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Houssem Aouar – Das französische Mittelfeldjuwel

Houssem Aouar – Das französische Mittelfeldjuwel

Schaut man als Deutscher hinüber nach Frankreich, wird man vermutlich schnell neidisch. Nicht nur, dass die A-Nationalmannschaft der Franzosen über eine Vielzahl von außergewöhnlichen und enorm starken Akteuren verfügt, auch an Alternativen zu diesen mangelt es dort nicht mal im Ansatz. Selbst die zweite oder dritte Reihe verfügt dort über ausreichend Qualität, sodass diese Spieler in anderen Nationen wahrscheinlich mit Kusshand genommen werden würden. Und damit nicht genug, quasi jede Saison stoßen weitere große Talente in die Profiteams vor und beeindrucken mit herausragenden Anlagen, die starke Nachwuchsarbeit trägt somit immer wieder ihre Früchte. Eines dieser Talente, welches auf alle Fälle eine große Zukunft vor sich haben dürfte, ist dabei Houssem Aouar.

Folgt man den Berichterstattungen, so fallen in Bezug auf Olympique Lyon gewöhnlich die gleichen Namen. Oft ist von Spielern wie Ferland Mendy, Tanguy Ndombélé, Nabil Fekir oder Memphis Depay die Rede, der Rest bleibt noch etwas hintendran. Doch wenn man sich den Kader und vor allem die Begegnungen von Lyon anschaut, fällt einem normalerweise ein weiterer Protagonist im zentralen Mittelfeld auf, und dies ist Houssem Aouar.

Flexibilität als wichtige Eigenschaft

Der 20 Jahre junge Franzose mit algerischen Wurzeln ist eine enorme Bereicherung für das Spiel des Traditionsklub und aufgrund seiner Flexibilität nahezu unberechenbar. Der Grund dafür ist, dass Trainer Bruno Génésio ihn sowohl in defensiverer als auch offensiverer Rolle aufstellen kann, ein Qualitätsverlust auf der einen oder der anderen Position ist dabei nicht zu spüren. Aouar besaß schon immer überragende Offensivqualitäten. So ist der U21-Nationalspieler aufgrund von klugen Bewegungen eigentlich nicht vom Ball zu trennen, spielt überaus kluge sowie präzise Pässe und bringt durch bemerkenswerte Qualitäten im Dribbling in viele Defensivreihen eine gewaltige Unruhe. Doch in der Rückwärtsbewegung wies er lange Zeit offensichtliche Schwächen auf, an welchen er jedoch gearbeitet hat und mittlerweile viele wichtige Zweikämpfe für das Team führt und am Ende auch gewinnen kann.

Natürlich gibt es derweil noch viele weitere Stärken, die Aouar ins Spiel von Olympique einbringt. So ist er in seinem jungen Alter bereits so etwas wie der Spielmacher des Teams, weswegen er aus der ersten Elf nicht mehr wegzudenken ist. Zwar brauchte auch er eine gewisse Anlaufzeit in der ersten Mannschaft und musste sich zunächst an die Abläufe und das höhere Niveau gewöhnen, doch ab dem Herbst 2017 hat Aouar seinen Stammplatz inne und überzeugt die Verantwortlichen auf ganzer Linie.

Benzema glaubt an Aouar

Ganz überraschend kommt der Franzose allerdings nicht daher. Sein guter Freund Karim Benzema äußerte sich bereits vor Jahren zum neuen Juwel von Olympique und lobte Aouar. „Ich mag den kleinen Aouar. Er verschafft sich mit seiner technischen Qualität einen guten Überblick über das Spiel. Wenn er dranbleibt, kann er es weit bringen“, gab der Stürmer von Real Madrid damals zu Protokoll. Benzema sollte definitiv Recht behalten, Aouar befindet sich auf dem steilen Weg nach oben. Doch wohin führt ihn dieser Weg?

Wohlmöglich könnte es in den nächsten Jahren dann den nächsten Schritt in seiner Karriere zu einem Top-Klub in Europa geben, vielleicht sogar schon diesen Sommer. Kein geringerer als Pep Guardiola soll sich nach den Duellen in der Champions League von Manchester City mit den Franzosen förmlich in die Spielweise von Aouar „verliebt“ haben. Bereits nach Abpfiff der Begegnung sprach der Spanier ausführlich mit dem Mittelfeldspieler, der noch Vertrag bis 2023 in Lyon hat. Im Kabinengang sollen die Gespräche mit Co-Trainer Mikel Arteta sogar noch fortgesetzt worden sein. Die beiden Trainer des englischen Meisters dürften sich darüber im Klaren gewesen sein, dass weitere Klubs ein Auge auf Aouar geworfen haben dürften. Unter den Interessenten befindet sich dem Vernehmen nach auch der große FC Barcelona, wie realistisch dies nach dem feststehenden Transfer von Frenkie de Jong noch ist, dürfte jedoch die große Frage sein.

Fakt ist, dass ein so junger Spieler mit solchen Fähigkeiten auf Dauer für Olympique nur sehr schwer zu halten sein wird. Das Komplettpaket des Spielmachers ist einfach zu verlockend, um als Top-Klub einen Bogen um ihn zu machen. Interessant wird es nun zu sehen sein, wie gut er sich in nächster Zeit weiterentwickelt und wo er am Ende den Sprung in die Riege der Weltklassespieler schafft, denn der dürfte für ihn nur eine Frage der Zeit sein.

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