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SV Waldhof Mannheim - sind die eigenen Ansprüche zu hoch?

SV Waldhof Mannheim - sind die eigenen Ansprüche zu hoch?

Platz Sechs nach Elf Spieltagen. Torverhältnis von 14:18. Normalerweise dürfte ein Verein mit solch einem Saisonstart zufrieden sein. Jedoch kann von Zufriedenheit beim SV Waldhof Mannheim aktuell nicht die Rede sein. (Bild: IMAGO / Jan Huebner)

Der Traditionsverein wollte im Sommer frische Impulse in die eigenen Reihen bringen, um die lang ersehnte Rückkehr in das Unterhaus der Bundesliga realisieren zu können. Jedoch scheinen die Impulse aktuell noch nicht zu wirken und es herrscht dicke Luft.

Doch woran hakt es aktuell noch? Wir machen den ausführlichen Check über den SV Waldhof Mannheim, schauen uns die bisherigen Pflichtspiele an und geben eine Prognose für die laufende Spielzeit ab.

Patrick Glöckner geht, Christian Neidhart kommt

Es sollte bereits zum Ende der vergangenen Spielzeit feststehen, dass sich der Waldhof auf der Cheftrainer-Position verändern wird und man den auslaufenden Vertrag mit Patrick Glöckner nicht mehr verlängern werde. Die Fans begrüßten diese Entscheidung, da die Personalie Patrick Glöckner nie unumstritten war und sich das Fanlager häufig über die fehlende Konstanz sowie die mangelhafte Flexibilität hinsichtlich der Spielidee beklagte.

Der Nachfolger sollte jedoch kein Unbekannter werden. Mit Christian Neidhart verpflichtete man einen sehr erfahrenen Trainer, von dem der Klub die lang ersehnte Weiterentwicklung sehen wollte. Auch der 54-jährige Fußballlehrer zeigte sich in den ersten Pressekonferenzen sehr ehrgeizig und ambitioniert. Das Saisonziel des Waldhof wurde ohne jeglichen Spielraum für Interpretationen bekannt gegeben, es soll der Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft werden.

Mannschaft mit vielen Veränderungen im Sommer

Neben der Veränderung auf dem Cheftrainerposten sollte es auch zahlreiche Veränderungen innerhalb der Mannschaft geben. Die Mannheimer verabschiedeten sich im vergangenen Sommer von 14 Akteuren und leiteten den personellen Umbruch ein.

Besonders schmerzhaft dürften hier jedoch die Abgänge der beiden Stammspieler Jasper Verlaat und Joseph Boyamba gewesen sein, die sich beide ablösefrei dem Ligarivalen TSV 1860 München angeschlossen haben. Zudem wurde auch eine längere Zeit über den Abgang von Topscorer Dominik Martinovic spekuliert, der schlussendlich jedoch beim Waldhof blieb und nicht zu KAS Eupen wechselte.

Jedoch sollten die Verantwortlichen der Mannheimer den Kader auch prominent und mit jeder Menge Qualität verstärken. Schließlich wurden unter anderem mit Morten Behrens, Julian Riedel, Berkan Taz und Bentley Baxter Bahn zahlreiche Spieler geholt, die sich bereits in der Vergangenheit in der 3. Liga positiv in den Fokus spielen konnten.

Besonders die Verpflichtung des Mittelfeldstrategen Bentley Baxter Bahn gilt es hierbei zu loben. Der 30-Jährige verfügt über eine enorme Erfahrung, mit der er der Mannschaft des Waldhof sicherlich weiterhelfen kann. Besonders seine Standardstärke und sein Spielverständnis dürften eine wahre Bereicherung für die Mannheimer sein.

Zuhause eine Macht, aber Auswärts Punktelieferant

Die Bedingungen für eine erfolgreiche Saison hätten also nicht besser sein können. Schließlich holten sich die Mannheimer einen erfahrenen Trainer und verstärkten zudem ihre Mannschaft. Doch die Auftritte der Mannschaft könnten nicht instabiler sein.

Auf der einen Seite befindet man sich in der Heimtabelle auf dem ersten Tabellenplatz wieder und konnte bislang jedes seiner sechs Heimspiele gewinnen. Hierbei gilt es zu erwähnen, dass man auch ambitionierte Teams wie den SV Wehen Wiesbaden oder den 1. FC Saarbrücken besiegen konnte. Besonders die Abwehr konnte in den bisherigen Heimspielen überzeugen, sodass man gerade einmal drei Gegentore in sechs Spielen hinnehmen musste.

Jedoch gehören die Auswärtsspiele leider auch dazu, wie sich so mancher Waldhof-Anhänger sicherlich schon gedacht hat. Die Auswärtsspiele sind schlichtweg der Grund, weswegen die Mannheimer nicht einen der Aufstiegsplätze belegen. Schließlich steht man in der Auswärtstabelle auf dem letzten Tabellenplatz und konnte lediglich einen Zähler aus fünf Partien in der Fremde holen.

Besonders die teilweise desaströsen Auftritte des Waldhofs dürften hierbei jedoch viel erschreckender gewesen sein, als die magere Punkteausbeute. Denn schließlich musste man bereits beim SV Meppen (2:6) und beim VfL Osnabrück (0:5) zwei Blamagen einstecken. Was den Fans bei diesen Spielen einen besonderen Grund zum Unmut gegeben haben dürfte, dürfte wohl die teils katastrophale Körpersprache der Spieler gewesen sein. Zudem scheint Christian Neidhart bisher noch nicht die richtigen Schlüsse aus den desolaten Auswärts-Auftritten seiner Mannschaft gezogen zu haben, um den berühmten Bock umzustoßen.

Dicke Luft statt Euphorie

Aufgrund der inkonstanten Auftritte der Mannschaft konnte man beim Waldhof also nicht davon sprechen, dass absolut jeder mit der Situation zufrieden ist und pure Harmonie herrscht. Ein Auftritt, der die Gefühlslage jedoch noch ein wenig angespannter hat werden lassen, dürfte das Auswärtsspiel beim FC Astoria-Walldorf im Landespokal gewesen sein. Hier musste sich der Waldhof ebenfalls geschlagen geben (1:2) und verpasste somit die Möglichkeit, sich über den Landespokal für den DFB-Pokal zu qualifizieren.

Nach der Pokal-Blamage sollte es jedoch nicht besser kommen für die Anhänger der Mannheimer. Schließlich setzte es im darauffolgenden Auswärtsspiel beim VfL Osnabrück eine herbe Klatsche (0:5). Die Stimmung in Mannheim dürfte wohl nach diesen beiden Spielen am Boden gewesen sein und man konnte sogar in den sozialen Netzwerken die ersten “Neidhart-Raus-Nachrichten” lesen.

Aufgrund dieser beiden herben Enttäuschungen sollte Christian Neidhart vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken bereits früh in der Saison unter Druck stehen. Es galt für seine Mannschaft ein komplett anderes Gesicht zu zeigen und vor allem auch wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Die Bedeutung dieses Spiels sollte auch Christian Neidhart klar gewesen sein und so kam es, dass er personelle Umstellungen vornahm und zum ersten Mal in der Saison mit Daniel Keita-Ruel und Dominik Martinovic zwei nominelle Mittelstürmer von Anfang an brachte.

Die personellen Umstellungen und die lautstarke Unterstützung sollten sich bezahlt machen, sodass die Mannheimer dank einer kämpferisch überzeugenden Leistung das Derby verdientermaßen für sich entscheiden konnten.

Prognose für die laufende Spielzeit

Den Saisonverlauf des SV Waldhof Mannheim vorherzusagen ist sicherlich eine sehr schwierige Aufgabe. Jedoch sollte für die Mannheimer eine Platzierung zwischen den Plätzen fünf bis sieben ein durchaus realistisches Ziel sein. Der Kader ist schließlich ambitioniert zusammengestellt worden und verfügt über eine große Qualität.

Einen der Aufstiegsplätze kann ich mir unter den aktuellen Bedingungen nur sehr schwer vorstellen. Es geht mir hierbei nicht um die Qualität der Mannschaft oder die Kompetenz des Trainers. Aber für eine realistische Chance auf den Aufstieg, müssen die Mannheimer ihre Auswärtsbilanz dringend verbessern und auch in der Ferne konstant die Punkte holen.

Vorschau auf den nächsten Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel bei der Reserve des SC Freiburg eine sehr spannende Aufgabe auf den SV Waldhof Mannheim.

Jedoch darf die Mannschaft von Trainer Thomas Stamm keinesfalls unterschätzt werden. Die Freiburger sind die Überraschung der Spielzeit 2022/23 der 3. Liga und stehen aktuell auf dem siebten Tabellenplatz. Zudem gilt es hierbei abzuwarten, ob nicht der ein oder andere Bundesligaspieler bei der U23-Mannschaft Spielpraxis sammeln soll.

🏆 Bwin Quoten für SC Freiburg II vs. SV Waldhof Mannheim

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine enge Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Freiburger auch gegen den Waldhof überraschen können oder ob die Mannheimer den ersten Auswärtssieg in dieser Spielzeit einfahren und in der Tabelle nach oben klettern können.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten der Reserve des SC Freiburg.

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