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Bayer Leverkusen: Endlich reif für den Titel?

Bayer Leverkusen: Endlich reif für den Titel?

Seit 1979 ohne Unterbrechung erstklassig, in diesem Jahrhundert nur zwei Mal die Saison auf einem zweistelligen Tabellenplatz beendet: Bayer 04 Leverkusen gehört seit Jahren zu den erfolgreichsten Vereinen Deutschlands, doch trotz fünf Vize-Meisterschaften sucht man im Trophäenschrank der BayArena vergeblich nach einer Meisterschale. Könnte sich das in der kommenden Saison ändern? (Foto: IMAGO / Michael Weber)

Die Saison 21/22 schloss das Team von Gerardo Seoane als Dritter ab, fünf Punkte hinter dem BVB und ganze 13 vom Meister auf München entfernt. Doch während Toptorschütze Haaland (22 Tore in 24 Spielen) die Dortmunder bereits gen Manchester verlassen hat, und Robert Lewandowski (35 Tore in 34 Spielen) offen mit einem Wechsel liebäugelt, kam es in Leverkusen zu einem Paukenschlag. Bayer konnte seinen eigenen Torjäger Patrik Schick (24 Tore in 27 Spielen) trotz einer Vielzahl an Gerüchten langfristig bis 2027 an den Verein binden.

Doch nicht nur die Schwächung der Konkurrenz macht Hoffnung auf die erste Meisterschaft unterm Bayerkreuz.

Trainer Seoane hat es geschafft, die hochveranlagte Truppe zu stabilisieren. Das Spiel ist risikoärmer, kontrollierter als noch unter Peter Bosz, die Durchschlagskraft ging derweil nicht verloren. Da liegt vor allem am Prunkstück des Kaders:

Die Offensive:

In der Sturmspitze hat wie bereits erwähnt Patrik Schick mindestens internationale Klasse nachgewiesen. Neben seiner körperlichen Präsenz und Abschlussstärke zeichnet den Tschechen auch aus, dass er problemlos in das Kombinationsspiel eingebunden werden kann.

Mit Moussa Diaby (22) auf dem Flügel und Florian Wirtz (19) hinter der Spitze brillierten zwei Hochveranlagte in der vergangenen Saison. Mit den schnellen Amine Adli und Paulinho, dem torgefährlichen Sardar Azmoun sowie dem erfahrenen und immer wieder gefährlichen Karim Bellarabi bietet der Kader bereits zahlreiche Optionen.

Außerdem wurde mit dem 19-jährigen Adam Hlozek bereits ein weiteres variabel einsetzbares Talent für die Offensive verpflichtet. Ein weiterer Flügelspieler steht wohl noch auf dem Wunschzettel von Simon Rolfes, der Ukrainer Mykhaylo Mudryk soll hier in der Pole Position sein.

Die Defensive

Soll man einen Kerem Demirbay wirklich zur Defensive zählen? Da er in dieser Saison auf der Doppel-Sechs beheimatet war, lasse ich mich dazu hinreißen. Spielstark und stark bei ruhenden Bällen war er aus der Tiefe oft Taktgeber im Mittelfeld.

Den Rücken hielt ihm dabei der stille Held der Leverkusener frei: Robert Andrich. Im Sommer von Union Berlin verpflichtet, sollte er vor allem für Mentalität und Körperlichkeit sorgen. Doch neben seinen Kernaufgaben, die er mit Bravour erfüllte, stehen vier Tore und drei Vorlagen zu Buche. Nicht umsonst sieht ihn der kicker als den besten defensiven Mittelfeldspieler der Saison.

Da Routinier Charles Aranguiz den Verein verlässt, läuft auch hier noch die Suche nach einer Ergänzung, die mit Exequiel Palacios die Zentrale komplettieren soll.

In der Abwehrkette regiert derweil die Jugend! Die beiden Niederländer Jeremie Frimpong und Mitchell Bakker sind beide erst 21 Jahre alt und beackern die Außenbahnen mit enormem Tempo und Laufbereitschaft. Die Innenverteidiger Piero Hincapie (20), Odilon Kossounou (21) und Edmond Tapsoba (23) sind ebenfalls noch blutjung, ihr Leistungsvermögen konnten sie dennoch schon oft genug nachweisen. Leitwolf der Defensive ist derweil Jonathan Tah, der mit seinen 26 Jahren und über 200 Bundesligaspielen schon als Routinier gelten kann.

Neben Zweikampfstärke zeichnen sich die Defensivakteure Leverkusens auch durch einen erstklassigen Spielaufbau auf. Der meist souveräne Torhüter Lukas Hradecky muss daher auffallend selten den langen Schlag wählen.

Die Probleme

Der Ausfall von Florian Wirtz, der erst zur Rückrunde wieder ins Geschehen eingreifen kann, wiegt trotz der genannten Alternativen schwer. Außerdem ist das Team noch sehr jung und unerfahren. Im Vergleich zum Abomeister Bayern kann man hier einen noch nicht gestillten Erfolgshunger attestieren, jedoch fehlt die Kaltschnäuzigkeit, die Spieler wie Thomas Müler in einen Titelkampf bringen können. Wichtig ist zudem der Verbleib vom umworbenen Moussa Diaby, sein Abgang würde ein kaum zu stopfendes Loch reißen.

Fazit:

Wie eingangs erwähnt, könnten die Leverkusener durchaus von einem Straucheln der Konkurrenz profitieren. Doch dazu muss das noch junge Team vom ersten Spieltag an über sich hinauswachsen und darf sich nur wenige Ausrutscher erlauben. Das Potenzial ist vorhanden, doch auch die Konkurrenz schläft nicht.

Trotzdem: Es darf wieder geträumt werden unterm Bayerkreuz.

Tipwin Quote: Deutsche Meisterschaft 2022/23

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