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1.FC Kaiserslautern: Auf dem Weg zurück zu alter Stärke?

1.FC Kaiserslautern: Auf dem Weg zurück zu alter Stärke?

Platz Sieben nach zwölf Spieltagen. Torverhältnis von 17:8. 18 Punkte. Mit dem Saisonstart in die Spielzeit 2021/22 der 3.Liga kann man wohl beim 1.FC Kaiserslautern zufrieden sein. (Foto: IMAGO / Fotostand)

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten scheint sich die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen von Spiel zu Spiel immer besser zu finden, was sich auch wiederum positiv in der Punkteausbeute der Roten Teufel widerspiegelt.

Doch wie kam es dazu, dass die Pfälzer den berühmt berüchtigten Turn-Around geschafft haben und nun lediglich zwei Punkte auf den Aufstiegs Relegationsplatz haben?

Saisonstart geht in die Hose

Vermeintlich groß waren die Hoffnungen der FCK-Fans vor Beginn der neuen Spielzeit. Immerhin schaffte es Trainer Marco Antwerpen in der vergangenen Spielzeit, den Verein vor dem sportlichen Abstieg in die Regionalliga Südwest zu bewahren. Ein weiterer Grund zur vorsichtigen Euphorie dürften wohl die zahlreichen Verstärkungen gewesen sein. Mit Mittelfeld-Routinier Mike Wunderlich und Flügelspieler Jean Zimmer, gelang es den Verantwortlichen zwei absolute Führungsspieler von einem Engagement bei den Roten Teufeln zu überzeugen.

Doch die Euphorie in den Reihen der Pfälzer war relativ schnell wieder einmal verflogen. Denn schließlich konnte man in den ersten sieben Spielen der neuen Spielzeit, nur einen Sieg verbuchen und musste dagegen schon vier Niederlagen einstecken.

Was jedoch mehr für eine Krisenstimmung sorgte, waren die beängstigenden Auftritte der Mannschaft. Die Mannschaft zeigte sich in den Zweikämpfen nicht entschlossen genug, versprühte Offensiv kaum Torgefahr und ließ nachdem sie in Rückstand geriet den Kopf hängen. Besonders auswärts trat die Mannschaft oftmals katastrophal auf und ließ so ziemlich alles vermissen.

Der Druck beim Traditionsverein war also bereits nach sieben Spieltagen schon wieder groß, sodass Trainer Antwerpen schon zu Saisonbeginn um seinen Job bangen musste, sofern er keine besseren Ergebnisse und Leistungen der Mannschaft aufweisen könne.

Derby gegen Mannheim als Knotenlöser?

Am achten Spieltag empfing der 1.FC Kaiserslautern den großen Rivalen den SV Waldhof Mannheim zum Derby im heimischen Fritz-Walter-Stadion. Die Derbys der beiden Kontrahenten waren in der Vergangenheit schon von einer enormen Emotionalität geprägt und diese Neuauflage sollte es ebenfalls werden.

Aufgrund der sportlichen Verfassung ging der FCK als Außenseiter in die Partie, denn schließlich waren es die Mannheimer, die bis dahin eine souveräne Saison spielten und sich auf dem sechsten Tabellenplatz wiederfanden.

Die Hoffnungen auf etwas Zählbares seitens der Lautern-Fans waren wohl gegen Null, als es in die Halbzeitpause ging. Immerhin wurden zu diesem Zeitpunkt schon zwei Akteure der Roten Teufel des Feldes verwiesen und man musste die komplette zweite Halbzeit in doppelter Unterzahl spielen. Doch was dann kam, dürfte wohl jeden Lautern-Anhänger überrascht haben. Die Mannschaft kam mit einer beeindruckenden Einstellung aus der Kabine, kämpfte auf dem Platz um jeden Ball und zeigte sich eindrucksvoll als geschlossene Einheit, welche sich dem Gast aus Mannheim nicht geschlagen geben wollte. Am Ende holten neun tapfere Lauterer-Spieler ein Remis, was aufgrund der Umstände wie ein Sieg gefeiert wurde.

Es scheint so, als ob die Mannschaft durch diese besondere Situation enger zusammengewachsen ist und nun als wirkliche Einheit auf dem Platz agiert, wo jeder bereit ist, alles aus sich herauszuholen und für den Verein zu geben.

Nun schon seit 5 Spielen ungeschlagen

Torverhältnis von 13:0. Dreizehn geholte Punkte. Es gelang den Roten Teufeln erfolgreich den Rückenwind aus dem Spiel gegen Waldhof Mannheim (0:0) mit in die darauffolgenden Spiele zu nehmen. Solch eine Serie hat es bei den Pfälzern schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben.

Durch im Kollektiv konzentrierte Auftritte gelang es den Pfälzern zusätzlich sich in der Tabelle wieder nach oben zu arbeiten. Die Erleichterung über die Ergebnisse lässt sich auch bei den Auftritten der Spieler erkennen, welche im Vergleich zum Saisonauftakt nun mit einer komplett anderen Körperhaltung auf dem Platz agieren und scheinbar wieder den Spaß am Fußball und den Glauben in die eigenen Fähigkeiten zurückgefunden haben.

Das beste Beispiel für den Aufschwung der Lauterer dürfte wohl das Auswärtsspiel am elften Spieltag beim TSV Havelse sein. Die Pfälzer agierten von der ersten Minute komplett entschlossen und wollten schon zu Beginn der Partie zeigen, dass sie den Sieg unbedingt holen wollen. Dementsprechend spielte die Mannschaft von Marco Antwerpen auch und konnte schlussendlich einen hochverdienten 6:0 Auswärtssieg verbuchen. Die oftmals kritisierte Ladehemmung vor dem Tor schien nun auch verschwunden zu sein und man entdeckte wieder das Tore-Schießen für sich.

Defensive als große Stärke

Die Abwehr dürfte wohl das große Prunkstück und zugleich der größte Erfolgsfaktor des FCK sein. Denn immerhin mussten die Pfälzer in der aktuellen Saison bisher lediglich erst acht Gegentore hinnehmen und stellen somit die beste Abwehrreihe der kompletten 3.Liga.

Besonders hervorzuheben gilt es hierbei Torhüter Matheo Raab. Der 22-jährige Schlussmann scheint von Woche zu Woche immer besser zu werden und konnte seinem FCK schon des Öfteren durch zum Teil spektakuläre Paraden den ein oder anderen Punkt retten. Des Weiteren überzeugt der junge Torhüter besonders mit seinen fußballerischen Fähigkeiten am Ball und seiner Abgeklärtheit im Spielaufbau, durch die er auch in stressigen Situationen stets die Ruhe behält.

Es dürfte wohl keinen überraschen, wenn in naher Zukunft der ein oder andere höherklassige Verein sein Interesse an Raab hinterlegen wird. Was hierfür zusätzlich sprechen würde, ist die Vertragsdauer des Torhüters. Der Vertrag von Matheo Raab läuft aktuell lediglich nur noch bis zum 30.06.2022, was bedeutet, dass er im nächsten Sommer-Transferfenster ablösefrei zu haben sein wird.

Auch beim Heimspiel am vergangenen Samstag gegen die Reserve des SC Freiburg (3:0), konnte der Schlussmann wieder einmal mehr Eigenwerbung in eigener Sache betreiben. Durch das fünfte Spiel in Folge ohne Gegentor, konnte Raab einen neuen Vereinsrekord aufstellen und wer weiß, um wie viel Spiele er seinen Rekord noch ausbauen kann.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel beim MSV Duisburg eine äußerst knifflige Situation auf die Roten Teufel. Denn schließlich darf man den einstigen Bundesligisten trotz eher enttäuschenden Saisonstart keinesfalls unterschätzen.

Die Duisburger präsentierten zu Beginn der Woche mit Hagen Schmidt einen neuen Cheftrainer und dürften wohl dadurch umso schwerer auszurechnen sein. Der MSV Duisburg ist für den 51-jährigen Fußballlehrer die erste Station im Profifußball und es dürfte spannend werden, wie er den Klub umkrempeln wird, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Alles in allem dürfen sich Fans auf eine sehr intensive und spannende Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen, ob der MSV den positiven Trend der Pfälzer stoppen und selbst in der Tabelle nach oben klettern kann oder ob es den Roten Teufeln gelingt auch aus Duisburg etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten vom 1.FC Kaiserslautern.

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