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Zieht Oranje bereits vorzeitig in die KO-Runde ein?

Zieht Oranje bereits vorzeitig in die KO-Runde ein?

Die Erleichterung im Lager der Niederländer hätte wohl nicht größer sein können. Nach fast sieben Jahren seit dem letzten Auftritt auf großer internationaler Bühne, konnte sich Oranje mit einem Sieg gegen die Ukraine (3:2) erfolgreich zurückmelden. (Foto: IMAGO / ULMER Pressebildagentur)

Die Elftal konnte sich in einem dramatischen Auftaktspiel äußerst knapp gegen die Ukraine durchsetzen, nachdem man zwischenzeitlich eine 2:0 Führung verspielt hatte, war es schließlich Rechtsverteidiger Denzel Dumfries, der mit dem 3:2 Siegtreffer eine ganze Nation erlöste.

Durch den Sieg am 1. Spieltag hat die Elftal nun die große Chance, mit einem Sieg am kommenden Donnerstag gegen Gruppengegner Österreich, die Weichen bereits vorzeitig Richtung Achtelfinale zu stellen. Aber woran muss die Niederlande nach ihrem ersten Auftritt bei der Europameisterschaft arbeiten, damit nicht auch das Spiel gegen Österreich zur Hängepartie wird?

Teamgeist der Oranje überzeugt

Besonders positiv zu erwähnen dürfte wohl der Teamgeist innerhalb der Mannschaft sein, mit welchem sie gegen die Ukraine auftrat. Über die komplette Spielzeit trat die Elftal als eine geschlossene Einheit auf, in der jeder bereit war, einen möglichen Fehler des Anderen auszubügeln.

Dies ließ sich speziell bei Ballverlusten beobachten, nach denen die Oranje stets versuchte schnellstmöglich in das Gegenpressing zu gelangen und sich den Ball schnell wieder zu holen.

Auch bei den erzielten Toren zeigte sich, dass die Oranje ein wirkliches Team sind. Es kamen bis auf Torhüter Maarten Stekelenburg stets bei jedem der drei Treffer alle Feldspieler, um sich über das erzielte Tor zu freuen und dem Torschützen zu gratulieren.

Spielphilosophie zeigt Schwächen

Dass die Elftal einen gepflegten Ballbesitz als Spielphilosophie anstrebt dürfte wohl jedem Fußballfan bewusst sein und genau diesen zeigten sie im Spiel gegen die Ukraine. Die Mannschaft von Trainer Frank de Boer war stets darauf bedacht, den Ball innerhalb der eigenen Reihen konzentriert und gut laufen zu lassen.

Zudem fiel ebenfalls auf, dass sich die beiden Außenverteidiger im neuen 5-3-2 System der Elftal, bei eigenem Ballbesitz sehr in das Offensivspiel einschalten, um in der Offensive Akzente setzen zu können.

Jedoch muss man hierbei auch über die Schwachstellen dieser Spielphilosophie und des neu gewonnenen Spielsystems sprechen.

Denn besonders bei Umschaltaktionen nach Ballverlusten standen die Niederländer sehr hoch und hatten bereits im ersten Gruppenspiel des Öfteren Glück, dass die Ukraine aus ihren guten Konterchancen nicht mehr herausholen konnten.

Besonders das Verhalten der beiden Außenverteidiger gegen den Ball dürfte Bondscoach de Boer wohl alles andere als gefallen haben. Denn schließlich widmeten sich sowohl Dumfries auf rechts als auch van Aanholt auf links mehr der Offensive und ließen des Öfteren im Abwehrverbund Lücken.

Auch die Leistung von Kapitän Georginio Wijnaldum dürfte wohl nicht nur positiv zu beurteilen sein. Der Mittelfeldspieler des FC Liverpool überzeugte bei eigenem Ballbesitz mit einem guten Passspiel durch das er seine Mitspieler des Öfteren gut einsetzen konnte, mit einem enormen Spielwitz und des Weiteren mit einem enormen Drang zum gegnerischen Tor.

Jedoch zeigte auch Wijnaldum im Spiel gegen den Ball seine Schwächen. Durch seine enorm offensiv ausgerichtete Position als Achter, schien er des Öfteren die Arbeit gegen den Ball zu vernachlässigen und es schien teilweise als ob die Niederlande mit drei Stürmern spielen würde. Durch Wijnaldums Fehlen bei der Arbeit gegen den Ball waren die beiden zentralen Mittelfeldspieler Frenkie de Jong und Marten de Roon oftmals im Mittelfeld in Unterzahl gegen die Ukrainer, woraus sich oftmals gefährliche Chancen für die Ukraine ergaben.

Vorschau auf das Spiel gegen Österreich

Am zweiten Spieltag der Europameisterschaft wartet eine knifflige Aufgabe auf die Niederlande. Am kommenden Donnerstag um 21 Uhr empfängt die Elftal in der heimischen Johan Cruijff ArenA in Amsterdam Tabellenführer Österreich.

Jedoch dürfen die Niederländer Österreich keinesfalls unterschätzen. Besonders, nachdem man beim mühevollen Sieg gegen die Ukraine gesehen hat, was passiert, wenn man den Gegner bereits vorzeitig abschreibt.

Denn trotz des eher wenig glanzvollen Sieges Österreichs gegen Nordmazedonien, darf man nicht vergessen, welche Qualität im Kader der Österreicher steckt. Schließlich spielt der größte Teil des Kaders in der deutschen Bundesliga und sogar teils bei Vereinen, die jährlich an der Champions League oder in der Europa League teilnehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern deutlich auf Seiten der Niederlande. Hinsichtlich der großen Chance den vorzeitigen Einzug in das EM-Achtelfinale schaffen zu können, wird die Elftal wohl alles daran setzen, um gegen Österreich den zweiten Sieg einfahren zu können. Zudem kann die Niederlande mit einem Sieg möglicherweise bereits den Gruppensieg festmachen, wenn Nordmazedonien sein Spiel gegen die Ukraine nicht gewinnen sollte und könnte im letzten Gruppenspiel dem ein oder anderen Stammspieler eine Verschnaufpause geben.

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