RB Leipzig hat im Wintertransferfenster zugeschlagen und mit Suleman Sani ein hochveranlagtes Talent für Trainer Ole Werner verpflichtet. Der 19-jährige Nigerianer kommt aus der ersten slowakischen Liga und ist daher den meisten Fans nicht bekannt. Da die Leipziger in der Vergangenheit oft ein gutes Auge für Talente bewiesen haben, wollen wir euch den neuen Mann genauer vorstellen. (Bild: IMAGO / Michal Fajt)
Mitten im Wintertransferfenster 2025/26 hat RB Leipzig zugeschlagen – und das ziemlich leise, aber strategisch klug. Für rund 5 Millionen Euro (plus mögliche Boni) verpflichteten die Roten Bullen den erst 19-jährigen nigerianischen Flügelspieler Suleman Sani vom slowakischen Erstligisten AS Trenčín. Der Vertrag läuft bis Sommer 2031, die Rückennummer lautet 18. Es ist der klassische RB-Move: früh, günstig, hochpotenziell – und mit langem Atem.
Sani, geboren am 1. September 2006, ist noch ein ungeschliffener Rohdiamant. Sein bisheriger Karriereweg liest sich wie das Drehbuch eines modernen afrikanischen Entwicklungsspiels: Start in der nigerianischen Nachwuchsliga bei Wikki Tourists, Durchbruch bei Akwa United (11 Tore in 15 Spielen in der Saison 2023/24, Rookie of the Season), Wechsel im September 2024 nach Europa zu Trenčín – und jetzt, knapp 16 Monate später, schon die Bundesliga-Bühne.
#RBLeipzig verpflichtet Offensivtalent Suleman #Sani 🇳🇬🦅
— RB Leipzig (@RBLeipzig) January 13, 2026
Der 19-jährige Flügelspieler wechselt von #ASTrenčín zu den Roten Bullen, erhält die Rückennummer 1️⃣8️⃣ und unterschreibt bis 2️⃣0️⃣3️⃣1️⃣. ✍️🤩
Willkommen in Leipzig, #Sani! 🙌🔴⚪️
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Das Profil: Schnell, physisch, tiefenorientiert
Sport-Geschäftsführer Marcel Schäfer beschrieb den Neuzugang bei der Vorstellung sehr präzise: „Suleman kommt hauptsächlich über die linke Seite, verfügt über ein hohes Tempo, ist aufgrund seiner Physis schwer vom Ball zu trennen und sucht gerne die Tiefe. Auch gegen den Ball arbeitet er intensiv mit und legt die richtige Einstellung an den Tag.“
Bei 1,75 m Körpergröße bringt Sani eine für sein Alter schon sehr ausgereifte Physis mit. Er ist kein klassischer filigraner Techniker, sondern ein athletischer, durchsetzungsstarker Flügelspieler, der gerne ins Eins-gegen-Eins geht und vor allem vertikal denkt. Sein starker Fuß ist der rechte, was ihn auf links zu einem klassischen „Cut-inside-Player“ macht – er zieht nach innen und sucht entweder den Abschluss oder den finalen Pass in den Strafraum.
Dazu kommt eine sehr gute Grundgeschwindigkeit und die Fähigkeit, diese auch auf den ersten 15–20 Metern explosiv einzusetzen. Genau diese Eigenschaften sucht RB Leipzig seit Jahren immer wieder auf den Flügeln. Sanis Einstand in der Niké Liga (1. Liga Slowakei)? 3 Tore und 2 Vorlagen in nur 860 Spielminuten! Das überzeugte die Sachsen zuzuschlagen.
Wie gut passt Sani ins Leipziger System?
Aktuell setzt RB unter Ole Werner auf ein flexibles 4-3-3, bei dem die Flügelspieler extrem wichtig für das Gegenpressing und die Umschaltmomente sind. Da unser Protagonist eine hohe Intensität gegen den Ball mitbringt, dürfte er adäquat in das Pressingspiel der Sachsen passen, ein absolutes Muss für die Vereinsphilosophie. Zudem wird ihn seine Physis bei der Wiedereroberung des Balles ungemein helfen, selbst gegen robustere Verteidiger.
Mit 19 Jahren bringt der junge Afrikaner eine Menge Entwicklungspotenzial mit, genau das Alter, in dem Spieler in der Vergangenheit bei RB die größten Sprünge machten (Nkunku, Szoboszlai, Simons, Olmo). Kurz gesagt: Suleman Sani ist kein Spieler für die Startelf – das erwarten bei RB aktuell auch nur die wenigsten. Stattdessen ist er der nächste Baustein für die nächsten Jahre, ein Spieler, der in 12–24 Monaten Yan Diomande und Antonio Nusa auf den Flügeln und halblinks ernsthaft Konkurrenz machen kann, wobei der junge Afrikaner auch über rechts angreifen kann.
Daran muss er noch arbeiten
Doch aktuell ist er noch etwas weg von diesen Erwartungen, denn Sani bringt natürlich noch einige Baustellen mit, an denen er arbeiten muss. Vor allem im letzten Drittel leidet er unter einer stark schwankenden Entscheidungsqualität, sprich, er ist in diesen Fällen oftmals zu egoistisch, oder spielt zu schlampige finale Pässe.
Darüber hinaus ist der Neuzugang unter Druck des Gegners technisch anfällig, so dass daraus viele Ballverluste auf Bundesliganiveau entstehen könnten. Zudem sind seine Läufe und das Timing noch entwicklungsbedürftig – da er sich häufig ungünstig positioniert, oder Laufwege besitzt die für das Team nicht gewinnbringend sind, was natürlich auch an seiner geringen Erfahrung im Profibereich zurückzuführen ist.
Fazit
Die ersten Wochen in Leipzig werden für Sani vor allem Akklimatisierung bedeuten: Tempo, Zweikampfhärte und taktische Disziplin in der Bundesliga sind noch einmal eine ganz andere Hausnummer als in der slowakischen Niké Liga. Doch genau darin liegt ja das Leipziger Versprechen: Wer die harte Arbeit annimmt und die vielen Trainingsreize aufsaugt, kann bei RB in zwei Jahren plötzlich Stammspieler in der Champions League sein, egal wie jung ein Spieler ist.
Suleman Sani ist kein Name, der sofort die Schlagzeilen beherrscht, aber in zwei bis drei Jahren könnte er einer der besten Spieler der Bundesliga sein, wenn er seine Anlagen voll ausschöpft. Physisch stark, schnell, gut im Gegenpressing und eine Menge Torgefahr – das sind alles Eigenschaften wonach sich die Topklubs in Europa sehnen.



