
(IMAGO / Lobeca)
Unter dem Radar - Ibrahim Bashiru Ali: Flügelflitzer auf dem Weg nach oben

In der Saison 2014/2015 stellte die zweite Mannschaft des SV Werder Bremen einen Torrekord in der vierklassigen Regionalliga Nord auf, der seitdem nicht mehr gebrochen wurde – 84 Tore erzielte das Team von Alexander Nouri. Der SC Weiche Flensburg schickt sich diese Saison an, diesen Rekord zu pulverisieren. Nach nur 14 von 34 Spieltagen stehen die Nordlichter bei 43 Treffern und grüßen damit wenig überraschend von der Tabellenspitze. Neben dem alles überragenden Erolind Kraniqi glänzt dabei vor allem Ali als Scorer und Fixpunkt in der Offensive des SC Weiche. Von der linken Außenbahn konnte er bisher 9 Treffer sowie 5 Assists zum besten Saisonstart der Vereinsgeschichte beitragen.
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— Marcel Fricke (@rollenderhsvfan) September 11, 2026
Angefangen hat diese vielversprechende Karriere in Hamburg, beim Stadtteilclub Harburger Türk-Sport. In Niendorf, ebenfalls einem Hamburger Stadtteil, gelang Ali der Schritt aus dem Juniorenbereich in die Oberliga, die er nach ersten Anpassungsschwierigkeiten zu dominieren begann. Nach einer Saison mit 29 Scorerpunkten in 32 Oberligaeinsätzen verließ er erstmals seine Geburtsstadt Hamburg und zog in den hohen Norden nach Flensburg. Auch hier ereilten ihn wieder Anpassungsschwierigkeiten, im ersten halben Jahr kam er primär von der Bank, wurde sogar bei der Zweitvertretung in der Landesliga Schleswig eingesetzt. Erst nach der Winterpause begann Ali regelmäßig zu starten, zahlte das Vertrauen sofort mit Toren und Vorlagen zurück.
Was macht Ibrahim Bashiru Ali so stark?
Damals noch als zentrale Spitze eingesetzt, hat sich der feine Techniker in der laufenden Saison auf der linken Außenbahn etabliert. Dort ist es, wo er seine Attribute am besten zur Geltung bringt. Selbst im hohen Tempo führt er den Ball auffällig eng am Fuß, geht gerne ins Eins gegen Eins. Seine Dribblings beendet er zu 67,4 Prozent erfolgreich, für einen Flügelspieler eine herausragende Quote. Mit seinen schnellen Haken ins Zentrum und den darauf folgenden Abschlüssen mit rechts erinnert er teilweise an Nationalspieler Said El Mala. Wie auch El Mala verfügt Ibrahim Bashiru Ali mit seinen 1,83 Metern und seinem muskulösen Körperbau über eine für einen Außenspieler gute Physis, die er in der laufenden Saison auch vermehrt im Spiel gegen den Ball einsetzt.

Beeindruckend ist bei dem Hamburger mit ghanaischen Wurzeln auch das Auge für seine Mitspieler. Im letzten Drittel verfügt er, ob auf der Außenbahn oder im Zentrum, über eine exzellente Übersicht und ein mehr als solides Passspiel. Diese Kombination aus Dribbling, Torgefahr und Spielmacherqualität ergibt ein Profil, das weithin gesucht sein dürfte. Mehrere Drittligisten sollen Ali schon intensiv beobachten, auch eine Etage höher dürfte sein Name schon auf einigen Notizzetteln auftauchen. Nicht zuletzt Hoffenheims Juwel Yasin Zor hat gezeigt, wie gut der Schritt aus der Regionalliga in den Profibereich gelingen kann.
Noch ist Ibrahim Bashiru Ali ein Rohdiamant, nach nicht einmal zwei Jahren in der Regionalliga eine große Karriere zu prognostizieren wäre vermessen. Nichtsdestotrotz bringt er alles mit, um in absehbarer Zeit auf dem Radar vieler Proficlubs aufzutauchen. Wir werden seine Entwicklung gespannt beobachten!

22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.
