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EURO 2024 - Wird Georgien zum Favoritenschreck?

EURO 2024 - Wird Georgien zum Favoritenschreck?

Es ist die Underdog-Story des Turniers. Es galt schon als riesige Überraschung, dass Georgien sich für die EM 2024 qualifizieren konnte, geschweige denn, dass sie in einer Gruppe mit Portugal, Türkei und Tschechien bestehen konnte. Im Achtelfinale trifft man jetzt auf Mitfavorit und sicherlich einer der beeindruckendsten Mannschaften bisher in Spanien. La Furia Roja wusste ebenfalls in einer sehr schwierigen Gruppe zu überzeugen und meisterte diese ohne Punktverlust.

Georgien konnte bereits in ihrem ersten Gruppenspiel gegen die Türkei zeigen, wofür sie stehen. Sie verloren zwar mit 1-3, zeigten aber Einsatz, Laufbereitschaft und auch ein wenig Qualität im Spiel nach vorne. Khvicha Kvaratskhelia vom SSC Napoli und Georges Mikautadze von Ligue 1 Absteiger Metz sind die beiden Kronjuwelen dieser Mannschaft und teilen sich die vier geschossen Tore untereinander. Im zweiten Gruppenspiel gegen Tschechien kam man nicht über ein 1-1 hinaus, obwohl man durchaus die Chancen hatte alle drei Punkte einzufahren. Das letzte Gruppenspiel stand an und ausgerechnet gegen einen Titelfavoriten. Man musste gegen Portugal gewinnen, um sich für die K.O. Phase zu qualifizieren. Die Portugiesen, die sich bereits als Gruppenerster qualifizierten rotierten viel, waren aber dennoch gespickt mit Weltstars bei den besten Clubs der Welt. Doch Georgien machte das Unmögliche möglich und bezwang die Mannschaft von Roberto Martinez mit 2-0 und wurde somit Dritter in der Gruppe F und zweitbester Dritter im ganzen Turnier, was ihnen ein Ticket fürs Achtelfinale sicherte

Was macht Georgien so stark?

Die Mannschaft vom ehemaligen Bayern Spieler und Trainer - für ein Spiel als Interimstrainer im Herbst 2017 - Willy Sagnol setzt je nach Spielstand und taktischer Ausrichtung des Gegners auf ein 532 oder ein 541. Bei der zweiten Variante würde Kvaratskhelia vom Sturm auf den linken Flügel rücken. Die Georgier stehen grundsätzlich sehr tief und warten auf Kontermöglichkeiten, um den bereits genannten Kvaratskhelia oder auch Mikautadze ins Laufduell zu schicken. Defensiv stehen sie sehr kompakt und haben im gesamten Turnierverlauf bisher gerade einmal vier Gegentore kassiert. Ein großer Grund dafür ist der Torwart Giorgi Mamardashvili, der auch schon beim FC Bayern im Gespräch war. Momentan ist er bei Valencia unter Vertrag, aber hat sich durch seine überragenden Leistungen bei der EM für höhere Aufgaben qualifiziert. Ein Wechsel zu einem absoluten Top-Klub sei in diesem Sommer wohl nicht ausgeschlossen.

Die drei Innenverteidiger werden vom Kapitän und Routinier Guram Kashia angeführt. Der mittlerweile 36-Jährige spielt seinen Fußball in der Slowakei beim Serienmeister Slovan Bratislava. Neben seinen Innenverteidigerkollegen wirkt Kashia oft sehr klein und schmächtig, weiß aber aufgrund seiner Erfahrung dennoch zu überzeugen und liest das Spiel sehr gut. Das Mittelfeldtrio soll die Abwehr mit dem Angriff verbinden und macht dies sehr ordentlich. Otar Kiteishvili von Sturm Graz spielt den defensiven Part und soll den anderen beiden zentralen Mittelfeldspielern den Rücken frei halten. Komplettiert wird er durch Giorgi Chakvetadze von Watford und Giorgi Kochorashvili von Levante. Beide würde man in ihren Vereinen eher als offensive Mittelfeldspieler bezeichnen, die durch ihre Kreativität und Technik zum Spiel beitragen. Für ihr Land zeigen sie aber bei dieser EM einen unermüdlichen Einsatz, der gepaart mit ihrer Qualität am Ball unersetzbar für Georgien ist. Im Schatten ihrer beiden Superstars Kvaratskhelia und Mikautadze spielen sie ein sehr gutes Turnier.

Die beiden Stürmer der Georgier sorgen in diesem Turnier für mächtig Alarm. Georges Mikautadze führt momentan mit drei Toren die Torschützenliste des Turniers an und konnte in jedem Gruppenspiel bisher treffen. Kvaratskhelia hingegen steht nur bei einem Treffer ist aber durch seine Dribblings, seinen Flair und auch seine unglaublich Laufbereitschaft genau so wichtig. Die beiden 23-Jährigen verstehen sich auf dem Platz sehr gut und werden auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle für Georgien spielen. Gegen Spanien werden sie wahrscheinlich auf eine Innenverteidigung bestehend aus Nacho Fernandez und Le Normand treffen, die beide nicht für ihre Schnelligkeit bekannt sind.

Gilt Spanien als Titelfavorit?

Die Spanier spielten die beste Gruppenphase des Turniers. Als einzige Mannschaft konnten sie alle drei Spiele für sich entscheiden und ebenfalls als einzige Mannschaft kassierten sie noch kein Gegentor. Dabei war ihre Gruppe mit Italien, Kroatien und Albanien einer der Schwierigeren. Der Trainer Luis de la Fuente, der seine gesamte Trainerkarriere in den Jugendmannschaften Spaniens verbrachte, hat seine Taktik gefunden und die scheint ihm Recht zu geben. Vor dem Turnier hat kaum jemand Spanien als ernsthaften Anwärter auf den Titel gesehen. Das hat sich jetzt geändert. Bisher sind sie sicherlich die beste Mannschaft des Turniers, haben aber das Pech, einen schwierigen Weg zum Finale zu haben. Deutschland, Portugal, Frankreich und Belgien sind allesamt auf ihrer Seite des Turnierbaums.

Wie wird Spanien voraussichtlich spielen?

Luis de la Fuente setzt bislang konsequent auf ein für Spanien typisches 433 und seine Stammelf wird wohl kaum Überraschungen mit sich bringen. Im Tor ist Unai Simon von Athletic Bilbao gesetzt und hat somit den Vorzug vor David Raya erhalten. Auch die Außenverteidigung ist mit Carvajal auf Rechts und Cucurella auf Links bereits klar. In der Mitte hingegen herrscht ein kleiner Konkurrenzkampf. Le Normand von Real Sociedad sollte wohl gesetzt sein, aber neben ihm durften sowohl Nacho Fernandez als auch Aymeric Laporte schon ran. Welcher von den beiden im Achtelfinalspiel gegen Georgien den Vorzug erhält, ist wohl noch offen. Dass Rodri und Pedri im Mittelfeld gesetzt sind, sollte wohl auch niemanden überraschen. Schließlich sind sie beide absolute Weltklassespieler, die immer in der Lage sind, den Unterschied zu machen. Die dritte Position im Mittelfeld geht an PSGs Fabian Ruiz, der im ersten Spiel gegen Kroatien ein überragendes Tor erzielte und sich auch mit seiner sonstigen Leistung in der Stammelf zementierte.

Im Sturmzentrum setzt man auf Alvaro Morata, der für die Nationalmannschaft oft zu überzeugen weiß. In seiner gesamten Spanien-Karriere erzielte er 36 Tore in 76 Spielen und auch bei diesem Turnier erzielte er das wichtige 1-0 gegen Kroatien. Auf den Flügeln setzt de la Fuente auf die jungen Wilden. Lamine Yamal (16) vom FC Barcelona und Nico Williams (21) von Athletic Bilbao bringen Tempo, Flair und Mut in diese spanische Mannschaft und kreiren somit eine gute Balance mit den älteren und erfahreneren Spielern wie Nacho, Carvajal oder auch Morata. Insgesamt wirkt Spanien sehr ausgeglichen und abgezockt. Kroatien fertigten sie im ersten Spiel schnell ab, und gegen das Abwehrbollwerk Italiens zeigten sie Geduld und Selbstvertrauen, dass sie ihre Chancen bekommen. Im letzten Spiel gegen Albanien wurde die gesamte Mannschaft rotiert, aber auch dort dominierten sie den Ballbesitz und drückten den Gegner tief in die gegnerische Hälfte.

Wer kommt weiter?

Spanien geht als klarer Favorit in diese Begegnung. Sie spielen eine ausgezeichnete Gruppenphase, ohne Punktverlust oder Gegentor. Allerdings ist Georgien nicht zu unterschätzen. Sie spielten ebenfalls eine starke Gruppenphase und konnten auch schon Titelfavorit Portugal überraschen. Nichtsdestotrotz müsste man Spanien ein Weiterkommen hier zutrauen. Eine sehr spannende Begegnung, die auch entweder Spanien als Titelfavorit festigt oder Georgiens Märchen fortführen lässt.

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