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Passt Vincent Kompany zum FC Bayern?

Passt Vincent Kompany zum FC Bayern?

Die Bekanntgabe von Vincent Kompany als Cheftrainer des FC Bayern Münchens steht bevor. Nach langem Hin und Her und zahlreichen Absagen, unter anderem vom derzeitigen Trainer Thomas Tuchel, hat der FC Bayern endlich seinen Auserwählten gefunden. Vincent Kompany kommt von Premier League Absteiger FC Burnley an die Säbener Straße. Was zeichnet den Trainer Kompany aus und passt er zum deutschen Rekordmeister?

(Bild: IMAGO / PA Images)

Als Spieler galt er lange zu den besten Innenverteidigern der Premier League und war über Jahre hinweg eine feste Säule und auch Kapitän von Manchester City. Seine Physis, Zweikampfstärke und sein Spielverständnis zeichneten ihn hierbei aus. Spielerische Schönheit und Eleganz waren dabei selten sein Fokus. Als Trainer zeigt er aber ein anderes Gesicht und legt viel Wert auf Ballbesitzfußball und Spielkontrolle. Der Einfluss Pep Guardiolas, mit dem er mehrere Jahre bei den Citizens verbrachte, ist deutlich in seiner Handschrift zu erkennen.

Als Absteiger zum FC Bayern

Der FC Burnley, geführt von Vincent Kompany, konnte in der vergangenen Saison nicht die Klasse halten. Zu groß war der Qualitätsunterschied zwischen der Championship und der Premier League, den man im Vorhinein nicht durch Transfers aufholen konnte. In gewisser Weise war der Kader in der zweiten Liga qualitativ stärker als die Mannschaft, die man in der vergangenen Saison aufstellen konnte. Die Abgänge von den Leihspielern Ian Maatsen, jetzt bei Borussia Dortmund, Nathan Tella, der zu Bayer Leverkusen gewechselt ist, oder auch Innenverteidiger Taylor Harwood-Bellis konnte man nicht kompensieren und das wurde ihnen letztendlich zum Verhängnis. Man beendete die Saison auf dem 19. Platz und ganze acht Punkte hinter dem rettenden Ufer. Eine realistische Chance, die Klasse zu halten, gab es zu kaum einem Zeitpunkt.

Seine Spielphilosophie

Von all seinen Trainern zu seiner aktiven Zeit scheint Pep Guardiola verständlicherweise derjenige zu sein, der den größten Eindruck hinterließ. Dies ist ganz klar in der taktischen Ausrichtung von Vincent Kompany zu erkennen. Er will ballbesitzorientierten und offensiven Fußball spielen lassen, mit dem Ziel möglichst viele Torschüsse zu kreieren. Bei seinem Amtsantritt beim FC Burnley nannte er außerdem harte Arbeit und Zusammenhalt als die zentralen Werte in seiner Arbeit.

In seiner ersten Saison bei den Clarets in der Championship ließ er durchweg ein 4-3-3 spielen, das im Ballbesitz eher wie ein 3-2-5 aussah. Sie dominierten den Ball, pressten den Gegner schon früh und keine andere Mannschaft konnte mit der Intensität mithalten. Er gibt seinen Spielern eher individuelle Aufgaben als feste Positionen, um unberechenbar zu bleiben und eine gewisse Flexibilität auf dem Platz zu wahren. Eine englische Zweitligamannschaft mit dem FC Bayern zu vergleichen ist nur in Maßen möglich, dennoch besteht der Glaube, dass Kompanys Spielsystem sehr darauf ausgelegt ist, auch auf dem Papier seinem Gegner überlegen zu sein. Dies war der Fall in der Championship und man beendete die Saison mit nur drei Niederlagen und insgesamt 101 Punkten. Pure Dominanz.

In der Premier League hatten es Kompany und der FC Burnley nicht ganz so leicht. Auf einmal war man oft die qualitativ schwächere Mannschaft und die Spieler taten sich schwer, das gegnerische Pressing zu überspielen. Kompany hielt aber an seiner Philosophie fest, von hinten rauszuspielen, koste es, was es wolle. Den Preis dafür mussten sie vor allem zu Beginn der Saison oft zahlen, durch viele einfach vermeidbare Gegentore aufgrund von Fehlern im Aufbauspiel. Es mangelte an Qualität verglichen mit dem Rest der Liga.

Fehlende taktische Flexibilität oder Egoismus?

Die Probleme der Clarets waren klar ersichtlich, doch Kompany änderte nur wenig. Er beharrte auf seine Spielidee, obwohl seine Spieler nicht mehr in der Lage waren, diese auszuführen. Man warf ihm vor, in gewisser Weise nur an sich selbst zu denken und nicht den Fußballverein an erste Stelle zu stellen. Er wollte seinen Fußball spielen lassen und sich somit selbst ins Schaufenster stellen als einen jungen, vielversprechenden Trainer, der attraktiven Fußball spielen lässt und nicht von seiner Spielidee abweicht. Ein Bild, das auch den Bayern-Bossen imponierte, aber dem FC Burnley zum Verhängnis wurde, als sie den Gang in die zweite Liga antreten mussten.

Seine Umstellung vom 4-3-3 zu einem 4-2-3-1 kam erst wenige Spieltage vor Schluss und trug zur wiedergewonnenen defensiven Stabilität der Clarets bei. Es war eine taktische Veränderung, die einem Trainer wie Kompany sicherlich früher eingefallen sein musste. Ob die Clarets dann die Klasse gehalten hätten, muss man aber bezweifeln, da die Qualität im Kader einfach nicht ausreichend war.

Vincent Kompanys Spielphilosophie wird dem FC Bayern sehr gut liegen. Schließlich werden sie in den meisten Spielen der klare Favorit sein und sich in einer ähnlichen Situation wiederfinden wie der FC Burnley in Kompanys erster Saison in der Championship. Er wird seine Lehren aus der vergangenen Saison gezogen haben und auch für die Spiele gegen qualitativ mindestens gleichwertige Gegner Lösungen haben. Zum Ende der Premier League Saison konnte man auch stärkere Gegner wie Chelsea, Manchester United oder Brighton verzweifeln lassen und ihnen Punkte abknöpfen. Es ist allerdings noch kaum zu sagen, inwiefern er in der Lage ist, seine Taktik anzupassen, um auch in den schwierigen Spielen in der Champions League oder gegen die Spitzenteams in der Bundesliga Ergebnisse einzufahren. Insbesondere in einem Umfeld wie beim FC Bayern, wo der Druck nochmal deutlich höher ist.

Respekt in der Kabine

Vincent Kompany trägt eine Aura mit sich, die auch die großen Namen zuhören lassen sollte. Als langjähriger Kapitän von Manchester City musste er schon früh in seiner Karriere mit großen Persönlichkeiten umgehen und dies war in seiner Zeit als Trainer bisher nicht anders. Beim FC Burnley hat er sicherlich nicht alles richtig gemacht und verärgerte manche Spieler und Fans, indem er wichtige Mitglieder der Aufstiegssaison aussortierte. Dennoch zeigte die Mannschaft der Clarets bis zum Ende den Glauben und Zusammenhalt einer Mannschaft, die sich noch nicht aufgegeben hat, und das muss man auch ihrem Trainer anrechnen. Er wurde während seiner Zeit in England mehrmals als 'workaholic' bezeichnet, der regelmäßig von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf dem Trainingsgelände zu finden ist.

Er ist ein sehr respektierter Name in der Fußballbranche und sollte auch bei den gestandenen Spielern kein Problem haben, sich Respekt zu erarbeiten. Auch die Kabine sollte er unter Kontrolle halten können, wie ein Einblick zu seiner Zeit beim RSC Anderlecht eindrucksvoll zeigt.

Fazit

Vincent Kompany ist ein sehr junger aber vielversprechender Trainer. Durch den Einfluss von Pep Guardiola will auch er unterhaltsamen, ballbesitzorientierten Fußball spielen lassen und zieht seine Spielidee teils sehr stur durch. Diese ist darauf ausgelegt, dass seine Mannschaft qualitativ überlegen ist und den Gegner dann von der Intensität und physisch ersticken lässt. In der Theorie lässt sich dies auf die meisten Gegner des FC Bayerns übertragen. Allerdings geht man hier auch ein Risiko ein. Schließlich ist er gerade aus der Premier League abgestiegen und hat nur sehr begrenzt taktische Flexibilität bewiesen. Ob und inwiefern dies beim deutschen Rekordmeister unterschiedlich ist, wird sich im Laufe der Zeit zeigen. Die Bosse an der Säbener Straße sind wahrscheinlich erstmal froh, einen Trainer nach den zahlreichen Abgängen gefunden zu haben.

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