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Was macht eigentlich Mehdi Mahdavikia?

Was macht eigentlich Mehdi Mahdavikia?

Er war die „Rakete“ aus Teheran, der schnellste und präziseste Flügelspieler, den die Bundesliga je aus Asien gesehen hat. Mehdi Mahdavikia spielte fast ein Jahrzehnt für den Hamburger SV (1999–2007), wurde dort zur Legende. Doch was macht der mittlerweile 48-jährige Iraner eigentlich? (Bild: IMAGO / MIS)

Mit 110 Länderspielen und 18 Toren für „Team Melli“ ist er eine der Ikonen des iranischen Fußballs. Neben seiner Glanzzeit in der Bundesliga, holte er 2003 die Trophäe zu Asiens Fußballer des Jahres und brachte Iran bei der WM 1998 mit seinem Tor gegen die USA ins kollektive Gedächtnis. Doch was macht der 48-Jährige heute, fast 13 Jahre nach seinem letzten Profispiel 2013?

Seit August 2024 ist Mahdavikia Cheftrainer von Al Jazira Al Hamra FC in der UAE League 2 (zweite Liga der Vereinigten Arabischen Emirate). Der Klub aus Ras Al Khaimah, ein kleinerer Fußballverein, markiert seinen ersten Cheftrainer-Job auf Seniorenebene außerhalb des iranischen Jugendbereichs. Transfermarkt listet für die Saison 2025/26 bisher wenige Spiele mit einem Punkteschnitt von 1,00 – ein solides, aber noch unauffälliges Engagement in der Golfregion, wo viele Ex-Profis ihre Trainerkarriere fortsetzen.

Vertreter des AFC-Verbands

Neben dem Trainerposten bleibt Mahdavikia tief in der internationalen Fußballpolitik verwurzelt: Seit 2019 vertritt er die Asian Football Confederation (AFC) im Football Advisory Panel des IFAB (International Football Association Board) – jenem Gremium, das über Regeländerungen im Weltfußball entscheidet. Dort bringt er die Perspektive Asiens ein, etwa zu VAR-Entwicklungen oder Connected-Ball-Technologie, wie er kürzlich auf LinkedIn stolz teilte.

In Hamburg, seiner zweiten Heimat, ist er weiterhin präsent: Bis Ende August 2024 arbeitete er als Individual Coach bei der U19 des HSV, davor in der U17 und U23. Die Verbindung zu den Hanseaten bleibt eng – Mahdavikia ist immer wieder Gast bei Events, half 2025 beim Enthüllen des neuen Trikots und wird von Fans als „ewiger Hamburger“ gefeiert.

Mehdi gründet eigene Talent-Akademie

Seine eigene "Kia FC Academy" (FC KIA) im Iran läuft weiter als eine der ersten echten Grassroots-Initiativen des Landes; sie produziert Talente, die teils in Europa und den iranischen Profiligen landen, und wird von seiner Familie (u. a. Neffen wie Arshia und Ario) mitbetreut.

Mehdi gründete sie im April 2015 in Südost-Teheran. Sie markiert einen echten Paradigmenwechsel: Irans erste Akademie, die unabhängig von großen Profiklubs wie Persepolis oder Esteghlal arbeitet und sich voll auf nachhaltige, konzeptionelle Nachwuchsarbeit konzentriert.

Mahdavikia, inspiriert von seiner langen Zeit in Deutschland beim Hamburger SV und Modellen wie das der TSG 1899 Hoffenheim, investierte eigenes Geld und Know-how, um etwas aufzubauen, das es im Iran so noch nicht gab. Mit Co-Gründer Ali Doustimehr (einem erfahrenen Jugendtrainer) startete die Akademie im Auftrag der reinen Talententwicklung.

Von den Altersklassen U6 bis U18 werden jährlich über 1.000 Talente aus dem ganzen Land gescoutet. Nach intensiven Sichtungstagen bleiben nur die besten 20–25 pro Jahrgang übrig. Das Motto: Qualität vor Quantität, Technik und Disziplin vor schnellem Erfolg. Das erfolgreichste und jüngste Beispiel stellt der Transfer von KIA FC-Absolvent Amir Hossein Reyvandi (19) zu CSKA Moskau dar.

Kündigung aus politischen Gründen

Politisch hat Mahdavikia nie geschwiegen. Während der Mahsa-Amini-Proteste 2022 kündigte er seinen Job als Irans U23-Trainer und verurteilte das brutale Vorgehen der Sicherheitskräfte. Bei den 2025/26 Massenprotesten im Iran (Revolutionsversuche und Internet-Blackouts) forderte er international:

„Wenn das Internet abgeschaltet wird, werden auch die Menschenrechte zum Schweigen gebracht.“

Seine Stimme auf Instagram und LinkedIn bleibt hörbar – Appelle an Vernunft, Kritik an Repression, aber immer mit dem Fokus auf Sport und Jugendförderung. Der ehemalige HSV-Akteur zeigt also keine Angst und kritisiert wiederholt das Regime.

Privat

Privat lebt Mahdavikia weiterhin in Hamburg, Familie inklusive. Er meidet den großen Medienrummel, postet stattdessen über Trainingseinheiten in den Emiraten, IFAB-Meetings oder Erfolge seiner Akademie. Der Kontrast zu vielen lauten Ex-Stars ist groß: Mahdavikia ist der bescheidene Pionier geblieben – der Mann, der Asien in die Bundesliga brachte und heute Brücken zwischen Kontinenten und Generationen baut.

Ob er je in die Bundesliga zurückkehrt oder im Iran respektive VAE aktiv bleibt, ist weiterhin offen. Doch eins scheint klar: „Mehdiiiiii“ hat den Ball nicht weggelegt – er schießt ihn nur anders weiter: als Trainer, Regelberater und unbequeme Stimme. Für HSV-Fans und iranische Fußballfreunde reicht das, um ihn nie zu vergessen.

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