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Torinos Bremer | In Italien gefeiert – in Brasilien ignoriert

Torinos Bremer | In Italien gefeiert – in Brasilien ignoriert

Der beste Innenverteidiger der Serie A, Gleison Bremer, wird aufgrund seiner Leistungsexplosion von zahlreichen Topklubs in Europa gejagt. Das interessiert in seinem Heimatland anscheinend niemanden, vor allem Brasiliens Nationaltrainer Tite hält lieber an altgedienten Abwehrsäulen fest. (Foto: IMAGO / Independent Photo Agency)

Bremers Leistung am Sonntagabend gegen den AC Mailand war in jeder Hinsicht eine weitere Bestätigung, dass dieser zu den Besten der Besten in Italiens Oberhaus zählt. Der brasilianische Verteidiger zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite und sein Entwicklungssprung war deutlich zu erkennen.

Ohne ihn hätten die Rossoneri wahrscheinlich den Vorsprung an der Tabellenspitze ausgebaut, aber seine körperliche Stärke und seine absolute Wachsamkeit in jedem Zweikampf hielten einen wuseligen Leao und einen alten Fuchs wie Giroud in Schach.

Doch trotz der zahlreichen und kontinuierlichen Demonstrationen von seinen sensationellen Qualitäten, wurde der 1997 geborene Innenverteidiger von Tite, dem Nationaltrainer der Selecao, noch nicht im Geringsten beachtet. Ein Rätsel, das sich mit wenigen und schwachen Argumenten erklären lässt.

Thiago Silva & Marquinhos gesetzt

Einer der Gründe für diese "Ächtung" durch die brasilianische Auswahl liegt in der Konstruktion einer bereits sehr gut etablierten Abwehr von "Unberührbaren", die souverän den ersten Platz in der WM-Qualifikation in der südamerikanischen Maxigruppe erreichte.

Marquinhos und der ewige Thiago Silva sind die unumstrittenen Innenverteidiger, ebenso wie die erste Alternative Militao, der bei einem glanzvollen Verein wie Real Madrid eine fantastische Saison spielt.

Diejenigen, die Bremer seinen Platz in der Nationalmannschaft streitig machen, sind Felipe, der derzeit bei Atletico Madrid von Savic und Gimenez ausgebremst wird, und Gabriel, der bei Arsenal unbestrittener Stammspieler ist.

Bremer konstanter als alle

Der Innenverteidiger der Gunners ist in der Tat geschickter darin, den Ball zu führen und das Spiel aufzuziehen. Keiner von den genannten Kandidaten kann jedoch an die Kontinuität der Leistungen von Bremer anknüpfen, der derzeit der solideste Brasilianer von allen ist.

Marquinhos, der Kapitän von Paris Saint-Germain, hat in der Ligue 1, einer Liga, die weniger renommiert ist als die Serie A, ein durchwachsenes Jahr hinter sich und wurde in der Königsklasse von Benzema abrasiert, während Thiago Silva, der mittlerweile 38 Jahre alt ist, zwar über Erfahrung verfügt, aber sowohl in der Premier League als auch in der Champions League aufgrund seines hohen Alters deutliche körperliche Defizite aufweist.

Eine Frage des Vereins?

Paradoxerweise scheint also nur ein Militao, der für Carlo Ancelotti von grundlegender Bedeutung geworden ist, mit dem Innenverteidiger der Granata mithalten zu können, der bereits seine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht hatte, nicht für die Olympischen Spiele in Tokio berufen worden zu sein:

"Ich habe viel gearbeitet, und die in der Meisterschaft erzielten Ergebnisse haben dies gezeigt. Ich weiß, dass ich bei Torino spiele, einer Mannschaft mit weniger Strahlkraft, und ich weiß, dass die Spieler, die einberufen werden, in wichtigeren Vereinen spielen, aber wenn es um Einberufungen in die Nationalmannschaft geht, muss man den Spieler auf individueller Ebene betrachten.“

„Meine Saison war sehr gut, und ich denke, dass es eine Ungerechtigkeit war, nicht für die Olympischen Spiele berufen worden zu sein, denn ich arbeite sehr hart. Ich habe großen Respekt vor den anderen Athleten und der Meinung des Trainers, aber ich glaube, dass mein Moment früher oder später kommen wird", gab sich Bremer kämpferisch.

Der WM-Traum lebt noch

Starke Aussagen eines jungen Mannes, der seine Leistung in dieser Saison weiter verbessert hat und sich als unüberwindbarer Abwehrhüne profiliert, der auch in der Lage ist, einen ruhigen Ball zu spielen.

Nicht nur körperlich und kraftvoll, sondern auch mit einer Menge Köpfchen. Das Hauptproblem könnte also genau das sein, was er hervorgehoben hat, nämlich seine Zugehörigkeit zu Torino, einer Mannschaft abseits des internationalen Rampenlichts.

Bremer, das Objekt der Begierde vieler großer Mannschaften, hat noch einige Monate Zeit, um Tite davon zu überzeugen, die harte Schale seiner geschlossenen Truppe zu durchbrechen, um einen Platz bei der Weltmeisterschaft in Katar 2022 zu erhalten. Eine mögliche Nominierung, wäre im Alter von 25 Jahren sicherlich der Höhepunkt in der Karriere des Verteidigers.

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