• Home
  • Florian
  • Überangebot in der Innenverteidigung - Die Situation beim BVB
Überangebot in der Innenverteidigung - Die Situation beim BVB

Überangebot in der Innenverteidigung - Die Situation beim BVB

Nach der Rückkehr von Mats Hummels zu Borussia Dortmund hat sich die Situation in der Abwehrzentrale des Vizemeisters grundlegend geändert. Plötzlich ist mit Hummels eine absolute Führungspersönlichkeit da, die vorher in der Defensive noch gefehlt hat. Doch dies hat nicht nur positive Auswirkungen, denn damit dürfte die Einsatzzeit für so manch anderen Profi künftig dürftiger ausfallen. Besonders für die jüngeren Akteure ist dies natürlich alles andere als optimal, weswegen diese sich Gedanken um ihre sportliche Perspektive machen sollen. Was aber ist tatsächlich dran an den Spekulationen der letzten Tage?

Hummels soll Abwehr stabilisieren

Der Transfer von Mats Hummels kam zwar durchaus überraschend, macht für den BVB allerdings in vielerlei Hinsicht absolut Sinn. Vor allem in der Rückrunde der vergangenen Saison merkt man, dass in der Dortmunder Hintermannschaft ein Spieler fehlt, der vorangeht und die Defensive ordnet. Auch deswegen machte sich das ein oder andere Mal Unordnung breit, viele Gegentore waren die Folge dessen. Genau dafür holte man nun Hummels zurück, der in München eine starke Rückrunde spielte und in Dortmund auch mit seiner Erfahrung helfen soll.

Seine Rückkehr sorgt allerdings erstmal für ein Überangebot an Innenverteidigern, denn aktuell stehen ganze sechs Akteure für voraussichtlich zwei Plätze in der Startelf parat, zudem zeigte auch Julian Weigl zuletzt ansprechende Leistungen auf dieser Position. Stellt man also nicht das System auf einer Dreierkette um, so wird es vermutlich noch Abgänge geben müssen. Vor allem Dan-Axel Zagadou und Abdou Diallo wurden zuletzt mit einem eben solchen in Verbindung gebracht.

Gerüchte um Zagadou & Diallo

Aktuell gehen viele Experten davon aus, dass Manuel Akanji und Mats Hummels voraussichtlich das Innenverteidigerduo bilden dürften. Dahinter stehen aktuell mit Dan-Axel Zagadou, Abdou Diallo, Leonardo Balerdi und Ömer Toprak noch vier weitere gelernte Innenverteidiger zur Verfügung. Als Verkaufskandidat Nummer eins wurde immer wieder der Türke Toprak genannt. Dieser sagte jedoch vor kurzem, dass er sich trotz des Hummels-Wechsels beim BVB durchsetzen will und um seine Chance kämpfen wird. Findet sich hier also kein geeigneter Abnehmer, der Toprak ein gutes Angebot macht, so wird er vermutlich bleiben.

Dagegen sollen sich Zagadou und Diallo zuletzt intensiv Gedanken um ihre Zukunft und einen Wechsel gemacht haben. Beim 20-jährigen Zagadou gab es Gerüchte, wonach sein Berater auf der Suche nach einem neuen Klub sein soll und der FC Arsenal London Interesse an einem Transfer habe. Ein Transfer ist aber wohl nahezu ausgeschlossen, denn in Dortmund hält man große Stücke auf seinen Abwehrrecken, zumal er immer noch sehr jung ist. Sein Vertrag läuft ohnehin noch bis 2022, auf eine hohe Ablösesumme ist man ohnehin nicht unbedingt angewiesen.

Bei Diallo sah die Lage zuletzt durchaus anders aus. Diverse Medienberichte besagten, dass der Franzose Dortmund schon nach einem Jahr wieder verlassen wollen würde, da er nicht vollends zufrieden sei und weniger Spielzeit befürchten würde. Immer wieder wurde Paris Saint-Germain als Interessent genannt, auch Olympique Lyon soll erneut an ihm dran sein. Doch nun stellte Diallo selbst klar, dass er keinen Wechselwunsch habe. Er wolle Gespräche mit den Verantwortlichen des BVB führen und wenn die Vision noch die gleiche ist wie zuvor, so scheint ein Wechsel für Diallo keine Option darzustellen.

Ist Balerdi schon bereit?

Der letzte im Bunde ist der Argentinier Leonardo Balerdi. Im Winter kam der erst 20-Jährige von den Boca Juniors aus seiner Heimat als Vorgriff auf den Sommer. Man gab ihm also in Ruhe Zeit zur Akklimatisierung und hofft nun auf ein Eingreifen seinerseits in den Konkurrenzkampf. Trainer Lucien Favre muss jetzt beurteilen, ob Balerdi schon bereit ist oder ihm vielleicht ein Leihgeschäft guttun würde. Fest wird man das Abwehrtalent jedoch auf keinen Fall abgeben.

Abschließend ist es wohl weiterhin am wahrscheinlichsten, dass nach einem Abnehmer für Ömer Toprak geschaut wird und man ihn trotz seiner Kampfansage noch verkaufen will. Darüber hinaus könnte auch Balerdi noch ausgeliehen werden, wobei dies von der Einschätzung des Trainerteams abhängen dürfte. Die restlichen vier Spieler sollten aller Voraussicht nach beim Meisterschaftskandidaten bleiben und den Konkurrenzkampf annehmen, die Möglichkeit der Rotation ohne allzu großem Qualitätsverlust könnte dabei auch einen positiven Einfluss auf das Erreichen der gesteckten Ziele haben. Geht man am Ende dann mit Akanji, Hummels, Diallo und Zagadou in die Saison, so hat man in der Breite auf jeden Fall eine große Qualität, die in der Bundesliga nur von wenigen Teams übertroffen werden kann.

Beitrag teilen:

Artikel kommentieren