln wohl nur bei einem, zugegebenermaßen wahrscheinlichen, Abgang von Said El Mala stemmen könnte. Mit dem entsprechenden Transfererlös auf der Bank könnte das durchaus eine lohnenswerte Investition sein, für die man einen schnellen, torgefährlichen und entwicklungsfähigen Stürmer bekommt.



