Deutschland und Italien mit Siegen zum Auftakt

Das lange Warten hatte am vergangenen Sonntag nun endlich ein Ende und die diesjährige U21-Europameisterschaft in Italien konnte erfolgreich gestartet werden. Die ersten Partien des Turniers hatten es auch direkt in sich. So kam es am späten Samstagabend bereits zum Duell der Turnierfavoriten Italien und Spanien, einen Tag später war dann auch die deutsche Auswahl gegen Dänemark gefordert. Doch auch die anderen Spiele machten den Zuschauern Lust auf mehr.

Polen überzeugt gegen Geheimfavorit Belgien

Das Auftaktspiel des Turniers bestritten am Sonntagabend die Teams aus Polen und Belgien. Besonders auf die Belgier sollte man ein Auge haben, galt die Auswahl von Trainer Johan Walem im Vorfeld doch als Geheimfavorit. Dieser Rolle wurde das Team auch direkt gerecht und spielte vom Start weg einen überzeugenden Ballbesitzfußball, durch den man die Polen weit in die eigene Hälfte zurückdrängte. Folgerichtig fiel auch der Führungstreffer durch Aaron Leya Iseka nach starker Vorarbeit von Isaac Mbenza. In der Folgezeit boten sich gleich mehrere gute Chancen, durch welche die Führung hätte ausgebaut werden können, doch stattdessen viel der Ausgleich. Szymon Zurkowski fasste sich ein Herz und zog aus der Distanz ab, Belgiens Schlussmann Nordin Jackers sah unglücklich aus und der Ball schlug flach im Netz ein. Bis dahin war von den Polen wahrlich nicht viel zu sehen gewesen, der Ausgleich kam quasi aus dem Nichts. Von nun an kippte das Spiel jedoch zugunsten des Teams von Czeslaw Michniewicz, von den Belgiern sah man nun bis zum Pausenpfiff nur noch wenig.

In der zweiten Halbzeit sollte sich der Trend direkt fortsetzen und so gelang den nun überlegenen Polen durch einen Kopfballtreffer von Innenverteidiger Krystian Bielik der verdiente Führungstreffer zum 2:1. Die belgische Auswahl war nun wieder bemüht, Antworten und ins Spiel zurück zu finden, allerdings musste man den nächsten Gegentreffer hinnehmen. Sebastian Szymanski erhöhte auf 3:1, die Vorentscheidung durch den Offensivspieler von Legia Warschau. Zwar konnte Belgien in Person von Dion Cools nach einer Ecke nochmal verkürzen und man konnte für die letzten Minuten Druck aufbauen, am Ende blieb es jedoch beim durchaus verdienten Erfolg der Polen.

Italien siegt zum Auftakt in hitziger Atmosphäre

Im zweiten Spiel der Gruppe A kam es direkt zum Aufeinandertreffen zweier Turnierfavoriten. Sowohl beim Gastgeber Italien als auch den spielstarken Spaniern fanden sich etliche Akteure in der Startaufstellung, die bereits in den großen Ligen Europas als Stammspieler aktiv sind. Man versprach sich somit viel von der Partie und sie sollte einiges für die Fans bereithalten.

Die wohl leicht favorisierten Spanier legten direkt gut los und zogen unmittelbar nach dem Anpfiff das bekannte Kurzpass- und Ballbesitzspiel auf, die Italiener waren dabei in den ersten Minuten zum Zuschauen gezwungen. Dadurch wurde die Hintermannschaft einen Tick zu passiv, was Dani Ceballos auf Seiten der Spanier mit einem absoluten Traumtor zu bestrafen wusste. Ein absoluter Geniestreich des Mittelfeldspielers von Real Madrid, den er allerdings noch bezahlen sollte. In der Folge verschärften die Italiener deutlich ihre Gangart und gingen ziemlich rüde zu Werke. Viele harte Fouls und mehrere einfach unfaire Aktionen waren die Folge, oftmals auch gegen den Torschützen Ceballos. Mit dem wohl ersten guten Angriff glich der Gastgeber dann sehr überraschend aus. Flügelstürmer Federico Chiesa setzte sich gegen Rechtsverteidiger Martin Aguirregabiria durch und traf aus spitzem Winkel gegen den spanischen Keeper Unai Simon ins kurze Eck, der bei diesem Treffer alles andere als gut aussah und in der Folge verunsichert wirkte.

In Halbzeit zwei kam von den Spaniern insgesamt deutlich zu wenig. Man hatte den Eindruck, dass sich das Team von Trainer Luis de la Fuente von der Stimmung im Stadion und der überharten Gangart der Italiener ein wenig einschüchtern ließ. Zudem musste Führungsspieler Fabián Ruiz zur Halbzeitpause verletzt ausgewechselt werden. Die Italiener waren nun auch spielerisch das bessere der beiden Teams und gingen verdient durch den zweiten Treffer von Chiesa in Führung. In der Folgezeit ließen die Spanier mehrere Chancen ungenutzt, im Gegenzug gab es nach einem unnötigen Foul an Lorenzo Pellegrini einen berechtigten Elfmeter, den der Gefoulte am Ende noch souverän verwandelte. Spätestens dann war die Entscheidung gefallen und der Gastgeber fuhr einen verdienten Auftaktsieg ein. Erwähnen muss man trotzdem die eher schwache Leistung des niederländischen Schiedsrichters Serdar Gözübüyük, der in vielen Situationen keinen souveränen Eindruck machte und nicht richtig durchgriff. Dadurch kam zum einen eine hitzige Stimmung auf dem Platz zustande, zum anderen merkten insbesondere die Italiener, dass ihre oft überharten Einsteigen nicht bestraft wurden und machten so mit ihrer Art und Weise munter weiter. Mit einer besseren Schiedsrichterleistung wäre das Spiel wohlmöglich anders verlaufen, so steht am Ende ein auch in der Höhe verdienter Erfolg der Italiener.

Schwere Verletzung überschattet Österreichs Sieg

Gestern fiel dann auch der Startschuss in der Gruppe B, in der unter anderem die deutsche Auswahl mit von der Partie ist. Die erste Begegnung fand aber zwischen Serbien und Österreich statt. Die Serben um die beiden Stars Luka Jovic und Nikola Milenkovic galten ähnlich wie die Belgier aus der Gruppe A als Geheimfavorit, denn zuvor in der EM-Qualifikation hatten sie die Zuschauer wahrlich überzeugen können. Doch alles kam ganz anders, denn die serbische Auswahl schien gar nicht so richtig auf dem Platz zu sein. Zu Beginn war alles noch relativ ausgeglichen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr spielten jedoch die Österreicher nach vorne und gingen verdient mit Hilfe des Videobeweises mit 1:0 durch den baldigen Leipziger Hannes Wolf in Führung. Weitere Chancen blieben ungenutzt, die Serben kamen kaum zur Entfaltung und ließen ihre wenigen Gelegenheiten ebenso liegen.

Nach der Pause war das Team von Goran Djorovic durchaus bemüht, mehr nach vorne zu spielen, und hatte auch durch den baldigen Madrilenen Luka Jovic die große Chance auf den Ausgleich, doch der Angreifer traf mit seinem Kopfball nur die Latte. Allerdings fehlte den Serben durch die Intensivierung des Offensivspiels nahezu komplett die Balance in ihrem Spiel, den Österreichern boten sich Räume ohne Ende. Mehrere tausendprozentige Chancen konnte man nicht zum zweiten Treffer nutzen und dann folgte der Schreckmoment. Mit Hannes Wolf verletzte sich der wohl beste Spieler der Österreicher in Folge eines Fouls schwer, Diagnose Knöchelbruch. Aufgrund der Härte des Fouls sah der Serbe Vukasin Jovanovic vollkommen berechtigt die rote Karte, für Österreich allerdings ein schwacher Trost angesichts dieser schweren Verletzung. Den anschließenden Freistoß zirkelte der in Dresden unter Vertrag stehenden Sascha Horvath dann zum 2:0 Endstand flach ins Eck. Insgesamt eine starke Leistung Österreichs und eine enttäuschende Darbietung der Serben, überschattet von der schweren Verletzung von Hannes Wolf.

Erfolgreicher Start des Titelverteidigers

Im Anschluss an den gelungenen Auftakt der Österreicher war dann auch die deutsche Elf gefordert. Die Partie begann sehr ausgeglichen, denn sowohl die Deutschen als auch die Dänen taten sich schwer, Chancen gegen die gutstehenden Defensiven des Gegners herauszuspielen. Deswegen war so mancher Distanzschuss die Folge, eine wirkliche Gefahr für das gegnerische Tor strahlte dabei aber niemand aus. Je länger die Partie dauerte, desto besser kam die deutsche Auswahl ins Spiel und ging nach einem gut vorgetragenen Angriff dann auch durchaus verdient mit 1:0 in Führung. Ein bisschen Glück kam auch dazu, denn der Schuss von Marco Richter wurde noch leicht und dadurch unhaltbar abgefälscht. Mit dieser Führung im Rücken spielte das Team von Stefan Kuntz befreiter auf und kam zu weiteren Gelegenheiten, doch die Dänen hielten weiterhin gut dagegen.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit merkte man den Dänen deutlich an, dass sie mehr wollten. Der Ausgleich war natürlich das Ziel und man spürte seine Chance. Nach einer Ecke der Dänen spielte Linksverteidiger Mads Pedersen dann allerdings von der Mittellinie aus einen Rückpass zum Torhüter deutlich zu kurz, Linksaußen Marco Richter sprintete dazwischen, schnappte sich den Ball und versenkte den Ball im kurzen Eck, nachdem er einen zurückgeeilten Dänen stehen gelassen hatte. Von nun an zeigte die die deutsche Mannschaft eine immense Spielfreude und belohnte sich nach einem Konter noch mit dem dritten Treffer. Die Vorentscheidung angesichts der starken Defensivleistung rund um Kapitän Jonathan Tah. Nach einem unglücklichen Handspiel von Innenverteidiger Timo Baumgartl gab es schließlich noch einen Handelfmeter, den der beste Däne Robert Skov souverän verwandeln konnte. Nach einem weiteren Handspiel, diesmal von Tah, infolge eines Freistoßes hätte es erneut einen Handelfmeter geben können, doch diesmal blieb der Pfiff aus und auch der Videoschiedsrichter griff nicht ein. Am Ende stand somit ein so gut wie nie gefährdeter und souveräner Erfolg des deutschen Teams, dass sich auf Mission Titelverteidigung befindet und den ersten Schritt dafür gemacht hat.

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