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1. FC Saarbrücken – gelingt diese Saison der Aufstieg?

1. FC Saarbrücken – gelingt diese Saison der Aufstieg?

Platz Vier nach Sieben Spieltagen. Torverhältnis von 8:4. Mit dem Saisonstart in die Spielzeit 2022/23 dürfte man wohl in den Reihen des 1. FC Saarbrücken zufrieden sein. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Schließlich ist man nach aktuellen Stand, den hohen Erwartungen gerecht geworden und konnte sich in der Spitzengruppe der 3. Liga etablieren. Jedoch sollten die Leistungen der Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat bislang noch nicht für große Euphorie sorgen.

Doch wird es dieses Jahr für den Aufstieg in die 2. Bundesliga reichen? Wir machen den ausführlichen Check über den 1. FC Saarbrücken, schauen uns die bisherigen Pflichtspiele im Detail an und geben eine Prognose für die laufende Spielzeit ab.

Vielversprechende Neuzugänge

In der Branche des Profifußballs wird grundsätzlich lieber kritisiert und gelobt wird eher selten etwas. Jedoch kann man die Saarländern nur loben für die diesjährige Zusammenstellung des Kaders. Hierbei gilt es besonders Trainer Uwe Koschinat und Sportdirektor Jürgen Luginger zu erwähnen, die offenbar in den Gesprächen sehr überzeugend gewesen sind, sodass sich zahlreiche gestandene Spieler dem FCS angeschlossen haben.

Der wohl bekannteste Neuzugang dürfte Mike Frantz sein. Der zentrale Mittelfeldspieler, der gebürtig aus Saarbrücken kommt, kehrte im Sommer nach 14 Jahren zu den Saarländern zurück. Zudem wird er besonders durch seine Erfahrung, aus 228 Spielen in der Bundesliga und 68 Spiele in der 2. Bundesliga, eine wahre Verstärkung sein, um der Mannschaft im Aufstiegskampf sportlich als auch mental weiterhelfen zu können. Besonders die Mentalität von Frantz dürfte für den FCS zu einem großen Vorteil werden, da sich der Routinier stets über seinen Kampf und Willen auszeichnet und in Zweikämpfen dahin geht, wo es auch mal weh tun kann.

Ebenfalls vielversprechende Neuzugänge dürften wohl Richard Neudecker und Kasim Rabihic sein. Die beiden gehörten in der vergangenen Spielzeit der 3. Liga zu den besten Spielern und schlossen sich im Sommer ablösefrei dem FCS an.

Hierbei gilt es zu erwähnen, dass man mit Richard Neudecker einen Spieler für die Mittelfeld-Zentrale verpflichtet hat, der über eine enorme Spielintelligenz und Kreativität verfügt und zudem mit seinen Pässen in die Schnittstellen seine Mitspieler perfekt in Szene setzen kann.

Aber auch Flügelspieler Kasim Rabihic dürfte dem FCS weiterhelfen. Schließlich bringt der flexible einsetzbare Flügelstürmer genau die Fähigkeiten mit, die den Saarländern gefehlt haben. Der 29-Jährige zeichnet sich über sein Dribbling aus und sucht im Spiel häufig das Eins gegen Eins. Dies dürfte dem FCS besonders in Spielen gegen tiefstehende Mannschaften helfen, um den Abwehrriegel knacken zu können.

Punkte geholt und Mentalität gezeigt

Es wird im Profifußball viel über die Mentalität der Spieler geredet und auch diskutiert. Die eine Mannschaft hat viele Mentalitätsspieler und die andere Mannschaft hat fast gar keinen. Beim 1. FC Saarbrücken scheint jedoch ersteres der Fall zu sein.

Denn schließlich konnte die Mannschaft von Uwe Koschinat bereits zweimal in allerletzter Sekunde einen Sieg einfahren und sich dadurch in der Spitzengruppe etablieren. Hierbei wurde stets Stürmer Adriano Grimaldi der Held, der gegen den SC Verl und die Reserve von Borussia Dortmund den umjubelten Siegtreffer erzielen konnte.

Allein durch diese Spiele zeigt sich der Charakter der Mannschaft. Koschinat, der selbst sehr zielstrebig und emotional in seiner Coaching-Zone handelt, erwartet von seinen Jungs bis zur allerletzten Sekunde pure Entschlossenheit. Genau diese Eigenschaft zeichnet eine Topmannschaft aus, dass man bis zur letzten Sekunde engagiert ist, um die Spiele für sich zu entscheiden.

Defensive als Trumpf

“Die Null muss stehen”. Dieses berühmte Zitat könnte die Grundeinstellung der Saarbrücker in der laufenden Spielzeit beschreiben. Denn schließlich musste der FCS innerhalb der ersten fünf Spiele keinen einzigen Gegentreffer hinnehmen. Lediglich in den letzten beiden Spielen gegen den VfL Osnabrück (2:2) und gegen den SV Wehen Wiesbaden (2:2) musste man Gegentore hinnehmen.

Die Gründe für die geringe Anzahl an Gegentoren, dürften wohl auf der Hand liegen. Denn schließlich spielt der FCS keinen vogelwilden, sondern einen sehr konzentrierten und ruhigen Fußball. Die Mannschaft agiert gegen den Ball sehr geschlossen und macht im Zentrum die Räume sehr eng für den Gegner. Hierbei gilt es auch das Mittelfeld-Zentrum zu erwähnen, wo besonders Kapitän Manuel Zeitz und Talent Luca Kerber als Staubsauger vor der Abwehr agieren und regelmäßig viele Bälle erobern sowie den Großteil ihrer Zweikämpfe gewinnen können.

Jedoch gilt es es auch die Flexibilität des FCS zu erwähnen. Schließlich agierten die Saarländer bislang in mehreren Systemen, wodurch jedoch die Arbeit gegen den Ball noch nicht drunter leider musste. Ein gutes Beispiel dürfte hierbei das Saarland-Derby gegen die SV Elversberg (2:0) gewesen sein.

Die Mannschaft von Uwe Koschinat agierte hierbei in ihrem alt bewährten 3-1-4-2 System und raubte durch ihre Herangehensweise den Gastgebern jeglichen Spaß am Spiel. Der FCS agierte abwartend und überließ der SVE das Spiel. Aus einer sehr kompakt stehenden Abwehr sorgte man vereinzelt für Nadelstiche. Die Elversberger fanden gegen die gut stehende Verteidigung kaum Lücken und wenn doch, scheiterten sie an Torhüter Daniel Batz.

Spielerisch mit viel Luft nach oben

Jedoch gilt es auch die vermeintlichen Schwächen der Saarbrücker anzusprechen. Denn die Saarbrücker taten sich bislang oftmals schwer beim Kreieren von klaren Torchancen. Hierbei scheint es dem FCS besonders gegen tief stehende Mannschaften oftmals an Kreativität im eigenen Ballbesitz zu fehlen.

Das Spiel der Saarbrücker wirkt zwar kontrolliert, aber oftmals besonders im letzten Drittel grundsätzlich zu langsam, um die gegnerischen Abwehrreihen ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. Oftmals agierte der FCS bislang mit Flanken, was jedoch nur bedingt für Torgefahr sorgen konnte.

Hierbei scheint auch Neuzugang Richard Neudecker noch vereinzelt Anpassungsprobleme zu haben, da der 25-jährige Kreativspieler bislang nur bedingt seine Stärken in das Spiel der Saarbrücker bringen konnte. Auch Neuzugang Kasim Rabihic wirkte zwar in seinen bisherigen Auftritten sehr engagiert, muss sich jedoch ebenfalls steigern, um dem Spiel der Saarbrücker seinen Stempel aufdrücken zu können.

Die aktuellen spielerischen Hemmungen zeigten sich auch im Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Der FCS wollte hierbei aus einer kompakt stehenden Abwehr agieren und wurde zumeist über Konter oder Flanken gefährlich. Die Saarbrücker verpassten zwar ganz knapp den Sieg gegen die Hessen, müssen sich aber vorwerfen, dass man insgesamt ein wenig zu passiv war und dadurch spielstarke Hessen im Spiel hielt.

Der FCS sollte seinen Fokus wohl auch in Spielen gegen die besseren Teams der Liga auf das aktive Spielen legen, um sich mehr Torchancen erspielen zu können. Schließlich wird man nicht über die komplette Spielzeit eine so gute Effektivität besitzen, bei der man aus fast jeder Chance ein Tor erzielen kann.

Prognose für die aktuelle Spielzeit

Zum aktuellen Zeitpunkt lässt es sich nur relativ schwer sagen, wo eine Mannschaft tabellarisch am Ende der Saison landen wird. Schließlich kann eine Vielzahl von Faktoren hierbei Einfluss haben.

Jedoch sollte für den 1. FC Saarbrücken eine Platzierung zwischen den Plätzen eins und fünf durchaus realistisch sein. Schließlich verfügt der FCS über eine sehr erfahrene Mannschaft, die sich über eine gute Arbeit gegen den Ball und eine gute Effektivität auszeichnet.

Damit der Aufstieg in die 2. Bundesliga realisiert werden kann, sollten die Saarländer jedoch an ihrem spielerischen Ansatz arbeiten, um auch hier überzeugen zu können. Was ebenfalls ein wichtiger Faktor für den Aufstiegskampf werden dürfte, wird wohl die Mentalität und die Konstanz in der Schlussphase der Saison sein. Denn schließlich verlor der FCS bereits in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit seinen Rhythmus und teils die Nerven, sodass man sich am Ende jegliche Hoffnung auf den Aufstieg selbst kaputt gemacht hatte.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel bei der SpVgg Bayreuth eine durchaus knifflige, aber dennoch machbare Aufgabe auf den 1. FC Saarbrücken.

Jedoch darf die Mannschaft von Trainer Thomas Kleine keinesfalls unterschätzt werden. Die Bayreuther spielen besonders im eigenen Stadion über Konter sehr gefährlich nach vorne, sodass man unter anderem schon den VfL Osnabrück (1:0) besiegen konnte.

🏆 Bwin Quoten für SpVgg Bayreuth vs. 1. FC Saarbrücken

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine spannende Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Bayreuther auch gegen den FCS mutig agieren und Punkte sammeln werden oder ob die Saarbrücker ihre Pflichtaufgabe standesgemäß erfüllen und etwas Zählbares mitnehmen werden.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt nach den Buchmachern auf Seiten des 1. FC Saarbrücken.

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