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SV Wehen Wiesbaden - Ist der Aufstieg realistisch?

SV Wehen Wiesbaden - Ist der Aufstieg realistisch?

Der SV Wehen Wiesbaden hat die Saison 2025/26 der 3. Liga auf einem soliden achten Tabellenplatz beendet. Eine noch bessere Platzierung wäre möglich gewesen, wenn die Hessen in der Rückrunde konstantere Leistungen gezeigt hätten. (Bild: IMAGO / HMB-Media)

Die neue Saison steht bereits in den Startlöchern und soll für den SVWW zu einer historischen werden. Schließlich hat Trainer Daniel Scherning den Aufstieg in die 2. Bundesliga als Ziel ausgegeben.

Doch was hat sich beim SV Wehen Wiesbaden im Sommer verändert? Und ist der Aufstieg ein realistisches Ziel? Wir machen den Check.

Die Abgänge

Die Mission “Aufstieg” muss der SV Wehen Wiesbaden jedoch ohne Torjäger Fatih Kaya in Angriff nehmen. Der 26-Jährige hat sich für eine neue sportliche Herausforderung entschieden und ist zum türkischen Erstligisten Samsunspor gewechselt.

Sein Abschied bedeutet einen herben Verlust für den SVWW. In den vergangenen beiden Spielzeiten erzielte Kaya insgesamt 31 Tore und zählte zu den Leistungsträgern. Darüber hinaus überzeugte er mit seiner Mentalität, weshalb er in der vergangenen Spielzeit zum Kapitän ernannt wurde.

Mit Sascha Mockenhaupt hat sich im Sommer eine wahre Vereinsikone verabschiedet. Die Verantwortlichen entschieden sich gegen eine Vertragsverlängerung, sodass Mockenhaupt den Verein nach neun Jahren und insgesamt 353 Pflichtspieleinsätzen verlassen musste.

Aus sportlicher Sicht ist diese Entscheidung durchaus nachvollziehbar, da dem 34-Jährigen die zunehmenden Tempodefizite immer häufiger anzumerken waren und sich der Klub weiterentwickeln möchte. Das ändert jedoch nichts daran, dass Sascha Mockenhaupt als Mensch und Persönlichkeit eine große Lücke hinterlassen wird. Schließlich trat er stets mit großer Leidenschaft und Mentalität auf, motivierte seine Mitspieler und ging auf wie neben dem Platz als Vorbild voran.

Die Neuzugänge

Die Verantwortlichen waren sich bewusst, dass sie auf den Abgang von Fatih Kaya reagieren mussten. Bei der Suche nach Verstärkungen für die Offensive wurden sie beim FC Luzern in der Schweiz fündig. Die Hessen gaben die Verpflichtung von Offensivspieler Sinan Karweina bekannt.

Der 27-Jährige wurde in der Jugend des 1. FC Köln ausgebildet und spielte anschließend für die Sportfreunde Lotte, den MSV Duisburg sowie Türkgücü München. Im Jahr 2022 wechselte er zum SK Austria Klagenfurt, bevor er sich zwei Jahre später dem FC Luzern anschloss.

Karweina soll in Wiesbaden die Rolle im offensiven Mittelfeld übernehmen und dem Offensivspiel seinen Stempel aufdrücken. Genau dort hatte der SV Wehen Wiesbaden in der vergangenen Saison Probleme, da es häufig an Kreativität im eigenen Ballbesitz gefehlt hat.

Die Hessen gaben zudem die Verpflichtung von Max Brandt bekannt. Der 25-Jährige kommt vom SSV Ulm, bei dem er einst eine wichtige Rolle beim Durchmarsch in die 2. Bundesliga spielte.

Der zentrale Mittelfeldspieler überzeugt vor allem durch seine Spielintelligenz und seine Sicherheit am Ball. Zu seinen Stärken zählen zudem das präzise Kurzpassspiel sowie die Fähigkeit, das Spiel gezielt zu verlagern. Brandt soll künftig als Stratege und Taktgeber im Mittelfeld eine zentrale Rolle übernehmen. Aufgrund seiner Qualitäten und seiner Erfahrung könnte sich die Verpflichtung als Königstransfer erweisen.

Zudem sicherten sich die Hessen die Dienste von Philipp Hercher. Der 30-Jährige kommt vom 1. FC Magdeburg und soll künftig die Position des rechten Schienenspielers übernehmen. Mit der Verpflichtung wollen die Verantwortlichen eine Lücke im Kader schließen.

In der vergangenen Saison hatte man auf der rechten Seite häufig Probleme. Dort mussten mit Sascha Mockenhaupt, einem gelernten Innenverteidiger, oder Offensivspieler Ole Wohlers immer wieder Spieler aushelfen, die nicht auf dieser Position zu Hause sind.

Die Testspiele

Die bisherigen Testspiele konnten die Hessen überwiegend erfolgreich gestalten. So feierte man einen souveränen Sieg gegen den TuS Medenbach (20:1) und setzte sich zudem gegen den ambitionierten Regionalligisten FC 08 Homburg (1:0) durch. Eine Niederlage gab es hingegen gegen den österreichischen Zweitligisten FC Liefering (0:2).

Das große Highlight der Vorbereitung war jedoch das Duell mit dem FC Bayern München. Der Anlass hierfür war das 100-jährige Vereinsjubiläum des SV Wehen Wiesbaden, zu dem sich die Hessen mit dem deutschen Rekordmeister messen durften.

Der FC Bayern trat mit nur wenigen erfahrenen Profis an und setzte verstärkt auf Nachwuchsspieler. Dies machte sich im Spielverlauf bemerkbar, sodass sich die Hessen am Ende knapp durchsetzen konnten und einen besonderen Erfolg im Rahmen des Vereinsjubiläums feierten.

Prognose

Die Verantwortlichen haben den Aufstieg in die 2. Bundesliga bereits als klares Saisonziel ausgegeben. Der Aufstieg erscheint jedoch nur realistisch, wenn zahlreiche Faktoren zusammenpassen. Schließlich dürfte der Kampf um die Aufstiegsplätze sehr anspruchsvoll werden, da Teams wie der MSV Duisburg, Fortuna Düsseldorf, Rot-Weiss Essen und Hansa Rostock ebenfalls Ambitionen auf die 2. Bundesliga haben.

Des Weiteren gilt es abzuwarten, ob die Mannschaft von Daniel Scherning den Abgang von Fatih Kaya kompensieren kann oder ob es an Durchschlagskraft in der Offensive fehlen wird. Darüber hinaus gilt es für den SVWW an seiner Konstanz zu arbeiten, denn eine erneute Schwächephase in der Rückrunde könnte die Aufstiegshoffnungen schnell zunichtemachen.

Nach aktuellem Stand sehe ich den SV Wehen Wiesbaden nicht auf den Aufstiegsplätzen, sondern eher im Bereich zwischen den Plätzen fünf und acht am Saisonende.

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