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Aaron Opoku - der Top-Vorlagengeber des VfL Osnabrück

Aaron Opoku - der Top-Vorlagengeber des VfL Osnabrück

Er gilt wohl als einer der gefährlichsten Offensivspieler in der laufenden Spielzeit der 3. Liga. Mit dem VfL Osnabrück spielt er eine souveräne Spielzeit und ist mittendrin im Kampf um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Die Rede ist von Aaron Opoku. (Foto: IMAGO / pmk)

Im vergangenen Sommer scheiterte Opoku bei einem weiteren Versuch sich bei seinem Stammverein, dem Hamburger SV durchzusetzen und wurde daraufhin an den VfL Osnabrück verliehen.

Doch hat sich Opoku bisher bei den Niedersachsen durchsetzen können? Und wie könnte seine sportliche Zukunft aussehen?

Durchläuft Jugendmannschaften des HSV

Bei Aaron Opoku lässt sich tatsächlich sagen, dass er die kompletten Jugendmannschaften des Hamburger SV durchlaufen hat und somit ein Eigengewächs des ehemaligen Bundesliga-Dinos. Sein richtiger Durchbruch im Trikot der Rothosen gelang ihm in der Spielzeit 2017/18 in der U19-Mannschaft, als er in der U19-Bundesliga Nord/Nordost in 23 Spielen fünfzehn Tore selbst erzielen und weitere vier Treffer vorbereiten konnte. Dies sollte auch bei den Verantwortlichen des HSV nicht unbemerkt bleiben und Opoku wurde in der darauffolgenden Spielzeit in die U23-Mannschaft hochgezogen.

Auch in der Reserve der Bundesligamannschaft der Norddeutschen konnte er auf sich aufmerksam machen, sodass er sogar für die U20-Nationalmannschaft Deutschlands berufen wurde und am 26.03.2019 gegen Polen (2:0) unter dem damaligen Trainer Thomas Nörenberg sein Debüt geben durfte.

Der Flügelstürmer spielte daraufhin die Spielzeit 2018/19 im Trikot der Reserve des Hamburger SV zu Ende. Nach Saisonschluss waren sich alle einig darüber, dass Opoku den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen soll und es kam im folgenden Sommer zur Ausleihe zum FC Hansa Rostock in die 3. Liga.

Blüht unter Jens Härtel bei Hansa auf

Es dürfte wohl zu Beginn seiner Zeit in Rostock an Skeptikern nicht gerade gemangelt haben. Immerhin hatte Opoku zu diesem Zeitpunkt noch keine Spielerfahrung im Profibereich sammeln können und besaß zudem nicht die körperlich robuste Statur, die es in der physisch sehr intensiven 3. Liga benötigt.

Doch all diese Kritiker belehrte der junge Flügelspieler eines Besseren. Cheftrainer Jens Härtel wusste ganz genau, wie er den jungen Opoku in sein Spielsystem integrieren musste, um die Stärken Opokus nutzen zu können. Und so kam es, dass sich Opoku zum Stammspieler bei Hansa entwickelte und einen großen Anteil daran hatte, dass die Kogge die Spielzeit auf einem souveränen sechsten Tabellenplatz beenden konnte.

Doch nach der Saison musste sich Hansa von seinem Leihspieler verabschieden. Die Rostocker hätten den dribbelstarken und schnellen Opoku gerne für ein weiteres Jahr ausgeliehen, jedoch bestand der Hamburger SV darauf, dass Opoku nach Hamburg zurückkehrt.

Erfolglose Rückkehr zum HSV

Die Voraussetzungen zur Spielzeit 2020/21 hätten für Opoku wohl erheblich schlechter sein können, um den Durchbruch beim Hamburger SV in der Profimannschaft zu können. Immerhin kam der Flügelspieler mit jeder Menge Selbstvertrauen aus seiner Zeit von Rostock und zudem bekamen die Rothosen mit Daniel Thioune einen neuen Cheftrainer. Es sollte einen Neustart in Hamburg geben, bei dem vor allem auch auf jüngere Talente gesetzt werden sollte.

Doch dieser Traum vom Durchbruch sollte für Opoku schnell vorbei sein. Schließlich konnte er sich gegen die Konkurrenz in Person von Sonny Kittel und Bakery Jatta keineswegs durchsetzen und spielte in den Plänen von Daniel Thioune nur noch eine Randrolle.

Um die Entwicklung von Opoku zu fördern, entschlossen sich die Verantwortlichen rund um Sportvorstand Jonas Boldt dazu, den Flügelspieler zum Zweitligisten SSV Jahn Regensburg zu verleihen. Dies geschah mit der Hoffnung, dass Opoku in Regensburg Erfahrung in der 2. Bundesliga sammeln und Spielpraxis bekommen kann.

Jedoch sollte die Leihe zum Jahn nicht so erfolgreich laufen, wie es sich alle Beteiligten im Vorhinein gewünscht haben. Der Flügelspieler kam im Dress der Regensburger nicht über die Rolle des Jokers hinaus und verbuchte lediglich 21 Einsätze mit einer durchschnittlichen Spielzeit von gerade einmal 32 Minuten.

Hierbei gilt es jedoch zu erwähnen, dass der Jahn eine eher schwierige Saison spielte und den Klassenerhalt erst relativ spät sichern konnte. Jedoch hätte man sich durchaus mehr erwarten können von dem Leihgeschäft.

Schließlich ist der Jahn für seinen offensiven Fußball und für das Fördern von jungen Spielern bekannt. Insgesamt lässt sich die Leihe daher eher als enttäuschend bezeichnen und der einzig positive Punkt dürfte wohl gewesen sein, dass Opoku Erfahrungen in der 2. Bundesliga sammeln konnte, bevor er nach Hamburg zurückkehrte.

Opoku auch unter Tim Walter außen vor

Die Hoffnungen auf den ersehnten Durchbruch dürften bei Opoku wohl groß gewesen sein, als der HSV im Sommer 2021 mit Tim Walter ein neuer Cheftrainer verpflichtete. Walter gilt als Förderer von jungen Spielern, der zudem stets nach dem Leistungsniveau und nicht nach den Namen von Spielern aufstellt. Dies war also ebenfalls für Opoku die große Chance, um sich nun bei den Rothosen fest zu spielen.

Doch diese Chance sollte schlussendlich ungenutzt bleiben. Opoku, der in den Testspielen spielen durfte, konnte sich zunächst einen Kaderplatz für die ersten Pflichtspiele sichern, bevor Walter dann jedoch keine Verwendung mehr für ihn sah. Daraufhin sahen sich die Verantwortlichen wieder einmal nach möglichen Leihstationen für Opoku um und es kam schlussendlich zur Leihe zum VfL Osnabrück in die 3. Liga aus.

Trainer Scherning setzt auf Opoku

Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wollte man in Osnabrück vieles neu aufbauen und anders machen. Zunächst holte man mit Daniel Scherning einen jungen Trainer, der zuvor Erfahrungen als Co-Trainer unter Steffen Baumgart gesammelt hat und somit auch jahrelang die offensive Spielphilosophie des SC Paderborn 07 mitentwickelt und geprägt hat.

Besonders diese spielerische und offensive Element scheint Scherning auch perfekt in das Spielsystem der Lila-Weißen integriert bekommen zu haben. Die Niedersachsen spielen in einem 4-3-3 System einen sehr gepflegten und offensiv ausgerichteten Fußball und stehen dementsprechend auf einem guten siebten Tabellenplatz.

Hierbei spielt auch Opoku eine wichtige Rolle im System von Scherning. Der Flügelspieler bildet zusammen mit Ba-Mukala Simakala eine dribbelstarke und pfeilschnelle Flügelzange, welche schon des Öfteren viele Abwehrreihen vor große Probleme stellte.

Dass sich Opoku im System von Scherning sehr wohlfühlt, erkennt man auch an der Anzahl seiner Vorlagen in der laufenden Spielzeit. Denn schließlich steht Opoku aktuell bei souveränen dreizehn Torvorlagen und einzig der Magdeburger Baris Atik (fünfzehn Vorlagen) steht in der Liste vor ihm.

Das Gesamtpaket scheint bei Opoku in dieser Spielzeit sehr gut zu passen. Er bekommt das Vertrauen des Trainers und zahlt dies mit guten Leistungen zurück. Besonders gilt es sein Auge für die Mitspieler, seinen Antritt und seine Technik zu erwähnen, wodurch sich Opoku bisher für durchaus höhere Aufgaben von Woche zu Woche empfehlen konnte.

Wie geht's ab Sommer für Opoku weiter?

Es dürfte spannend zu beobachten sein, wie und vor allem wo es ab dem Sommer für Opoku weitergehen wird. Eine Zukunft beim Hamburger SV scheint nach aktuellen Geschehen wohl eher unrealistisch. Schließlich konnte Tim Walter sich bereits im vergangenen Sommer ein Bild vom Flügelspieler machen und schien auch aufgrund der anschließenden Leihe wenig überzeugt von Opoku zu sein.

Ein Verbleib beim VfL dürfte wohl nur unter bestimmten Voraussetzungen in frage kommen. Sollten die Lila-Weißen tatsächlich noch den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffen, besteht die größte Chance auf einen Verbleib von Opoku. In diesem Fall besäßen die Osnabrücker gewisse finanzielle Möglichkeiten und müssten sich jedoch mit dem HSV einig werden. Bei einem Nichtaufstieg der Niedersachsen gilt ein Verbleib des Flügelspielers jedoch als unwahrscheinlich.

Man kann jedoch jetzt schon sagen, dass Opoku mit großer Sicherheit das Interesse von einigen Zweitligisten geweckt haben dürfte. Ein möglicher Kandidat könnte der SC Paderborn 07 sein, der stets für einen offensiven Fußball steht und bereits in der Vergangenheit des Öfteren auf die Förderung junger Spieler mit reichlich Potenzial aus unteren Ligen gesetzt hat. Zudem dürfte sich eine mögliche Ablösesumme auch in dem finanziellen Rahmen der Paderborner befinden.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Heimspiel gegen den SC Verl eine äußerst spannende Aufgabe auf die Lila-Weißen. Schließlich musste der VfL vergangene Woche einen Corona-Ausbruch in den eigenen Reihen verkraften, woraufhin das Spiel beim Halleschen FC abgesagt werden musste. Zur Zeit befinden sich zahlreiche Spieler in Quarantäne, zu denen unter anderem auch Stammspieler wie Aaron Opoku, Sebastian Klaas und Philipp Kühn zählen.

Jedoch dürfen die Gäste aus Verl ohnehin nicht unterschätzt werden. Die Ostwestfalen scheinen sich unter ihrem neuen Trainer Michel Kniat so langsam gefangen und die Kurve bekommen zu haben. Immerhin sind die Verler seit bereits drei Spielen ungeschlagen und kommen mit so einiges an Selbstvertrauen an die Bremer Brücke gereist.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine intensive Begegnung freuen. Es dürfte spannend zu beobachten sein, welche Spieler dem VfL am Montag zur Verfügung stehen werden und was Trainer Scherning unter diesen schwierigen Umständen für einen Matchplan erstellen wird. Zudem darf man auf den Auftritt der Verler gespannt sein, die um jeden Punkt kämpfen um am Ende der Saison den Klassenerhalt in der 3. Liga erreichen zu können.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten des VfL Osnabrück.

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