Henrik

Erzgebirge Aue: Das gescheiterte Projekt Aleksey Shpilevski

Platz Achtzehn nach sieben Spieltagen. Torverhältnis von 3:12. Drei Punkte. Man kann wohl bei Erzgebirge Aue von einem klassischen Fehlstart in die neue Spielzeit 2021/22 der 2.Bundesliga sprechen. Nach der Heimniederlage am vergangenen Spieltag gegen den SC Paderborn 07 (1:4) reagierten die Verantwortlichen um Veilchen-Präsident Helge Leonhardt und beurlaubten Cheftrainer Aleksey Shpilevski. (Foto: IMAGO / Jan Huebner)

Shpilevski, der im vergangenen Sommer den Posten des Cheftrainers der Veilchen erst übernommen hatte, musste also bereits nach sieben Spieltagen schon wieder seinen Hut nehmen. Wenn man nun im Nachhinein auf sein kurzfristiges Engagement im Erzgebirge schaut, fällt auf, dass die Zeit bei den Veilchen von einer ständigen Unruhe geprägt war. Doch was sind die Gründe für das Scheitern von Shpilevski im Erzgebirge?

Verpflichtung sorgt für Vorfreude bei Fans

Dem Großteil der Veilchen-Fans dürfte wohl der Name Aleksey Shpilevski im ersten Moment unbekannt gewesen sein. Jedoch war in den Lagern der Aue-Fans schnell die Vorfreude verbreitet nach genauer Recherche über den erst 33-jährigen Fußballlehrer.

Denn wenn man auf die Stationen Shpilevskis schaute, konnte man sich so einiges vom jungen Trainer versprechen. Immerhin durchlief dieser in den Jahren 2013 bis 2018 die Jugendmannschaften von RB Leipzig, bevor er sich Sommer 2018 zu einem Wechsel nach Belarus zu Dynamo Brest entschied. Nach einer erfolgreich absolvierten Spielzeit führte ihn sein Weg schließlich zum FK Kairat Almaty, mit welchem er in der Spielzeit 2019/20 die Meisterschaft in Kasachstan gewinnen konnte.

Die Voraussetzungen schienen also optimal zu sein und so mancher Veilchen-Fan träumte bereits davon, dass Shpilevski eine neue Ära im Erzgebirge prägen wird.

Aus Vorfreude wird Unruhe

Doch die anfängliche Euphorie im Lager der Veilchen-Fans war nur von kurzer Dauer. Bereits vor dem ersten Pflichtspiel der Saison war die Stimmung bereits schon angespannt. Der Grund für diesen Stimmungswechsel dürfte wohl die Transferstrategie der Veilchen gewesen sein.

Denn schließlich gaben die Sachsen mit Florian Krüger, wechselte zu Arminia Bielefeld, und Pascal Testroet, wechselte zum SV Sandhausen, die torgefährlichsten Stürmer der vergangenen Spielzeiten ab. Der Abgang von Krüger dürfte wohl niemanden überrascht haben, nachdem der flinke Mittelstürmer eine überragende Saison gespielt hatte und bereits während der vergangenen Saison das Interesse größerer Vereine geweckt hatte.

Doch der Transfer von Pascal Testroet zum SV Sandhausen dürfte für die Fans wohl überraschend gewesen sein. Schließlich hatte man zuvor Krüger schon abgegeben müssen und gab nun mit Testroet auch noch die zweite Konstante im Sturm direkt an einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt ab. Die Offiziellen teilten mit, dass Testroet nicht zu der neuen Spielphilosophie der Veilchen passen würde und man sich deswegen zu dieser Maßnahme entschlossen hatte.

Neuzugänge bleiben vorerst aus

Wer jetzt jedoch dachte, dass die Verantwortlichen bemüht waren schnellstmöglich gleichwertigen Ersatz für das Sturmzentrum zu verpflichten, sah sich getäuscht. Die Verantwortlichen der Veilchen reagierten zurückhaltend auf dem Transfermarkt und holten für das Sturmzentrum zunächst einmal lediglich Babacar Gueye vom Ligarivalen Karlsruher SC.

Die Fans der Veilchen blickten aufgrund der getätigten Transfers mit großer Sorge in die neue Spielzeit und ihre Sorgen sollten sich bestätigen. Innerhalb der ersten vier Spieltage der neuen Spielzeit 201/22, konnten die Veilchen lediglich zwei Tore erzielen und ließen im Offensivbereich jede Torgefährlichkeit vermissen.

Veranlasst durch die gezeigte Offensivschwäche, verpflichteten die Verantwortlichen den kroatischen Mittelstürmer Antonio Mance, auf Leihbasis von NK Osijek, um die Probleme im Offensivbereich zu lösen.

Reagieren statt Agieren

Es dürfte wohl niemanden überrascht haben, dass Erzgebirge Aue in der 2.Bundesliga seinen Fokus nicht auf dominanten Ballbesitz Fußball legen wird. Doch von den einstigen Ankündigungen seitens Shpilevskis bezüglich der Spielphilosophie, war lediglich nur in wenigen Momenten etwas zu erkennen.

Die neue Spielphilosophie der Veilchen sollte ursprünglich sein, dass man aus einer kompakt stehenden Defensive agiert und seinen Fokus auf das Pressing gegen den Ball legt mit anschließendem schnellen und zügellosen Umschaltspiel nach Ballgewinnen.

Unterschied zwischen Anspruch & Wirklichkeit

In der Realität sah die Spielphilosophie jedoch anders aus. Die Veilchen zeigten sich in der Defensive weitestgehend löchrig und anfällig, sodass sie nach sieben Spieltagen bereits zwölf Gegentore hinnehmen mussten. Hierbei muss jedoch noch erwähnt werden, dass Torhüter-Urgestein Martin Männel seine Veilchen des Öfteren vor einer höheren Niederlage bewahrte.

Das angekündigte Pressing gegen den Ball mit anschließendem schnellen Umschaltspiel war ebenfalls nur in sehr wenigen Situationen zu beobachten. In den wenigen Fällen, als das Pressing und Umschaltspiel funktionierte, scheiterten die Veilchen jedoch beim Torabschluss entweder am Torhüter oder an sich selbst.

Diese Probleme waren auch bei der Heimniederlage am vergangenen Spieltag gegen den SC Paderborn 07 (1:4) zu erkennen. Die Abwehr der Veilchen zeigte sich des Öfteren anfällig, währenddessen der Angriff von seinen zahlreichen Chancen lediglich eine einzige Chance verwerten konnte. Nach dem Spiel sahen sich die Verantwortlichen um Klub-Präsident Helge Leonhardt zum Handeln gezwungen und gaben bereits in der anschließenden Pressekonferenz die Trennung von Aleksey Shpilevski bekannt.

Präsident Leonhardt mit fragwürdigen Verhalten

Ein eher fragwürdiges Verhalten dürfte bei der Entlassung von Shpilevski wohl Aue-Präsident Helge Leonhardt gezeigt haben. Schließlich stärkte dieser seinem jungen Trainer Anfang September noch den Rücken in der Öffentlichkeit und betonte zudem, dass man vollständig hinter dem Trainer stehe und diesen nicht in frage stellen werde. Zusätzlich verwies Leonhardt darauf, dass es eine gewisse Zeit benötigt, bis die Mannschaft die neue Spielidee des Trainers verinnerlicht habe und umsetzen könne.

Doch nicht einmal ganze zwei Wochen später, scheint sich Leonhardt nicht mehr an seine eigenen Worte erinnern zu können und entschloss sich dazu das Projekt Shpilevski als gescheitert zu bezeichnen.

Fazit zur kurzfristigen Amtszeit Aleksey Shpilevskis in Aue

Grundsätzlich ist es hierbei zu einfach die Schuld am Misserfolg einzig und allein bei Aleksey Shpilevski zu suchen. Denn immerhin ist Fußball kein Einzelsport. Jedoch ist der junge Trainer möglicherweise auch an den eigenen Erwartungen gescheitert.

Seine Spielphilosophie mit einer kompakt stehenden Abwehr und aggressiven Pressing gegen den Ball mit anschließendem schnellen Umschaltspiel hätte gut in Aue funktionieren können. Jedoch hätte sich der Trainer auch ein wenig an dem bereits vorhandenen Spielerkader der Veilchen orientieren können und sein Spielsystem an ein paar Stellen zu verändern.

Auch den Umgang mit dem jahrelangen Torjäger Pascal Testroet, hätte Shpilevski sicherlich anders regeln können. Shpilevski dürfte bei der Entscheidung gegen Testroet sicherlich seine Gründe gehabt haben. Jedoch hätte er dem Publikumsliebling zumindest die Chance geben können, sodass dieser hätte zeigen können, ob er geeignet für das neue Spielsystem ist oder nicht. Einzig durch diesen Umgang mit Testroet verspielte sich Shpilevski schon Sympathien bei den eigenen Fans.

Jedoch sind hierbei auch die Verantwortlichen um Präsident Helge Leonhardt zu nennen, welche ebenfalls einen erheblichen Anteil am sportlichen Misserfolg der Veilchen besitzen. Denn jene haben es grundsätzlich einfach versäumt, ihrem jungen Trainer zu helfen und diesem für seine Spielphilosophie passende Spieler mit Format für die 2.Bundesliga zu verpflichten. Es lässt sich also sagen, dass die Verantwortlichen zwar den Umbruch bei ihrem Team einleiten wollten, jedoch dafür kaum etwas bzw. nicht genug getan haben und ihren Trainer bei der Bewältigung des Umbruchs im Stich gelassen haben.

Dem Trainer Aleksey Shpilevski gilt es für seine sportliche Zukunft nur das Beste zu wünschen und zu hoffen, dass er aus der Zeit im Erzgebirge seine Lehren gezogen hat.

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Henrik

Vorschau 2.Bundesliga: SV Werder Bremen gegen Hamburger SV

Grün-Weiße gegen Rothosen. Bundesliga-Absteiger gegen einstigen Bundesliga-Dino. Es ist wieder Derbyzeit im Norden. Am kommenden Samstag um 20:30 Uhr empfängt der SV Werder Bremen den Hamburger SV zum Traditionsduell. Die Duelle der beiden Nordrivalen waren stets heiß umkämpft und von einer unglaublichen Intensität auf und neben dem Platz geprägt. (Foto: IMAGO / MIS)

Der direkte Vergleich des Derbys spricht jedoch knapp für den SV Werder Bremen. In den bisherigen 128 Pflichtspielen gegen den großen Rivalen im Norden konnten die Bremer in 49 Spielen den Platz als Sieger verlassen, der Hamburger SV konnte bisher 41 Spiele für sich entscheiden. Hierbei ist es jedoch zu erwähnen, dass die Rothosen nur eines der letzten fünf Aufeinandertreffen gegen Werder gewinnen konnten.

Doch wer kann sich am Samstagabend durchsetzen und seinen Fans den so prestigeträchtigen Derbysieg schenken? Gelingt es Werder, seine Siegesserie fortzusetzen und in der Tabelle weiter nach oben zu klettern? Oder gelingt es dem HSV etwas Zählbares aus Bremen mitzunehmen und sich in der Tabelle wieder an die Spitzengruppe der 2.Bundesliga anzunähern?

Die Stärken vom SV Werder Bremen

Zu den großen Stärken der Grün-Weißen dürfte wohl die wieder gefundene Offensivstärke gehören. Denn schließlich konnte das Team von Trainer Markus Anfang innerhalb der ersten sechs Spiele bereits schon elf Tore erzielen und gehört zu den stärksten Offensivreihen der 2.Bundesliga. Hierbei gilt es besonders das Offensivduo Marvin Ducksch und Romano Schmid zu erwähnen. Das Duo scheint sich bestens zu verstehen auf dem Platz und konnte in den letzten Ligaspielen nur sehr schwer von den gegnerischen Abwehrreihen gestoppt werden.

Eine weitere Stärke Werders dürfte wohl die lang vermisste Stabilität in der Abwehr sein. Denn immerhin sind die Grün-Weißen seit nun bereits drei Ligaspielen in Folge ohne Gegentor geblieben. Hierbei gilt es Torhüter Michael Zetterer zu erwähnen, der bislang stets eine souveräne Figur machte und seiner Verteidigung den notwendigen Rückhalt gab.

Diese beiden Stärken Werders konnte man auch am vergangenen Spieltag erkennen. als die Bremer beim Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt 04 zu Gast waren und man einen souveränen Auswärtssieg einfahren konnte (3:0).

Die Schwächen vom SV Werder Bremen

Wenn man aktuell bei Werder nach Schwächen sucht, dürfte wohl die teilweise noch fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor ausgemacht werden. Denn die Mannschaft von Trainer Anfang spielt sich grundsätzlich eine Vielzahl an guten Möglichkeiten heraus, von denen jedoch lediglich nur ein kleiner Teil verwertet wird.

Eine weitere Schwäche Werders dürfte es wohl sein, dass die Mannschaft möglicherweise noch ein wenig Zeit braucht, um als Einheit vollständig zusammenzuwachsen und die Spielidee von Trainer Anfang zu verinnerlichen. Aufgrund der späten Bemühungen der Bremer Verantwortlichen auf dem Transfermarkt, wurden teils Spieler in allerletzter Sekunde verpflichtet, welche nun erstmal Eingewöhnungszeit benötigen, um sich an das Umfeld beim Bundesliga-Absteiger zu gewöhnen und sich in die Mannschaft zu integrieren.

Die Stärken des Hamburger SV

Die ganz große Stärke der Rothosen dürfte wohl ihre Spielidee sein. Denn hierbei ist eine sehr große Flexibilität im Aufbauspiel zu erkennen. Schließlich scheint Trainer Tim Walter besonderen Wert darauf zu legen, dass im Spiel der Rothosen ein ständiger Positionswechsel zu sehen ist und seine Schützlinge auch während des eigenen Ballbesitzes pausenlos in Bewegung sind. Dies erklärt auch, dass der Hamburger SV zu den laufstärksten Teams der 2.Bundesliga gehört, obwohl man auf eine klare Dominanz in punkto Ballbesitz aus ist.

Die Schwächen des Hamburger SV

Die wohl mit Abstand größte Schwäche der Rothosen dürfte wohl der Torabschluss sein. Der HSV spielte sich in der laufenden Saison bisher in jedem Ligaspiel eine große Vielzahl guter Möglichkeiten heraus, aber betrieb bislang in jedem Spiel Chancenwucher und machte sich das Leben so selbst schwer.

Hierbei dürfte man den Abgang von Torjäger Simon Terodde wohl nur sehr schwer verkraften. Denn schließlich spielt Terodde mittlerweile für den FC Schalke 04 und konnte in der laufenden Saison bereits sieben Tore erzielen. Besonders seine Abgeklärtheit und Lockerheit vor dem gegnerischen Tor dürfte man in Hamburg aktuell schmerzlich vermissen.

Das beste Beispiel für die aktuellen Probleme vor dem gegnerischen Tor dürfte wohl das Heimspiel am vergangenen Spieltag gegen den SV Sandhausen (2:1) sein. Der HSV spielte sich in dieser Partie wieder einmal eine Reihe von guten Chancen heraus, aber scheiterte oftmals an sich selbst oder dem gut aufgelegten Sandhausen Torhüter Patrick Drewes. Und so war kurz vor Schluss dann die Erlösung regelrecht zu spüren und zu hören, als Mittelfeldabräumer Moritz Heyer kurz vor Schluss das 2:1 erzielen konnte und damit ein komplettes Stadion erlöste. Es gelang dem HSV dadurch den ersten Heimsieg der Saison einzufahren und in der Tabelle wieder nach oben zu klettern.

Jedoch gilt es hier zu erwähnen, dass sich die Mannschaft von Trainer Walter beim Torabschluss noch verbessern muss, um sich in Ligaspielen das Leben nicht selbst schwer zu machen und dadurch möglicherweise viele Punkte liegen zu lassen.

Spieler im Fokus

Auf Seiten der Grün-Weißen werden die Hoffnungen wohl speziell auf Torjäger Marvin Ducksch liegen. Der Mittelstürmer, der kurz vor Ende des Transferfensters von Hannover 96 gewechselt ist, gilt als absoluter Wunschspieler von Trainer Anfang und konnte in seinen ersten beiden Spielen für Werder bereits schon drei Tore erzielen. Der Angreifer agiert zudem als Antreiber auf dem Platz, der seine Kollegen bei jeder Möglichkeit versucht zu motivieren. Den Mittelstürmer aus dem Spiel der Bremer zu halten, wird für die Verteidiger des Hamburger SV oberste Priorität haben.

Bei den Rothosen werden die Blicke wohl speziell auf Mittelfeldstratege Sonny Kittel gerichtet sein. Der offensive Flügelspieler gilt als Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Hamburger und dürfte wohl ebenfalls durch seine Erfahrung eine wichtige Rolle in einer ansonsten teilweise noch sehr jungen und unerfahrenen Hamburger Mannschaft haben. Besonders durch seine Stärke bei Standards, dürfte er wohl zu einer großen Gefahr für das Bremer Tor werden.

Insgesamt können sich die Fans auf ein sehr spannendes Derby freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob der Hamburger SV etwas Zählbares aus Bremen mitnehmen kann oder ob sich Werder mit einem Sieg weiterhin in der Spitzengruppe der 2.Bundesliga etablieren kann.

Bei Bwin kann man natürlich Wetten auf das Nordderby abgeben. Die Quote auf einen Sieg von Werder Bremen liegt aktuell bei 2.30, während bei einem Sieg des Hamburger SV eine Quote von 2,85 winkt.

Eine Wette auf über 1,5 Tore oder höher könnte sich bei diesem Duell durchaus lohnen. Beide Teams pflegen einen offensiv geprägten Fußball und suchen stetig den Weg zum gegnerischen Tor. Es könnte die Fans also eine torreiche Begegnung erwarten.

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Henrik

Darmstadt 98: Auf dem Weg zurück in die Spitzengruppe?

Platz Acht nach fünf Spieltagen. Torverhältnis von 12:8. Sieben Punkte. Die neue Spielzeit der 2.Bundesliga hätte für den SV Darmstadt 98 wohl kaum turbulenter beginnen können. Speziell zu Beginn der noch jungen Spielzeit setzte Covid-19 den Lilien so stark zu, sodass zahlreiche Spieler aufgrund einer veranlassten häuslichen Quarantäne nicht zur Verfügung standen. (Foto: IMAGO / Hartenfelser)

Die Abwesenheit zahlreicher Stammkräfte machte sich sehr bemerkbar, sodass die Südhessen jeweils in ihren ersten drei Pflichtspielen der Saison 2021/22 den Platz als Verlierer verlassen mussten.

Doch seit dem Heimspiel gegen den FC Ingolstadt 04 (6:1) am dritten Spieltag, scheinen sich die Lilien nun endgültig gefangen zu haben. Denn schließlich sind die Darmstädter seit nun drei Spielen unbesiegt und konnten selbst gegen große Gegner wie unter anderem den Hamburger SV punkten. Aber wie hat das Team von Trainer Torsten Lieberknecht den Turn-Around geschafft und sich trotz des schlechten Starts in die obere Tabellenhälfte zurückgekämpft?

Sommervorbereitung auf Hochtouren

Bereits in der Sommerpause war in Darmstadt so einiges los. Nach wochenlang fest anhaltenden Gerüchten entschied sich der damalige Lilien-Cheftrainer Markus Anfang zum Bundesliga-Absteiger SV Werder Bremen zu wechseln. Obwohl die Lilien für Anfang eine Ablösesumme erhielten, war dies dennoch ein Schock für die Südhessen, da man nun zu Beginn der Saisonvorbereitung keinen Cheftrainer hatte.

Die Verantwortlichen der Darmstädter fanden jedoch mit Torsten Lieberknecht relativ schnell einen neuen Cheftrainer. Der 48-jährige Fußballlehrer passte perfekt in die Vorstellungen der Lilien-Verantwortlichen und konnte offenbar direkt mit seinen Vorstellungen und Ansichten überzeugen.

Doch nun galt es für die Lilien am Mannschaftskader für die kommende Spielzeit Veränderungen vorzunehmen. Denn immerhin galt es die Abgänge von wichtigen Stammspielern wie von Mittelfeld Abräumer Victor Palsson oder Torschützenkönig Serdar Dursun zu kompensieren. Schlussendlich konnten die Lilien insgesamt 15 neue Spieler in ihren Reihen begrüßen, während ebenfalls 15 Spieler den Verein verlassen hatten.

Es galt nun für Trainer Lieberknecht eine neue Mannschaft zu formen und die Neuzugänge zu integrieren.

Ligaauftakt wird zum Alptraum

Die Sommervorbereitung der Lilien verlief den Umständen entsprechend sehr gut ab. In den vier absolvierten Testspielen gingen die Südhessen in keinem einzigen als Verlierer von Platz und konnten lediglich gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart (1:1) keinen Sieg verbuchen. Aufgrund der gezeigten Leistungen und der Resultate blickte man optimistisch auf den bevorstehenden Saisonauftakt in die Spielzeit 2021/22 der 2.Bundesliga.

Doch was dann geschah gleicht wohl eher einem Alptraum. In den Reihen der Lilien wurden gleich mehrere Akteure positiv auf Covid-19 getestet, was wiederum zur Folge hatte, dass sich zahlreiche Akteure in eine häusliche Quarantäne begeben mussten.

Den Saisonauftakt hatte man sich bei den Lilien sicherlich anders vorgestellt. Denn nun galt es für Trainer Lieberknecht erstmal sich einen Überblick über die ihm noch zur Verfügung stehenden Spieler zu verschaffen. Aufgrund der vielen Ausfälle berief Lieberknecht mehrere Spieler aus der eigenen A-Jugend, unter anderem Innenverteidiger Clemens Riedel und den offensiven Mittelfeldspieler John Peter Sesay, in den Profikader.

Mit dem nun arg dezimierten Kader gingen die Lilien ihre Herausforderungen an. Jedoch kam es, wie man es schon vorher hätte erwarten können. Die Lilien mussten sich in den ersten beiden Ligaspielen gegen den SSV Jahn Regensburg (0:2) und gegen den Karlsruher SC (0:3) geschlagen geben. In beiden Spielen kämpften die Südhessen zwar aufopferungsvoll im Rahmen ihrer Möglichkeiten, aber es war ihnen dann doch anzumerken, dass sich das komplett neu zusammengestellte Team erst einmal finden musste.

Auch in der ersten Runde des diesjährigen DFB-Pokals mussten sich die Lilien beim Drittligisten 1860 München (4:5 nach Elfmeterschießen) geschlagen geben. Die personelle Situation hatte sich zwar vor Beginn der Partie leicht entspannt, jedoch verfügten die wieder genesenen Spieler nicht über die grundlegende Fitness, sodass diese bestenfalls in den Kader zurückkehren und gegebenenfalls lediglich für Kurzeinsätze zur Verfügung stehen konnten.

Mentalitätsspieler Gjasula wird verpflichtet

Veranlasst durch die personellen Probleme und den daraus folgend enttäuschenden Ergebnissen, sahen sich die Verantwortlichen der Lilien zum Handeln gezwungen und analysierten den Transfermarkt nach potenziellen Verstärkungen.

Es wurde Ausschau gehalten nach einem Spieler, der den Lilien sofort weiterhelfen und von den Grundtugenden zu den Südhessen passen würde. Und genau diesen Spielertypen fanden die Verantwortlichen mit Mittelfeldspieler Klaus Gjasula.

Der groß gewachsene zentrale Mittelfeldspieler wechselte ablösefrei vom Liga Rivalen Hamburger SV zu den Lilien und unterschrieb einen Vertrag bis 2023. Gjasula zeichnet sich besonders durch seine Robustheit und Zweikampfhärte aus und dürfte perfekt das Anforderungsprofil der Darmstädter passen.

Covid-19 schweißt Verein noch enger zusammen

Es scheint regelrecht so, als ob diese außergewöhnliche Notsituation in den Reihen der Lilien dafür gesorgt hat, dass sich das Team, die Fans und die Betreuer noch mehr zu einer Einheit geformt haben.

Denn wer nach schlechter bzw. gereizter Stimmung in den Reihen der Lilien suchte, suchte diese vergebens. Es herrschte eine regelrechte “Jetzt-erst-recht-Mentalität” auf und neben dem Platz. Es sollte nicht nach möglichen Ausreden für den sportlichen Misserfolg gesucht werden, sondern daran gearbeitet werden, dass man sportliche Erfolge verbuchen konnte.

Und genau diesen konnte man im Heimspiel am dritten Spieltag gegen den FC Ingolstadt (6:1) nun endlich verbuchen. In einem wahren Offensivspektakel fegten die Südhessen regelrecht die Schanzer vom Platz und konnten die ersten Punkte der Saison einfahren. Hierbei sind ebenfalls die Zuschauer besonders hervorzuheben, welche das Team pausenlos unterstützen und das heimische Merck-Stadion am Böllenfalltor in ein regelrechtes Tollhaus verwandelten.

Doch wer nun dachte, dass es sich bei dem Sieg gegen den FC Ingolstadt um eine Eintagsfliege handeln würde, sah sich wieder einmal getäuscht. Die Lilien konnten den Rückenwind mit in die darauffolgenden Spiele gegen den Hamburger SV (2:2) und gegen Hannover 96 (4:0) nehmen und wussten in beiden Spielen zu überzeugen.

Doppelspitze als Schlüssel zum Erfolg

Einer der Hauptgründe für den momentanen Erfolg der Lilien dürfte wohl ihre offensive Spielweise sein. Denn Torsten Lieberknecht scheint genau da vom spielerischen Ansatz her anzusetzen, wo sein Vorgänger Markus Anfang aufgehört hat.

Die Lilien zeichnen sich mit einem permanenten Offensivdrang aus und sind stets in der Lage für Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen. Hierbei gilt es jedoch besonders ein neu geschaffenes Sturm-Duo hervorzuheben. Die beiden Mittelstürmer Luca Pfeiffer, ausgeliehen vom FC Midtjylland, und Philipp Tietz, ablösefrei gekommen vom SV Wehen Wiesbaden, gehören momentan zu den torgefährlichsten Spielern der 2.Bundesliga und dürften jede Abwehr in Schrecken versetzen.

Besonders das Zusammenspiel der beiden Vollblut-Stürmer auf und neben dem Platz gilt es zu erwähnen. Beide scheinen sich neben dem Platz so gut zu verstehen, sodass sie auf dem Platz noch viel mehr für den anderen bereit sind zu kämpfen und sich über die Tore des anderen genauso freuen, als wenn sie selbst getroffen hätten.

So auch am vergangenen Spieltag, als die Lilien Hannover 96 zu Gast hatten und man sich nach einem wahren Offensiv-Spektakel mit 4:0 durchsetzen konnte. Auch in diesem Spiel konnten sich die beiden Mittelstürmer jeweils einmal in die Torschützenliste eintragen und wussten durch ihr Zusammenspiel stets zu überzeugen.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel bei Hansa Rostock eine äußerst schwere Aufgabe für die Lilien. Denn schließlich darf man den Zweitliga-Aufsteiger trotz eines eher mäßigen Saisonstarts besonders vor seiner heimischen Kulissen keinesfalls unterschätzen.

Die Mannschaft von Trainer Jens Härtel gilt als physisch starke Mannschaft, die mit großer Sicherheit auch den Darmstädtern alles abverlangen werden. Die Lilien dürften also durchaus vor den Qualitäten der Rostocker gewarnt sein. Des Weiteren gilt es besonders für die Südhessen die Nerven zu behalten beim Gastspiel im Ostseestadion. Dieses ist durchaus dafür bekannt, sich innerhalb eines Spiels zu einem wahren Tollhaus zu verwandeln und wurde teils schon zu einem wahren Alptraum für die Gastmannschaften.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr intensive und spannende Partie freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob es Hansa Rostock gelingt den positiven Trend der Lilien zu stoppen oder ob es den Darmstädtern gelingt auch aus Rostock etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten von Darmstadt 98.

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Henrik

Die Erfolgsgründe von Dynamo Dresden

Platz zwei nach drei Spieltagen. Torverhältnis von 6:1. Sieben Punkte. Der Saisonstart in die Spielzeit 2021/22 hätte für Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden wohl kaum besser laufen können. (Foto: IMAGO / Dennis Hetzschold)

Nachdem die Dresdner in der vergangenen Spielzeit drauf und dran waren, den sicher geglaubten Aufstieg in die 2.Bundesliga zu verspielen, reagierten die Klub Verantwortlichen und holten mit Alexander Schmidt einen neuen Cheftrainer. Ein absoluter Volltreffer, wie sich herausstellte. Denn seitdem Schmidt Cheftrainer ist, hat Dynamo kein einziges Pflichtspiel mehr verloren, konnte den ersehnten Aufstieg in die 2.Bundesliga feiern und legt aktuell ebenfalls einen fulminanten Start in das Unterhaus der Bundesliga hin.

Doch was sind die Gründe für den Erfolg von Dynamo Dresden? Was macht den Zweitliga-Aufsteiger so stark?

Trainer Schmidt mit keinen Anlaufschwierigkeiten

Die meisten Dynamo-Fans waren wohl regelrecht schockiert, als sich Dynamo, in der vergangenen Spielzeit aufgrund einer sportlichen Talfahrt von seinem damaligen Cheftrainer Markus Kauczinski trennte. Die Verantwortlichen des Klubs sahen sich zum Handeln gezwungen, da man drauf und dran war, den sicher geglaubten Aufstieg in die 2.Bundesliga zu verspielen.

Ein Nachfolger war mit Alexander Schmidt schnell gefunden. Der 52-jährige Fußballlehrer wurde mit einem Vertrag vorübergehend bis zum Saisonende ausgestattet und sollte das Ziel Aufstieg erreichen. Und was ab diesem Zeitpunkt geschah, kann man wohl schon als eine Art Fußballmärchen beschreiben.

Aus den restlichen sechs verbliebenen Ligaspielen konnte Schmidt stolze fünf Spiele gewinnen und den ersehnten Aufstieg erreichen. Die Chemie zwischen Schmidt und dem Team schien bereits ab dem ersten Tag optimal zu passen. Er brachte die notwendigen frischen Impulse in die Mannschaft, was auch bei den Verantwortlichen nicht unbemerkt blieb, sodass Schmidt auch nach dem geschafften Aufstieg als Cheftrainer weitermachen durfte und einen neuen Vertrag erhielt.

Besonders seine Persönlichkeit dürfte wohl das Erfolgsrezept von Schmidt sein. Mit seiner authentischen Art, spricht er die Angelegenheiten offen und ehrlich an, was offenbar gut bei den Spielern anzukommen scheint und des Weiteren auch zum Verein Dynamo Dresden passt.

Kader wurde sinnvoll verstärkt

Der Spielerkader Dynamos dürfte wohl zu einer der großen Stärken gehören. Hierbei gilt es besonders die Zusammenarbeit von Cheftrainer Alexander Schmidt und Geschäftsführer Sport Ralf Becker zu loben, welche im Sommer eine bereits funktionierende Mannschaft, an der ein oder anderen Stelle erfolgreich verstärkt haben.

Die Neuzugänge scheinen sich bisher ohne Anlaufschwierigkeiten in die Mannschaft integriert zu haben und konnten schon mit guten Leistungen auf sich aufmerksam machen. Hierbei gilt es besonders Innenverteidiger Michael Sollbauer, für eine nicht offiziell genannte Ablöse vom FC Barnsley gekommen, sowie Flügelspieler Morris Schröter, ablösefrei gekommen vom FSV Zwickau, zu erwähnen.

Mannschaft mit enormen Selbstvertrauen und Mut

Der Mut dürfte wohl zu einer der größten Stärken Dynamos gehören. Denn die Mannschaft von Trainer Schmidt scheint über ein recht großes Selbstvertrauen zu verfügen und will sich offenbar auch gegen vermeintliche Favoriten keineswegs verstecken. Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten und das Spielsystem scheinen sehr groß zu sein.

Das beste Beispiel dürfte wohl hierbei das Auswärtsspiel beim Hamburger SV am zweiten Spieltag sein. In der ersten Halbzeit hatte Dynamo so einige Probleme mit dem Tempo der Hausherren. Man war grundsätzlich einen Schritt zu langsam, sodass man schließlich mit einem 0:1 Rückstand in die Halbzeitpause ging. Wer jetzt jedoch dachte, dass die zweite Halbzeit genauso weiterlaufen würde, sah sich getäuscht.

Trainer Schmidt scheint genau die passenden Worte gefunden zu haben und man sah eine fokussierte und höchstmotivierte Dresdner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Hierbei gilt es jedoch zu erwähnen, dass Dynamo stets kühlen Kopf behielt und nicht in Hektik geriert. Sie blieben ihrem Spielsystem treu, agierten nun insgesamt entschlossener und waren das dominante Team im zweiten Abschnitt der Partie.

Der Hamburger SV konnte einer überzeugenden Dynamo-Mannschaft nur schwer standhalten, sodass der Ausgleichstreffer durch Innenverteidiger Tim Knipping zu dem Zeitpunkt verdient war.

Am Ende konnte der Zweitliga-Aufsteiger einen Punkt aus dem Volksparkstadion entführen und vor allem zeigen, was mit purer Entschlossenheit und dem Glauben an die eigenen Fähigkeiten möglich ist.

Fans als zwölfter Mann

Dass die Fans im Fußball einen großen Anteil am Spielgeschehen haben, dürfte wohl für niemanden unbekannt sein. Dennoch gilt es die Unterstützung der Dynamo Fans zu erwähnen.

Die Fans stehen komplett hinter dem Team und agieren bei den Heimspielen stets als berühmter “zwölfter Mann”. Jeder gewonnene Zweikampf, jeder vollzogene Sprint und jeder Torschuss wird von den Fans stets lautstark gefeiert. Den Spielern Dynamos scheint diese Unterstützung einen enormen Aufwind zu geben, sodass sie auf dem Spielfeld alles geben und auch über die eigenen Grenzen hinausgehen.

Besonders beim Heimspiel gegen Hannover 96 (2:0) dürfte wohl der Einfluss der Fans zu sehen gewesen sein. Die 13.780 Zuschauer verwandelten das Rudolf-Harbig-Stadion zu einem wahren Tollhaus, was sicherlich auch die Gäste aus Niedersachsen beeindruckte und zugleich beeinflusste.

Es dürfte bereits jetzt schon klar sein, dass ein Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden für keine Mannschaft der 2.Bundesliga angenehm werden wird.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am kommenden Spieltag wartet mit dem Auswärtsspiel bei Hansa Rostock eine äußerst schwere und zugleich brisante Aufgabe auf Dynamo. Denn immerhin startete das Team von Trainer Jens Härtel ebenfalls gut in die Saison und belegt aktuell den neunten Tabellenplatz.

Trotz guten Saisonstart darf Dynamo Hansa Rostock jedoch keinesfalls unterschätzen. Die Rostocker zeichnen sich über eine sehr physische Spielweise aus und setzen gelegentlich mit schnellen Kontern Nadelstiche in der Offensive.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf eine sehr intensive und spannende Begegnung freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob Hansa Rostock Dynamo die erste Saisonniederlage zufügen kann oder ob es den Dresdnern gelingt auch aus Rostock etwas Zählbares mitzunehmen.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten Hansa Rostocks

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Henrik

3. Liga Vorschau: 1.FC Kaiserslautern gegen 1860 München

Pfälzer gegen Bayern. Es kommt zum Aufeinandertreffen zweier großer Traditionsklubs. Am kommenden Samstag um 14 Uhr empfängt der 1.FC Kaiserslautern den TSV 1860 München.

Der direkte Vergleich des Duells spricht jedoch für den 1.FC Kaiserslautern. In den bisherigen 65 Pflichtspielen gegen den TSV 1860 München konnten die Lauterer in 28 Spielen den Platz als Sieger verlassen, die Münchner konnten bisher 19 Spiele für sich entscheiden. Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass die Roten Teufel keines der letzten fünf Spiele gegen die Löwen gewinnen konnten.

Doch wer kann sich am Wochenende durchsetzen? Gelingt es dem FCK mit einem Sieg gegen 1860 den ersten Saisonsieg einzufahren und in der Tabelle weiter nach oben zu klettern? Oder gelingt es den Löwen etwas Zählbares aus Kaiserslautern mitzunehmen und sich weiterhin in der Spitzengruppe der 3.Liga zu halten?

Die Stärken des 1.FC Kaiserslautern

Zu den großen Stärken der Roten Teufel dürfte wohl ihre Spielphilosophie gehören. Denn trotz der aktuell ausbleibenden Erfolge, lässt sich die Spielphilosophie von Trainer Marco Antwerpen durchaus erkennen. Die Lauterer versuchen trotz der sportlichen Talfahrt an ihrer Idee des Fußballs mit gepflegtem Passspiel fest zu halten und sich stets über die schnellen offensiven Flügelspieler gefährliche Torchancen heraus zu spielen.

Eine weitere Stärke der Lauterer dürfte wohl die eigentliche Qualität des Kaders sein. Denn trotz der enttäuschenden Ergebnisse darf man nicht vergessen, dass im Kader der Pfälzer zahlreiche Akteure spielen, die schon höherklassig gespielt haben.

Die Schwächen des 1.FC Kaiserslautern

Die wohl mit Abstand größte Schwäche der Lauterer dürfte wohl der Torabschluss sein. Denn schließlich konnte der FCK, weder in den ersten drei Spielen der 3.Liga noch im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach (0:1), einen eigenen Treffer erzielen. Hierbei ist allerdings zu erwähnen, dass sich die Roten Teufel teils sogar gute Torchancen heraus spielten, aber immer kläglich an sich selbst oder dem gegnerischen Torhüter scheiterten.

Eine weitere Schwäche der Pfälzer dürfte wohl die Mentalität innerhalb der Mannschaft sein. Die Mannschaft scheint in der aktuellen Phase nicht in der Lage zu sein, sich nach einem Rückstand zurück in die Begegnung zu kämpfen. Dies war besonders bei den beiden Auswärtsspielen in Meppen (0:1) und in Berlin (0:4) zu sehen. Der FCK konnte bei beiden Begegnungen nicht überzeugen und ließ so ziemlich alles vermissen. Hierbei dürfte wohl speziell das Abwehrverhalten aufgefallen sein, welches sich in beiden Spielen als nicht tauglich für die 3.Liga zeigte.

Die Stärken des TSV 1860 München

Die ganz große Stärke der Löwen dürfte wohl ihre Mentalität sein. Die Mannschaft von Trainer Michael Köllner präsentiert sich von Woche zu Woche als eine geschlossene Einheit.

Dies konnte man besonders gut neulich beim München-Derby gegen Türkgücü München (1:1) beobachten. Die Löwen mussten bei hochsommerlichen Temperaturen die komplette zweite Halbzeit in Unterzahl spielen und konnten am Ende dennoch einen Punkt aus der Partie mitnehmen. Natürlich muss hier erwähnt werden, dass Türkgücü während der kompletten Spielzeit das bessere Team war und eine Vielzahl an guten Torchancen hatte.

Dennoch verdienten sich die Löwen den Punktgewinn, durch ihren immensen läuferischen Aufwand und Kampfgeist.

Die Schwächen des TSV 1860 München

Wenn man aktuell bei 1860 nach Schwächen sucht, dürfte wohl der noch nicht vorhandene Spielrhythmus ausgemacht werden. Die Löwen scheinen aktuell noch Probleme damit zu haben, in einen flüssigen Spielrhythmus zu kommen.

Die bisher geholten fünf Punkte aus drei Spielen trüben hierbei ein wenig die Realität. Schließlich darf nicht vergessen werden, dass die Löwen, sowohl beim Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden (0:0) als auch beim Heimspiel gegen Türkgücü München (1:1), sehr große Schwierigkeiten mit dem Gegner hatten und in beiden Begegnungen spielerisch nicht überzeugen konnten.

Spieler im Fokus

Auf Seiten der Lauterer werden speziell die Hoffnungen auf Mittelfeldregisseur Mike Wunderlich liegen. Der Routinier, der im vergangenen Sommer für eine nicht offiziell genannte Ablöse von Viktoria Köln gekommen ist, gilt als absoluter Wunschspieler von Trainer Antwerpen und soll die Strippen in der Offensive der Pfälzer ziehen. Seine Erfahrung und sein Spielwitz dürften wohl besonders in der aktuell schwierigen Zeit für die Lauterer von großer Bedeutung sein. Insgesamt werden die Roten Teufel wohl regelrecht drauf brennen im Spiel gegen 1860 München ihre Torflaute beenden und die ersten Saisontore erzielen zu können.

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Bei den Löwen werden die Blicke wohl speziell auf Sturmtank und Kapitän Sascha Mölders gerichtet sein. Der nun schon 36 Jahre alte Stürmer besitzt im Team der Löwen immer noch eine große Rolle und agiert als absoluter Führungsspieler. Neben seinem Torinstinkt gilt Mölders zudem als wahrer Teamplayer, der seine Kollegen stets versucht aufzubauen und zu motivieren. Seinen großen Stellenwert zeigte er vor kurzem erst wieder, als er den Löwen, im Topspiel gegen Türkgücü München, mit seinem Treffer kurz vor Schluss einen durchaus überraschenden Punkt retten konnte.

Insgesamt können sich die Fans auf ein sehr spannendes und intensives Spiel freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Lauterer ihren aktuellen Negativlauf stoppen und gegen 1860 den ersten Saisonsieg einfahren können oder ob sich die Löwen durchsetzen und weiterhin in der Spitzengruppe der Liga festbeißen können.

Bei Bwin kann man natürlich auf dieses brisante Duelle Wetten abgeben. Die Quote auf einen Sieg des 1.FC Kaiserslautern beträgt aktuell 2.60, während bei einem Sieg von 1860 München eine Quote von 2.50 winkt.

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Henrik

Bleibt St. Pauli auch weiterhin auf der Erfolgswelle?

Platz vier nach zwei Spieltagen. Torverhältnis von 3:0. Vier Punkte. Der Saisonstart in die Spielzeit 2021/22 der 2.Bundesliga hätte für den FC St. Pauli kaum besser laufen können. (Foto: IMAGO / Christian Schroedter)

Nachdem die Kiezkicker in der vergangenen Spielzeit, zu Beginn der Rückrunde, die Abstiegszone verlassen konnten, sind die Hamburger regelrecht auf einer Erfolgswelle. Trainer Timo Schultz scheint nach seinen Anlaufschwierigkeiten aus seinen Fehlern gelernt zu haben und formte St.Pauli zu einem der Topteams der 2.Bundesliga.

Doch können die Kiezkicker auch während der kompletten Spielzeit konstant bleiben und sogar am Ende um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen? Oder gerät die Mannschaft von Trainer Schultz früher oder später in eine schwierige Phase?

Fast alle Leistungsträger konnten gehalten werden

Dass Spieler bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten wecken, wenn sie konstant gute Leistungen zeigen, dürfte wohl niemanden überraschen und gehört zur Fußballbranche. Dies mussten auch die Verantwortlichen der Kiezkicker in der Sommerpause erleben.

Immerhin verließen die Hamburger mit den Leihspielern Omar Marmoush, Rodrigo Zalazar und Dejan Stojanovic gleich drei Akteure, die maßgeblichen Anteil am Erfolg aus der Vorsaison hatten. Doch aus finanzieller Sicht waren den Verantwortlichen regelrecht die Hände gebunden und man musste das Trio zu ihren Stammvereinen zurückkehren lassen.

Positiv zu erwähnen ist jedoch, dass man ansonsten die restlichen Leistungsträger an Bord behalten konnte. Besonders der Verbleib von Mittelstürmer Guido Burgstaller und des offensiven Mittelfeldspielers Daniel-Kofi Kyereh dürfte wohl für Freude in den Reihen der Pauli-Fans gesorgt haben. Beide verkörpern die DNA des Kiezklubs und sind absolute Leistungsträger im Spielsystem von Timo Schultz.

Gelungener Ligastart

Es hätte wohl kaum brisanter werden können zu Saisonauftakt für die Kiezkicker. Man empfing im heimischen Millerntor-Stadion die KSV Holstein Kiel zum Nordderby. Die meisten hätten wohl mit einer ausgeglichenen Partie gerechnet, da mit Kiel der Tabellendritte aus der vergangenen Spielzeit zu Gast war. Doch es kam anders.

Die Kiezkicker waren über die kompletten 90 Minuten die klar bessere Mannschaft und konnten am Ende einen souveränen 3:0 Heimsieg einfahren. Besonders positiv sind hierbei die Fans der Kiezkicker erwähnen, die das Stadion in ein wahres Tollhaus verwandelten und regelrecht zum Beben brachten.

Am zweiten Spieltag musste die Mannschaft von Trainer Schultz bei Erzgebirge Aue antreten. In einer relativ zerfahrenen Partie mussten sich die Hamburger am Ende mit einem Remis (0:0) zufrieden geben und konnten lediglich einen Punkt aus dem Erzgebirge mitnehmen.

Probleme im Defensivverhalten angegangen

Die große Schwäche der Kiezkicker dürfte wohl das Defensivverhalten in der vergangenen Spielzeit gewesen sein. Speziell in der Hinrunde der Spielzeit 2020/21 galt die Arbeit gegen den Ball wohl neben einer schlechten Chancenverwertung, als einer der Hauptgründe für den anfänglichen Misserfolg.

Doch nun scheinen die Hamburger aus ihren Fehlern gelernt und das Defensivverhalten in der Sommerpause intensiv trainiert zu haben. Denn schließlich kassierte man in den ersten beiden Ligaspielen keinen einzigen Gegentreffer und konnte dementsprechend schon zweimal seinen Kasten sauber halten.

Die neue Abwehrstärke könnte wohl auch an zwei Neuzugängen in der Defensive liegen. Denn weder Innenverteidiger Jakov Medic, für 400.000 Euro verpflichtet vom SV Wehen Wiesbaden, noch Torhüter Nikola Vasilj, ablösefrei gekommen von Zorya Lugansk, brauchten großartig viel Eingewöhnungszeit bei den Kiezkickern und konnten bereits mit guten Leistungen in den ersten Pflichtspielen überzeugen.

Mit blauen Auge in die zweite Runde des DFB-Pokals

Für die Profivereine gilt es in der ersten Runde des DFB-Pokals grundsätzlich, um das Erreichen der zweiten Runde. Die Art und Weise des Weiterkommens spielt dabei zwar auch eine Rolle, aber es gilt zunächst einmal, um das Vermeiden des Ausscheidens. Genau dies dürfte wohl beim FC St. Pauli ebenfalls der Fall gewesen sein.

In der ersten Runde des diesjährigen DFB-Pokals erwischten die Kiezkicker ein äußerst unangenehmes Los. Man musste auswärts beim Drittligisten 1.FC Magdeburg antreten. Dieses Los galt deswegen als unangenehm, da der FCM unter Cheftrainer Christian Titz zu alter Stärke zurückgefunden hat und sich das Stadion der Magdeburger schnell zu einem Hexenkessel entwickeln kann. Das Team von Trainer Schultz dürfte also gewarnt gewesen sein vor dem, was auf sie zukommen wird.

Der Schlusspfiff der Partie dürfte wohl für die Kiezkicker eine Art Erlösung gewesen sein. Nach äußerst intensiven 90 Minuten, in denen der FCM gründlich auf das Gaspedal drückte und die Kiezkicker des Öfteren ins Schwitzen brachte, stand ein 3:2 Auswärtssieg auf der Anzeigetafel und das Ticket für die zweite Runde war gelöst worden.

Hierbei gilt es zu erwähnen, dass sich die Hamburger speziell durch ihre Abgezocktheit vor dem gegnerischen Tor durchsetzen konnten. Ansonsten hatte man in der Defensive des Öfteren Glück, dass die Gastgeber oftmals an sich selbst oder am stark aufgelegten Pauli Torhüter Dennis Smarsch scheiterten.

Vorschau auf den kommenden Spieltag

Am dritten Spieltag wartet eine ganz besondere Aufgabe auf die Kiezkicker. Es ist wieder Derbyzeit in Hamburg. Mit dem Hamburger SV empfängt man den großen Stadtrivalen am heimischen Millerntor-Stadion.

Trotz guten Saisonstarts dürfen die Kiezkicker den Hamburger SV jedoch keinesfalls unterschätzen. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter konnte ebenfalls einen erfolgreichen Saisonauftakt hinlegen und holte bisher schon stolze vier Punkte aus den ersten beiden Spielen.

Alles in allem dürfen sich die Fans auf ein sehr intensives und spannendes Hamburg-Derby freuen. Es wird spannend zu sehen sein, ob die Kiezkicker ihren positiven Lauf auch gegen den großen Stadtrivalen fortsetzen können oder ob sich sich der Hamburger SV im Derby durchsetzen und im Hexenkessel Millerntor-Stadion bestehen kann.

Die Favoritenrolle für das Aufeinandertreffen liegt jedoch nach den Buchmachern auf Seiten des Hamburger SV.

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