Lennart Moser im Kickfieber-Interview

Lennart, du bist im Winter vom dänischen Zweitligisten Kolding IF nach Japan gewechselt. Wie gefällt es dir bisher?
Japan ist ein tolles Land und die Japaner sind ein unheimlich herzliches Volk. Allerdings musste ich schnell feststellen, dass nicht nur die Kultur im täglichen Leben eine völlig andere ist, sondern auch das Verständnis von Fußball. Sowohl das Training als auch der Spielansatz sind mit Europa nicht zu vergleichen. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen und klarkommen. Deswegen würde ich lügen, wenn ich sagen würde, es wäre alles perfekt. Vielleicht erinnerst Du Dich an Philipp Max, der nach zwei Monaten in Japan seinen Vertrag aufgelöst hat. Es gibt schon Gründe, warum Europäer sich hier schwertun und nach kurzer Zeit wieder zurückkehren.
Was waren die größten fußballerischen Umstellungen für dich?
Das, was hier von einem Torwart verlangt wird, ist sehr viel einfacher als die Anforderungen in Europa. In Japan wird risikoarmer Fußball gespielt. Ich schlage einen langen Ball und dann gehen wir auf die zweiten Bälle. Das ist eigentlich der größte Unterschied. In Europa ist es viel komplexer. Du analysierst den Gegner und versuchst, den Ball hinten rauszuspielen, um Ballbesitz zu haben und Aktionen zu kreieren. In Japan ist das komplett anders.
Du bist im Kader von Okayama der einzige Europäer. Drei Brasilianer, ein Bolivianer und sonst nur Japaner. Wie läuft das mit der Kommunikation?
Als einziger Europäer war es für mich am Anfang sehr schwierig und kleinere Probleme gibt es nach wie vor. Fußball lebt von der Kommunikation und dafür muss ich Japanisch lernen. Auf dem Feld sprechen wir eigentlich nur Japanisch. Demzufolge musste ich die fußballspezifischen Vokabeln verinnerlichen. Auch zwischenmenschlich gibt es natürlich Hürden, da ich keine normale Unterhaltung mit irgendeinem Spieler führen kann, weil kein Englisch gesprochen wird. Ich habe einen Übersetzer, der für mich auf Englisch übersetzt. Und die Brasilianer haben einen brasilianischen Übersetzer, der dann dementsprechend auf Portugiesisch übersetzt.
Bist du eigentlich allein in Japan?
Nein, meine Freundin ist bei mir und darüber bin ich auch sehr froh.
J1 100 Year Vision League
Die japanischen Profiligen befinden sich gerade im Übergang von der Saison im Kalenderjahr auf das europäische System. Daher findet von Februar bis Juni 2026 die einmalige „J1 100 Year Vision League“ statt. Dabei werden die 20 Teams in zwei regionale Gruppen aufgeteilt, jede Mannschaft bestreitet 18 Spiele. Bei einem Unentschieden geht es sofort ins Elfmeterschießen. Einen Absteiger gibt es dabei nicht. Die beiden Gruppensieger spielen im Finale den Startplatz für die asiatische Champions League aus.
Wie stehst du zum aktuellen Spielsystem in der J1 League, gerade als Torwart mit Bezug auf das Elfmeterschießen?
Ich finde das mittlerweile eigentlich eher nervig. Du machst teilweise ein richtig gutes Spiel oder die andere Mannschaft war sehr viel besser und du spielst gerade so unentschieden, weil du in der letzten Minute noch ein Tor machst. Normalerweise nimmst du diesen Punkt sehr gerne mit und freust dich. Aber dann gibt es jetzt das Elfmeterschießen, wo du Hoffnung hast und trotzdem verlierst. Danach ist die Stimmung irgendwie gedrückt. Ich bin kein Fan von diesem Elfmeterschießen. Am Anfang war es wirklich ganz cool, aber mittlerweile ist es einfach zu viel. Ich glaube alle freuen sich, wenn es den normalen Rhythmus wieder gibt.
Ein kleiner Zeitsprung: Du warst ja zwei Jahre in Dänemark, davor warst du ein halbes Jahr vereinslos. Wie geht man vor allem als junger Profi mit so einer Situation um?
Dass ich vereinslos war, war damals eine bewusste Entscheidung von mir. Ich war in Belgien in der ersten Liga bei Eupen und Stammspieler. Dann wurde das System in Eupen umgestellt. Der Verein hat einen neuen Investor bzw. Sponsor bekommen. Dadurch kam ein neuer Trainer. Ich wurde von der Nummer eins zur Nummer drei degradiert. Deswegen habe ich keine Perspektive gesehen und den Vertrag aufgelöst. Leider hat es etwas länger gedauert, einen Verein zu finden, aber das war mir bewusst und kalkuliertes Risiko.
SOTW | Lennart Moser n'a pas tremblé. 🧤🎵
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Son arrêt est notre '@bwinbe Save of the Week'! 🙌 pic.twitter.com/0ZOu3xQ1IV
Das Problem war, dass wir den Vertrag aufgelöst haben, als das Transferfenster schon geschlossen war. Ich wusste, dass ich erstmal eine gewisse Zeit vereinslos sein werde. Natürlich habe ich in der Zeit gemerkt, in welchem Business ich mich bewege. Niemanden interessiert es, wer jetzt irgendwo spielt. Du wirst einfach schnell vergessen. Und dementsprechend ist es auch schwierig, wieder einen neuen Verein zu finden, wenn du vereinslos bist. Diese Zeit war sehr wertvoll, um zu lernen, was es eigentlich bedeutet, Fußballprofi zu sein. Wie schnelllebig das Geschäft ist und was alles passieren kann. Ich habe in der Phase sehr viel gelernt und deswegen war es eine gute Zeit.
Gab es in der Zeit viele Anfragen oder war Kolding der erste Verein, der ernsthaft auf dich zukam?
Ehrlicherweise gab es größere und klangvollere Namen als Kolding. Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt mit kleineren Blessuren zu kämpfen und war froh über das Angebot von Kolding und den Schritt nach Dänemark. Ich habe einen ganz neuen Fußball erfahren, da ich einen spanischen Trainer hatte. Ich konnte mich sehr gut weiterentwickeln und bewerte die Zeit als positiv. Im ersten Moment dachte ich, es sei ein Rückschritt, doch wir haben in der dänischen 2. Liga einen deutlich besseren Fußball gespielt als in der 1. belgischen Liga.
🥇 Lennart Moser (26) 🇩🇪 - Kolding IF
— Hit The Byline - Analysis (@HitTheByline) January 2, 2026
Value - £550k
Contract Expiring - June 2026
Position - Goalkeeper
With Schwolow not being the youngest goalkeeper at 33, Hearts will likely look into signing a younger goalkeeper to take over as number 1 soon. 🥇
At 6'4", Moser uses his… pic.twitter.com/IcNBuu0t4P
Du bist bei der Berateragentur Siebert & Backs Fußballmanagement GmbH, die sich speziell auf Torhüter und Trainer spezialisiert hat. Inwiefern habt ihr Torhüter ganz andere Bedürfnisse, dass so was nötig wird und wie hilft dir das weiter?
Die Torwartposition ist eine ganz spezielle Position und mit einem Feldspieler überhaupt nicht zu vergleichen. Wir brauchen ganz anderes Training und müssen mental ganz anders fit sein. Dementsprechend ist eine Torwartagentur sehr hilfreich, weil sie weiß, was ein Torwart benötigt und was ein Verein leisten muss. Mein Berater Nico Pellatz war selber Profi-Torhüter und hat einen sehr guten Draht zu den Torwarttrainern der Vereine. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich Teil der Agentur bin. Nach meinem Gefühl hat sich die Agentur in den letzten Jahren sehr stark weiterentwickelt und wird auch kontinuierlich weiterwachsen.
Leihstationen
Von Union Berlin wurde Lennart Moser 2019 nach Cottbus, 2020 zu Cercle Brügge sowie ebenfalls 2020 an Austria Klagenfurt verliehen.
Du kommst ja aus der Jugend von Union Berlin, hattest dann von Union aus drei Leih-Stationen und seitdem auch eher kurze Stationen. Wie schwierig ist es, sich da immer wieder neu zu orientieren?
Mir fällt es nicht schwer, mich häufiger umzustellen und es macht mir grundsätzlich Spaß, Neues zu erleben. Ich bin wissbegierig und lerne gerne andere Kulturen kennen. Vor diesem Hintergrund habe ich mich für Japan entschieden. Bei meinen Leihstationen konnte ich es mir häufig nicht immer aussuchen. Ich war für ein Jahr ausgeliehen und bin zu meinem Stammverein zurückgekehrt. Natürlich gibt es immer Situationen, in denen du dich einfach nicht wohlfühlst. Meine längste Station in Kolding hat mir sehr gut gefallen und ich wäre gerne länger geblieben, aber es war dann der richtige Zeitpunkt für Veränderungen.
Du warst auch bei Energie Cottbus, die jetzt in die 2. Bundesliga aufgestiegen sind. Damals hast du schon unter Pele Wollitz gespielt. Wie ist es eigentlich unter einem Trainer und Menschen wie Pele Wollitz zu kicken?
Es hat sehr großen Spaß gemacht. Ich habe nur positive Erinnerungen an meine Zeit in Cottbus. Energie war der Verein, bei dem ich als junger Spieler das erste Mal Männerfußball gespielt habe. Wollitz ist ein erstklassiger Trainer, der einfach für den Verein brennt. Er stellt sich immer vor die Mannschaft und gibt 100 Prozent. Manchmal ist es vielleicht ein bisschen zu viel an der Außenlinie und in der Coachingzone, aber menschlich und charakterlich ein super Trainer, der die ganze Mannschaft mitnimmt und weiß, wie man seine Spieler motiviert. Pele hat Cottbus im Blut. Er passt super und das merkt man. Es hat sich ausgezahlt und ich gönne es dem Verein.
Bei Union hattest du Urs Fischer, der ist dann natürlich ein ganz anderer Typ Mensch und Trainer, oder?
Ganz anders, ja. Ich kann mich noch an eine Situation erinnern, die das deutlich gemacht hat, was Urs Fischer für ein Typ ist. Wenn Du bei Union aus der Jugend gekommen bist, hattest Du eigentlich keine Chance. Das war damals bei Lennard Maloney so und bei mir ebenfalls. In einem Gespräch mit Urs hat er mir gesagt, dass ich einen super Job mache und er sich nicht beklagen könnte. Doch für ihn ist ein guter Torwart einer, der alt und erfahren ist. Da wusste ich, dass ich nicht spielen werde, so lange Urs Fischer bei Union ist. Deswegen wurde ich dreimal ausgeliehen, um Spielpraxis zu sammeln.
Du bist aus Berlin, bei Union dann in der Jugend gewesen und zum Profi geworden. War Union immer dein Herzensverein?
Ich bin ehrlich. Ich bin ein relativer Freigeist. Egal, für welchem Verein ich spiele, ich werde alles geben. Union war einfach der nächste Verein. Wir haben in Treptow-Köpenick gewohnt. Das liegt in der Nähe von Union Berlin und somit war Union der nächste Verein. Deswegen habe ich meine ganze Jugend bei Union gespielt. Ich hätte mir natürlich gewünscht, auch mal als Profi für Union zu spielen, aber man weiß ja nie, was noch passiert in der Karriere.
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Das wäre jetzt tatsächlich meine nächste Frage, liebäugelst du insgeheim mit einer Rückkehr zu Union?
Im Moment nicht, weil mein Karriereweg aktuell in eine andere Richtung verläuft, als dass ich für Union interessant wäre. Aber sicherlich wird mein nächster Karriereschritt zurück nach Europa oder vielleicht in die MLS sein. Ich denke, wenn ich in einer ersten Liga in Europa oder in der MLS spiele, kann der Weg in die zweite Liga als Stammtorhüter oder auch vielleicht als Nummer zwei bei einem Bundesligisten möglich sein.
Du hast also auch einen klaren Karriereplan im Kopf?
Ich muss realistisch sein und schauen, welche Ziele in meinem Alter noch erreichbar sind.
In der näheren Zukunft steht nächste Saison schon die J League auf dem Plan, oder?
Das ist schwierig zu sagen. Fußball ist sehr schnelllebig. Ich muss schauen, wie alles zusammenpasst, da ich ja auch mit meiner Freundin hier bin. Wenn irgendwas kommt, was für mich und meinen Verein lukrativ ist, würde ich definitiv nicht ablehnen. Im Moment habe ich noch einen Vertrag für zwei Jahre und den will ich erfüllen. Meine Priorität ist Japan.
Hast du von Japan selbst schon viel gesehen und mitbekommen, trotz Fußballeralltag?
Ich habe schon einige Ausflüge gemacht. Ich nehme alles mit, was geht. Wenn wir frei haben, unternehmen wir immer etwas. Okayama selbst ist nicht so attraktiv, aber man fährt maximal 45 Minuten mit dem Zug und ist in einer schönen Stadt.
Okayama
Okayama liegt im Westen Japans am Seto-Binnenmeer und ist für sein mildes und sonnenreiches Klima bekannt. Mit dem Shinkansen-Schnellzug ist die Millionen-Metropole Osaka in unter einer Stunde erreichbar.
Zum Abschluss habe ich noch die zwei klassischen Kinderfragen. Als erstes, wer war dein bester Mitspieler?
Das ist interessant. Möchtest du jetzt wissen, wer mein bester Mitspieler war, mit dem ich aber selber nicht gespielt habe, oder ein bester Mitspieler, mit dem ich selber aktiv auf dem Feld gestanden habe?
Gerne beides.
Mein bester Mitspieler war wahrscheinlich Max Kruse zu seiner besten Zeit. Der war schon wirklich gut. Aber ich habe selber nicht mit ihm aktiv gespielt. Und wenn es rein ums aktive Spielen geht? (Überlegt lange) Ich würde tatsächlich sagen, einer in meinem aktuellen Team. Ataru Esaka ist echt ein Wahnsinnskicker. Der ist schon ein bisschen älter, aber er hätte 100 % La Liga und so spielen können. Der ist wirklich richtig gut.
What a goal! 💥
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Ataru Esaka smashes it into the right corner from a difficult position!#JLEAGUE #football #fagiano pic.twitter.com/0jAW6Sw7tm
Und dann noch dein bester Gegenspieler?
Da kommen viele in Frage, vor allen Dingen in Belgien. Doku, Nainggolan, Alderweireld, Vertonghen, Kompany. Mit Cottbus haben wir damals im DFB-Pokal gegen Bayern gespielt, da wurde ich Man of the Match. Das war eines meiner besten Spiele. Da könnte ich es mir einfach machen und Lewandowski, Kimmich oder Neuer sagen.
Wenn man gegen Lewandowski, Kimmich und Neuer gekickt hat, ist das schon eine Sache, die man erwähnen darf.
Wahrscheinlich schon. Von daher nehmen wir das. Kompany war auch nicht schlecht. Ich habe gegen ihn gespielt, da ist er gerade neu zu Anderlecht gekommen und hat seine ersten Spiele gespielt. Ich stand im Tor. Aber die letzten Saisonspiele war er schon Trainer. Ich war sozusagen in einem seiner letzten Karrierespiele im Tor gewesen. Jetzt sieht es sogar so aus, als ob er vielleicht eine noch erfolgreichere Karriere als Trainer haben wird. Gegen Salzburg habe ich auch gespielt und dort waren ebenfalls sehr gute Spieler wie Adeyemi und Sesko, der es zu Manchester United geschafft hat.
An dieser Stelle vielen Dank an Lennart Moser für dieses Interview, wir werden seine weitere Karriere mit großem Interesse verfolgen!
Elias Havel vor Wechsel zum FC Köln?

Einem Bericht des Express zufolge verhandelt der FC Köln über einen Transfer des österreichischen Stürmers Elias Havel. Der 23 Jahre alte Angreifer im Dienste des TSV Hartberg kommt in der laufenden Saison auf 13 Ligatore und könnte dem schwach besetzten Kölner Sturm eine bisher nicht vorhandene Dimension verleihen. (Bild: IMAGO / Yigit Örme)
Havel entstammt wie so viele Talente der vergangenen Jahre der Nachwuchsakademie von RB Salzburg. Dort wurde er unter anderem von Matthias Jaissle, heute Chefcoach von Al Alhi, trainiert, über den er sagt „Ich weiß noch genau, wie Matthias mich trotz eines Sieges und zweier Tore zurechtgewiesen hat, weil ihm meine Form des Pressings nicht gefallen hat. Diese Perfektion, die er haben wollte, habe ich irgendwann verinnerlicht.“ Nach einem schweren Übergang in den Profibereich landete er schließlich beim Linzer ASK, wo er jedoch am heutigen Berliner Marin Ljubicic nicht vorbei kam. Im Sommer ging es dann leihweise zum TSV Hartberg, so er sich gleich am 3. Spieltag einen Riss des Syndesmosebands zuzog. Eine niederschmetternde Diagnose für den jungen Profi, der sich erinnert: „Nach der Diagnose war ich komplett durch den Wind. Nach den Gesprächen mit den Ärzten und meinen Physiotherapeuten sowie eigener Reflektion wandelte sich die Traurigkeit aber in Motivation und positive Energie.“
Wieder genesen kam er in der Rückrunde regelmäßig als Joker ins Spiel, kam jedoch langsam wieder in Fahrt. In der laufenden Saison, erneut leihweise in Hartberg, startete er dann sofort als Stammspieler und sorgt seitdem für Furore. Mit seinem Tempo, er selbst gibt an, in jeder seiner Mannschaften bisher der schnellste Spieler gewesen zu sein, und seinen Tiefenläufen hebelt er die Defensiven der österreichischen Bundesliga aus. Auch vor dem Tor zeigt er seine Qualitäten, trifft dabei vor allem mit seinem starken rechten Fuß auch aus dem Lauf zuverlässig in die Maschen. Außerdem fallen statistisch seine progressiven Läufe mit Ball auf, durchschnittlich zwei pro 90 Minuten. Mit seinen Antritten mit Ball am Fuß sorgt er regelmäßig für erheblichen Raumgewinn.
Heute weißt Havel, der in Hartberg vom ehemaligen Kölner Manfred Hartmann trainiert wird, laut transfermarkt.de einen Marktwert von 2 Millionen Euro aus. Für Hartberg Grund genug, seinen Torjäger für die im Sommer vereinbarte Kaufoption in Höhe von lediglich 300.000 Euro fest zu verpflichten. Wenn man den Gerüchten des im Kölner Umfeld gut vernetzten Express glauben schenkt, dürfte es sich dabei allerdings um eine reine Investition handeln. In Köln könnte der österreichische WM-Kandidat eine temporeiche Alternative zum kopfballstarken Ragnar Ache darstellen oder diesen im Doppelsturm ergänzen. In einem Sturm mit dem aktuell formschwachen Marius Bülter, Dauerjoker Luca Waldschmidt und Talent Fynn Schenten sehe ich für Havel sehr große Chancen, einen Stammplatz zu ergattern.
ℹ️ Sommer-Abgang rückt näher! Mehrere deutsche Bundesligisten im Rennen um Shootingstar Elias #Havel (23) @tsv_hartberg. Bundesliga D 🇩🇪 gilt als Ziel des pfeilschnellen Stürmers. Durchbruchsaison 2025/26: 15 Tore & 4 Assists in 31 Spielen. @SkySportAustria @SkySportDE #TUAustria pic.twitter.com/fc1AjxuJXd
— Eric Niederseer (@Sky_EricN) April 23, 2026
Die Kölner, die mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz noch gegen den Abstieg spielen, müssten tief in die Tasche greifen, um den Stürmer ans Geisbockheim zu lotsen. Eine hohe siebenstellige Summe sollen die Steirer verlangen. Ein Betrag, den Köln wohl nur bei einem, zugegebenermaßen wahrscheinlichen, Abgang von Said El Mala stemmen könnte. Mit dem entsprechenden Transfererlös auf der Bank könnte das durchaus eine lohnenswerte Investition sein, für die man einen schnellen, torgefährlichen und entwicklungsfähigen Stürmer bekommt.
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Rayane Bounida - Ajax-Juwel in die Bundesliga?

Den spanischen Giganten Real Madrid und FC Barcelona wurde bereits Interesse an ihm nachgesagt, schon mit 16 Jahren buhlten Manchester City, PSG und Ajax Amsterdam um ihn. Nun soll Rayane Bounida (20) bei einigen Bundesligisten wie Borussia Mönchengladbach auf dem Wunschzettel stehen. Wir stellen den Techniker vor, der schon bald in der Bundesliga für Aufsehen sorgen könnte. (Bild: IMAGO / Orange Pictures)
Schon als Kind in der Jugend von RSC Anderlecht war Bounidas Weg vorbestimmt, mit seiner überragenden Technik trat er früh in viralen Videos auf. Zu seinem 15. Geburtstag wollte ihn Anderlecht schon mit einem Profivertrag belohnen und sein Juwel fest an sich binden. Doch Bounida und seine Familie zögerten, stellten eine exorbitante Gehaltsforderung von 700.000 € jährlich in den Raum. Zu viel für Anderlecht, das selbst gestandenen Profis teilweise weniger zahlt. So buhlten schon in jungen Jahren die europäischen Topclubs um das Talent. Damals nur knapp über 1,60 m groß und Überlieferungen zufolge nur 48 kg leicht zog es den Offensivmann nach Amsterdam, wo er seinen ersten Profivertrag erhielt. „In sechszehn Jahren Jugendakademie habe ich ein solches Phänomen noch nicht gesehen,“ sagte damals Jean Kindermans, der immerhin Anderlechts renommierte Nachwuchsabteilung leitet.
Für ein so besungenes Talent brauchte Bouani in einer Zeit, in der immer mehr Spieler bereits mit 16 Jahren hochklassig debütieren, danach vergleichsweise lange. Zuerst in der U17 eingesetzt entwickelte er sich jedoch stetig weiter, vor allem auch körperlich, und feierte in der vergangenen Saison nach guten Leistungen für die Zweitvertretung Jong Ajax sein Debüt in der Eredivisie. Zu Beginn der laufenden Saison gehörte er wieder primär zum Kader des Zweitligisten, etablierte sich aber immer mehr in Kader der Amsterdamer. In Abwesenheit des verletzten Veteranen Steven Berghuijs bekleidete er dabei die rechte Flügelposition im klassischen 4-3-3 von Ajax. Nach dessen Genesung rückte Bounida allerdings wieder ins zweite Glied. Durchaus auffällig ist, dass auf der Gegenseite sein Altersgenosse Mika Godts seit nun zwei Jahren gesetzt ist, während "Phänomen" Bounida immer noch dabei ist, sich zu etablieren.
Grund dafür dürfte durchaus sein, dass der technisch überragende Bounida körperlich eher ein Spätentwickler ist und sich noch an den körperlich anspruchsvolleren Profibereich gewöhnen musste und muss. Das gelingt ihm mit mittlerweile fast 1,80 Metern immer besser und so weiß er auch in der niederländischen Beletage immer mehr zu überzeugen. Der gebürtige Belgier, der sich erst kürzlich für die marokkanische Nationalmannschaft entschied, glänzt dabei als ausgewiesener Zocker. Seine Ballführung ist überragend, im Dribbling ist der trickreiche Offensivspieler kaum vom Ball zu trennen. Zusätzlich beweist er eine starke Übersicht, setzt seine Mitspieler auch mit überlegten Seitenwechseln und Steckpässen oft in Szene. Dazu kommt eine eindrucksvolle Beidfüßigkeit, die jeden Verteidiger vor Räsel stellt. Dadurch ist er in der Lage, beide Flügel zu besetzen, wobei seine Stärken als zentraler Spielmacher noch besser zur Geltung kommen könnten. Dafür müsste er allerdings in der Defensivarbeit noch etwas zulegen, auch was den Fleiß angeht.
Über der Zukunft Bounidas schweben aktuell einige Fragezeichen. Bei Ajax steht er noch bis 2028 unter Vertrag, durch den wahrscheinlichen Abgang des mit mehreren internationalen Topclubs in Verbindung gebrachten Godts dürfte eine Planstelle in der Offensive im Sommer frei werden. Ein Verbleib wäre ein logischer Schritt. Doch im Umfeld des Jungstars scheint mal wieder Ungeduld zu herrschen, was jetzt die Bundesligisten auf den Plan rufen soll. Bei der Gladbacher Borussia steht Franck Honorat vor dem Absprung, ein Nachfolger soll gesucht werden. Auf einer der beiden Halbpositionen wäre Bounida definitiv eine Verstärkung, da besteht kein Zweifel. Zentraler als in Amsterdam und mit mehr Freiheiten ausgestattet könnte er auch seine Abschlussstärke und Spielmacherqualitäten zur Geltung bringen. Zusammen mit Hugo Bolin und dem ebenfalls hochveranlagten Wahid Mohya wäre man auf diesen Positionen qualitativ stark besetzt. Für einen festen Transfer dürften den Borussen jedoch die Mittel fehlen, bei einem Abgang von Mika Godts halte ich eine Leihe ebenfalls für unwahrscheinlich. Daher dürfte Bounida eher für finanziell und sportlich andere Kaliber interessant werden.
Gut zu Gesicht stehen würde Bounida auch dem VfB Stuttgart. Dort wird man erneut international spielen, benötigt daher einen relativ breiten Kader. Mit seiner Polyvalenz könnte er im offensiven Mittelfeld der Schwaben sämtliche Positionen bekleiden und den eventuell scheidenden Jamie Leweling ersetzen. Auch in Dortmund wird durch den Abgang von Julian Brandt ein Kaderplatz frei, den ein Spieler wie Rayane Bounida kostengünstiger und mit viel Potenzial ausfüllen kann. Zusammen mit Samuele Inacio könnte er die kreative Zukunft der Borussen prägen.
Aktuell ist zwar von einem Verbleib in Amsterdam auszugehen. Sollte sich der Marokkaner trotzdem für einen Wechsel in die Bundesliga entscheiden, können wir uns auf einen spektakulären Spielmacher freuen, der uns Fans Woche für Woche von den Sitzen reißt.
Tawfik Bentayeb - Schalkes Stürmer für die Bundesliga?

Der FC Schalke 04 steht kurz vor dem Aufstieg in die Bundesliga. Die Kaderplanung für die neue Saison läuft währenddessen schon auf Hochtouren. Ganz besonders im Fokus soll Berichten zufolge Stürmer Tawfik Bentayeb (24) von ESTAC Troyes stehen. (Bild: IMAGO / PsnewZ)
Unter Coach Miron Muslic ist auf Schalke ganz klar die Defensive Trumpf. Doch rein nominell kann sich auch der Sturm sehen lassen. Neben Kapitän Kenan Karaman und Winterzugang Edin Dzeko sorgt in dessen Abwesenheit auch der fast schon verkaufte Moussa Sylla für Aufsehen. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass neben dem gesetzten Karaman, der eher aus der Tiefe als hängende Spitze und Spielmacher agiert, eine Lücke zu entstehen droht. Mit seinen mittlerweile 40 Jahren denkt Edin Dzeko wohl sehr intensiv über sein Karriereende nach, die er mit einem Erfolg beenden wollte. Moussa Sylla, im Sommer und Winter bereits kurz vor einem Transfer stehend, wird sich auch diesen Sommer wieder mit Angeboten auseinandersetzen. Grund genug für Schalke, auf dem Transfermarkt tätig zu werden.
🇧🇦✨ Edin Džeko (39) is simply loving life at Schalke! He has 4 goals + 3 assists in 5 matches for them. 🔵⚪️ pic.twitter.com/YBeFWPfk6L
— EuroFoot (@eurofootcom) February 26, 2026
Dabei scheinen die Verantwortlichen um Frank Baumann einem lieb gewonnenen Muster folgen zu wollen. Wie schon Sylla soll auch dessen potenzieller Nachfolger aus der französische Ligue 2 kommen - Tawfik Bentayeb. Der 24 Jahre alte Marokkaner kommt in der laufenden Saison auf 18 Ligatreffer, steht damit auf Platz 1 der Torjägerliste. Stärker wirken die Zahlen dadurch, dass Bentayeb erst ab dem 5. Spieltag eingreifen konnte. Denn erst Ende August konnte sich Troyes mit Bentayebs Stammverein, dem marokkanischen Erstligisten Union Touarga, auf eine einjährige Leihe für eine Gebühr um die Viertel Million Euro einigen. Das Vertrauen zahlte der Linksfuß sofort zurück- gleich bei seinem Debüt traf er doppelt.
Cette fois, il a choisi la reprise de volée ! ☄️
— Ligue 2 BKT (@Ligue2BKT) April 20, 2026
Tawfik Bentayeb continue de varier les plaisirs : 17 buts cette saison avec l'@estac_officiel. 👑🇲🇦 pic.twitter.com/Ce6pPQiX67
Überraschend war die kurze Akklimatisierungszeit jedoch nicht, bereits die vergangene Saison verbrachte Bentayeb leihweise in der Ligue 2, konnte dort für Rodez immerhin 10 Treffer erzielen. Dabei sticht vor allem seine Reaktionsschnelligkeit und Kaltschnäuzigkeit im Strafraum heraus. Im Strafraum ist auch ganz klar seine Heimat, von dort erzielte er 16 seiner 17 Treffer. Die meisten davon, 12, mit seinem starken linken Fuß.
Tawfik Bentayeb continue de mener la danse ! 👑 pic.twitter.com/Q7VoC3X6aY
— Ligue 2 BKT (@Ligue2BKT) April 21, 2026
Technisch weiß der Angreifer durchaus zu überzeugen, besticht durch eine erstklassige Mitnahme und weicht zeitweise auch auf den Flügel aus. Schnelle Tiefenläufe oder eine körperliche Präsenz der Marke Dzeko hingegen vermisst man in seinem Spiel. Und genau da sehe ich das Problem bei einer potenziellen Verpflichtung. Das Schalke Miron Muslics kommt primär über eine solide Defensive, in der Bundesliga wird sich dieser Fokus nur noch verstärken. Zu Torgelegenheiten kommt man dabei meist durch schnelle Konter, bei denen der Stürmer entweder den Ball mit Rücken zum Tor halten oder selbst einen schnellen Lauf starten muss. Beides kann Bentayeb nicht in einer Qualität bieten, die der Bundesliga gerecht wird. Er glänzt eher bei Teams, die ihm regelmäßig Chancen im und um den Strafraum bieten können, die er dann mit ein bis zwei Kontakten zu Toren ummünzen kann.
Daher sehe ich in Bentayeb zwar einen starken Stürmer, allerdings keinen Fit für den Schalker Kader. Bei einer namhaften Konkurrenz um den wahrscheinlichen Champions League Teilnehmer Villareal sehe ich es zudem als unwahrscheinlich an, dass der Marokkaner in Gelsenkirchen landet.
Edmond Kapllani im Interview: Stürmerlegende und Trainer der Freiburger Frauen

Edmond, du bist 2004 vom KS Besa in Albanien nach Deutschland gekommen und hast seitdem Bundesliga, 2. Bundesliga, Regionalliga, Oberliga, Bezirksliga und Kreisliga A gespielt. Damit hat wohl kaum jemand in Deutschland das Ligasystem so ausgenutzt. Daher die Frage: In welcher Liga spielt es sich am besten in Deutschland?
Am besten spielt es sich in der Bundesliga, das ist klar, aber 2. Liga war schon auch interessant. Da gibt es viel Schlagabtausch, viele Spiele in denen jeder jeden schlagen kann. Vom Niveau her ist die Bundesliga natürlich das höchste Niveau, auch von der Konzentration, von der Intensität, von der Qualität der Spieler, da spielen eben auch die besten Spieler.
Tatsächlich standen wir beide mal zusammen auf dem Bundesligaplatz, am 4. April 2009. Du als Spieler für den KSC, ich als Einlaufkind an der Hand von Sebastian Langkamp.
Echt jetzt?! (Lacht) Das ist cool weil Sebastian ist ein sehr guter Freund von mir, wir haben immer noch sehr engen Austausch miteinander.
Damals beim KSC, auch 2006/2007 mit dem Aufstieg, das war schon eine besondere Zeit oder?
Das war auf jeden Fall eine besondere Zeit, das werde ich auch oft gefragt, das war für mich die beste Zeit. Egal wo ich war gab es gute und schlechte Zeiten, auch in Karlsruhe hatte ich gute und schlechte Zeiten, solche Phasen hast du als Fußballer oder Sportler immer.
Aber 2006/2007 war echt so eine Saison, in der alles gepasst hat. Nicht nur individuell sondern auch als Mannschaft, was wir dann mit dem Aufstieg gekrönt haben. Da wurde ich dann auch als bester Stürmer der Liga gewählt, bei den Toren wurde ich von Giovanni Federico noch überholt aber Giovanni hat auch wirklich eine gute Saison gespielt.
🇩🇪Wiedervereinigung mit meinen ehemaligen @KarlsruherSC Mitspielern Christian Kritzer & Edmond Kapllani im VIP Raum! 💪🔵⚪️ Tolle Erinnerungen! 🤝⚽
— Mario Eggimann (@marioeggimann) April 16, 2023
🇬🇧Reunion with my former #KSC teammates Christian Kritzer & Edmond Kapllani in the VIP room! 💪🔵⚪️ Great memories! 🤝⚽… pic.twitter.com/8pKlMpz5EC
Ein Doppelpack gegen Fürth war das, oder?
Hattrick sogar, ich hatte 17 Tore und er 16 und damit hat er mich dann überholt. Ich konnte nicht spielen, hab mich zwei Wochen davor muskulär verletzt, deswegen habe ich das Spiel von der Tribüne mitverfolgt und die Tore von Federico auch gesehen. Zwei Tore davon waren echt wunderschöne Tore, muss man sagen, eines sogar Tor des Monats.
Danach kamen mit Augsburg und den Leihen nach Koblenz und Paderborn ja eher schwierige Jahre.
Es ist nicht so, dass es mir in Augsburg nicht gefallen hat. Der KSC war meine erste Station in Deutschland, nach Augsburg kommen war dann auch eine ganz neue Welt, eine neue Mannschaft und eine neue Mentalität. Dazu kam dann noch, dass ich nicht viel gespielt habe, immer wieder kleine, muskuläre Verletzungen hatte, weil ich auch das Jahr davor beim KSC wenig gespielt habe.
Ich hätte mir mehr Vertrauen und Unterstützung von dem Trainerteam um Jos Luhukay gewünscht. Die Leihe nach Koblenz war mein Wunsch, das wollte ich unbedingt im Winter um meine Spielzeiten zu bekommen, ich wollte auf dem Platz mehr Minuten. In Koblenz habe ich dann in der Rückrunde alle Spiele mitgemacht und das hat mir auf jeden Fall geholfen, wieder in meine Form zu kommen.
Heute vor 1️⃣1️⃣ Jahren feierte der #FCA gegen den VfL Wolfsburg seinen ersten Bundesliga-Heimsieg! 🤩 Torschützen beim 2:0 ➡️ #Brinkmann und #Kapllani! 👏 #FCAWOB pic.twitter.com/hrbXcS5Hlm
— FC Augsburg (@FCAugsburg) November 26, 2022
Hattest du dann selbst Gespräche mit Paderborn oder lief das in deiner Abwesenheit zwischen Vereinen und Berater ab?
Auf jeden Fall, ich hatte auch ein Gespräch mit dem Trainer und anderen Verantwortlichen, auch mit meinem Berater. Die Konstellation war so, dass auf jeden Fall Interesse da war aber es war dann eben die Zeit gegen Ende des Transferfensters wo die Abstellungen für die Länderspiele sind. Aber Austausch gab es auf jeden Fall, der Trainer hat mich überzeugt. Die Einigung der Vereine hat dann bis zur letzten Stunde gedauert.
Für mich war das sehr wichtig denn es ist das Wichtigste, auf dem Platz Minuten zu sammeln, mein Können auf den Platz zu bringen und Paderborn hat mir diese Plattform angeboten, deswegen war es für mich klar, dass ich da hin gehe. Nach Paderborn kam ich dann erstmal nach Augsburg zurück, habe nochmal etwas Bundesligaluft geschnuppert obwohl es wenig Minuten waren. Dann kam eben der Schritt nach Frankfurt.
Danach in Frankfurt beim FSV hast du sowas wie deine zweite sportliche Heimat gefunden? Da hast du in drei aufeinanderfolgenden Saisons mit 11 Toren ja richtig geliefert.
Ja das kann man so sagen, in Frankfurt habe ich mich sportlich und privat sehr wohl gefühlt. Ich habe mir im ersten Winter in einem Hallenturnier das Kreuzband angerissen, daran erinnere ich mich noch gut. Wir waren dann fünf Spiele vor Schluss immer zwischen Platz 3 und 4, haben mit Kaiserslautern gekämpft. Wir wurden am Ende 5., Kaiserslautern wurde 3. und hat in der Relegation gegen Hoffenheim verloren. Ansonsten waren das in Frankfurt wirklich tolle Jahre.
Du hast in Frankfurt ja auch mit dem jungen Vincenzo Grifo gespielt, heute Rekordtorschütze bei deinem aktuellen Arbeitgeber SC Freiburg. War damals schon absehbar was für ein Wahnsinnskicker das wird?
Ganz ehrlich, der Junge war auf jeden Fall sehr hungrig in jungen Jahren, er war sehr klar im Kopf, wusste was er haben wollte. Von seiner Qualität war er top, das hat man auch immer wieder im Training gemerkt. Er hat etwas Anlaufzeit gebraucht bei uns in Frankfurt bis er angekommen ist und dann seine Tore und seine Assists gemacht hat, wurde irgendwann auch Stammspieler. Aber man hat schon gesehen, was für ein Spieler er ist und was er erreichen will, deswegen ist das auch keine Überraschung für mich.
Wichtig ist auch, dass er gesund geblieben ist, dass er auch keine große Verletzung hatte. Ich freu mich auf jeden Fall für ihn, wir haben heute auch engen Austausch, wir schreiben uns immer wieder und er ist nicht nur ein guter Spieler sondern auch ein Familienvater mit zwei Kindern. Das passt schon perfekt bei ihm.
Wer war dein stärkster Mitspieler in deiner Karriere?
Ich hatte viele gute Mitspieler, auch dadurch dass ich Nationalmannschaft gespielt habe. Antonio da Silva zum Beispiel, der deutscher Meister geworden ist mit Dortmund und Stuttgart, Tamas Hajnal war auch ein guter Kicker. Dann habe ich mit Erwin Skela oder Lorik Cana bei der Nationalmannschaft gespielt, die auch in der Champions League ihre Karriere gemacht haben. Alexander Iashvilli war auch ein guter Spieler mit seiner Geschwindigkeit, seiner Ballbehandlung und seiner Wendigkeit. Grifo war sicherlich auch einer davon.
Dein nächster Verein war dann der SV Elversberg, ihr habt den Aufstieg in die 3. Liga damals knapp verpasst, heute kämpfen sie erneut um den Aufstieg in die Bundesliga. War eine solche Entwicklung absehbar?
Wenn man es so betrachtet ja, deswegen bin ich den Schritt damals auch bewusst gegangen. Auch wenn es Regionalliga war, war das alles professionell, ich habe keinen Unterschied zwischen Regionalliga und 2. Liga gesehen. Vom Trainerteam und den Trainingsinhalten, wir hatten damals mit Michael Wiesinger einen Trainer der wirklich sehr akribisch gearbeitet hat und uns die Profiinhalte und das Drumherum angeboten hat. Er hat mich damals auch von dem Wechsel überzeugt.
Daher war das zu erwarten, auch durch die Präsidenten, die haben das Stadion gebaut und alles aufgebaut. Natürlich braucht man auch eine Schippe Glück dazu aber sie haben gut gearbeitet und deswegen sind sie jetzt da wo sie sind und ich denke sie werden da auch lange Zeit bleiben. Wir haben auch eine tolle Saison gespielt, waren eigentlich von Anfang bis Ende Erster und haben dann in der Relegation verloren. Das war damals etwas blöd, wir hatten das Pokalfinale zwei Tage vor dem Spiel gegen Unterhaching und haben im Hinspiel dann 3:0 verloren und sind als Meister dann nicht aufgestiegen.
Nach Elversberg ging es für dich nach Spielberg, wo du auch das erste Mal in den Trainerberuf rein geschnuppert hast. War das schon immer der Plan?
Die Zeit in Elversberg habe ich ausgenutzt, auch weil ich da viel verletzt war in der zweiten Saison. Sie wollten den Kader verkleinern, weniger auf erfahrene Spieler setzen und in der Zeit habe ich die B-Lizenz gemacht und dachte mit der aktiven Karriere ist es jetzt auch vorbei. Mein Wunsch war es, zurück nach Karlsruhe zu kommen, dort als Trainer im Nachwuchsleistungszentrum rein zu schnuppern und vielleicht für die zweite Mannschaft zu kicken. Ich habe mich auch fit genug gefühlt für die Oberliga, aber genau in dem Jahr hat der KSC die 2. Mannschaft abgemeldet.
Durch die Kooperation von Karlsruhe mit Spielberg und Gesprächen mit Trainer und Vorstand wurde ich dann überzeugt, dort noch zu kicken und gleichzeitig als Co-Trainer zu arbeiten. Das hat mir gut getan, dann auch zu sehen ob das der richtige Weg ist und meine ersten Einheiten als Trainer selbst zu führen. Nach den zwei Jahren in Spielberg, in der Coronazeit, kam der Punkt an dem ich gesagt habe „Jetzt kann ich nicht mehr spielen“, es war mir dann einfach zu viel. Danach kam das Angebot, als Co-Trainer von Sirus Motekallemi bei der U17 vom KSC einzusteigen, das habe ich natürlich gemacht und es war für mich eine sehr sehr sehr spezielle Zeit. Ich habe dort sehr viel mitgenommen und gemerkt, das ist genau mein Weg, genau wo ich hin will. Die tägliche Arbeit mit Jungs oder jetzt Mädels, ihnen etwas mitzugeben, ihre Entwicklung zu verfolgen und ihnen diese Möglichkeiten zu geben.
Seit Sommer bist du jetzt Cheftrainer beim SC Freiburg, die erste Station als Chef gleich in der Bundesliga. Wie kam es dazu?
Ein guter Freund und Berater von mir, der viel mit dem Frauenfußball zu tun hat, hat mich kontaktiert und gefragt ob ich es mir vorstellen kann. Ich habe gesagt ich muss mal eine Nacht darüber schlafen und wir telefonieren morgen. Morgens früh schickt er mir eine SMS, ich habe zwei Karten fürs Wochenende. So fing die Entwicklung an, wir haben uns das Spiel angeschaut und ich kam mit Bereichsleiterin Birgit Bauer-Schick in Kontakt. In der Zeit habe ich meine Fußballlehrer Lizenz gemacht, war dazu als Experte im albanischen Fernsehen vor Ort.
Freiburg wollte dann noch ein Gespräch mit mir, das mussten wir dann über Teams machen da ich zu der Zeit in meiner Expertenfunktion in Albanien war. Da hieß es dann „Lass uns nochmal treffen“, ich habe mir das ganze Gelände, das Stadion und die Strukturen angeschaut und wir haben uns über unsere Philosophien ausgetauscht. Für mich war dann klar, es ist ein toller Verein, die Strukturen sind da, also würde ich das auch gerne machen. Klar, der Verein hat auch mit anderen Trainern Gespräche geführt und sich dann für mich entschieden was mich sehr freut. Ich freue mich über die Aufgabe und freue mich jeden Tag, da zu sein und den Spielerinnen etwas mitzugeben.
Bei deinem Antritt hast du im Interview gesagt „Fußball ist bei allen immer das Gleiche. Der Unterschied ist, dass die Spielerinnen weiblich sind und die anderen Männer.“ Ein tolles Statement, mich würde nach einem Jahr jetzt interessieren: Hat sich an deiner Perspektive etwas geändert, gibt es Unterschiede die auffallen oder bleibst du dabei?
Ich bleibe dabei, wir trainieren auch nicht anders als bei den Herren, nur die Dosierung ist etwas anders. Bei den Mädels ist die Dosierung etwas weniger, aber was wir auch unter der Woche machen ist nichts anderes als bei den Herren. Wir müssen darauf achten, dass die Mädels immer fit sind unter der Woche und am Wochenende und wegen Verletzungen aufpassen. Die Belastungssteuerung müssen wir etwas mehr im Blick behalten als bei den Herren, vor allem da wir viele junge Spielerinnen haben müssen wir darauf achten, dass wir ihnen die nötigen Trainingseinheiten geben aber sie nicht zu stark belasten.
Nach einem personellen Umbruch und mit einem sehr jungen Team, in Abwesenheit von Laura Benkrath habt ihr keine Spielerin über 30 im Kader, steht ihr aktuell in der Liga auf Platz 7. Seid ihr zufrieden?
Es ist auf jeden Fall ein Ziel des Vereins, die jungen Spielerinnen hier zu entwickeln und mit ihnen den nächsten Schritt zu gehen, aber auch einen Weg zu finden, dass wir tabellarisch gut abschneiden. Als Trainer bin ich da natürlich etwas anspruchsvoller, um das Beste mit den Mädels rauszuholen. Wir sind alle zufrieden aber uns fehlen auch 3-4 Punkte weil wir Spiele, die wir auf unsere Seite hätten ziehen können, nicht gewonnen haben. Dann wurden wir eben in der Bundesliga sofort bestraft.
Aber mit dem Kader den wir haben, mit der Konstellation die du angesprochen hast, sind wir auf jeden Fall zufrieden. Wichtig ist, dass eine Entwicklung zu erkennen ist und das sehe ich. Den Umbruch kennt Freiburg schon seit Jahren, dass Spielerinnen immer wieder zu höheren Vereinen wechseln und wir versuchen entsprechend talentierte Spielerinnen zu verpflichten und sie auf ein anderes Level zu bringen. Deswegen wird es auch über den Sommer hinaus in der gleichen Konstellation weiter gehen, es wird sich nicht viel ändern. Wir müssen schauen, dass wir ein gewisses Gerüst in der Mannschaft aufbauen und weiter entwickeln.
Wir haben ja schon über die jungen Spielerinnen geredet, im Sommer hast du gesagt du musst den Markt und die Branche, also den Frauenfußball, noch näher kennenlernen. Das geht zugegebenermaßen mir und sicher vielen Leserinnen und Lesern ähnlich. Kannst du uns deswegen einige Namen nennen, auf die wir in den nächsten Jahren achten müssen?
Wir haben im Kader wirklich, wenn ich jetzt Namen nennen muss, mit Luca Birkholz (22) eine Spielerin, die jetzt Nationalspielerin wurde in der U23, die enorme Schritte gemacht hat. Wir haben eine Maj Schneider (18), die jetzt zu vielen Einsätzen gekommen ist und die den Durchbruch, aber auch den nächsten Step schaffen kann, nicht nur in die Bundesliga sondern eben auch zu den Topmannschaften. Nicole Ojukwu (20), die sich diese Saison wirklich stark entwickelt hat, sie ist Nationalspielerin von Österreich geworden. Dann gibt es eine Mia-Lena Maas (18) die auch schon Einsätze von Anfang an bekommen hat.
Auch Selina Vobian (23), ihre Qualitäten kennen wir, und Sophie Nachtigall (22), die noch aus Frankfurt eine Verletzung hatte und operiert werden musste. Das sind alles Spielerinnen, die ein großes Talent haben, sie brauchen aber auch Konstanz in ihren Leistungen, um hoch hinaus zu kommen. Diese Konstanz haben sie teilweise noch nicht geschafft, Woche für Woche auf den Platz zu bringen. Wie gesagt, dafür sind wir da, jetzt auch geduldig zu sein mit den Mädels, damit sie diese Konstanz jetzt in die Wochen bringen. Bringen sie das noch rein, wird der nächste Step auf jeden Fall kommen.
Ich habe nachgelesen, Ziel war es auf jeden Fall mehr Tore zu schießen als letztes Jahr. Nach 22 Spielen steht ihr aktuell bei einem Tor mehr als letzte Saison.
Ja?! Das war auf jeden Fall das Ziel, wir hatten auch die Möglichkeiten. Wir hatten jetzt auch jedes Spiel 2-3 große Chancen, auch gegen Wolfsburg und Bayern. Wir hatten auch gegen Bayern die Möglichkeit etwas mitzunehmen aber kleine Fehler werden sofort bestraft. Wir sind aber auf einem guten Weg, haben uns in der Rückrunde auch stabilisiert und den Gegnern nicht so viele Chancen geboten. Dafür sind wir im letzten Drittel nicht effektiv genug, haben auch zu viele Chance liegen gelassen.
Für was für einen Fußball steht der Trainer Kapllani?
Es heißt immer, als Stürmer will man offensiv spielen aber man braucht so oder so ein ausgewogenes Spiel. Dann kommt es auch einfach darauf an, gegen wen du spielst. Meine Philosophie ist es auf jeden Fall, das Spiel so oft es geht in das letzte Drittel zu bringen, auf Chancen zu kommen und dort muss man dann einfach mal eiskalt sein und die Tore auch machen. So kommst du als Einzelspieler, aber auch als Team weiter. Das ist auf jeden Fall meine Idee, sich selbst so immer die Möglichkeit zu geben, an Chancen zu kommen um die Box und dort dann zielstrebig zu sein.
Das haben wir jetzt auch Woche für Woche geschafft und es ist auch ein Verdienst der Mädels, dass sie das umsetzen. Wir sind auf jeden Fall zumindest auf dem Weg, das richtig umzusetzen. Im Grundsatz ist Fußball auf jeden Fall ein Sport, der auch eine gewisse Attraktivität bieten soll und das bieten wir jetzt auch in vielen Spielen. Jetzt gilt es noch, einige Fehler, mit denen wir den Gegnern Chancen geben abzuschalten, noch mehr in die Torraumszenen zu kommen, dann sind wir auf jeden Fall noch stabiler.
Welcher Trainer hat dich in deinem Stil am meisten inspiriert?
Von allen ein bisschen. Du kannst dich als Trainer heutzutage nicht auf eine Sache festlegen. Es ist auch abhängig davon, welche Mannschaft du hast und du versuchst deine Philosophie mit der Mannschaft voran zu bringen. Wie gesagt, ich schaue mir sehr gerne sehr viel von anderen Trainern an, ich nehme das an, was für mich in dem Moment hilfreich erscheint für mich und die Mannschaft. Ich versuche auf jeden Fall, das auf den Platz zu bringen, was für die Mädels auch umsetzbar ist. Ich brauche kein Spielsystem reinbringen, das zu den Mädels nicht passt. Diese Balance muss ich immer finden.
Abschließend natürlich noch die Frage: Welche Ziele hast du noch für deine Trainerkarriere? In Karlsruhe wäre ja zum Beispiel ab Sommer eine Stelle frei.
(Lacht) Da kommen erstmal andere Trainer in Frage, die auch mehr Erfahrung haben als ich, auch im Herrenbereich. Für mich ist das hier und jetzt wichtig, bei meiner ersten Station hier in Freiburg. Der Verein weiß was er an mir hat, ich weiß genau was ich am Verein habe. Deswegen versuche ich, hier mein Bestes zu geben, mein Herzblut reinzustecken und einfach von Woche zu Woche, von Tag zu Tag die Mannschaft und mich persönlich zu entwickeln und zu verbessern. Mein Ziel ist es, als Trainer dieselbe Leidenschaft für den Fußball zu haben wie ich sie schon als Spieler hatte. Wie weit ich es schaffe weiß niemand, aber ich versuche mein Wissen Woche für Woche auf den Platz zu bringen und es der Mannschaft an die Hand zu geben.
Vielen Dank an Edmond Kapllani und den SC Freiburg für dieses Interview!
Yasin Zor - Hoffenheims Neuzugang im Profil

„Mein Ziel ist es, irgendwann Champions League zu spielen." (Yasin Zor über seine Ambitionen)
Die Zielsetzung von Yasin Zor, aktuell für Astoria Walldorf in der Regionalliga aktiv, ist so klar wie ambitioniert. Im Sommer zieht es den 20 Jahre alten Offensivspieler zuerst in das wenige Kilometer entfernte Hoffenheim.
In der U10 schon zog es Zor aus seiner Geburtsstadt Bretten in das Nachwuchsleistungszentrum nach Karlsruhe. Dort traf ihn ein Schicksal, das viele hoch talentierte Kicker ereilt: Nach nur vier Jahren wurde Zor aussortiert, galt als körperlich zu schwach. Über Waldhof Mannheim landete er schließlich in Kaiserslautern, wo er in der vergangenen Saison für die Zweitvertretung in der Oberliga zum überragenden Mann avancierte. Nach 36 Torbeteiligung in 32 Ligaspielen stand ein Profivertrag im Raum, doch eine dauerhafte Teilnahme am Profitraining sicherte man Zor nicht zu. Somit entschied er sich, beim frisch in die Regionalliga abgestiegenen SV Sandhausen zu unterschreiben, die jedoch nicht bereit waren, die fällige Ausbildungsentschädigung zu entrichten. Beide Vereine dürften diese Entscheidungen heute bereuen.
Nach einem turbulenten Transfersommer unterschrieb Zor spät bei Astoria Walldorf, Ligakonkurrent Sandhausens. Dort ist der variable Offensivmann der überragende Mann, nicht nur seines Teams sondern der ganzen Liga. 25 Torbeteiligungen in ebensovielen Spielen, 13 Tore und 12 Vorlagen, sprechen eine eindeutige Sprache. Darüber hinaus vereint er den Spielwitz eines klassischen Straßenkickers mit dem Spielverständnis eines modernen Akademiespielers. Dabei glänzt er vor allem mit seinen Dribblings, denen die Verteidiger der Regionalligisten selten gewachsen sind. Außerdem weisen die Statistiken ihn als einen erstklassigen Spielmacher aus, der regelmäßig gefährliche Bälle in das letzte Drittel spielt.
Daher ist es keine Überraschung, dass er mit gerade mal 20 Jahren in der Scorerliste noch vor erfahrenen Spielern wie Fabian Eisele und Pascal Testroet, der über 150 Spiele in der 2. Bundesliga aufweisen kann, steht. Zor zeigt sich als Prototyp eines Spielers, der in der Zeit des leistungsorientierten Jugendfußballs oft auftritt. Körperliche Spätentwickler, die trotz technischer und taktischer Überlegenheit aussortiert werden, da sie kurzfristig nicht mit ihren größeren, stärkeren und schnelleren Altersgenossen mithalten können. Viele geben danach den Traum vom Profifußball auf, doch nicht so Yasin Zor. Er ging den Umweg, legte die Extraschichten ein und wird nun mit hoher Wahrscheinlichkeit seinen ersten Profivertrag unterschreiben können. Im Gegensatz zu vielen Spielern seines Alters kann er dabei bereits auf zwei Jahre als Stammspieler im Herrenbereich zurücksehen, die ihn körperlich auf ein sichtbar höheres Niveau gehoben haben.
„Ich komme eher über meine Dribblings." (Yasin Zor über seine Stärken)
Dass er mit seinen Leistungen das Aufsehen diverser Zweitligisten sowie der TSG Hoffenheim geweckt hat, ist keine Überraschung. So gingen im vergangen Sommer mit Noah Pesch und Leon Opitz zwei junge Topscorer der Regionalliga den Schritt in die 2. Liga - nachhaltig überzeugen konnten beide jedoch nicht. Sollten diese Beispiele möglichen Interessenten Sorgen bereiten? Ich denke nein. Denn Pesch und Opitz glänzten neben nicht zu leugnender fußballerischer Qualität in der Viertklassigkeit vor allem durch ihr Tempo. In den zwei oberen Ligen Deutschlands, wo Sprintgeschwindigkeiten über 34 km/h keine Seltenheit sind, sind die Verteidiger deutlich schwieriger zu überlaufen als zwei Ligen tiefer. Zor hingegen ist kein großer Sprinter, er ist der Liga in seinem ersten Jahr schlichtweg fußballerisch entwachsen. Und so sehe ich es als wahrscheinlich an, dass er auch in der kommenden Saison seinen Weg gehen wird, wenn auch mit anfänglichen Anpassungsschwierigkeiten.
Die Leihe für Leon Opitz hat sich bisher ja super rentiert…. pic.twitter.com/LIchp0SKEf
— julian (@juliansvwb) October 19, 2025
In Hoffenheim ist Zor zunächst für die Zweitvertretung in der 3. Liga eingeplant, der Schritt nach oben in das Bundesligateam scheint unter Coach Christian Ilzer jedoch nicht weit entfernt.
Yasin ist ein sehr spannender Offensivspieler mit einem guten Abschluss und einer guten Agilität, dem in der aktuellen Saison in Walldorf in der Regionalliga Südwest in beeindruckender Weise der Durchbruch gelungen ist.
(Hoffenheims Sportdirektor Frank Kramer)
Und so rückt für Zor der Traum von internationalen Einsätzen, und sei es nur die Euro League, schneller als zunächst erwartet in greifbare Nähe. Noch diese Woche habe ich einen Wechsel in die 2. Bundesliga prognostiziert, für die Karriereplanung Zors könnte der nun erfolgte Schritt jedoch genau der richtige sein.

Max
22 Spieler & 1 Ball. Es könnte so einfach sein, ist's aber nicht. Daher hier unser Experte für's Taktische.
Mit seinem Herzensverein, dem KSC, hat Max schon einiges durchgemacht. Seine Leidenschaft für den Fußball blieb dennoch ungebrochen!
In seinen Analysen vermittelt er diese Begeisterung, vor allem für die komplexen Taktiken in unserem eigentlich so simplen Sport.
Neben den heimischen Ligen beschäftigt er sich auch sonst mit jedem, der weltweit gegen den Ball tritt. Und so war es nach 20 Jahren intensivem Studium sämtlicher Fußballpublikationen der logische nächste Schritt, nun selbst Artikel zu verfassen.






