Die DFL hält an ihrem Wahnsinn fest

Die DFL hält an ihrem Wahnsinn fest

Seit März hält das Coronavirus Deutschland und die Welt in Atem. Menschen bangen um ihre Gesundheit, Existenzen und Jobs und müssen mit zahlreichen Einschränkungen leben.

Auch auf den weltweiten Sport hat die derzeitige Ausnahmesituation Einfluss. Fast überall ruht der Ligabetrieb, Formel-1-Rennen und Tennisturniere finden nicht statt, und die Fußballeuropameisterschaft und die Olympischen Spiele wurden abgesagt. Dazu sind die Fußballligen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden abgebrochen worden.

In Deutschland dagegen versucht die DFL mit aller Macht, die aktuelle Bundesligaspielzeit zu Ende zu bringen. Mit teils fragwürdigen Entscheidungen, fernab jeglicher Vernunft, und gegen den Willen der meisten Fans.

Eine Wettbewerbsfähigkeit ist schon lange nicht mehr gegeben

Vor knapp zwei Monaten, Anfang März, fand der letzte reguläre Bundesligaspieltag statt. Seitdem versuchen sich die Profis der Vereine fit zu halten. An ein gewöhnliches Training ist jedoch, auch aufgrund von Abstandsregeln, nicht zu denken. Manche Klubs hatte Coronafälle in ihren Vereinen. Dementsprechend mussten Spieler in Quarantäne. Sportmediziner gehen von einer Vorbereitung von mindestens fünf Wochen aus, damit Profis wieder voll einsatzfähig sind und die Verletzungsgefahr minimiert wird.

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Ein Bayern-Training am 24.4.2020

Doch ein reguläres Training scheint derzeit utopisch, auch weil im Falle eines Neustarts allerhand Hygieneregeln beachtet werden müssten. Von einem normalen und gewohnten Ablauf kann dann auf keinen Fall die Rede sein. Dementsprechend hätten die Ergebnisse von Partien nach einer Wiederaufnahme nicht die Relevanz wie bei Begegnungen, die unter Normalbedingungen stattgefunden hätten.

Einen besonders hohen Wert würden sportliche Entscheidungen in dieser Saison nicht mehr haben. Trotzdem versucht die DFL mit aller Macht, bald wieder Fußballspiele auszutragen, obwohl sich ganz Deutschland derzeit im Ausnahmezustand befindet. So besteht nach wie vor eine Mundschutzpflicht bei bestimmten Aktivitäten, es gibt immer noch Kontaktsperren und viele weitere Einschränkungen im gesellschaftlichen Leben.

Das Geld steht über allem

Was Fußballfans schon immer wussten, aber mit viel Spektakel belohnt wurde, tritt nun offen zu Tage. Im Big Business Fußball geht es am Ende nur ums Geld. Da spielt auch die Gesundheit von Profis keine Rolle. Manche Spieler haben sich schon geäußert und Bedenken um die eigene Gesundheit und die ihrer Familie eingestanden. Im Endeffekt würden die Bundesligaspieler, sollte es zu einer Fortführung der Saison kommen, in die Arenen hineingepeitscht werden, damit die Millionen weiterfließen. Mit einem immensen Aufwand, der momentan kaum zu rechtfertigen ist.

Dazu sind die Geisterspiele höchst umstritten. Wer schon einmal eine Partie ohne Zuschauer am TV-Gerät miterlebt hat, weiß, dass das kein echtes Vergnügen ist.

Klubsterben?

Ein Argument der Geisterspiele ist, dass es ohne diese manche Klubs in Zukunft nicht mehr geben würde. Es sei momentan einfach eine Sache des nackten Überlebens.

Das ist so nicht richtig. Es ist schwer vorstellbar, dass Traditionsvereine wie Eintracht Frankfurt, Schalke 04 oder Borussia Mönchengladbach nicht mehr existieren würden. Alle derzeitigen Bundesligaklubs würde immer eine Elf finden, die die jeweiligen Vereinsfarben würdig vertreten wollen.

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Schalke-Spieler am 7.3.2020 nach der Partie gegen die TSG Hoffenheim

Es wäre dann eben weitaus weniger Geld im Umlauf, sollte die Spielpause noch länger andauern. Vorbei wären exorbitante Millionengehälter und ausufernde Ablösesummen. Angestellte der Klubs, wie Ticketverkäufer oder Geschäftsstellenmitarbeiter, könnten trotzdem noch bezahlt werden, weil sich diese Gehälter im normalen Rahmen bewegen.

Die Profis müssten eben viele Einschnitte hinnehmen, was dazu führen wird, dass die meisten hinter den aktuellen Plänen der DFL stehen und auch sie mit aller Macht versuchen, die Saison, die schon fast zwei Monate keine mehr ist, zu Ende zu bringen. Das Ganze bleibt höchst fragwürdig und zeigt, dass der Profifußball in Deutschland der Gesellschaft entrückt ist.

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