18+ | Spiele mit Verantwortung | Es gelten die AGB | Glücksspiel kann süchtig machen | Wir erhalten Provisionen von den aufgeführten Wettanbietern

  • Start
  • Max
  • Soufiane Messeguem nach Aufstieg in Portugal im Kickfieber-Interview
Soufiane Messeguem nach Aufstieg in Portugal im Kickfieber-Interview

Soufiane Messeguem nach Aufstieg in Portugal im Kickfieber-Interview

Ein Aufsteiger gibt sich die Ehre im Kickfieber-Interview! Aus dem Nachwuchs des VfL Wolfsburg ging Soufiane Messeguem (25) über die Station Erzgebirge Aue den Schritt in die 2. Liga Portugals zu Academico Viseu. In der abgelaufenen Saison verhalf der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler seinem Club zum Aufstieg in die Liga Portugal, wo er sich mit Vereinen wie dem FC Porto, Sporting und Benfica Lissabon messen wird. Dabei wurde er in die 11 der Saison gewählt und steigerte seinen Marktwert auf beachtliche 1,5 Millionen. Im Interview spricht er auch über seine Zeit in Portugal, sein Verhältnis zu Aues Präsident Helge Leonhardt sowie seine Ambitionen, das Nationaldress Algeriens zu tragen. (Bild: IMAGO / Prime Sports Images)

Zu Beginn erstmal herzlichen Glückwunsch zum Aufstieg, Soufi. War das von Anfang an euer Saisonziel?

Es war auf jeden Fall unser Ziel. Schon als ich vor 3 Jahren nach Viseu gewechselt bin, war das Ziel ausgeschrieben, in den kommenden Jahren aufzusteigen. Das hat dieses Jahr dann endlich geklappt.

Karriereweg

Aus dem Nachwuchs des 1. FC Magdeburg ging Messeguem 2016 nach Wolfsburg, wo er 2020 für die Zweitvertretung in der Regionalliga auflief. Danach ging es für eine Saison zum Zweitligisten Erzgebirge Aue, wo er als Stammspieler den Abstieg nicht verhindern konnte. Seit 2022 ist er in Portugal bei Academico Viseu aktiv.

Du hattest persönlich auch eine sehr starke Saison mit unter anderem 11 Vorlagen. War das die beste Saison deiner Karriere?

Ja, würde ich schon sagen. Also auch im Gesamtpaket, die Mannschaft war erfolgreich und ich persönlich auch. Ich bin, was auch wichtig ist, verletzungsfrei geblieben, habe nur wegen Sperren Spiele verpasst. Dadurch konnte ich im Rhythmus bleiben und dann auch aus einer defensiveren Position als Sechser die meisten Vorlagen geben. Für mich war das eine wirkliche Top-Saison.

Ein kurzer Blick auf die Statistiken, in deiner gesamten Karriere hast du 24 Assists gegeben, wie gesagt 11 davon in der abgelaufenen Saison. Woher kommt diese Entwicklung?

Einen großen Anteil daran haben meine Mitspieler. Es bringt nichts, wenn du Weltbälle spielst und die Jungs am Ende die Tore nicht machen. Außerdem habe ich vom Trainerteam mehr Freiheiten bekommen als in den letzten Jahren. Da habe ich öfter mit dem Rücken zum Tor in den Achter- oder Zehnerräumen gespielt. Mir liegt es allerdings mehr, das Spiel vor mir zu haben, um meine Mitspieler in Szene setzen zu können. Das war dieses Jahr der Fall und ich denke, das hat sich auch widergespiegelt.

Wie würdest du dich generell als Spielertyp beschreiben?

Ich bin nicht der Prototyp Sechser, der vor der Abwehr alles abräumt. Ich bin eher ein mobiler Spieler, der gerne den Ball am Fuß hat, aber auch gegen den Ball also sehr viel läuft und, würde ich so sagen, zweikampfstark und giftig ist - auch wenn ich jetzt vom Körperbau nicht der klassische Traktor bin. Mein Ziel war schon immer, auf alle Phasen des Spiels Einfluss zu nehmen, sowohl defensiv als auch offensiv.

Wie weit ist die Planung für die neue Saison?

Der Vertrag unseres Aufstiegstrainers wurde nicht verlängert, das hat mich selbst überrascht. Daher bekommen wir einen neuen Trainer. Und auch wenn wir eine super Saison hatten, wird es noch einige Veränderungen geben, um uns an das Niveau der ersten Liga anzupassen. Auch in der Breite müssen wir uns da anders aufstellen, aber das gehört alles dazu.

Wie ist eure Zielsetzung für die neue Saison? Erstmal Klassenerhalt oder schielt ihr nach oben?

Das Ziel des Vereins ist es natürlich, in der Liga zu bleiben und sich dort dann auch langfristig zu etablieren. Ich persönlich bin kein Fan davon zu sagen, man hat nur den Klassenerhalt als Ziel. Ich gehe die Saison so an wie immer, wir wollen einfach jedes Spiel für sich gewinnen. Ich glaube auch, dass der Sprung von der zweiten in die erste Liga in Portugal nicht so groß ist wie beispielsweise in Deutschland. In den vergangenen Jahren haben regelmäßig die Aufsteiger eine gute Rolle gespielt und das trau ich uns auch zu.

Du spielst seit 3 Jahren in Portugal, wie würdest du den Fußball dort beschreiben, auch im Vergleich zu Deutschland?

In Deutschland ist der Fußball intensiver, auch schneller, es gibt mehr Nettospielzeit. In Portugal bekommen die Spieler dafür mehr Freiheiten, es geht mehr um das Spielerische. Wir hatten in unserer Liga auch die Zweitvertretungen von Porto, Benfica und Sporting, dazu nutzen viele südamerikanische und afrikanische Talente die Liga als Sprungbrett. Bei ihnen sieht man dann auch den spielerischen Aspekt der Förderung sehr stark. Es ist kein Zufall, dass ein verhältnismäßig kleines Land so viele starke Spieler hervorbringt. Viele der Talente der großen Clubs wie zuletzt auch Rodrigo Mora debütieren schon früh in der zweiten Liga und haben schon zwei Jahre Erfahrung im Männerfußball, wenn sie zu den Profis hochgezogen werden, sind sie die Zweikampfintensität schon gewohnt.

Fühlst du dich in Portugal heimisch oder hast du eine Rückkehr nach Deutschland im Hinterkopf?

Also generell fühle ich mich wohl in Portugal. Trotzdem kann ich es nicht ausschließen, nochmal irgendwo anders zu spielen oder zurück nach Deutschland zu wechseln denn als Fußballer will ich so hoch hinaus wie möglich.

ROGON, Hopp und Viseu

ROGON ist eine erfolgreiche deutsche Berateragentur, geführt von Roger Wittmann. Wittmann verbindet eine Freundschaft mit Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp, seine Einflussnahme in Hoffenheim sorgte jüngst für einen aufsehenerregenden Machtkampf bei der TSG. Hopp steht hinter der Investmentgesellschaft HOBRA, die Mehrheitseigner von Academico Viseu ist. Entsprechend stark ist die Verknüpfung Viseus mit ROGON. Bei seinem Wechsel zu Viseu war Soufiane Messeguem 6. ROGON-Klient im Kader, mittlerweile wird er von der Agentur B360 vertreten.

Dein Verein ist sehr eng mit der deutschen Berateragentur Rogon verknüpft, du selbst wurdest auch von Rogon vertreten, hast jetzt aber den Berater gewechselt. Warum?

Genau, ich bin damals noch mit Rogon nach Viseu gewechselt. Jetzt bin ich seit einem Jahr bei B360 und damit sehr glücklich, habe mich in der Zeit auch sehr gut entwickelt. Ich wurde auch bei Rogon sehr gut betreut, bei einer Agentur dieser Größe liegt allerdings der Fokus doch eher auf den Stars, hier werde ich viel individueller betreut.

Also war die Trennung von der eng mit deinem Verein vernetzten Agentur kein Zeichen für die Zukunft?

Nein, das war eine rein persönliche Entscheidung.

Während du mit Viseu den Aufstieg feiern konntest sind deine beiden Ex-Vereine Wolfsburg und Erzgebirge Aue abgestiegen. Inwieweit verfolgst du die Vereine noch, blutet da ein bisschen das Herz?

Auf jeden Fall. In Wolfsburg habe ich fünf Jahre lang gespielt, habe auf verschiedenen Positionen im Verein noch Freunde, sei es in der Jugend oder bei den Physios, daher ist der Kontakt zum Verein nie verloren gegangen. Es ist natürlich schade wenn man dann sieht, dass so ein Verein absteigt. Bei beiden hat es sich auch nicht abgezeichnet, beide sind mit ganz anderen Ambitionen in die Saison gegangen. Auch in Aue hatte ich, obwohl wir abgestiegen sind, eine tolle Zeit. Dort habe ich mich auch sehr wohl gefühlt, wurde vom Team aber auch vom Präsidenten super aufgenommen. Dadurch ist man da nie komplett raus und verfolgt den Verein auch weiter.

Wenn du den Präsidenten erwähnst, hattest du als Spieler viel mit Helge Leonhardt zu tun?

Helge war ein Präsident, der auch regelmäßig zum Trainingsplatz gekommen ist oder sich mit dir im Physioraum unterhält. Viele denken wegen seiner Art, er ist vielleicht ein wenig speziell aber er ist wirklich ein sehr sehr netter und offener Mensch. Er hat mir tatsächlich auch zum Aufstieg hier mit Viseu gratuliert, da sieht man auch was für ein Mensch er ist. Bei ihm hängt das Herz am Verein und wenn man mit so einer Leidenschaft dabei ist kommt es natürlich auch mal zu lustigen Situationen. Aber ansich ist das ein super Typ.

Du warst lange deutscher Junioren-Nationalspieler, einige deiner damaligen Mitspieler waren bei der WM dabei. Du hast aber auch algerische Wurzeln. Lebt für dich noch der Traum vom Nationalspieler, vielleicht auch für Algerien?

Ja, auf jeden Fall! Auch wenn ich lange nicht mehr dort war, fühle ich mich mit dem Heimatland meines Vaters sehr verbunden. Daher ist das definitiv eine Option, die ich im Kopf habe.

Warst du schon mit dem Verband in Kontakt oder sind das eher lose Vorstellungen?

Bisher waren wir noch nicht in Kontakt. Das liegt aber auch daran, dass ich in der Jugend immer beim DFB war, deswegen war das für mich nie ein Thema. Und bei der aktuellen Nationalmannschaft von Algerien, die sich auch für die WM qualifiziert hat, laufen auch richtig gute Kicker rum. Da war es mit der Plattform zweite Liga Portugal nicht so leicht, rein zu kommen. Aber ich denke, wenn ich jetzt in der ersten Liga konstant meine Leistungen bringe, ist das perspektivisch möglich. Gerade in einer so fußballbegeisterten Nation ist das natürlich sehr reizvoll. Obwohl ich „nur“ in Viseu spiele, schreiben mir oft algerische Fans, die meinen Weg verfolgen. Oder wenn man sich die Meisterfeier dieses Jahr in Algerien anschaut, da geht schon die Post ab.

Dann hätte ich noch die klassischen zwei Fragen: Wer war denn der beste Mitspieler deiner Karriere?

Also der erste, der mir in den Kopf kommt, ist John Yeboah. Der war auch gerade bei der WM für Ecuador. Mit ihm habe ich in Wolfsburg zusammen gespielt und er war damals schon unglaublich. Er war nicht die ganze Saison bei uns in der Mannschaft, weil er dann schon zu den Profis hochgezogen wurde, war aber trotzdem Topscorer der Liga. Er hatte es danach teilweise schwer, war in Duisburg und in Polen unterwegs, hat dort dann überzeugt und spielt jetzt in Venedig in der Serie A. Er ist für mich ein klassisches Beispiel dafür, dass nicht jeder sofort mit 17 oder 18 durchbricht und ein Weltstar ist, sondern jeder seinen eigenen Weg geht.

Spieler wie Woltemade, Leweling oder Kevin Schade sind natürlich auch krasse Wege gegangen, das sind alles Top-Spieler, die nicht ohne Grund da sind, wo sie jetzt stehen.

Und dann noch dein bester Gegenspieler?

Da kommt mir als erstes Nuno Mendes von Portugal in den Kopf, das müsste mit der U20 gewesen sein. Das war einfach eine Vollrakete, das sah teilweise aus als würde er FIFA auf Halbprofi spielen. Er hat sich den Ball 10 Meter vorgelegt und ist einfach an uns vorbei gerannt. In der U18 haben wir gegen Frankreich mit Kephren Thuram gespielt, der war damals auch schon eine riesige Erscheinung. Da sind auf jeden Fall einige sehr große Namen dabei.

An dieser Stelle vielen Dank an Soufiane Messeguem für dieses Interview, wir werden seine weitere Karriere mit großem Interesse verfolgen!

Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Kickfieber als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Kickfieber hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Teile den Post