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Kickfieber Max Unter dem Radar - Leon Parduzi: Kiels Teenager verdrängt Rekordzugang
Unterm Radar Leon Parduzi Holstein Kiel Oktober 2026

(IMAGO / Philipp Szyza)

Unter dem Radar - Leon Parduzi: Kiels Teenager verdrängt Rekordzugang

2,5 Millionen Euro ließ sich Holstein Kiel den US-Nationalspieler John Tolkin im Januar 2025 kosten, damit ist der Linksverteidiger bis heute der Rekordzugang der Störche. Beim 3:0-Heimerfolg gegen Dresden hütete der US-Boy zum wiederholten Male über 90 Minuten die Bank. Starten durfte derweil mit dem 19 Jahre jungen Leon Parduzi der Shootingstar der bisher enttäuschenden Kieler Saison.
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Geschrieben von Max Wagenhan
Veröffentlicht: 26 Oktober 2026, 12:02

Schon im Sommer 2025 kam Parduzi aus Karlsruhe in den Norden. Trotz starker Leistungen in der U19-Bundesliga wurde ihm in Baden keine ausreichende Perspektive aufgezeigt. Anders als seine Teamkollegen Louey Ben Farhat, Danyal Zor und Rafael Pinto Pedrosa verließ der im nahegelegenen Achern geborene Parduzi den KSC, um den Traum vom Profifußball zu verfolgen. Doch auch in Kiel musste er bis zum 34. Spieltag der abgelaufenen Saison warten, um in der 2. Bundesliga zu debütieren. Spielpraxis sammelte er im Oberliga-Team der Störche, wo schnell deutlich wurde, dass er für Höheres bestimmt ist.

Der Durchbruch

Nach einer starken Vorbereitung beim Profiteam durfte Parduzi, der wie sein Nachbar aus der Kindheit - Florent Muslija - international den Kosovo repräsentiert, zum Ligastart den angeschlagenen Tolkin vertreten. Das machte er so eindrucksvoll, dass Trainer Tim Walter ihn auch nach dessen Genesung in der Startelf behielt. „Leon hat es letzte Woche gut gemacht und hat es heute auch sehr gut gemacht“, begründete der Übungsleiter damals seine Entscheidung. Parduzi zahlte dieses Vertrauen bisher zurück, der kicker führt ihn in der laufenden Saison als notenbesten Feldspieler Kiels. Den Konkurrenzkampf mit Tolkin und Leihspieler Niko Takahashi scheut er derweil nicht.

Ich weiß, dass mit John und Niko zwei Spieler auf meiner Position spielen, die eine sehr hohe Qualität haben. Der Konkurrenzkampf untereinander spornt mich extrem an. Ich muss jeden Tag 110 Prozent geben.

- Leon Parduzi 

Diesen Worten lässt der Kosovare auf dem Platz Leistungen folgen. Im Defensivverhalten zeigt er sich als einer der besten Außenverteidiger der Liga, gewinnt viele Defensivduelle. Im Spielaufbau ist er stark eingebunden, mit durchschnittlich fast 80 Ballkontakten pro 90 Minuten liegt er auch hier im Spitzenbereich. Dabei bringt er starke 84 Prozent seiner Pässe an den Mann, im Kurzpassspiel liegt dieser Wert bei um die 90 Prozent. Dabei verhält er sich bis dato teilweise noch etwas konservativ, dringt selten ins letzte Drittel ein. In dieser Hinsicht sieht auch Parduzi selbst noch Entwicklungspotenzial.

Dazu gehört auch, aufs Tor zu schießen, wenn ich mal vorn bin, oder eine gute Flanke zu schlagen.

- Leon Parduzi

Bislang kam Parduzi nur für die U21-Nationalmannschaft des Kosovo zum Einsatz. Sollte er seine bisherigen Leistungen bestätigen, käme eine Nominierung für die A-Mannschaft nicht überraschend, womöglich schon im November in der Nations League gegen Irland und Israel. Als Nationalspieler und Stammspieler in Liga 2 wäre dann auch der nächste Schritt, die Bundesliga, nicht mehr fern.

Die Profikarriere des Leon Parduzi ist, wie auch der Spieler selbst, noch sehr jung. Trotzdem bietet sie allen Grund zur Annahme, dass er schon bald auf dem ein oder anderen Radar auftauchen wird.

Max
Max

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.

Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!

In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.

Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.